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Das Sterben der kleinen Läden und Handwerksbetriebe

Das ‚Phänomen‘ ist nicht nicht neu. Immer wieder liest und sieht man, dass kleine Läden schließen. Doch manchmal tut es wirklich weh.

Die vergangene Woche war die letzte Woche, in der die Fleischerei Petersohn Jena in der Zwätzengasse geöffnet hatte. Am Samstag den 20. Juni 2015 war der allerletzte Verkaufstag.

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Petersohn: er einzige Laden in Thüringen, der Bratwürste produziert(e), die der fränkischen Bratwurst am ähnlichsten war. Dessen Wurst nicht versalzen war. Und, wenn man ehrlich ist: nicht wirklich teuerer als die abgepackte Wurst, von der besseren Qualität ganz zu schweigen.

Zugegeben, ich bin nicht jeden Tag und auch nicht jede Woche dort einkaufen gegangen. Das Ding war eben: meist arbeite ich, wenn ich in diesem Teil der Stadt unterwegs bin, in der Thulb (=Thüringer Landes und Universitätsbibliothek). Man kann von offener Wurst und Fleisch nicht erwarten, dass sie mehrere Stunden eingeschlossen im Garderobenfach der Thulb frisch bleibt. Deshalb habe ich gerne die Wurst im Glas als Abendessen bei der Fleischerei Petersohn gekauft.

Ein wahrhaft historischer Kassenbon ist das nun.

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(bitte keine Kommentare wegen des Motivs – darauf habe ich als Käuferin keinen Einfluß).

An was liegt es, dass der Laden Fleischerei Petersohn schließen hatte müssen?

An zu hohen, für einen kleinen Handwerksbetrieb unerfüllbaren (weil mit hohen Zusatzkosten) verbundenen Hygienevorschriften? An zuwenig Kundschaft, also zuwenig Umsatz?

Ersteres hielt ich für am wahrscheinlichsten. Als ich am Samstag den 20. Juni dann doch noch Bratwürste kaufen konnte meinte die Verkäuferin nur knapp: „zu hohe Ausgaben als Einnahmen. Voll war der Laden nur mittags.“ Das hat wohl nach außen hin getäuscht: es waren doch nicht genug Kund_innen gewesen.

Sehr schade, wirklich traurig sogar! Wurst und Fleisch, das nicht ewig durch Deutschland gekarrt wurde, nicht versalzen ist, ist nur noch schwer zu bekommen. Bei Lebensmitteln spielt die Qualität eine wichtige Rolle – deshalb darf es auch ‚mehr‘ kosten. Im Vergleich mit anderen Ländern ist es sowieso absurd, wie billig Lebensmittel in D,. sind.

In memoriam Fleischerei Petersohn.

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Ich hoffe, dass dem noch nciht so alten Chef und Fleischermeister noch was einfällt… ein Trumpf, den er hoffentlich noch im Ärmel hat…

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