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Robert Gernhardt: Die Geburt. Weihnachten mal anders

Dieses Jahr wäre ein toller Autor 8o Jahre alt geworden:Robert Gernhardt. Im Gegensatz zu Eugen Roth sind seine Texte nicht nur witzig, sie haben auch keinen erhobenen Zeigefinger. Nichts wird moralisch überhöht und kritisiert, sondern mit feiner Ironie kritisiert. Das erfordert bei manchem und manchem natürlich etwas Denkleistung. Und Denken ist anstrengend, manch gewonnene Erkenntnis ist nicht unbedingt angenehm.

Ein Interview zu Robert Gernhardts Komik:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/80-geburtstag-von-robert-gernhardt-komik-als-lustgewinn.1008.de.html?dram:article_id=403059

 

Auch zu WEIHNACHTEN hat sich Robert Gernhardt geäußert. Oder doch nicht? Bei dem vielen Kitsch ist das Gedicht „Die Geburt“ ein sehr gutes Stück Kunst und Lyrik. 😀

 

Die Geburt

Als aber in der finstern Nacht

die junge Frau das Kind zur Welt gebracht,

da haben das nur zwei Tiere gesehn,

die taten grad um die Krippen stehn.

 

Es waren ein Ochs und ein Eselein,

die dauerte das Kindlein soklein,

das da lag ganz ohne Schutz und Haar,

zwischen dem frierenden Ehepaar.

 

Da sprach der Ochs: „ich geb dir mein Horn.

So bist du wenistens sicher vorn.“

Da sprach der Esel: „Nimm meinen Schwanz,

auf daß du dich hintenwehren kannst.“

 

Da dankte die junge Frau, und das Kind,

empfing Hörner vorn und ein Schwänzlein hint.

Und ein Hund hat es in den Schlaf gebellt.

So kam der Teufel auf die Welt.

 

aus: Robert Gernhardt. Reim und Zeit. Gedichte. Reclam-Verlag, S. 103.

 

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Wie ich mir Weihnachten wünsche

..und das nicht nur im Jahr 2o17.

Dieser Kommentar wurde auch in der Sendung „Heiligenmorgen“ am 24.12.2o17 von 9-12 Uhr auf eldoradio* UKW Dortmund 93.o und http://www.eldoradio.de gesendet.

Weihnachten? – Nein danke!

Schneebedeckte Hügel, kleine Häuschen in einem Tal, eine Kirche, geschmückte Weihnachtsbäume im und am Haus, so stellen sich viele Weihnachten vor. Dazu traditionelles Essen, meist Braten, viele Geschenke und alle sind freundlich und gut zueinander.

Störgeräusch

Aber so ist Weihnachten nicht. Erst recht nicht dort, wo ich aufgewachsen bin. „Zuhause“ ist das für mich schon lange nicht mehr.

Der Heiligabend lief jedes Jahr nach dem selben Schema ab:

Morgens aus dem eigenen Waldgrundstück einen Baum holen. Keine schöne Tanne mit weichen Nadeln, nein eine kratzige Fichte. „Picea abies“, wie das Kraut in der botanischen Fachsprache heißt, ist auch noch „Baum des Jahres 2017. Dieses häßliche Ding! Dann zuhause schmücken, Mittag essen… danach mußten wir Kinder ins Bett, weil das Christkind und meine Mutter in geheimer Mission im Wohnzimmer zugange waren. Um 17 Uhr war Pflichttermin: Gottesdienst. Und nicht nur einer.

Gut, das gemeinsame Schmücken vom Baum hat auch mir Spaß gemacht. Und sicher hat mir auch das eine oder andere Geschenk gefallen. Aber immer diese Gier, mit der sich alle auf die Geschenke stürzten, zum Kotzen. Und warum, warum immer so ein Theater ums Essen?  Wird hier für die Bundeskanzlerin gekocht?? -“Neeein, hier fehlt noch etwas Sahne!“ – „Spinnst du, da kommt doch kein Essig rein!“ – „Mußt du wieder die Tischdecke vollsauen?!“ – „nein, pass auf! Die Zuckerdose fällt gleich in die Schüssel!“ 

 Zum Essen daheim kamen immer noch die Verwandtenbesuche. Ständig ist man im Streß: weil man immer zum Gottesdienst rennen muß (und wehe, man kommt zu spät), weil man kochen und den Saustall in der Küche wieder aufräumen muß (und wehe, es bleibt auch nur ein Krümel Dreck auf der Arbeitsplatte) oder weil man selbst essen muß. Selbst freundlich vorgetragene Kritik  darf nicht vorgebracht werden: aber nein, niemals! Jedes noch so verbrannte oder einfach ungeliebte Essen (Rote Bete – bääääh!) muß gelobt werden. Ebenso dürfen Geschenke nicht zurückgegeben werden, auch wenn man die pinke Bluse am liebsten verbrennen würde.

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Weihnachten, das stelle ich mir anders vor. Weg von der Verlogenheit, daß alles immer perfekt sein muß. Weg von dem Zwang, zur Kirche zu gehen. Wenn man nicht mehr an den angeblich existierenden Gott glaubt: warum soll ich dann zur Kirche gehen? Nur, um auf dem Land „gesehen“ zu werden und „mein Ansehen“ zu wahren?

Mein Weihnachten würde so aussehen: im Freundeskreis sich treffen, gemeinsam essen. Das erfordert schon auch Organisation und Vorbereitung, aber wenn mal der Salat nicht so gelungen ist – dann wird das in der Runde zwar gesagt, aber es ist keine Katastrophe. Nach dem Essen muß auch nicht gleich hektisch aufgeräumt werden, weil am nächsten Tag schon die nächste Fressrunde – äh das Festessen mit den Verwandten ansteht. Stattdessen kann man einfach noch schön zusammen sitzen und sich unterhalten, Bier trinken. Echte Zuwendung, echter „Friede auf Erden“, wie er in der Weihnachtsbotschaft ständig herausposaunt wird, der ist dann möglich. Weil keine und keiner ständig mit Äußerlichkeiten beschäftigt sind. Und wer mag, der trifft sich am 2. Weihnachtsfeiertag zum Spaziergang oder einer kleinen Radtour. Das wäre mein Weihnachten.

Aber leider denken viele hier immer noch traditionell. Deshalb bleibe ich an Weihnachten alleine.

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ADFC, ADFC Dortmund, ADFC NRW, Allgemein, FAHRRAD, Fahrrad-Sternfahrt, Gesellschaftskritik, Radverkehr, Stadtrundfahrt, Technik im Alltag

Seit Jahren marode: die Rad-Infrastruktur im Stadtgebiet Dortmund. 1. Kinder- und Jugendsternfahrt macht auf Gefahren für Radfahrer-/innen aufmerksam.

Eigentlich war nur geplant, als Ordnerin bei der Jugendsternfahrt heute am Sonntag, den 10. September 2017 in Dortmund dabei zu sein. Was heute jedoch zu hören war, ist so sagenhaft, daß es eines Kommentars bedarf. Denn die getroffenen Aussagen sind so von Unwissenheit und Gedankenlosigkeit geprägt, daß es jeden vernünftigen Menschen verägert und wütend macht. Diese Aussagen wurden auch nicht von irgendwelchen zufällig befragten Passanten getroffen, sondern von Amtspersonen. Genau diese sollten sich eigentlich genauer überlegen, WAS  sie sagen. Unreflektiert oder einseitig irgendwas daherreden, das kann gerne am Stammtisch gemacht werden – aber nicht bei einer Kinder- und Jugendsternfahrt. Erwachsene haben immer noch eine Vorbildfunktion für die Heranwachsenden.

26 Räder wurden gezählt, schade, daß es nicht mehr waren. Auch waren mehr Erwachsene als Kinder dabei. Es hatte auch Zubringer-Routen gegeben, d.h. man trifft sich im Stadtteil an einem vorher bekanntgegebenen Punkt und ein-/e Tourenleiter-/in führt dann die Gruppe zum offiziellen Startpunkt. Schade, aus einigen Stadtteilen kam außer den Tourenleiter-/innen niemand mit. Der ADFC Dortmund hatte das ganze vorbereitet, die ADFC-Jugend war der Ausrichter dieser Sternfahrt. Für ihre Arbeit und Organisation an dieser Stelle ein Lob – allerdings wäre es sinnvoll, beim nächsten Mal über eine andere Vorgehensweise nachzudenken, wie man für die Sternfahrt wirbt. Allein die zeitweise dunklen Wolken waren heute nicht für die mangelnde Anzahl an Teilnehmer-/innen für die Sternfahrt verantwortlich. Es blieb während der gesamten Sternfahrt trocken.

Um 14 Uhr startete die Kinder- und Jugendsternfahrt der Radfahrjugend des ADFC Dortmund am Fritz-Henßler-Haus. Zu meiner Verwunderung fuhren 5 (später 6) Polizei-Motorräder mit, vorneweg ein Polizeiauto. Motorräder sind ja noch ok, weil es Zweiräder sind. Auch bei der Critical Mass in Nürnberg fährt die Polizei mit Motorrädern mit. Aber warum ein Polizeiauto vorne? Sehr glaubwürdig ist das nicht.  Warum fährt niemand von der Fahrradstaffel der Polizei Dortmund mit?

Auf Nachfrage wurde mir gesagt, daß die Fahrradstaffel nur 7 Beamt-/innen inne habe. Sie seien heute alle im Einsatz. Naja, das kann man als Zivilistin jetzt nicht nachprüfen. Polizisten und Polizistinnen auf Fahrrädern wären wesentlich glaubwürdiger und gleichberechtigte Teilnehmer-/innen gewesen. Bei der Critical Mass Essen vergangenen Herbst war die Fahrradstaffel auch mal dabei gewesen und hatte ein positives Fazit der Tour gezogen. Also, geht doch.

Während der Sternfahrt gab es am Hauptbahnhof, im Kreuzviertel am Theodor-Fliedner-Heim und am Jugendamt Aktionen und Kundgebungen. Die Jugendfeuerwehr zeigt die Rettung eines Verletzten, die Naturfreundejugend veranstaltete ein Quiz zum Wissen über Verkehrsregeln.Die Kinder- und Jugendsternfahrt soll auch Spaß machen und nicht nur Protest sein. Die Forderungen der Radfahrjugend stand auf Stoffbannern geschrieben und wurde von den Kindern und Jugendlichen an den einzelnen Stationen hochgehalten: „radfreundliche Ampelschaltungen,“ „Weg mit Pollern, denn sie zerstören Leben“ „gute Fahrradparkplätze statt Felgenbrecher“ u.a. war darauf zu lesen. Diese Forderungen der ADFC-Jugend können nur unterstützt werden. Aber werden sie von der Stadt Dortmund und der Polizei auch ernst genommen?

 

Und natürlich wurden alle diese Forderungen von den Verantwortlichen mit einem verständnisvollem Lächeln zur Kenntnis genommen; man sei ganz der Meinung der Kinder und Jugendlichen. Schöne Symbolpolitik. Toll.

Was danach von seiten der Polizei und später dem Jugendamtsleiter folgte, war jedoch sagenhaft: anstatt sich der Probleme des Radverkehrs WIRKLICH! anzunehmen, wurde wieder mit der unseligen Helmdiskussion begonnen. Ich habe eigentlich keine Bock mehr auf diese Diskussion. Ja genau! Wir Radfahrerinnen und Radfahrer haben diese verdammte Symbolpolitik, die nur an den Symptomen herumdiskutiert und nur punktuell Linderung bringt anstatt die Ursachen zu bekämpfen, gründlich satt!

Glauben Sie ernsthaft, Polizei und der Herr Jugendamtsleiter, daß ein Helm Kinder und Jugendliche – und auch die Erwachsenen – ernsthaft im Alltags-Radverkehr komplett schützt???

Sehen Sie nicht, wie schmal die Radwege sind, in welchem miesen Zustand (Oberfläche marode, Rillen, uneben wegen Baumwurzeln, verdreckt durch Glasscherben etc.)??? Merken Sie nicht, daß es diese schlechten Wege sind, die das Radfahren in Dortmund gefährlich machen?

Merken Sie nicht, daß dem Autoverkehr seit Jahrzehnten eine Vorrangstellung eingeräumt wird, sprich: dass die meisten Straßen nur für Autos gebaut sind und werden? Dass diese Vorrangstellung dazu führt, daß Autofahrer-/innen eine Narrenfreiheit verspüren und somit Radfahrer-/innen zu eng überholen, schneiden, unachtsam die Autotür aufreißen, so daß man dagegen fährt, die Fahrradwege so selbstverständlich zuparken, als ob es ein ausgeschriebener Parkplatz wäre???

DAS SIND DIE WAHREN URSACHEN FÜR DIE GEFAHREN, die radfahrende Kinder und Jugendliche in Dortmund bedrohen! Mit dem Tragen eines Helms kann man diesen Gefahren nicht begegnen.

Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) macht ebenfalls darauf aufmerksam: https://www.vcd.org/themen/radverkehr/helmpflicht/

Andere Länder – ich glaube, eins ist sogar der direkte Nachbar des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und hat noch eine Monarchie – lachen über uns Deutsche, die sich freiwillig eine häßliche Styropor-Kugel auf den Kopf stülpen. Dort trägt kaum jemand Helm, denn es ist schlicht und einfach nicht notwendig. Wer sich sicher auf der Straße und im Stadtverkehr fühlen kann weil sie oder er nicht befürchten muß, daß man vom Autofahrer (oder der Autofahrerin) wieder abgedrängt, aus dem offenen Fenster heraus beleidigt und angeschrien wird, der oder die braucht keinen Helm!

Wir Radfahrerinnen und Radfahrer wollen wie alle Bürger-/innen eine lebenswerte Stadt, bei der wir Zweiradfahrer ohne Motor gleichberechtigt sind. Ein Großteil von uns hat keinen Bock mehr, immer dem Autoverkehr das von den „Motorsportfreunden“ empfundende Vorrecht auf Platz und Existenz einzuräumen. Das Ende unserer Geduld ist ERREICHT. Nicht umsonst gibt es den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC, die Initiative VeloCityRuhr, Bündnis RadFairkehr und IbikeNürnberg (beide letztere in Nürnberg ansässig), die Critical-Mass-Bewegung (> http://www.itstartedwithafight.de & http://itstartedwithafight.de/critical-mass-deutschland/ )

 

Wohlgemerkt: ich bin nicht gegen den Fahrradhelm an sich, aber dieses ständige, gebetsmühlenartige Verkünden des Helms als Allheilmittel gegen alle Gefahren für Radfahrerinnen kotzt mich gewaltig an. Den Kindern wurde heute ein völlig falsches Bild vermittelt: mit dem Helm allein bist du sicher. Eben nicht. Es sind die schlechten Wege, die Arroganz, die Aggressivität und die Ungeduld vieler Autofahrer-/innen, die Kinder und Jugendliche – und alle radfahrenden Menschen – in Dortmund und anderswo gefährden.

Ein Teilnehmer und Bekannter von mir trägt aus Überzeugung Helm – aber es fällt ihm nicht ein, mir ständig erzählen zu müssen, ich solle auch einen tragen. Fahrradhelm zu tragen ist die eine eigene freie Entscheidung – und keine Pflicht.

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Station am Polizeipräsidium nur über der Helm als sinnvolles Mittel für Verkehrssicherheit angepriesen wurde. Die Krönung erfolgte dann noch dadurch, daß der Polizeibeamte Sch. die Angebote für Fahrradhelme bei Discounter-Supermärkten als preisgünstige Modelle empfahl. (Dass der Verkehrsunterricht für die Grundschüler-/innen zu erwähnen und zu würdigen ist, steht außer Frage).

Aha. Und die Polizeiuniformen werden bei C&A bestellt. Ich dachte bisher immer, daß der Polizeidienst körperlich so anstrengend sein kann, daß die Jacke und Hose mehr aushalten müßten als nur einen einfachen Schlag mit Händen oder Beinen. Die Polizei glaubt doch nicht ernsthaft, daß ein Helmmodell vom Discounter seinen Zweck – dem Schutz des Kopfes (und nur des Kopfes, nicht den Schutz von Armen, Beinen oder überhaupt des Körpers!)- erfüllen kann?!?

Es ist schon klar: die Polizei kann die Verkehrsinfrastruktur nicht zu einer radfreundlichen Umgebung machen. Das ist die Aufgabe der Stadtverwaltung. Was die Polizei aber tun kann: sich mehr – oder überhaupt! – sich mit den Belangen von Radfahrer-/innen befassen! Eine Teilnehmerin nahm das Angebot, Fragen an die Polizei zu stellen, an. Die Antwort auf ihre Frage war kurzsichtig und nur eine Ausrede. Sie war für einen begangenen Fehler von 2 Streifenpolizisten gemaßregelt worden. Dabei ging es nicht darum, daß sie ihren Fehler nicht einsehen wollte; es ging um die Art und Weise, wie die beiden Beamten mit ihr umgegangen waren: sie ließen die Radfahrerin, nachdem sie diese angehalten hatten nicht ausreden , hörten ihren Argumenten nicht zu, machten sie nur runter. Toll gemacht. So stärkt man das Ansehen der eigenen Behörde. Glückwunsch. Und dann noch Geldstrafe androhen. Man hatte grad den Eindruck, die beiden hätten Spaß an ihrer Maßregelung. Hätten die Beamten sich auch nur genauer die Stelle Kreuzung Bornstraße/Heroldstraße angeschaut hätten sie gemerkt, wie schlecht die Verkehrsführung für Radfahrer-/innen dort ist. Kein-/e! Autofahrer-/in würde es dulden, große Umwege fahren zu müssen! Auch wir Radfahrer-/innen haben das Recht, zügig und sicher zum Ziel zu kommen! Wehe es ist mal eine Umleitung… sofort beschwert sich ein Autofahrer. Und wir Radfahrer-/innen sollen das Maul halten. Nee, bestimmt nicht!

Sich die Verkehrsführung genau ansehen, das würde konkret heißen: breiterer, sicherer Übergang der Herolstraße über die Bornstraße für Fußgänger-/innen UND RADFAHRER-/INNEN. Genügend lange Ampelschaltungen damit man als Radfahrer-/in nicht unfreiwillig mit den manchmal sehr langsamen Fußgänger-/innen ins Gehege kommt. Wegen ein paar Schnarchnasen hat auch ein Radfahrer weder Lust noch Zeit, in der Mitte auf der Vekehrsinsel zusätzlich warten zu müssen. Und im übrigen sind wir nicht der emotionale Mülleimer für niemanden, auch nicht für Polizisten. Im o.g. Fall konnte man den Eindruck gewinnen. Es war wie ein Machtmißbrauch: anstatt sich mit der Sache wirklcih zu befassen, wird eine Radfahrerin beschuldigt. Dabei hat sie sich höflich verhalten – was von der Polizei ja gefordert wird. Leider war die Reaktion unverschämt, unhöflich und von Nichtwissen und Gedankenlosigkeit geprägt. Das erzeugt statt Achtung nur Wut für diese Polizeibeamten beim Bürger.

Es geht dabei nicht darum, die Polizei im gesamten zu diskreditieren. In anderen Situationen hat diese Radfahrerin und Bürgerin gute Erfahrungen mit der Polizei Dortmund gemacht.

Zwei Sternfahrt-Teilnehmerinnen und Erzieherinnen machten auf die miese Verkehrssituation an ihrem Arbeitsort, der Kindertagesstätte am Theodor–Fliedner-Heim, aufmerksam. Zu kurze Ampelschaltungen, Autofahrer-/innen, die sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, gefährden das Leben nicht nur der Kinder (meist unter 3 Jahren), sondern auch die der Senioren im Theodor–Fliedner-Heim.  Seit 6 Jahren ärgern sich die Erzieherinnen schon über diese Verkehrssituation. Passiert ist bisher – nichts. Dabei sind Kinder (und Jugendliche) der Gesellschaft doch angeblich soviel wert: wenn die Nachricht einer Kindesentführung oder gar Mord die Runde macht, ist die Welle der Empörung groß, die/der Täter-/in muß gar Morddrohungen fürchten. Die Gefahr, von einer Blechkiste getötet zu werden, wird offensichtlich stark unterschätzt….

An der Station beim Jugendamt war zu bemerken, daß der Leiter dieses Amtes zwischen Alltags- und Reiseverkehr mit dem Rad nicht zu unterscheiden weiß. Auch er lobte die Kinder ausschließlich dafür, daß sie Helme trugen. Er betonte, daß seine Behörde sich für die Belange von Kindern einsetze. Letzteres ist zweifelsohne zu würdigen. Nach der Logik des Helmtragens müßte meine Generation – noch vor 1990 geboren – nahezu ausgestorben sein. In den 1980er und 1990er Jahren dachte niemand an einen „Fahrradhelm.“

Aber bitte, warum kommt der Jugendamtsleiter mit dem Skifahren in seiner Freizeit daher, wenn es um die Frage geht, ob man im ALLTAGSverkehr Helm trägt oder nicht??? Es ist ein riesen Unterschied, ob im ich im Alltag mit dem Rad unterwegs bin oder ob ich (Rad-)Sport in meiner Freizeit betreibe! Wie ein anderer Teilnehmer heute richtig sagte: „ich will im Alltag sicher unterwegs sein können, ohne mich panzern zu müssen.“ Daraufhin fiel dem Jugendamtsleiter und Helmfreund nichts mehr ein. Beim ADFC Nürnberg besteht z. B. nur bei Mountainbiketouren Helmpflicht. Der Grund liegt klar auf der Hand: hier handelt es sich um Sport, um die Fahrt in unebenem Gelände, das mehr und echte, weil andere Gefahren birgt als der Straßenverkehr. Bei Rennradtouren empfiehlt sich auch das Tragen eines Helms. Aber wegen ein paar Kilometer zur Arbeitsstätte oder zum Einkauf? – Nee!

 

Daher noch einige Forderungen an den Jugendamtsleiter und manche Damen und Herren in Uniform, oder sagen wir mal, Tips, die heute ausgeblieben sind:

  • setzen Sie sich, wenn Sie als Polizeibeamter/in nicht der Fahrradstaffel angehören, öfter mal auf´s Rad und fahren Sie durch die Stadt. Was spüren Sie, was fällt Ihnen auf? Wie reagieren die Autofahrer-/inne auf Sie als Radfahrer-/in?
  • >>> Na, mal wieder unfreiwillig über Glasscherben gefahren?  >>> Plötzlich überrascht gewesen, weil der Radweg – noch dazu benutzungspflichtig – ohne Vorwarnung endet und man plötzlich ungeschützt auf der Fahrbahn steht? >>>Einem herannahendem Auto (das eher selten die vorgeschriebenen 50 km/h fährt) fast einen „Kuß“ an die Breitseite gegeben? >>> Plötzlich gewundert, daß eine Blechkiste den – meist benutzungspflichtigen Radweg ,den Sie gerade befahren, versperrt?

Eine Aktion gegen Falschparker als freundlicher Hinweis. Danke an den VCD. Diese einfache Karte löste bei der Ablage auf die Windschutzscheibe sogar schon Wutgeschrei aus, als ob man den heiligen Sportwagen zerkratzt hätte.

  • Achten Sie verstärkt darauf, wie Autofahrer-/innen sich gegenüber Radfahrer-/innen verhalten. Auch wenn es in der Radfahr-Zunft Chaoten gibt: die meisten Unfälle werden durch den motorisierten Verkehr verursacht. Wir Zivilisten, die wir Radfahrer-/innen nunmal sind, dürfen es nicht, aber die Polizei dürfte es: die Raser, Drängler, Radweg-Blockierer (die „nur mal schnell Zigaretten holen wollen – interessanterweise sind es meist Männer), die Brüller und Schreier, die Radfahrer-/innen bedrohen:  festhalten.
  • Und dann: In einen Raum setzen, zum Schweigen bringen – und sie zwingen, daß sie uns Radfahrer-/innen zuhören.
  • Radfahrer-/innen sollten dabei vorne stehen und den „motorsportfreunden“ mit ruhigen Worten und einer Präsentation erklären, warum sie wie gefahren sind und warum es – tatsächlich oder scheinbar – zum Konflikt mit den anwesenden Autofahrer-/innen gekommen ist.  Auch wenn noch nicht wirklich was passiert ist, selbst nicht ein kleiner Lackschaden, ist die Situation im alltäglichen Straßenverkehr so aufgeheizt, daß selbst ein ruhiger sachlicher Ton nicht mehr beim Gegenüber ankommt. Na dann…. braucht sich kein Autofahrer/keine Autofahrerin mehr wundern, wenn die Wut bei radfahrenden Menschen steigt und steigt.
  • In Berlin ist die Situation schon so weit eskaliert, daß Radfahrer-/innen sich nicht mehr an Regeln halten. Irgendwann hat man keine Geduld mehr. Es werden immer mehr Menschen, die erkennen, daß man mit dem Rad die meisten Alltagswege zurücklegen kann. Und nun fordern sie ihr Recht, ihre Gleichberechtigung auf den Straßen. Das heißt für Berlin UND DORTMUND: man muß dem Autoverkehr Platz wegnehmen! Denn bisher hat der radfahrende Mensch viel zu wenig Platz! Leider sind viele Lokalpolitiker-/innen dazu nicht mutig oder nicht willens genug. Auch die erfolglose Suche nach Bauingenieur-/innen bei der Stadt Dortmund spielt eine Rolle, wie zu erfahren war.

 

  • Hören Sie zu, bevor Sie verurteilen oder beurteilen. Die beiden o.g. Beamten im Mai an der Kreuzung Herold-/Bornstraße waren leider nicht fähig dazu. Meistens sind Radfahrer-/innen einsichtig, weshalb sie einen Fehler gemacht haben sollen. Keine-/r macht gern oder aus Mutwillen Fehler. Aber an vielen Stellen ist die Verkehrsführung so beschissen – man muß es so deutlich sagen – dass man Fehler machen muß. Ja, Sie haben richtig gelesen! Wenn der benutzungspflichtige Radweg mit Glasscherben voll ist fahre ich NICHT darauf, wenn es nur eine Fußgängerampel gibt, obwohl es eine im FAHRRADSTADTPLAN eingezeichnete Route ist, fahre ich verdammt noch mal dort entlang!
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  • An dieser Stelle sei bemerkt: Radfahren heißt nicht rasen, sondern fahren, also die Fußgänger-/innen leben lassen und ihnen ein Existenz- und Platzrecht gewähren.

 

  • Dringend: eine Änderung in der Fahrschullehrer-Ausbildung! Wie oft wird man selbst von Fahrlehrern angeschrien und wie ein lästiges Insekt behandelt daß sie am liebsten tot schlagen möchten. Und dazu eine verpflichtende Nachschulung von bereits ausgebildeten Fahrlehrern, damit sie die Belange des Radfahrers/der Radfahrerin nicht nur kennenlernen, sondern diese ihnen auch bewußt werden!

 

Nach all diesen Erfahrungen – ich fahre schon seit über 20 Jahren 99% meiner Alltags- und Reisewege mit dem Rad – kann ich mich über unser Land nur wundern. Deutschland = Fahrrad-Entwicklungsland. Als ob Piech, Zetsche & Co. sich über den Bau und Verkauf von Postkutschen  statt Autos Gedanken machen. Und die „Pferde“ heißen dann „Opel Kadett“, „VW Touran“, „Mercedes C-Klasse“, „Audi TT“ usw. Ah ja. Seltsam nur, daß dann keine Pferdekacke auf den Straßen rumliegt. Dafür gibt es jede Menge unsichtbaren Feinstaub, der die Menschen immer kränker macht. Ist eben nicht sofort und nicht so deutlich sichtbar, als wenn jemand droht, an Ebola zu krepieren oder mit einer Waffe zu schießen. Angeblich sind allen doch die Kinder und Jugendlichen bei der Sternfahrt in Dortmund heute so wichtig… warum gibt es dann keine radikalen Verändungen und Verbesserungen in der Fahrradinfrastruktur? Fahrräder machen weder Dreck noch nehmen sie soviel Platz weg wie die immer größer und wuchtiger werdenden Autos (SUV und ähnlicher Unsinn in der Stadt). In den meisten Blechkisten sitzt nur ein Mensch, der durch die Stadt fährt. Und das bei mind. 4 Sitzplätzen. Ganz schön effizient und sinnvoll.

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Der Helm soll´s richten mit der Sicherheit. Tut er aber nicht. Was wirklich schützt ist eine fahrradfreundliche Verkehrsinfrastruktur. Und die ist eben komplizierter und aufwendiger als die Bestellung von x Helmen. Darüber freut sich nur der Hersteller, aber es nützt kein-/eRadfahrerin wirklich.

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Für bessere Luft, erst recht in den Städten: die Forderung des ADFC Nordrhein-Westfalen. https://www.adfc-nrw.de/fahrradland-nrw.html

 

Zur Situation Autofahrer-/innen und Radfahrer-/innen:

Was nicht nur Kinder und Jugendliche beim Radfahren schützt und was nicht:

http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-06/radfahren-grossstadt-strassenverkehr-gefahren-bloggerin-interview

Und auf dem Blog: http://www.radelmaedchen.de

http://www.fr.de/panorama/verkehrssicherheit-fahrradhelm-hilft-aber-a-1347657

http://fahrradzukunft.de/25/motorisierte-gewalt/

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Bochum liegt auf dem Land

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Bochum – was ist das?

Da war mal das Album von einem gewissen Herrn Grönemeyer, das ist die Stadt, wo eine bestimmte Automarke ihre Werke (hatte) und es einmal einen Mobiltelefonhersteller gab, der dann alles dicht und platt gemacht hat. Dessen Fußballverein immer noch von der 1. Liga träumt. Meine alte Heimat Fürth hatte das auch mal getan, aber die Zeit in der 1. Liga hatte nur eine Saison lang angedauert. Ist eben nicht so einfach,  in der 1. Bundesliga zu spielen und – zu bleiben. Da gelten andere Regeln. Frank Goosen sagt dazu: „der Fan muß leiden.“

Bochum das ist auch die Stadt des Autors Frank Goosen, der manch lustige, aber auch nahdenkliche Geschichten über das Ruhrgebiet und seine Stadt – und natürlich seinen Verein – verfaßt hat. Dank ihm gibt es auch den Film Radio Heimat ( https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2017/01/04/der-ort-fuer-traeume-muss-nicht-weichen/ ).

Und zwischen Bochum und Hattingen liegt das Haus Kemnade, eine ehemaliger Adelssitz und Ort für mehrere Sammlungen. Wenn man von Hattingen zum Haus Kemnade fährt, wundert man sich fast, wie ländlich die Atmosphäre ist; nur das Rauschen der Autobahn im Hintergrund stört etwas. Bochum liegt (auch) auf dem Land 😉

Am 1. Sonntag im Monat findet um 12 Uhr immer eine Führung durch die MUSIKINSTRUMENTENSAMMLUNG Hede und Hans Grumbt statt. Hans Grumbt (1898-1989) war von Beruf Cellist bei den Bochumer Symphonikern und sammelte Musikinstrumente aus allen Teilen der Welt. Tasteninstrumente, verschiedenste Flöten und Klarinetten, letztere von der Sammlung Johan van Kalker und natürlich Streichinstrumente sind im Haus Kemnade zu sehen. Da ich selbst Geige spiele, war ich neugierig, diese Instrumente zu sehen – und gern hätte ich auch die eine oder andere Geige gespielt. Es gibt soviele verrückte Formen! Eine Taschengeige, vielleicht 10 cm breit, flacher statt bauchiger Korpus und vielleicht 30 cm (ohne Hals) hoch – und gespielt ohne Kinnhalter. „Der Kinnhalter ist eine moderne Erscheinung“ erläuterte der Herr vom Förderverein, der durch die Sammlung führt. Oh, das gibt dann beim Geigespielen noch mehr rote Flecken am Hals, die nicht von verliebten Mitmenschen stammen….

Johan van Kalker war Pilot  bei der zivilen Luftfahrt gewesen. Überall, wo er sich aufhielt, hat er Klarinetten erworben, so z.B. das „Oktavin in C“, das aussieht wie ein kleines Stück eines Fagotts mit silberfarbenem Trichter dran, eine „Klarinette d´amore“ (im Orchester wird nur die Oboe d´amore gebraucht, sie hat einen weicheren Klang, aber nicht eine ebensolche Klarinette)… amüsiert laufe ich  an den Vitrinen entlang. Langweilig wird es in der Musikinstrumentensammlung nicht… ein Jugendlicher fragte auch, ob man mal eine der Blasinstrumente spielen dürfe, spielt er doch selbst auch eines.

Manchmal gibt es tatsächlich Konzerte, bei denen ein Teil des Programms mit Ausstellungsstücken gespielt wird. Meist aber bleiben sie in der Vitrine, damit sie erhalten bleiben. Der Förderverein hat auch nicht das Geld, alle Instrumente in ihrer Funktion zu erhalten; so hört man leider kein Lied, wenn man die Kurbel der  „jukebox“, die gleich neben dem Eingang steht, betätigt. Wer also fachkundig ist und ehrenamtlich für eine gute und schöne Sache tätig werden mag… ich denke, der Förderverein wird sich freuen.

Die Gambe führte uns der Herr vom Förderverein selbst vor: er selbst besitzt und spielt ein Instrument. Etwa so groß wie ein Cello, aber mit einem breiteren Untersatz, C-Löcher statt F-Löcher, die Korpus-Form erinnert leicht an eine Birnenfrucht. Die Gambe hat keinen Stachel, auf dem sie stehen könnte, deshalb muß man den Korpus zwischen die Beine klemmen. Auf dem Hals sind Bünde, ähnlich der modernen Gitarre. Und so ein wunderschöner Klang… da kann man diese ganze „relaxing-music“ auf CD oder als mp3 vergessen. Joseph Haydn hat noch Werke für Gambe geschrieben, weil sein Arbeitgeber, der Fürst von Esterhazy, ein Gambenspieler gewesen war. Im 18. Jahrhundert geriet die Gambe dann aber in Vergessenheit, die Orchester wurden im 19. Jahrhundert größer, da hatte so ein sanftes und weicher klingendes Instrument keine Chance mehr, gehört zu werden. Im 20. Jahrhundert erst taucht die Gambe in der Musikpädagogik wieder auf und ist Bestandteil von Alte-Musik-Ensembles „wenn kein Cembalo da ist.“ (Orginialton des Museumsführers 😉

Ein Kuriosum für Klavierspieler* und Organisten*:  Ein Instrument, das aussieht wie ein Klavier mit Pedal. Hm, ein Zwitter zwischen Orgel und Klavier?

Nein. Es ist ein Klavier mit Pedal, damit der Organist zuhause üben kann und nicht stundenlang in der kalten Kirche sitzen muß. Allerdings gibt es nur ein Manual, das heißt, nur eine Tastenreihe. Orgeln haben mindestens 2 Manuale.

…und noch mehr Klaviere! Ein Spinett, und – ein Harmonium.

So schön, wie manche das Harmonium finden, da kann ich nicht ganz mitgehen. „Harmonium und Männerchor, so stell ich mir die Hölle vor.“ 😀 Es ist ein komisches Ding, nicht Orgel aber auch nicht Klavier…. und klingt wie eine vergrößerte, gedämpfte Melodica. So wie ich es verstanden habe, war es im 19. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert hinein ein Ersatz für eine Orgel, da es besser zu transportieren war. Der Herr erzählte uns, daß er das Harmonium aus den Gottesdiensten seiner Kindheit kannte. In meiner alten Heimat Fürth hatte unser Frauenchor zum Kirchenjubiläum die „Petit messe solenelle“ von Giuseppe Rossini aufgeführt, Besetzung: Chor, Klavier und Harmonium. Eine Freundin dieses Instruments bin ich trotzdem nicht geworden, auch wenn das Singen dieses Werks große Freude gemacht hatte.

Wer eine Sammelleidenschaft pflegt, muß auf vieles verzichten. Die Frau von Hans Grumbt war nicht immer begeistert über all die Entbehrungen, die zugunsten des Instrumentenerwerbs ertragen werden mußten. Das Ehepaar hätte in ärmlichen Verhältnissen gelebt, so der Herr (ehemaliger Bratschist bei den Bochumer Symphonikern), der uns durch die Musikinstrumentensammlung führte. Welche Frau das mitmacht… so schön wie die Sammlung anzusehen ist, bei allem Respekt , die diese Sammeltätigkeit verdient: ich wüßte nicht, ob man das als Partner-/in mitmachen würde. Der Bratschist hatte Hans Grumbt noch persönlich gekannt. „Was ich von ihm gelernt habe: den Umgang mit Zeit. Nach der Probe war er der erste, der draußen war. Viele hielten ihn natürlich für einen Spinner.“

Aufgrund des Urheber*rechts werden hier keine Bilder der Instrumente gezeigt – schaut sie Euch selbst an, die Musikinstrumentensammlung Hede und Hans Grumbt ist sehr sehenswert! Außerdem lädt die Lage des Hauses Kemnade dazu ein, den Museumsbesuch mit einer Radtour entlang der Ruhr und des Kemnader Sees zu verbinden.

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Was nervt, ist der umständliche Fahrradständer im Hof….bis man da eine Stelle gefunden hat, um sein Rad wirklich ANzuschließen!

 

Wie schön, wenn man keine Eile haben muß… auf einer Bank in Sichtweite des Hauses Kemnade machte ich Rast. Dem Rat eines Radel-Freundes folgend, fuhr ich nach der Pause am Kemnader See entlang bis zum Ende, Richtung Zeche Gibraltar. Gefühlt dauerte das länger, als ich vermutet hatte. Den Abzweig „Blumenau“ genommen, und ich hatte die Straße „Im Lottental“ gefunden! 🙂 Dieser Weg war wesentlich leichter mit seinen Steigungen zu bewältigen als die Kemnader Straße.

Bei gutem Wetter ist viel los am Kemnader Stausee, fast wurde es mir zwischen den Skatern, Radlern, Läufern zuviel. Was aber wirklich erschreckend ist, sind die Blechlawinen, die fast nonstop von bzw. zum Kemnader See und auch zum Haus Kemnade kommen. Es ist nicht nachvollziehbar, daß alle, die mit dem Auto kommen, entweder fußkrank sind , mindestens 4 Kinder haben oder zu weit weg wohnen. Mehrere Buslinien fahren sowohl zum Stausee wie zum ehemaligen Adelssitz. Es ist mir ein Rätsel, wie man sich bei diesem Gestank von Abgasen und Motorenlärm noch erholen will- denn zur Erholung fährt man doch zum Kemnader Stausee oder freut sich am Haus Kemnade?

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Die Stiepeler Straße verlief dann doch anders als auf dem Plan… lustige Verwirrungen gibt es immer wieder mal. Die Wiemelshauser Straße fand ich, nur ungünstig, daß gerade heute ein Radrennen dort stattfand.. einmal ließ lautes Gebrüll die wenigen Passanten aufschrecken. Es kam von einem Rennfahrer. Ein Hundespaziergänger war wohl auf die Fahrbahn getreten. Nein, ein Rennrad hat kein Hundekörbchen am Lenker…

Ich verließ das Radrennen und fuhr in ein Wohngebiet hinein. Plötzlich Blasmusik. Hm, hat da eine-/r ihre/seine Stereoanlage aufgedreht? Seltsam auch, daß ein Polizist an der Kreuzung stand. Dann Spielmannszug-Flöten. Ah, Schützenumzug… und Bergmannskappen mit roten „Wuscheln“ am Hut. Und die 2 Kutschen, die waren heute schon mal an mir vorbei gefahren, auf einen Hänger geladen, inklusive von 2 weiteren Fahrzeugen mit dem pferdischen Antrieb darin. Ein Königspaar will schließlich entsprechend gefahren werden. Wow, was in den Sommerferien in Bochum los ist!

Ich dachte, im Bereich Waldring, am Ende der Wiemelshauser Straße etwa den sagenhaften Springorumradweg zu finden. Und tatsächlich, da war endlich, nach dem Gehopser über stillgelegte Straßenbahnschienen, einer gesperrten Straße und einer Schützenprozession endlich ein schöner Radweg, ebengleich der Erzbahntrasse! Also rauf und los! Die Richtung stimmte erst mal, denn das Schild weiter außen zeigte „Bochum Ehrenfeld“ und „Bochum Zentrum.“

Allerdings… schön zu fahren war er ja der Weg. Aber nach Innenstadt sah es irgendwann nicht mehr aus. Eine freundliche Hunde-Spaziergängerin sagte mir, daß man in dieser Richtung bis zum Haus Weitmar käme. Oh!

Also umgedreht… aber die gesamte Gegenrichtung zum „rewirpower-Stadion“ (wer hat diesen groben Rechtschreibfehler angeordnet??? Das tut weh!) fahren, um in die Bochumer Innenstadt zu kommen?

Also ließ ich den schönen Radweg seufzend links liegen und fuhr auf der Straße Richtung Zentrum und Ehrenfeld. Schwupps, war plötzlich die Oskar-Hoffmann-Straße da und ich hatte meine letzte Station für heute erreicht: das Café Fräulein Coffea.

Jetzt erst mal Kuchen und Kaffee schmecken lassen!

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Durch einen Bericht im Blog http://www.mein-ruhrgebiet.blog/zauberhafter-metropolenflair-bei-fraeulein-coffea/ bin ich auf diesen Laden aufmerksam geworden. Den erwähnten Flamingo hätte ich sonst gar nicht entdeckt 😉

Mir geht es nicht um „ziemlich bio“ wie auf einer Reklametafel am Haus geschrieben wird, sondern darum, daß es in einer Stadt auch noch eigene Cafés und Kneipen gibt statt nur noch Gastronomie-Ketten. In Essen, so schien es mir, hat man fast keine Wahl mehr, bzw. muß man als Nicht-BewohnerIn der Stadt schon suchen, um eigenständige Kneipen zu finden. Fast jede hat ihren eigenen Charme.

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Nachteil: der Verkehr brüllt hier noch lauter als beim Kugelpudel. Und leider gibt es in jeder Stadt selbsternannte motorisierte „Rennfahrer.“ Schade, daß es keinen Fahrradparkplatz gibt, bei dem man sein Rad sicher anschließen kann. Hallo, Stadt Bochum, da könnte man was tun…. nicht nur die radfahrenden Gäste von Fräulein Coffea werden es dir danken.

Nicht viele Kilometer waren es heute, die ich mit dem Rad gefahren bin. Dafür gab es schöne und bleibende Eindrücke von dem, was ich erlebt habe.

 

Infos zur Musikinstrumentensammlung Hede und Hans Grumbt:

http://www.fv-hauskemnade.de/index.php/de/die-sammlungen/sammlung-grumbt.html

Meinen herzlichen Dank an den Förderverein für die Pflege und das Engangement für diese Musikinstrumentensammlung!

 

das zauberhafte Café Fräulein Coffea:

http://fraeulein-coffea.de/

 

Ah, und wer mir Tips geben kann, wie man den geheimnisvollen Gral, äh den Springorum-Radweg finden kann: Gerne was in die Kommentare! 😉

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Nordrunde durch Dortmund

Auf der Suche nach einer möglichen Feierabendrunde habe ich mal wieder den Fahrradstadtplan studiert… es kann doch nicht sein, daß es nichts wenigstens annähernd adäquates wie die Erzbahntrasse zwischen Bochum und Essen-Zollverein auch für Dortmund gibt! Für´s Freibad war es schon zu spät, der Wind relativ heftig… und das Lastenrad des Typs BULLITT, ausgeliehen von VeloCityRuhr noch verfügbar. Also auf, um den hohen Norden Dortmunds zu erkunden.

Eine zentraler, gut erreichbarer Ort für den Start ist der Borsigplatz.Genau, das ist der Platz, wo die schwarz-gelben Fahnen hoch an den Laternenmasten hängen und wo Fußballfans feuchte Augen bekommen. Von dort aus geht es auf die Borsigstraße und dann die häßliche Bornstraße Richtung Dortmund- Eving. Der Radweg, der leider benutzungspflichtig ist, taugt nichts: viel zu schmal, wenn auch meistens sauber und späer im Nichts endend.

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Über die Eisenstraße und Burgholzstraße fährt man entlang des Nordfriedhofs; das Grün nimmt schon an dieser Stelle leicht zu. Links in die Osterfeldstraße abgebogen, ist man schon in EVING. Ein Stadtteil, der mehr wirkt wie ein größeres Dorf. Leider auch hier endet der Radweg einfach auf der Fahrbahn und noch dazu an einer Bushaltestelle… ist nur eine Frage der Zeit, bis es mal zwischen motorisierten Verkehr und Radfahrer-/innen kracht, ganz ohne Mutwillen seitens der Radfahrenden.

 

Nach ca. 3 km am Ende der Wildbergstraße: endlich fängt der Wald, das dichte Grün an!  „Süggel“ oder „Süggelrand“ heißt das Waldgebiet, das bald in ein Waldstück namens „Grävingholz“ übergeht. Die Wegweisung am Waldrand ist anfangs etwas verwirrend, letztendlich hatte ich aber die richtige Abbiegung gefunden: Den R 8, geradeaus in den Wald hinein.

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Der Rote Rudolf freute sich sichtlich, mal nicht nur schwere Lasten innerhalb von dicht an dicht stehenden Häusern zu transportieren, sondern eine Ausflugsfahrt zu machen.

 

 

Der Ausblick auf Holthausen (hinter dem Hügel)  , nachdem man den Wald verlassen hat.

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Bemerkenswert: man hört hier wirklich keine Autos, keine Autobahn. Nur landwirtschaftliche Geräte, momentan bei der Getreideernte und Heu- bzw. Strohballen-Herstellung. Auch das gibt es in Dortmund…

 

Weiter auf dem R 8 nach Holthausen.

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Den Bewohnern am Wegesrand guten Tag sagen… manchmal kommen auch Reiter entgegen auf diesem Weg, daher etwas aufpassen.

 

 

Weiter  bergab auf der Kamphecke…

 

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Fast wie im hohen Norden 😉 und nicht mal sooo steil die Anstiege!

 

 

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Eine grüne Bushaltestelle gleich neben dem Maisfeld… da geht dem Städter doch das Herz auf! 😀 Und der Linienbus fährt 1x in der Stunde, auch sonn- und feiertags… das ist schon viel für eine ländliche Gegend. Einmal überholte mich diese Buslinie, ein putzig wirkender Mercedes-Kleinbus. In Nürnberg kurvt auch sowas rum… irgendwie putzig diese kleinen Busse.

Und wieder einen Stadtteil kennengelernt… Schwieringhausen.

Sieht gar nicht aus, als ob es zur Stadt Dortmund gehöre…

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Laut Stadtplan sollte es links auf der Alt-Mengeder Straße zum Dortmund-Ems-Kanal gehen. Eine freundliche Autofahrerin, die gerade neben mir hielt, um zu parken, gab mir aber einen anderen Rat. Rechts in die Ortschaft rein, dann rechts in die Sackgasse… und gleich wieder rechts bei der Schranke, die in den Wald hineinführt. Lustigerweise gab es zwei Schranken, eine davon hatte einen Durchlaß für Fußgänger, das Bullitt passte gerade so durch.Ein Weg mit Kennzeichen „Verbot für Fahrzeuge aller Art“… pffft. Der Weg wird ausprobiert. Nach einem kurzen Weg durch ´s Gebüsch von Brennesseln und Brombeeren stand ich plötzlich am Dortmund-Ems-Kanal.

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Am Kanal überkommt mich oft die Sehnsucht nach dem richtigen Norden…

 

Unscheinbar: das ist die Verbindung Schwieringhausen zum Dortmund-Ems-Kanal.

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Entlang des Kanals zurück in die Nordstadt Dortmund…

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Unterwegs noch Abendessen. Schöner kann es kaum sein als hier…  🙂

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Der Weg auf dieser Seite – links in Richung Industriehafen und Nordstadt  – unterscheidet sich in seiner Beschaffenheit kaum von dem auf der anderen Seite. Aber wie ich es geahnt hatte, ist er nicht komplett durchgängig. Wegen eines Betriebsgebäudes der Kanalwirtschaft mußte ich auf eine Landstraße ausweichen und fuhr auf der Holthausener Straße Richtung Nordstadt… auf der Fürst-Hardenberg-Allee soll es mal wieder zum Dortmund-Ems-Kanal abgehen, aber mit dem Bullitt war es letztendlich doch angenehmer, die Straße zu fahren. Bis auf wenige landwirtschaftliche Fahrzeuge war nicht soviel los. Dadurch, daß ich nicht am Kanal fahren konnte, lernte ich den Stadtteil, der praktisch zum Industriehafen gehört, kennen: Dortmund-Lindenhorst. Allerdings, außer Firmengebäuden und Geschäften wie Auto- und Motorradhändlern scheint es kaum Wohnungen in Lindenhorst zu geben…

Die Fürst-Hardenberg-Allee und die Lindenhorster Straße brachten mich zurück in die Nordstadt von Dortmund zum Fredenbaum-Park und Borsigplatz. Am Ende verlief die Strecke etwas anders als geplant, dennoch war es eine schöne Tour für eine Feierabend-Runde.

 

Meinen herzlichen Dank an VeloCityRuhr für den möglichen Verleih des Lastenrads Roter Rudolf! 🙂  RIDE ON!

 

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Gibt´s das auch im Ruhrgebiet?

Seit November 2015 wohne ich nun schon im Ruhrpott und bewußt oder unbewußt vergleiche ich das, was die neue Umgebung von der alten unterscheidet. In Thüringen, genauer gesagt in Jena, mußte ich nur vor die Haustür treten und hatte Wald und eine Burgruine vor mir (die Lobdeburg, der fränkischen Herren von Lobde, im 17. Jahrhundert bereits aufgegeben). Der Kontrast zum Ruhrpott fällt auf den ersten Blick krass aus: dichte Besiedelung, erst mal muß man eine ganze Weile durch die Stadt fahren, bis man im Grünen ist…

Schon bei der Fahrt zum Haus Kemnade vor ein paar Wochen ist mir eine Burg aufgefallen gewesen. Fährt man durch´s Saaletal, hat man alle paar Kilometer eine Ruine oben am Waldhang stehen. Wer sich also berufen fühlt, sich dort ein schickes Wochenendhaus zu erbauen….

Seit November 2015 versuche ich anhand des Fahrradstadtplans Dortmund eine Feierabendrunde zu erstellen, die – auch – durch´s Grüne geht. und Seit November 2015 sehe ich ein Ziel auf der Karte, das ich endlich mal erreichen will – aber im Winter einmal nicht geschafft hatte. Der Weg war doch weiter als geschätzt gewesen und die Steigungen stärker als gedacht.

Es ist: die HOHENSYBURG.

Bisher nur vom Hörensagen bekannt und durch ein paar Bilder von VeloCityRuhr im Netz, wollte ich diese Burgruine am südlichsten Rand von Dortmund einmal erklimmen – trotz der heftigen Steigungen. In früheren Jahrzehnten soll Hohensyburg sogar ein beliebtes Ausflugsziel gewesen sein.

Karsten W. kam mit dem Rennrad mit und feuerte mich zuverlässig an, damit ich die Auf und Abs auf dem Weg zur Burgruine Hohensyburg schaffte. Ich fühlte mich glatt wie zuhause in der alten Heimat!

 

Der Vorteil, wenn es nicht so sonnig ist: es sind weniger Leute unterwegs. Am Parkplatz vom Casino herrschte zwar reger Betrieb, aber bei der Ruine Hohensyburg war kaum eine Besucherin. Der Ruin kommt wohl erst dann, wenn man das Casino verläßt…

 

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Von dieser Anhöhe aus kann man ins, ich glaube Lennetal sehen. Die Häuser müssen zu Ortsteilen von Hagen gehören, am Fuß des Berges muß der Hengsteysee sein – so sieht es auf der Landkarte aus. Sehen kann man den langgezogenen Hengsteysee von der Hohensyburg aus nicht.

 

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Der Durchgang zum Kriegerdenkmal.

Der Radweg Richtung Dortmund Zentrum ist ausgeschildert, aber nach den starken Anstiegen hatte ich wenig Lust, noch mal mit einem Faltrad und 8 Gängen mehrere Berge hochzufahren, bzw. zu schieben. Auch Schwerte hat einen Bahnhof… und so sausten wir fröhlich den Berg hinunter und die elektrischen Pferde brachten uns nach Hause.

Weitere Infos:

http://www.ruhr-guide.de/freizeit/burgen-und-schloesser/die-hohensyburg-in-dortmund/11,0,0.html

Aber dennoch: es ist schöner, mit dem RAD zur HOHENSYBURG zu FAHREN, nicht mit dem Auto, wie in dem Link genannt.

Kartenmaterial, erhältlich hier:

http://geoweb1.digistadtdo.de/OWSServiceProxy/client/radwege.jsp

https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/vermessungs_und_katasteramt/karten_und_geodaten/stadtplaene__uebersichten_und_orientierungskarten/index.html

Der Weg R33 führt zur Hohensyburg. Unabdingbar ist dennoch die Verwendung entweder des Fahrradstadtplans Dortmund oder eines elektronischen Navigationssystems wie komoot.

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Seltener Anblick im Stadtgebiet Essen

Wolkenverhangener Himmel, die Temperaturen um 20°C, die Regenwahrscheinlichkeit hoch: bei diesem Wetter geht nicht jeder gern raus. Dass es sich trotzdem lohnt, bei nicht so sommerlicher Witterung sich auf´s Rad zu schwingen, bewiesen die rund 800 Radlerinnen und Radler der Fahrradsternfahrt in Essen am 2. Juli 2017. Höchste Zeit, daß es – zumindest temporär – in Essen mehr Fahrräder als Autos gibt! Die Fahrradsternfahrt erfolgte in der Zusammenarbeit des ADFC Essen, der „Grünen Hauptstadt Essen 2017“ und anderen Verbänden.

Start an der Messe / Gruga um 13.15 Uhr.

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Die Ordner_/innen des ADFC Essen sichtbar durch Warnwesten. Sie  begleiten die gesamte Tour, fahren links und rechts entlang des Trosses.

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Vor Zeche Zollverein: Zwangspause durch Feuerwehreinsatz an der Zeche selbst. Kurz vorher waren die Einsatzfahrzeuge an uns Radler-/innen vorbeigesaust, die Rettungsgasse wurde eingehalten. Da heißt es erst mal warten… manche Teilnehmer-/innen nutzten die Pause von vielleicht 10 oder 15 Minuten für wichtige Geschäfte oder zur Stärkung des eigenen Motors.

 

Unterwegs gab es einmal Regen, der nicht aufhören wollte… war abzusehen. Dennoch, meist schwitzt man schon allein beim Tragen der Regenkleidung selbst. Wie schön, daß später die Sonne rauskam, auch beim Zielort, dem Berliner Platz, bzw. der Einfahrt auf den Limbecker Platz.

Kuriositäten, die ich als Ordnerin erlebt habe: ein Beifahrer in einem Auto fragt mich – nicht unbedingt schlecht gelaunt, ob wir Bier dabei hätten, man müsse jetzt warten. Einmal schien es auch ein wenig verständisvolles Gespräch mit einer älteren Autofahrerin gegeben zu haben, das ich nicht verfolgen konnte. Ein weiterer Autofahrer wollte wissen, wo wir in zollverein abbiegen; er war mit Familie unterwegs. Ich gab ihm einen Flyer: „schade, daß Sie nciht bei uns dabei sind.“ – „Ich wußte nichts davon.“ Hatten die Medien nicht deutlich genug auf die Fahrradsternfahrt Essen 2017 hingewiesen?

 

Einmal im Jahr ohne Behinderung und dumme Bemerkungen am Limbecker Platz einfahren… Außer Einsatzfahrzeugen heißt es am 2. Juli 2017: Autos raus aus der Stadt!

Außer Lieferfahrzeugen und Einsatzfahrzeugen haben Autos in der Stadt auch nichts verloren. Ständig wird über zu schlechte Luft geklagt, Enge, „fehlende Parkplätze“… ist es wirklich für soviele Menschen so schwer, auf das Auto zugunsten der Gesellschaft zu verzichten???

 

Die Spitze mit den Fahrrad-Polizisten und dem ADFC Essen.

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Huch, wo kommen denn all die vielen Radfahrer-/innen her? Und was ist das für ein komisches Ding, das niedrige? Kann man damit überhaupt fahren? Ist das nicht gefährlich? Einfach mal das Liegerad ausprobieren!

 

 

Die Kunstinstallation am Limbecker Platz. Von weiten könnte man an Hühner denken, die in der Luft Rad fahren.

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Die Grüne Hauptstadt Essen: Eine echte Luftnummer. Schön anzusehen, aber es steckt nicht viel dahinter.

Ein Video zur Einfahrt am Limbecker Platz:

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Es hat Spaß gemacht, bei der Fahrrad-Sternfahrt 2017 in Essen mitzufahren. Den Organisatoren ist zu danken, ein guter Wille ist bei der Stadtverwaltung und der „Grünen Hauptstadt Essen“ erkennbar. Es reicht aber nicht, wenn man einen sogenannten „City Tree“ am Hauptbahnhof aufstellt oder ein großer Stahlkonzern plötzlich Blumen- und Kräuterbeete auf seinem Gelände anlegt. Wenn eine Stadt grün sein will, müssen tiefergreifende Maßnahmen ergriffen werden: Konsequente Förderung des Radverkehrs, z. B. den Weiterbau des RS1  – RadSCHNELLweg, nicht „Radautobahn“ – auf dem Bahndamm am Viehofer Platz. Fahrverbote für Fahrzeuge in der Innenstadt. Nur wer sich sicher fühlt, fährt Rad. Deshalb braucht es sichere Verbindungen und, wo es möglich ist, genügend breite Radwege. Wo genügend Platz ist für alle Verkehrsteilnehmer-/innen, gibt es weniger Ärger zwischen allen, man kommt entspannter am Ziel an. Und das wünscht sich doch jede und jeder – oder?

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