Serie Stadtteil-Touren in Dortmund: die Nordtour

 

Wie lernt man die Stadt kennen, in der man nun wohnt? Indem man mit dem Rad durch die Stadt fährt. in Dortmund gibt es mehrere Stadtteil-Routen, die gern mal in noch nicht bekannte Ecken führen. Und wer meint, die Stadt schon zu kennen, wird möglicherweise was neues entdecken.

Start ist beim Hoesch-Park, man verläßt die Nordstadt auf der Lünener Straße und Brackeler Straße stadtauswärts, zunächst Richtung Scharnhorst. der Radweg ist auf der linken Seite für den Radverkehr aus Richtung Borsigplatz freigegeben (in Fahrtrichtung gibt es nur eine Autostraße).

Wer vom Hauptbahnhof kommt, fährt über die Wälle in die Weißenburger Straße zum Borsigplatz (Wegweisung Nordtour), der Geburtstätte des Ballspielvereins Borussia Dortmunds. Dann in die Wambeler Straße (rechts neben der Straße, in die die Straßenbahn einbiegt) und geradeaus bis zum Ende. Der Hoesch-Park liegt linker Hand, die Querstraße, auf die man stößt ist bereits schon die Lünener Straße.

 

Am Freibad Stockheide vorbei gelangt man auf eine Brücke über die Bundesstraße, dann noch mal auf eine Brücke mit dieser Aussicht:

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Blick auf das Bahnbetriebswerk an „Im Spähenfelde“ und  die Skyline von Dortmund

 

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Durch die Wildnis, eine Art „Niemandsland“ zwischen dem Gewerbegebiet Wambel West und Körne geht es zur Hannöverschen Straße.

 

 

Der Weg endet abrupt auf der stark befahrenen Hannöverschen Straße und es kann auch mal stinken… man ist in einem Industriegebiet, auch dort, wo die Stadtverwaltung den Müll hinbringt. Irgendwo muß auch dieser hingebracht und verarbeitet werden, keine Stadt hat nur schöne Ecken.

 

In der Alten Straße hat übrigens auch das Theater Dortmund seine Probebühne🙂 Hier entstehen also die schönen Sachen, die man sich dann im Opernhaus ansehen kann.

Über den Körner Hellweg geht es an einer der vielen Kirchen vorbei, die der Straße auch ihren Namen geben.Es geht bergauf in der Liborisstraße… aber jemanden, die oder der im Mittelgebirge mit Höhen von 500 un mehr Höhenmetern über N.N. aufgewachsen ist, kann diese Steigung nicht schockieren. Am Bahnhof der S-Bahnstation Körne kommt man auch vorbei und passiert den Tunnel: leider mit lästigen Sperrgittern.

rechtes Bild: an einer Kleingartenanlage kommt man öfter vorbei bei der Nordtour.

 

 

 Bei der Kleingartenanlage Winkelried.

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Am Rande der Nordtour durch Dortmund.

 

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OBEN angekommen!

 

 

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Zufahrt zur Brücke über..

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…den Westfalendamm.

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Über einen „Schneckerlessteg“ geht es weiter Richtung Europaplatz ins – nun ganz andersartige – Gewerbegebiet Stadtkrone Ost. Keine rauchenden Schornsteine von Verbrennungsanlagen oder Fertigungshallen, sondern Dienstleistungsfirmen prägen hier das Bild.

 

Und woow, es wird ganz europäisch: Stockholmer Allee, Amsterdamer Weg, Tiranaweg…. ob die Größe, Länge und Beschaffenheit der einzelnen Wege und Straßen Ausschlag für die Namensgebung gegeben haben? Wie groß ist Stockholm im Vergleich mit Tirana? Erstere wird vielen bekannter sein als Tirana.

 

Helsinkistraße.Begrünung am Hausrand durch Steingarten mit Bambus (sehr gut gegen Unkraut). Unten: Vorbildliche Fahrradabstellanlagen = Parkplätze für Radfahrer-/innen, die mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstätte fahren.

 

Weiter an einem Wohngebiet vorbei….

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…wer hier wohl wohnt da oben?😉

 

Hinter dem Wohngebiet angekommen. Schade nur, dass man nicht ganz hinuntersausen darf, wie es eine Radfahrerin vor mir tat…

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Geradeaus geht es nach Schüren, das auch zu Dortmund gehört.

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Rechts abgebogen läuft die Nordtour weiter.

Aufgepaßt! Das kleine Schild für die Wegweisung der Nordtour kann man gern mal übersehen…  (rechtes Bild).ich bin zuerst fälschlicherweise rechts abgebogen, weil der Radweg dort so schön verläuft… es geht aber GERADEAUS weiter. Der „Europaplatz“ ist mehr eine Straße als ein Platz.

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Schmucklose, fast gleich aussehende Bürogebäude im Gewerbegebiet Stadtkrone Ost.

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Schon irgendwie lustig, dass zwischen den nüchternen glatten Hochhäusern wildes Grün sprießt… so wie zwischen Bahnbetriebswerk  an „Im Spähenfelde“ und Wambel-West.

 

Über die Freie-Vogel-Straße (woher kommt dieser Name?) geht es nach wenigen hundert Metern rechts in die Stadtrat-Cremer-Allee in die Gartenstadt. Nicht die Abbiegung versäumen!

 

Stadtteil Gartenstadt:

Das Pflastersteingehopser macht wenig Spaß, auch wenn es noch schlimmere Pflasterwege gibt (bei manchen Altstadtfreunden zum Bleistift). Sehr schön sind jedoch die Häuser und Gärten anzusehen. Man macht sich dem Namen seines Stadtteils alle Ehre😉

Unfreiwillig muß man dabei leider auch viele Blechkisten fotografieren. Sind die wirklich alle notwendig???

 

…na das wär doch mal ein schickes Zuhause… fast ein kleines Schloß😀

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Ade du schöne (woh auch teure) Gartenstadt...

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Die Nordtour läuft weiter Richtung Hörde, entlang der Semerteichstraße, vorbei an der U-Bahn-Haltestelle Willem-van-Vloten-Straße.

 

 

Jetzt befand ich mich in bekanntem Gebiet. Die Nordtour läuft aber anders weiter, als ich sonst fahren würde… es erschien mir erst umständlich, nach der Nordtour-Route zu fahren, doch: ich hatte mir vorgenommen, Neues zu er-fahren.

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Wegweisung kurz vor Dortmund-Hörde.

 

Am Straßenrand ein Künstlerinnenatelier.

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Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.

 

Im Bereich Seydlitzstraße und Dessauerstraße am Straßenrand: ungeahnte Blütenpracht. Wohl von Privatleuten angepflanzt und gepflegt, mal wilder und mal weniger wild.

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Lampionblumen und Solidago (und andere Blumen).

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Hibiskus, ungefüllte Blüten.

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In der Sckellstraße trifft man auf das Kinder- und Jugendtheater Dortmund und das Robert-Schumann-Berufskolleg.

 

Wieder ein mir bekannter Bereich… doch die Route sollte nach der Oberschlesierstraße und der Baurat-Marx-Allee anders weiter verlaufen.

An manchen Häusern läßt sich ablesen: hier wohnt offensichtlich das Geld.

 

Hinauf entlang der Tewaagstraße…

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Ab hier laufen Nordtour und Nordosttour teilweise parallel.

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…und dann doch mal ein Stück auf dem „Hundeweg“ fahren, der das Gebiet „Im Spähenfelde“ mit Hörde verbindet… Auf dem Bild eine Zufahrt, die man bei der Nordtour hinunter fährt. Fast ein Miniatur-RS1… wobei der Weg unbefestigt ist. Hundespaziergänger-/innen trifft man auch.

Ach Leute. Warum müßt Ihr Eure Aufkleber gerade immer auf die Wegweiser kleben??? Gibt es keinen anderen Platz dafür?

 

 

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Die Kreuzung „Im Defdahl und Voßkuhle.“ Am besten ist bei diesen stark befahrenen Straßen, die Ampel zu nehmen.

 

Auf der Von-der-Goltz-Straße und Robert-Koch-Straße kommt man zum Ostfriedhof. Viele Dortmunder Persönlichkeiten sind dort begraben, außerdem ist es eine städtische Grünanlage – sonst würde man dort keine Hundespaziergänger-/innen treffen.

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Eingangstor zum Ostfriedhof.

 

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Berswordtplatz an einer Grundschule. Schade, dass der Brunnen so gebaut ist, dass man seine Füße oder Arme nicht hineinhalten kann… irritiert hat mich die Fahne „Gut Einkaufen im Kaiserviertel.“ Kaiserviertel hier?

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Links geht es die Walderseestraße, die Von-der-Tann-Straße und Manteuffelstraße hinunter, der Körner Hellweg wird gequert.

 

An der U-Bahn-Haltestelle Funkenburg vorbei kommt man wieder zur Straße „Im Spähenfelde“ und damit zurück zur Lünener Straße und dem Hoesch-Park.

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Eine schöne und abwechslungsreiche Tour ist die Nord-Tour! Eine gute Ergänzung wäre noch ein Heft (aus Papier oder elektronisch), das mehr Hintergründe zu den Plätzen und Häusern oder Menschen erzählt, die hier wohnten und arbeiteten (oder dies noch tin). Falls die Stadt Dortmund solch ein Projekt plant, wäre ich gerne mit dabei.

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Radtour Nord Dortmund: violette Kennzeichnung.

. Die Touren in Dortmund nach den Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West wurden 1991 zur damaligen Bundesgartenschau ausgearbeitet und ausgeschildert. Jede Tour hatte ein eigenes Thema, die Nordtour das Thema  „Architektur und Industrie“. Die Touren sind heute nach 25 Jahren immer noch beschildert, teils mit Aktualisierungen; so wurde die Nordtour durch das neue Wohn- und Bürogebiet Stadtkrone Ost erweitert.

Weitere Infos:

https://www.dortmund-tourismus.de/entdecken-erleben/sport/radfahren/radrouten-dortmund/poi/dortmund-nord-route-2-von-5.html

Dort gibt es auch eine eletronische Wegweisung.

 

Routenbeschreibung vom ADFC (wird laufend aktualisiert):

http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/touren/tourenvorschlaege.html

 

Weitere Touren (geführt und zum Selbstdurchführen):

http://www.radroutenplaner.nrw.de/RRP_adfcTouren_02.asp#6

http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/touren/touren-dortmund.html

 

Die schnöde altmodische Wegweisung findet sich im neuen Fahrradstadtplan der Stadt Dortmund, erhältlich bei der Stadtverwaltung sowie im Buchhandel und beim ADFC Dortmund in der Graudenzer Straße in Do-Hörde.

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Allgemein, FAHRRAD, Stadtrundfahrt

Serie Stadtteil-Touren in Dortmund: die Nordtour

Den Stadtteil oder Teile der Stadt erleben: mit dem Rad ist das bei der „Nordtour“ in Dortmund möglich. Zu Orten der Industriekultur und Architektur führt diese schöne Stadtrundfahrt mit dem Rad.

Galerie
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Allgemein, Hochschulsport an der TU Dortmund, Stadtrundfahrt

Gold und Silber glänzt – die TU aber nicht

 

Kommentar zur Teilnahme von Student-/innen der TU , die als  Sportler-/innen bei den Olympischen Spielen 2016 antreten

Alle 4 Jahre ist es soweit: ein weltweites Sportereignis bietet Sportler-/innen, Sponsoren und einem Land die Möglichkeit für viel Aufmerksamkeit, Ruhm und Medallien. Nicht zuletzt geht es auch um viel Geld. Wer sich mit siegreichen Athlet-/innen schmücken kann, hat ein gutes Prestige.

An den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro nehmen auch Studenten und Studentinnen der Technischen Universität teil: z. B. die Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz oder die Ruderer Richard Schmidt und Maximilian Reinelt. Für letztere glänzte schon das Edelmetall. Glückwunsch an alle Medalliengewinner/innen – und gute Wünsche für diejenigen, die noch um Gold, Silber oder Bronze kämpfen.

Die TU Dortmund schmückt sich gern mit ‚ihren‘ erfolgreichen Athleten. Erfolg macht gutes Image, Erfolg will jeder sehen, dient dem Prestige. Schön und gut – aber: dieses Selbstlob der TU hat einen Schmutzfleck.

Um Erfolg haben zu können, muß man ordentlich trainieren können. Die Sportanlagen müssen in Ordnung sein, die Trainerinnen und Trainer müssen fachliche und pädagogische Kompetenzen haben. Der Gewinn von Medallien kann dies bestätigen und hat dies bestätigt. Die Vereine, in denen die Sportler-/innen Mitglied sind, haben gute Arbeit geleistet.

Nur ein Nebenaspekt dabei sind die Sportanlagen der TU Dortmund selbst – auch wenn die Sportlerinnen dort meist nicht trainieren. Die 40 Jahre, die es die Technische Universität Dortmund schon gibt, haben allen Gebäuden und Anlagen zugesetzt.Erst kürzlich berichtete die pflichtlektüre über die Baufälligkeit der alten und neuen, im Bau befindlichen Chemie- und Physikgebäude ( http://www.pflichtlektuere.com/05/08/2016/der-berliner-flughafen-der-tu-dortmund/ ) Ein Rasenplatz ist überhaupt nicht bespielbar, Spielgeräte fehlen bei Kursen, so dass z. B. der Floorball-Trainer lieber seine eigenen Tore mitbringt anstatt die klapprigen Teile der TU-Ausrüstung zu nehmen.Dabei ist der Hockeykurs nicht seine Privatveranstaltung. Bei den Schließfächern hat man plötzlich das Gegenstück des Schlosses in der Hand, so dass man das Fach nicht sicher abschließen kann. Teilweise sind die Toiletten oder Duschen über Wochen geschlossen. Ist ja „nur“ der Hochschulsport, der zum Breitensport gehört, den Amateure betreiben.

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Im Glanz von Olympia wird das vergessen. Denn auch wenn die Athlet-/innen der TU Dortmund nicht unbedingt oder nicht immer auf den Anlagen des Hochschulsports trainieren, so repräsentieren sie doch die Technische Universität Dortmund.Der Glanz von Olympia  hat durch den schlechten Zustand der Anlagen einen faden Beigeschmack. Überspitzt ausgedrückt: außen hui (erfolgreiche Sportler) und innen pfui (kaputte Sportanlagen und marode Lehrgebäude).  Nicht jeder Sportler und nicht jede Sportlerin wird gleich zum Profi. Sport kann auch „nur“ Freude an der Bewegung sein und der Gesundheit dienen.Dennoch ist der Amateursport wichtig. Wird nicht aus einem Breitensportler oft genug auch ein Profisportler? Und wäre es demnach nicht dringend geboten, die Anlagen und die Ausstattung für die Sportkurse des Hochschulsports an der TU Dortmund zu erneuern?

Die Ruderer-/innen werden davon nicht viel mitbekommen, weil sie nicht direkt beim Hochschulsport trainieren.Sie gelten aber als Athlet-/innen der TU. Die TU Dortmund ist dennoch aufgerufen, im Interesse des Profisports  und Breitensports ihre Anlagen und ihre Ausstattung zu erneuern. Wer sich im Glanz von Medallien ’seiner‘ Athleten sonnt, sollte auch gute Sportanlagen vorzuweisen haben. In einem maroden Gebäude will niemand studieren, lernen und lehren. Und mit einem einfachen Holzboot läßt sich schließlich auch keine Medallie gewinnen.

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Allgemein, Ausstellung

Der Mensch und sein Dreck.

Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016/17 lädt das Bundesbildungsministerium zur Ausstellung  über Meere und Ozeane auf der MS Wissenschaft ein.Vergangene Woche ( 9.August – 12. August 2016) ging das Schiff im Dortmunder Hafen vor Anker. Der Eintritt ist frei, die Preise für den Imbiß moderat gehalten.

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Die „MS Wissenschaft“ mit der Ausstellung zu Meeren und Ozeanen.

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Der Titel der Ausstellung. Daneben prangt lebensgroß ein Bild der Ministerin.

 

 

Der Eingangsbereich. Rechts am Empfang kann man sich Audioguides ausleihen, links ist die Imbißtheke.

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Recht dunkel ist es, wie man es IN einem Schiff erwartet.

 

Das Meer rief und ruft nicht nur die Wissenschaft auf den Plan. Auch die Kunst besingt und beschreibt das Meer.

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Das Meer, besungen und gedichtet in Tönen und Worten von Charles Trenet.

 

Schwärmerisch, geheimnisvoll und voll von unbekannten Dingen ist das Meer: „La mer“ , eine sinfonische Dichtung des Komponisten Claude Debussy:

 

Arbeitsgeräte der Seefahrt aus früheren Jahrhunderten

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Mit den poetischen und schwärmerischen  Vorstellung des Meeres, wie sie in Gedichten und Liedern beschrieben wird, hat diese Ausstellung wenig zu tun; auch wenn die beteiligten Wissenschaftler-/innen mit ihren Aussagen ihre Begeisterung für das Meer deutlich machen. Und doch, es wird nicht langweilig in diesem Schiff…. das zeigt die Art und Weise, wie die Ausstellung gestaltet ist. Der Biologie- und Physikunterricht in der Schule ist meist langweiliger und für den gibt es leider auch Noten. Die Ausstellung hingegen kann man sich locker und ohne Druck ansehen.

 

Am Anfang werden verschiedene Forschungsbereiche aufgezeigt. Mir war vorher nicht klar, womit und wie genau im Einzelnen sich Forscherinnen und Forscher befassen.

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Ein Forschungsgebiet: die Küste.

Diese beleuchteten Tafeln haben immer eine touch-screen-Funktion mit weiteren Informationen: so kann man z.B. genauere Informationen zu einem Teilaspekt des Textes aufrufen oder sich ein Interview oder kurzen Vortrag eines/einer Wissenschaftlerin anhören.

 

Sogar der unscheinbare Sand ist für Forscher-/innen interessant, nein sogar verschiedene Sand-Arten. Körnung und Beschaffenheit können so verschieden sein……

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Klappe auf: Sand unter dem Mikroskop.

 

 

Das Meer hat verschiedenste Bewohner, die dem Menschen immer noch nicht bekannt sind. Auf den folgenden Bildern sind sie  ein ständiger und unerwünschter Begleiter von Schiffen.An Wrackteilen am Meeresgrund stören sie nicht, sehr wohl aber an Schiffen im Betrieb.

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Unten im Bild: Seepocken.

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Das Meer im ständigen Wechselspiel mit dem Mensch. Schon seit Jahrhunderten betreibt der Mensch Schiffahrt, nutzt und belastet das Meer und die Ozeane. Eine Infotafel zeigt, wie sich Handelsschiffe entwickelt haben.

Ganz schön klein so eine Kogge… im Vergleich zum Containerschiff heute.

Eine große Stärke der Ausstellung ist, dass viele Infotafeln auch Mitmach-Stationen haben: das gefällt vor allem, Kindern – aber nicht nur denen. An einem großen Tisch in der Mitte wird aufgezeigt, wie und warum es zur Überfischung der Meere kommt und wie man das verhindern könnte: indem man die Fische länger wachsen und sich vermehren läßt. Das steht im Widerspruch zu den Fischereien, die aufgrund des Konkurrenzdrucks und Gewinnstreben möglichst viel Fisch in kürzerer zeit verkaufen wollen – oder schlicht und einfach wirtschaftlich überleben wollen (bei kleineren Betrieben). Das Meer ist eines der vielen Konfliktfelder zwischen Natur und Mensch.

Das SPIEL zum Thema Überfischung:

Einen Fisch angeln und an das Lineal halten: wäre der Fisch groß genug, damit er gefangen werden könnte? Oder sollte man ihn noch im Meer lassen?

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Ergebnis: der Fisch wurde zu bald gefangen.

 

Das ganze war auch noch eine Art Videospiel: durch Tastendruck schippert man über das Meer und fängt Fische. Die dunkelblau gefärbten Bereiche sind am fischreichsten, die hellen am fischärmsten. Je nachdem, wo man fischt gibt es entsprechend Punkte, der Kraftstoffverbrauch des Schiffes wird ebenfalls berechnet.

 

Blick in die Ausstellung:

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Was ich auch nicht wußte: in der Ostsee gibt es Wale, die kleinste Art dieser Gattung.

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Fliegende Schweinswale😉

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Kommunikation unter Wasser.

 

Bisher unbekannt war mir der Zusammenhang von Nord- und Ostsee: nicht nur in Sachen Wind gibt es einen Austausch. Das Wasser der Nordsee ist salzhaltiger und schwerer als das der Ostsee. Ein Austausch der beiden Meere ist für das ganze System wichtig.

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Die Nordsee.

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1 Sechseck antippen -und weitere Infos erhalten.

 

Ein großes Problem: der Plastikmüll in den Meeren. Erst langsam rückt das Bewußtsein für dieses Problem in den Fokus vieler Menschen, nachdem viele Medien darüber berichteten:

( http://www.deutschlandradiokultur.de/meeresbiologin-antje-boetius-wie-wirkt-sich-der-klimawandel.970.de.html?dram:article_id=338628 )

( http://www.deutschlandradiokultur.de/projekt-seekuh-muellsammler-auf-hoher-see.2165.de.html?dram:article_id=342440 )

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Mit dem  Lesegerät auf dem scancode erfährt man die Lebens-/Verweildauer des Abfalls.

Es ist erschreckend, wo überall Plastik drin ist, wo man es nicht vermutet. Dass auch erst im Jahr 2016 Plastiktüten im Supermarkt oder Klamottenladen was kosten, ist auch sehr schwach: schon längst hätte man einen Preis in € dafür verlangen sollen! Die ganze Aufregung, warum jetzt Plastiktüten nicht mehr so frei verfügbar sind, konnte ich nicht nachvollziehen. Schon seit über 10 Jahren werden von mir und meinen Freunden Stofftaschen benutzt. Für den Kleidungskauf muß man sich eben eine frisch gewaschene Stofftasche einpacken.

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450 Jahre (!) braucht es, bis eine Plastikverpackung verwest ist. Eine Zeitung hingegen braucht 6 Wochen (wobei ich mich gefragt habe, was mit der Druckerschwärze ist).

 

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..wie gut , dass diese Quallen der Besucherin nichts anhaben können😉

 

 

Neben, auf und nun: IM WASSER.

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Bis zu 3000 Meter Tiefe… und vielleicht noch mehr…

 

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Faszinierend aber auch leicht unheimlich, was da in der Tiefsee lebt. Wohl auch davon haben manche Science-Fiction-Autoren ihre Phantasie für Filme , Bücher u.a. beflügeln lassen…

Die Forscherinnen betonen immer wieder, wie sie die See fasziniert, aber wie wenig die Wissenschaft bisher über das Meer weiß.

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An das kann ich mich noch vom Erdkunde-Unterricht erinnern: die Meeresströmungen und ihre Bedeutungen für das Klima in allen Teilen der Welt. FunFact: ein Frachter verlor an die 60 Quietschenten auf See. Nein, nicht schon wieder Plastikmüll! Kuriosum dabei : die Entchen wurden an verschiedenen Küsten angespült und lieferten der Wissenschaft  damit Erkenntnisse über die Strömungen der Meere.

 

Die Infotafel ist auf einem Tisch angebracht und man kann Teile (Felder mit Dreiecken) davon anklicken, so dass sich ein neues Fenster öffnet (z.B. Informationen zum Golfstrom) bis zur animierten Landkarte, auf der die Strömungen „laufen.“ Manchmal ist es aber etwas viel Information auf einmal, die Tafel wird bald unübersichtlich.

 

ICE ICE BABY.

 

Ein besonderer Lebensraum: das EISMEER.

 

An einer „Eiswand“ kann man Röhren mit Eisstücken gefüllt herausziehen: so verschieden kann Eis sein!

 

Fazit: „Meere und Ozeane“ ist eine sehenswerte Ausstellung auf der MS Wissenschaft. Man kann nicht nur Tafeln lesen oder Töne hören, man kann als Besucherin auch etwas tun, manchmal spielerisch und mit Spaß. Was der Ausstellung allerdings fehlt ist der kritische Aspekt: es ist zwar schön zu lesen und zu hören, wie sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Arbeit gern machen. Es wäre jedoch auch wichtig gewesen zu erfahren, ob und wann sie auch gezweifelt haben, wann sie einen kritischen Moment während ihrer Arbeit hatten, weil ein Projekt nicht geklappt hat oder wenn sie trotz ihrer Mahnungen für einen besseren Schutz der Meere an Behörden, oder anderen Institutionen scheiterten.So ist die Ausstellung „Meere und Ozeane“ auch eine große Werbeveranstaltung für das Bundesbildungsministerium. Positiv ist, dass der Eintritt frei war, was manchem auch den Besuch ermöglichte und vielleicht auch erleichterte. In Anbetracht des Ausmaßes der Verschmutzung der Meere kann man schon frustriert sein und erschrocken – so erging es mir zumindest am Ende der Ausstellung. Und dabei ist das Meer so wichtig für – nicht nur das menschliche – (Über-)leben.

Es bleibt zu hoffen dass es u.a.  durch solche Ausstellungen gelingt, sowohl die Regierenden wie auch die Menschen aufzurütteln, damit es mit der Gesundheit der Meeresbewohner wieder aufwärts geht.

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Die MS Wissenschaft auf Tour:

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Allgemein, FAHRRAD, Stadtrundfahrt

Kein Zug mehr – doch es rollt: Nordbahntrasse Wuppertal

Am vergangenen Freitag war ich erstmals bei der Critical Mass Wuppertal dabei gewesen (http://www.talradler.de/ und https://www.facebook.com/CriticalMassWuppertal/?fref=ts). Auf ihren Seiten hatte die CM Wuppertal auch immer wieder von Aktionen zum Fahrradschrauben und -basteln am Mirker Bahnhof, der an der Nordbahntrasse liegt, berichtet. Doch wo lag der „Mirker Bahnhof“ in Wuppertal? Nordbahntrasse, hm? Es galt ein Stück mehr von NRW zu erkunden. Auf http://www.nordbahntrasse.de erfährt man die Theorie zur (nicht nur Mirker) Praxis.

Die Nordbahntrasse ist heute ein Rad-/Fuß- und Skaterweg auf einer ehemaligen Bahnlinie, die Wuppertal-Elberfeld mit den nördlichen Stadtteilen verbindet und Teilstück der ehemaligen Bahnstrecke Düsseldorf-Dehrendorf – Dortmund Süd ist. Als ich am Sonntag den 7. August 2016 dort unterwegs war konnte ich gar nicht so recht glauben, dass die Stadt Wuppertal (so beschreibt es die Wuppertalbewegung e.V. auf ihrer website) sich dem Projekt Nordbahntrasse zuerst verweigerte und dann nur zögernd mitmachte. Viele Menschen waren dort unterwegs, saßen am Wegrand auf Bänken und plauderten; ein friedliches Miteinander und ein Ausflugsziel vor der Haustür, das nicht viel kostet: das ist die Nordbahntrasse Wuppertal. Klar war (und ist) der Ausbau als Ausflugsziel nicht kostengünstig: die Bahnstrecke der Rheinischen Bahn war 1991 stillgelegt worden. Bis 2006 passierte dort nichts – was bedeutet, dass die Natur sich ungestört ausbreiten konnte. Der Weg war überwuchert gewesen von Pflanzen, in den Tunneln zogen manche Tierchen ein. Beim Bau des Rad- / Fuß- und Skaterweges mußten Kompromisse zugunsten der Fauna getroffen werden: so bleibt der Tunnel Tesche für Menschen geschlossen und ist Fledermaus-Revier, ebenso eine Röhre des Tunnels Schee. An anderer Stelle  komme ich noch mal auf die geflügelten Freunde der Nacht zurück.

Als Nicht-Kennerin des Wuppertaler Stadtgebiets (und weil ich während der Fahrt für die Navigation nicht ständig online sein will, v.a. wegen der Kosten) war ich zunächst verwirrt, wo ich starten sollte: waren doch die meisten Bahnhöfe entlang der Rheinischen Bahn ehemalige Bahnhöfe. Wo also losfahren?

Ein freundlicher Radfahrer (oder Radfahrerin) der CM gab mir per chat im Gesichtsbuch ein paar Tips. An dieser Stelle noch mal mein Dankeschön dafür!🙂

 

Es ging  in Wuppertal-Vohwinkel los.Erste Disziplin: Gewicht heben. Wozu sollte die DB AG an der Unterführung zu den Gleisen auch eine Rampe bauen oder gar einen Aufzug, wenn am Ausgang (wo auch der P+R-Parkplatz ist) ein das Stadtgebiet komplett durchlaufender Radweg losgeht, bzw. durch geht? Haha.

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Rechts geht der Weg Richtung Solingen, links Richtung Wuppertal-Barmen, aus dieser Richtung war auch mein Zug gekommen gewesen. Ich hatte zuerst einen Schwenk nach rechts gemacht gehabt.Auf dem leeren Parkplatz eines Supermarkts spielte ein einzelner Hockeyspieler auf Rollerskates einen Tennisball gegen das Häuschen der Einkaufswägen. Ein seltsamer Anblick, denn Hockey ist ein Mannschaftssport. Wir kamen ins Gespräch. Er meinte, dass er keinen seiner Freunde/Bekannten dazu bewegen hätte können, hierher zu kommen.Interessant, dass es dieses Problem öfter gibt! Heute gibt es soviele Angebote an Veranstaltungen, Möglichkeiten zum Ausgehen, dass man gar nicht mehr weiß, wie und für was man sich entscheiden soll. Die wesentlich vielfältigeren Kommunikations-möglichkeiten machen es dem/der einzelnen nicht leichter: man sagt eben kurzfristig ab, ohne eine echte Begründung zu haben (wäre es oft nicht ehrlicher zu sagen: „ich hab keine Lust“ anstatt zu sagen „ich kann nicht“ oder : „ich hab keine Zeit“ ?) Und wäre es für den/die Befragte nicht selbst besser sich selbst zu fragen, warum man nicht kommen wolle? Es scheint gerade so zu sein, als ob die Anzahl der tatsächlichen persönlichen Kontakte (face-to-face) weniger wird, je mehr Kommunikationsmittel es gibt. Schade eigentlich. Selbst die noch so gut funktionierende Kommunikationstechnik (skype, chat und anderes, was über das Internet läuft) kann niemals den persönlichen Kontakt ersetzen, bestenfalls ergänzen oder, wenn es sich um geographisch weite Distanzen handelt, den Kontakt aufrecht erhalten.

So geht man eben alleine raus: zum Feldhockey-Spielen oder zum Radfahren. Ich verabschiedete mich und radelte los.

„Die Radfahrer werden sich heute auf der Nordbahntrasse stapeln. Ich habe mir vorgenommen, mal mit den Rollerskates die Trasse abzufahren. Aber ohne Schläger komme ich mir so nackt vor.“ (Zitat des Hockey-Spielers). Ich mußte grinsen. so geht es mir mit dem Rad, bzw. ohne mein Stahlroß.

Ja, auch manch andere(r) hatte die Idee, heute an diesem sonnigen Sonntag den 7. August 2016  rauszugehen… nach Tagen der Trübnis endlich wieder: Licht!

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..und an den Bahnhöfen mit Gastwirtschaften wurden es noch viel mehr Menschen…

 

Infotafeln säumen den Weg und informieren über die Geschichte der ehemaligen Bahn und die Bevölkerung, die direkt an der Strecke lebte (und lebt)..

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So wichtig war die Bahnstrecke einmal, dass die Bürgerinnen und Bürger schon  1953 einen zusätzlichen Haltepunkt Lüntenbeck forderten – und bekamen, indem sie ihn selbst errichteten.Nicht nur Güter wie Kohle oder anderes Material für die anliegenden Zechen wurden auf den Schienen dieser Bahnstrecke transportiert, auch Personenverkehr gab es.

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Heute rollt dort zwar kein Zug mehr, aber die Vielzahl der Menschen, die hier mit Rad, zu Fuß oder auf Rollerskates unterwegs sind zeigt, wie gut die Nordbahntrasse angenommen wird. Das Stadtgebiet Wuppertal ist bergig, radfahren macht nicht wirklich Spaß, ist nicht komfortabel (für Leute, die nicht ganz so fit sind) und auch nicht unbedingt für Kinder geeignet. Die Nordbahntrasse ist dagegen eine ebene Strecke, die streßfreie Sonntagsausflüge ermöglichen kann.

An dieser Stelle ist der Charakter der damaligen Bahnstrecke noch zu erkennen (ehemaliger Bahnsteig).Bauzäune sind immer wieder zu sehen. Auch wenn die gesamte Nordbahntrasse auf einer Streckenlänge von 23 Kilometern komplett befahrbar ist, sind noch Arbeiten nötig. Darauf weist die WuppertalBewegung auf ihrer website hin.

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Unübersehbar, auch heute, nach dem Rückgang der Industriellen Produktion: die Bahn im Dienste der Industrie und des Bergbaus. Ehemalige Bahngleise, die früher als Zubringer zu anliegenden Fabriken oer Zechen dienten, sind nun Wege und Zufahrtswege für die Nordbahntrassen-Besucher-/innen.

 

Auch aufgrund der Zufahrtswege zur Nordbahntrasse fühlte ich mich beim Radeln an den Radschnellweg 1  (RS1 Ruhr, Bericht hier: https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/05/17/ruhrgebietserkundung-heute-der-ruhrtalradweg-hattingen-essen/ ) erinnert. Ein Weg frei von Autos, mit Zufahrten-/Ausfahrten wie bei einer Autobahn. Und meist ist es ein entspanntes Miteinander von Fahrradfahrer-/innen, Fußgänger-/innen, Laufsportler-/innen und Skater-/innen. Nur breiter könnte der Weg sein… doch dann wäre die Nordbahntrasse wohl noch teurer geworden bzw. hätte die Stadt Wuppertal erst recht nicht mitgemacht. Auf ihrer Seite kritisiert die Wuppertalbewegung die Stadt Wuppertal für ihre Verhalten gegenüber dem Projekt Nordbahntrasse (alle Website-Adressen am Ende dieses Blogbeitrags). Die Sichtweise der Stadt findet sich ebenfalls auf einer unten genannten Adresse.

Das ist das verrückte am Ruhrgebiet. Dichte Besiedlung, oft geht eine Stadt in die nächste über, nur die Ortsschilder lassen erkennen, dass man nun in einer anderen Stadt ist. Entlang der Nordbahntrasse könnte man denken, man ist am Stadtrand Richtung Land unterwegs: Industriebrachen und viele Pflanzen säumen den Weg.

 

 

(…oder bin ich nun doch im Wald? Auch das hier sieht man am Wegesrand der Nordbahntrasse)

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Und dennoch: die Nordbahntrasse geht durch das Wuppertaler Stadtgebiet, von W-Elberfeld bis W-Barmen.

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..und wieder eine Ausfahrt auf der Nordbahntrasse.

 

Die Symbole der einzelnen (Fern-)Radwege sind: gelbes Symbol bedeutet „deutsche Fußballroute“, das grüne Viadukt-Symbol ist das Zeichen für die Nordbahntrasse. Das orange Schild bezeichnet den Bergischen Panorama-Weg.

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Pflanzen und Industriebrachen am Wegesrand.

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Die HALTESTELLEN der Rheinischen Bahn:

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in diesem Zusammenhang wirkt das Wartehäuschen kurios.

 

Na wenn kein Zug fährt, fahre ich eben selbst! Oder doch, einen Zug gibt es, zumindest einen stilisierten😉

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aber… hey, da stehen doch zwei Fahrgäste!

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Oooh, ein Radweg, wildes Grün und Industriebrachen am Wegesrand…langweilig, denkt Ihr? Aber nein!

Die Nordbahntrasse bietet auch Action an… naja zumindest etwas (in der Hauptsache ist man doch hier, um sich zu erholen).

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Wooow, ich bin noch nie auf einem Radweg durch einen Tunnel gefahren!

Nur mit dem Auto…

Auch hier heißt es selbstverständlich: LICHT AN.

Bilder sind das eine, aber Videos können noch viel mehr die Atmosphäre fühlbar machen. Unter diesem Link kann man sich ein Video meiner Fahrt durch den ersten Tunnel (ab W-Vohwinkel gerechnet) ansehen:

https://www.dropbox.com/s/za390ngp8iajsrn/20160807_145945.mp4?dl=0

 

Komisch, wenn es dann plötzlich wieder hell wird…

Aussicht auf das Stadtgebiet.

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Eine wildere Haltestelle. Auch eine Art von Design.

 

Oh, an der Unterführung „Klausen“ gibt es sogar noch ein Gleis!

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Unterführung Klausen

Und genau darunter finden sich Bilder von Martin Heuwold (und anderen).

 

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Veröffentlichung aller Bilder an der Unterführung  Klausen  mit freundlicher Genehmigung des Künstlerischen Leiters Martin Heuwold.

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Bilder: Martin Heuwold (und andere). Fotografien: die Autorin

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Bild: Martin Heuwold.

 

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 Bild: Martin Heuwold (und andere).

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Bild: Martin Heuwold.

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Künstler(in) unbekannt.

 

 

 

Und dann war ich endlich angekommen am Draisinenbahnhof Wuppertal- LOH.

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Fahrradfreundlicher Fahrradständer (Parkplatz)

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Dort gibt es noch einen richtigen Bahnsteig. Auf Gleis 3 kann man kostenlos mit der Draisine eine Rundtour fahren.

Auf dem Bahnsteig hat die WuppertalBewegung außerdem ihren Infostand. Ich kam bald mit einer Dame und einem Herrn in ein nettes Gespräch. Nebendran im ehemaligen Bahnhofsgebäude gibt es das Café „Tacheles“, betrieben von ehrenamtlichen Mitarbeiter-/innen. Eine freundliche Atmosphäre und faire Preise erwarteten mich dort. An dieser Stelle ein herzliches Danke für die ehrenamtliche Arbeit !

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Zugang zum Café Tacheles vom Stadtgebiet aus.

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Eine Draisine unbesetzt im Bahnhof und einmal im Betrieb….

…mit fränkischer Firmenwerbung.

 

 

Wenn man sich eine Zeitlang am Wegesrand hinsetzt und lauscht, hört man verschiedene Sprachen. Die Nordbahntrasse wirkt als ein friedlicher Ort, an, dem verschiedene Menschen gut miteinander auskommen können. Das sei auch das Ziel des Projekts, so schreibt es die WuppertalBewegung auf ihrer website.

 

Gut gestärkt und erleichtert, weil die Sonne gerade nicht runterbrannte fuhr ich weiter Richtung Wuppertal-Nächstebreck (und Sprockhövel).

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Die Signale stehn auf GRÜN!

 

Noch einige TUNNEL sollten kommen.

 

Die letzten Ausläufer des Stadtgebiets Wuppertal. Es muß der Stadtteil Barmen gewesen sein.

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Der ADFC ist auch regelmäßig an der Nordbahntrasse vertreten.

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Die Haltestelle Wuppertal-Wichlinghausen.

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Neben dem Areal zum Turnen (und ich glaube auch, skaten) direkt am ehemaligen Bahnsteig ist W.-Wichlinghausen  einer der wichtigsten Punkte der ganzen Nordbahntrasse: schräg gegenüber dem Bahnsteig gibt es eine Skaterhalle („Wicked Woods“) und das Café Nordbahntrasse ( http://www.wichernhaus-wtal.de/index.php/berufliche-integration/beschaeftigungsangebote-fuer-alle-altersgruppen/cafe-nordbahntrasse ).

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Rechts im Bild (Ausschnitt): Skaterhalle und angrenzend das Café Nordbahntrasse.

An der Haltestelle W-Wichlinghausen ist erstmals auch eine Wiese, auf der man sitzen, plaudern, spielen oder toben kann.

 

 

Ob des schee is in Schee? Mal schauer…

(Ob das schön ist in Schee? Mal nachschauen…)

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Bisher fuhr man an Freiflächen vorbei, eben, manchmal bebaut mit ehemaligen Industriegebäuden oder Bahnhofshäusern, die inzwischen umgenutzt werden.

Jetzt: Szenenwechsel. Einen Zug, der hier durchfährt, kann man sich gut vorstellen. Die große Bauart einer Lok mit Waggons paßt zu diesen hohen, steilen Wänden. Als Radfahrer-/in ist man beim Durchfahren der Strecke doch beeindruckt, so klein kommt man sich vor… . Solange nichts herunterkommt und die Wände halten, kann man beruhigt vorbei radeln.

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Felsabschnitt Bramdelle

 

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Nach Wuppertal (wenn das Stadtgebiet dann mal zu Ende ist) öffnet sich die Landschaft und neben der Trasse sind nicht nur mehr Häuser, sondern auch grüne Hügel und Bäume zu sehen: Landkreis Ennepe-Ruhr (Autokennzeichen: EN). 23 km lang habe ich nun das Stadtgebiet Wuppertal durchquert.

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Dieser Wegabschnitt liegt im „Dolinengelände am Hölken.“ Für die geologisch Interessierten hier die Infotafel dazu:

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Endlich freie Sicht…

 

Doch die Klauen der Stadt reichen weit… noch ist man nicht ganz draußen. Der Haltepunkt Bracken ist gleichzeitig der Bahnhof Wuppertal-Nächstebreck…..

…..der einmal sehr bedeutend für die Bevölkerung gewesen war:

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Noch ein Relikt aus der aktiven Bahn-Zeit der Strecke:

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Und weiter geht´s….

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Bin ich plötzlich…

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…im Wald??😉

 

 

Uuuuaah, da soll ich reinfahren? Das sieht aus wie ein Gefängnis…. Die zwei Damen, die vor mir fuhren, waren ebenfalls nicht begeistert: es ist doch einige Grad kühler da drin. Ist aber ganz angenehm, wenn es sommerliche Temperaturen hat.

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Der Schee-Tunnel.

 

Neben dem Tunnel-Eingang: KEIN ZUGANG FÜR MENSCHEN.

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..ob die Fledermäuse Fans der Operetten von Johann Strauß sind?

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 In Schee endet die Nordbahntrasse. Danach kann man auf der Kohlebahntrasse weiter Richtung Hattingen fahren.

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STRECKENÜBERSICHT der Bahnlinien Rheinische Bahngesellschaft

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Die Zeichen ganz oben auf dieser Tafel werden mich ab jetzt begleiten (das müssen alles Bergmanns-Werkzeuge sein… wird Zeit für einen Besuch im Bergbaumuseum Bochum…)

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Das Bahnhofsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Schee. Schee sieht´s aus… Es ist in Privatbesitz, daher ist Betreten nicht erlaubt. Wer möchte schon, dass fremde Leute ins eigene Wohnzimmer reinlaufen…

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eine Uhr am  eigenen Haus…ist nicht verkehrt, finde ich.🙂

 

Nach dem Bahnhof Schee geht es hier runter Richtung Hattingen. Die ganze Zeit hatte ich auch das Gefühl, an einem Fluß entlang zu fahren… doch hier war kein Fluß, sondern entweder pflanzliche Wildnis, Häuser oder Felsen oder – Autostraße.

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Es macht hier noch mehr Spaß, zu fahren… weil immer weniger Leute unterwegs sind. Richtig sausen ist nun möglich… (bei trüben Wetter ist die Nordbahntrasse wohl auch leerer als an diesem sonnigen Sonntag).

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Freie Sicht…

 

 

Dieser Wegweiser  (folgendes Bild) hat mich zuerst in die Irre geführt. Vor meinem Ziel Hattingen wollte ich Sprockhövel erreichen. Die Kohlebahntrasse wird von einer Landstraße (in Sprockhövel: Wuppertaler Straße) unterbrochen, gegenüber läuft sie weiter – doch nebenan geht die Straße in den Ort rein. Ich irrte fast 30 Minuten in Sprockhövel (es gab auch Ober-Sprockhövel, die Großstadt auf dem Land!😀 herum, beobachtete eine Fußballmannschaft, die auf dem Sportplatz ihr Spiel beendet hatte und grade den Platz verließ, fragte zwei Passanten nach dem Weg… um dann doch wieder die Trasse zu finden. Schnauf. Es war schon später gewesen… Kurios in Sprockhövel: es gibt eine ehemalige Kirche, die nun ein Wohnhaus ist. Sie diente mir als Orientierungspunkt zusammen mit der Straße namens „Im kühlen Grunde.“ (es gibt ein furchtbares Volkslied mit ähnlichem Namen, dass mal ein Chor, in dem ich Mitglied gewesen war, gesungen hatte. Nun, diese schreckliche Erinnerung hatte auch ein Gutes: Der Liedtitel half mir, mir den Weg zu merken).

Ach ja und Bossel ist ein Stadtteil der Großstadt Sprockhövel. Der Name dieses Ortes wird mir erst mal in Erinnerung bleiben😉

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 Schade, verpaßt… wäre bestimmt lustig gewesen....

 

 

Der LETZTE TUNNEL für heute.

 

In Hattingen angekommen, fuhr ich in Richtung Altstadt. Mithilfe der BVA-Karte, in der einzelne Straßen von Orten verzeichnet sind, fand ich zum Bahnhof. In Hattingen war der Startpunkt einer anderen Tour gewesen ( https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/05/17/ruhrgebietserkundung-heute-der-ruhrtalradweg-hattingen-essen/ ), so erkannte ich manche Ecken wieder.

Einflugschneise zu Hattingen:

 

 

Das ist das Schöne am Ruhrgebiet: der Nahverkehr ist gut vernetzt. Der Zug, bzw. S-Bahn fährt nach Essen, die Straßenbahn 308 (beide Haltestellen sind nur wenige hundert Meter voneinander entfernt) nach Bochum. Wieder konnte ich während der Fahrt die Orte Hattingen und Bochum nicht auseinanderhalten, weil die Besiedelung so eng ist.

Schön war es…und ein paar nette Menschen habe ich auch getroffen. Beim nächsten Mal möchte ich noch weiter fahren… dann hält mich auch das Fotografieren nicht mehr so lang auf😉

 

 

 

Ein großes Lob an dieser Stelle!

http://nordbahntrasse.de/

  • Die Darstellung und Sichtweise der Stadt Wuppertal:

https://www.wuppertal.de/tourismus-freizeit/gruenes_wuppertal/trassen/102370100000154340.php

 

Verwendete Radwanderkarte:

https://www.fahrrad-buecher-karten.de/index.php/regionen/nordrhein-westfalen/ruhrgebiet-ost-fahrradkarte.html

 

Stadt Sprockhövel: https://www.sprockhoevel.de/

 

 

 

 

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Allgemein, FAHRRAD, Technik im Alltag

What´s an app? Oder doch ned?

Menschen zu beobachten ist immer interessant. Wer es wissenschaftlich mag, die oder der studiert Soziologie. Ich hatte in meinem Erststudium Soziologie als Nebenfach, im Hauptfach Volkskunde-/Kulturgeschichte (= Kulturwissenschaft) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Beide Fächer behandeln auf ihre Weise Alltagskultur. Dieser Blogbeitrag widmet sich einem Teil der Alltagskultur – der Mobilfunknutzung.

Im Frühjahr 2015 war es soweit: auch ich bekam ein Smartphone. Zuerst wollte ich keins, weil ich es für unnötig hielt. Zuviel Streß, die Vorstellung, ständig online und erreichbar zu sein über verschiedene Kanäle, nicht nur über das Telefonselbst, erschien mir als furchtbar. Aber irgendwie war ich auch neugierig… Reine und grundsätzliche Ablehnung alles Neuem ist mir fern, erst recht im Technikbereich.Ebenso finde ich es schwierig, wenn alle immer nur positiv über neue technische Erfindungen reden.

Das Smartphone im Frühjahr 2015 war (und ist noch) ein Nokia Lumia 610 (Mitte im Bild). Günstig von einem Freund bekommen, 30€, das paßt erst mal, dachte ich. Es hat ein angenehmes Design, das die Augen nicht überfordert; man kann die Kacheln auf dem Eröffnungs-Bildschirm in verschiedenen Farben einstellen, blau erschien mir am angenehmsten. Unterwegs auch mal E-mails lesen, weniger verpassen, gleich antworten können… keine schlechte Sache! Allerdings ist das Leben auch stressiger geworden. Es ist nicht so einfach den Drang zu unterdrücken, alle paar Minuten oder jede Viertelstunde mal nachzusehen, ob es was Neues gibt. (Gut, inzwischen mehr als früher, als der Reiz des Neuen noch größer gewesen war). Zuerst wurden eben nur 2x am Tag E-Mails beantwortet, wenn ich eben an einem Rechner saß. Manches nervt; bei anderen Sachen ist es gut, wenn man gleich antworten kann.

So nach und nach entdeckte ich die Vorteile des Smartphones. Mein Freund hatte es richtig erkannt: A. braucht ein einfaches Gerät. Allerdings fand ich es dann schon schade, was alles nicht ging mit dem Nokia Lumia 610, dem Windowsphone: die Fahrradnavigation komoot geht nicht komod mit Windowsphone. Meine Güte! Warum stellt sich Microsoft denn soo an?? Sicher ist eine Navigation drauf, die ich auch schon benutzt habe. Aber die ist für´s Autofahren und ich habe mich an einem Abend im Januar schon mal geärgert, dass ich in der Kälte und schon recht erschöpft am Abend einen riesen Bogen gefahren bin; um dann bei Ziel-Ankunft festzustellen, dass ich einfach nur dsa Campus-Gelände mit dem Rad durchqueren hätte müssen. Nur das geht eben mit einem Auto nicht. Haha.

 

In Sachen Technik bin ich in ständigem Austausch mit diesem guten Freund, der mir das Nokia Lumia 610 verkauft hat. Ich teilte ihm mein Bedauern mit, dass komoot nicht funktioniert. Bei meiner Pfingsttour durch Unterfranken 2015 hätte ich es gut gebrauchen können; der Meiningen-Haßfurt-Radweg ist so schlecht ausgeschildert, dass ich mich elend verfuhr. Ich machte die Erfahrung, dass ich immer weiterfuhr, weiterfahren konnte, auch wenn ich schon völlig erschöpft war. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, in einer der Rasthütten am Wegesrand schlafen zu müssen und die Jugendherberge in Königsberg/Unterfranken nciht mehr zu erreichen. Ein freundlicher Passant in einem Dorf brachte mich mit dem Auto dann zur Jugendherberge. Dafür war ich sehr dankbar.

Lachender Kommentar meines guten Freundes dazu: „…man hatte ja nicht absehen können, dass es solche Ausmaße annehmen würde.“ Ich muß heute noch grinsen über diesen Satz.Und sein zweiter Lieblingssatz, wenn er mich zitiert (aus dem Jahr 2014):“Frau St. braucht kein Smartphone.“ Auch diese Woche muß er sich wohl scheckig gelacht haben, als ich ihm vom Samsung-Angebot erzählte.

Was ich am Smartphone am meisten mag ist, dass man fotografieren kann. Vor ein paar Jahren hatte ein ehem. Studienkollege mir eine Digitalkamera verkauft. Gutes Stück, ich benutze es heute noch gern. Die analoge Fotografie hat nicht an Reiz und Schönheit verloren, aber sie ist eben eins: umständlich. Was war das für ein Aufwand, Bilder für den Vortrag in der Berufsschule zu bekommen… man mußte entweder Farbkopien aus Büchern machen oder selbst losziehen und – wie ich es gemacht hatte – fotografieren, den Film abgeben, auf die Bilder oder die Dias warten. Für meinen Vortrag über Bodendeckerpflanzen auf Gräbern im Rahmen der Friedhofsgärtnerausbildung hatte ich Dias nach meinen Fotografien machen lassen. Wenn man die heute sieht, wirkt das, als ob man im Museum wäre.

Auch das eher mühsame Notieren von Daten von einem Plakat braucht man nicht mehr zwangsweise machen (und wieder vergessen, bzw. den Notizzettel verlieren). Einfach das Plakat abfotografiert! Der elektronische Notizzettel verschwindet nicht so schnell, man muß aber an ihn denken. Die Auflösung ist für so ein einfaches Gerät erstaunlich gut. Nachteil: Objekte, die eigentlich näher an der Handykamera sind, erscheinen auf dem Bild weiter weg zu sein. Kleine Filme lassen sich auch drehen. Dazwischen sollte man aber auch wieder was löschen, denn: der Speicherplatz ist begrenzt.

Es war schon ein großer Sprung vom einfachen kleinen Mobiltelefon (jeder englische Muttersprachler wundert sich über das „deutsche“ Wort „Handy“, das eigentlich ein Adjektiv ist und soviel wie „praktisch“, „handlich“ bedeutet) von LG (links im Bild) zum Smartphone. Zwar gibt es beim LG auch einen Menupunkt „chat und dating“, aber bei dem kleinen Bildschirm ist alles reduziert. Die allerersten Geräte zu Beginn der 1990er Jahre waren dick und klobig, zuerst mußte man noch ein Köfferchen mit Kabel dran mit sich rumschleppen. Dann wurden die Telefone für unterwegs immer kleiner, schmaler und jetzt werden wie wieder größer, bleiben aber schmal. Man könnte ein smartphone auch „Taschencomputer“ nennen.

Bisher war ich zufrieden mit dem Smartphone „WindowsPhone“ von Nokia. Ich bin weiterhin eine Freundin von Papierkarten, deren Akkumulator nie leer wird. Dennoch, irgendwie ärgerte mich das mit komoot schon… manchmal wäre es doch gut, mal elektronisch was nachsehen zu können, was auf der Papierkarte unklar erscheint – oder man hat diese zuhause vergessen (auch schon passiert, grrr).

Viel Geld will ich für Technik grundsätzlich nicht ausgeben. Sooo wichtig wie für meinen guten Freund ist sie nicht, da gebe ich eher mehr Geld für meine geliebten Fahrräder aus. Außerdem ist da noch die Frage nach der ethischen Verantwortung… Spätestens das Theaterstück „Die Agonie und Ekstase des Steve Jobs“ am Theater Dortmund (grandios gespielt von Andreas Beck als Solopart, auch wenn Steve Jobs wohl nicht diese Leibesfülle hatte😉 ) hat mir klar gemacht, unter welchen furchtbaren Bedingungen Elektronische Geräte meist in Asien für den europäischen Markt gefertigt werden. Dann lieber ein gebrauchtes Gerät statt ein völlig Neues; einmal Leid weniger.

Allerdings war jetzt im Sommer 2016 eine neue Sache hinzugekommen.

Seit Mai bin ich in einem anderen Sportkurs dabei. Diese Sportart hatte mir schon an der Uni Jena großen Spaß gemacht; sie war Teil des Kurses „Fit durch Spiel“, bei dem verschiedene Ballsportarten gespielt werden. Inhalt des Kurses ist vor allem die Freude an der Bewegung und das Spielerische.Einen ähnlichen Kurs gibt es beim Hochschulsport an der TU Dortmund auch, aber dort wurde nicht Floorball gespielt. Schade.

Und jetzt ist mein Sportkurs bei WhatsApp. What´s an app?

Eine Bekannte hatte mich schon vor Monaten gerügt, dass ich dieses ach so praktische „tool“ nciht nutzen würde. Wohl ist mir bei diesem Dienst bis heute nicht. Noch offensichtlicher ist hier, dass ein amerikanischer Geheimdienst die Daten aller WhatsApp-NutzerInnen sammelt. Schließlich könnten wir alle Terroristen und Terroristinnen sein, nicht nur, wenn man wütend blickende Smileys verschickt oder Schimpfwörter benutzt… uuuuuuaaaahhhh…..

Na die Sportgruppe ist es mir wert, dachte ich.

Und mein guter Freund teilt mir auf meine Anfrage, warum WhatsApp sich nicht aufs Nokia-Gerät laden lasse, mit: „Du bist genau 14 Tage zu spät dran. Windows 7.9 wird nicht mehr unterstützt.“

Arrgh. Oh Microsoft, jetzt ist es aber wirklich genug!

Im Gesichtsbuch suchte ich nach Leuten, die ein whats-app-fähiges Smartphone abzugeben hätten. Ein Kollege wunderte sich daraufhin grinsend, ob es noch nicht-whatssappfähige Handys gäbe… Und schneller als ich dachte meldete sich eine Kollegin und – nun habe ich seit Donnerstag den 14. Juli 2016 ein Samsung S 4 (rechts im Bild).

Kein einfaches Lumieren mehr, nein, jetzt wird in ganze elektronische Galaxien abgetaucht! – nein, äh aufgestiegen (wir sind ja im Weltraum, hust). An dieser Stelle noch mal großen Dank an die Kollegin! Auch wenn das Glas ein paar Brüche hat bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät. Am Anfang war es etwas Gefrickel, die sim-Karte aus dem Nokia raus und ins samsung-Gerät  reinzubekommen, dann lief das Ding aber.

An die Bedienung muß ich mich aber gewöhnen. Die vielen zusätzlichen Funktionen (eben, weil beim Betriebssystem Android mehr Apps möglich sind) machen die Benutzerinnenoberfläche unübersichtlich. Ich suche immer noch, wo was ist. Auch ist es nervend, wenn das Bild des letzten Gesprächspartners im Facebook-Messenger immer sichtbar ist. Ich hatte heute bei Whats-App den Absende-Button plötzlich nicht mehr gefunden; weil das Konterfei eines Freundes genau über diesem lag. Allgemein bedeutet die Oberfläche des Samsung S4 mehr Streß für die Augen. Ein paar Apps habe ich schon rausgeschmissen, weil ich sie nicht will noch brauche.

Das Samsung-Smartphone ist leichter, schmäler und hat sogar ein größeres Display. Beim Fotografieren ist das Bild – so mein Eindruck – schärfer (für genaue Daten müßte ich erst nachsehen) , aber die Handhabung ist schwieriger als beim Nokia. Ich habe ein paar Mal schon ungewollt den Filmauslöser gedrückt, weil dieser auf dem Display groß zu sehen ist. Beim Nokia geht die Filmerei nicht gleich los, man muß erst umschalten, dann ist der Startknopf der selbe wie beim Fotografieren. Beim Samsung sind Film- und Foto-Startknopf auf ein und demselben Bildschirm. Außerdem weiß ich gar nicht so recht, wie ich das Ding beim Fotografieren halten soll… wenn ich es halte wie das Nokia-Teil, verstelle ich ungewollt die Lautstärke des Klingelns. So hat jedes Gerät seine Eigenheiten.

Das Nokia Lumia 610 wird nun vorerst zur „Taschenuhr“: weil ich es zeitlich immer noch nicht zum Uhrmacher (der noch was taugt, so wie ich es bisher sehe) geschafft habe, um neue Batterien bzw. Armbänder an meine Armbanduhren ranzumachen, wird das Nokia mir die Zeit sagen. Ohne Uhr unterwegs zu sein… das geht höchstens mal im Urlaub. Außerdem ist die Terminübersicht klarer strukturiert als beim Samsung. Aber immer 2 Geräte mit dabei haben? Hm.  Doof nur, dass, je mehr Funktionen ein Smartphone hat, der Akku umso schneller leer ist.

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Digital fotografiert…

 

 

 

 

 

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Allgemein, FAHRRAD, Stadtrundfahrt

Sehnsucht nach dem Norden: Dortmunder Hafen

Tief im Westen

wo die Sonne verstaubt

ist es besser, besser als man glaubt.

Herbert Grönemeyer, Song „Bochum“

Vom Meer und vom Norden handelt dieses Lied nicht. Bochum und Dortmund, die beide eng nebeneinander liegen, gehören zu Westdeutschland. Und dennoch, wenn man im Hafengelände an der Kanalstraße/Matthiesstraße unterwegs ist, kann man schon Sehnsucht nach der See bekommen. Auch wenn Dortmund „nur“ einen Binnenhafen hat.

Heute am Sonntag den 26. Juni 2016 war das Wetter wechselhaft. Zuerst dicke Wolken und Regen, mein Regencape war patschnaß – die Hose auch.  Passt auch zum Norden.

 

Blick runter von der Brücke über den Kanal an der U-Bahn = Stadtbahn-Haltestelle Hafen auf die Mallnickrodtstraße.

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Die Haltestelle Hafen, obere Ebene.Man kann auch entlang der Straße auf die Brücke gelangen, doch mit dem Aufzug ging es schneller.

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Blick auf die andere Seite der Brücke

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Das alte Hafenamt. Heute ist dort die Wasserschutzpolizei untergebracht. Der große Anker davor ist allen Toten auf See gewidmet.

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An sich wollte ich nur zu den TYDE-Studios, die am Hafen in der Mathiesstraße 16 sind. Das muß ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude sein, in dem jetzt eine Kneipe und ein Ausstellungsraum ist. Die Greenpeace-Jugend machte dort einen „Kleidertausch-Rausch.“ Man konnte eigene Kleider mitbringen und kostenlos andere mitnehmen. Ich gab eine Hose ab, um die es schade war. Ich hatte beim Kauf nicht aufgepaßt und nur auf die Marke geschaut – ohne zu bemerken, dass der Schnitt nicht wirklich paßte. Nun, es war bereits eine gebrauchte, wenn auch gut erhaltene Hose gewesen. Jetzt freut sich jemand anderer drüber.

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http://www.tydestudios.com/

Und entgegen meiner Vermutung fand ich sogar ein paar passende Shirts und ein paar passende Schuhe.🙂

In Jena machte der Studierendenrat solche Aktionen wie Kleidertausch oder foodsharing. Jena ist eben viel kleiner und enger, so dass alles in der Friedrich-Schiller-Universität stattgefunden hatte.

Blick von der Terrasse der TYDE-Studios auf den Dortmund-Ems-Kanal. Etwas rauer als die Terrasse beim Kulturforum Fürth an der Regnitz.

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Blick nach Gegenüber. Der vergitterte Aufgang ist ein Rastplatz-Aufgang für Wasserweg-Reisende. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal sind wohl nicht nur Firmenschiffe unterwegs.

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Kurz vor den TYDE-Studios am Kanal.

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Ja schwuups! Das alte Hafenamt plötzlich im Sonnenlicht!😉

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Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal.

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Hafengelände: Bereich Drehbrückenstraße / Überwasserstraße

 

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Entlang der Kanalstraße

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Wieder auf der Brücke Sunderweg Richtung Mallninckrodtstraße.

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SEHNSUCHT nach der FERNE……

Richtung Nordsee….

 

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DORTMUND liegt im Westen dieses Landes. Aber am Hafen dieser Stadt kann man schon mal vom Norden und dem Meer träumen. Wasser, Backsteinbau, Hafen mit Containern… wer mag da nicht an Hamburg , die Elbe und die Nordsee denken?🙂

 

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Der Traum vom Norden… nicht weit entfernt… Am Dortmunder Hafen.

 

 

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Allgemein, FAHRRAD, Stadtrundfahrt

Besuch in der alten Heimat

Immer wieder, wenn ich mit Studienkolleginnen und Studienkollegen ins Gespräch über meine alte Heimat (und die v. a. kulinarischen Vorzüge) komme, spüre ich eine Sehnsucht, doch mal wieder hin zu fahrren. Jetzt war es trotz einiger Hindernisse soweit. Am Wochenende vom 17. bis 19. Juni 2016 besuchte ich Fürth und Nürnberg.

Zwar fahre ich lieber Bahn, aber bei den Preisen zieht man dann doch die Fernbusse vor. Der Vorteil bei dieser Strecke: man muß nicht umsteigen. Nachteil: Zugfahren erscheint mir komfortabler, weil man insgesamt doch mehr Platz hat und ein Zug auch nicht so wackelt, weil es eben weniger Kurven gibt. Nach ca. 6 1/2 Stunden ist man in Nürnberg.

Ich hatte mein Faltrad dabei. Es ist im Bus ein Gepäckstück und verursacht so keine zusätzlichen Kosten. Vorteil: am Zielort ist man mobil und unabhängig von Taxi und U-Bahn – und es kostet keine €.

Die Anreise war etwas stressig, weil der Bus  Verspätung hatte und eine Beerdigung einer Chorleiterin den ganzen Plan eines guten Freundes durcheinander gebracht hatte. Trotz aller Mühen haben wir dann endlich das gemacht, was wir schon in der Zeit, in der ich in Fürth gewohnt hatte, machen hätten sollen: in die Oper gehen.

Wir sahen uns „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi am Opernhaus Nürnberg an. Kritik dazu schreibe ich noch. Schon der Stoff allein ist eine grausame Wucht, aber leider Realität im 18. Jahrhundert. In diesr Zeit spielt die Geschichte, die zu „Rigoletto“ gehört.

 

 

 

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Opernhaus Nürnberg am Richard-Wagner-Platz (hier startet auch am letzten Freitag im Monat die Critical Mass)

Danach waren wir noch in meinem absoluten Lieblingslokal „KaffeeBohne“ in der Gustavstraße in Fürth, DIE Kneipenmeile in Fürth. Die „Bohne“ bringt etwas Studentenflair in eine Stadt, die traditionell eine Arbeiterstadt ist und in der die Gentrifizierung ungebremst voranschreitet, wie ich bei meinen Fahrten durch die Südstadt, in der ich 10 Jahre lang gewohnt hatte, beobachten konnte.

Nach der heftigen Oper erst mal ausschlafen… und am nächsten Tag, dem 18. Juni 2016 ging es nach einem guten Frühstück und Pilates an der Uferprommenade los Richtung Südstadt.

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Ich fand fast sofort alle Wege wieder, die ich früher fast täglich gefahren war. Wahnsinn jedoch, wo überall was weggerissen worden war und nun neu gebaut wird. Aufgelassenes Brauerei-Gelände in Fürth? kommen „Stadtwohnungen“ hin, die sich kein normaler Mensch leisten kann. Super. Bei der Metzgerei in der Flößaustraße holte ich das, was ich schon seit Jahren nicht essen hatte können, weil es das nur in Franken gibt: Pressack. (ich habe jetzt kein Foto davon, weil – schwuups! war der aufgegessen😉 Es ist schwierig, in dieser kurzen Zeit von 2 Tagen all die leckeren Sachen, die es nur in Franken gibt, zu verzehren!.

Das Haus Kaiserstraße 77a. Da hatte ich 10 Jahre lang gewohnt. War zwar eine schöne Idee vom Vermieter, einer Baugenossenschaft, dann mal einen Balkon hin zu bauen auf die Rückseite. Aber die Miete stieg jedes Jahr an. Selbst wenn ich in Fürth geblieben wäre, hätte ich es nicht mehr zahlen können.Niemand bemerkte überhaupt was gegen diese absurde Mietpreissteigerung.

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Diesen Weg, der von der Dr.-Mack-Straße hinab zum Wiesengrund führt (und von dort aus auf den Pegnitztalradweg nach Nürnberg) war schon immer eine furchtbare Pflasterstein-Holper-Piste. Jahrelang habe ich die die Stadt aufgefordert und beim ADFC moniert, man solle endlich diesen „gemeinsamen Rad- und Fußweg“ in eine ebene Bahn verwandeln! Auch mit Kinderwagen ist Pflastersteinboden kein Spaß. Schön, dass der Weg jetzt eben ist – wenn ich nicht mehr dort wohne. Na danke auch.

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Der Pegnitztalradweg nach Nürnberg. Zeitweise mein Arbeits- oder Schulweg.

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Blick Richtung Fürth

 

 

…..und Blick Richtung Nürnberg.

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Der Bereich „Hallerwiese“, an dem der Pegnitztalradweg vorbeiführt, kurz vor der Nürnberger Altstadt. Trotz aller Interventionen vom ADFC Nürnberg ist die Stadt Nürnberg nicht gewillt, den Weg endlich zu teeren. So freut man sich jedes Mal auf´s Neue auf große Pfützen. Platsch!

Am Samstag mittag werde ich noch eine Häkelfreundin treffen. Vorher mußte ich aber unbedingt noch die Figur fotografieren, zu der das Nürnberger Sprichwort (oder die Redensart) paßt:

„Des hätt mer der Ox aaf der Fleischbruck aa gsaggt.“

(Das hätte mir der Ochse auf der Fleischbrücke auch gesagt).

Das sagt man zu jemandem, die oder der mir irgendwas erzählt hat, was längst bekannt und klar ist. Man kann damit auch ausdrücken: „Na du laberst einen Blödsinn. Ist doch längst klar, was du sagst.“

Das is der Ox. Lateiner und Lateinerinnen bitte vor😀

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Der Ox thront auf der Fleischbrücke. Keine Sorge, die Brücke ist aus Stein… In Zeiten ohne KÜhlschrank war das Metzgerhandwerk nicht besonders angesehen. Wegen der fehlenden Kühlung drohte gern mal eine Krankheit, Schädlingsbefall. Deshalb führt die Fleischbrücke hinaus aus der alten Stadt, der Metzger mußte draußen bleiben, um keine Krankheiten zu verbreiten unter der Stadtbevölkerung (außer natürlich beim Verkauf auf dem Markt).

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Blick von der Fleischbrücke auf die Pegnitz.

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Während ich auf meine Häkelfreundin warte, fährt ein Velotaxi in der Gasse Rathausplatz vorbei. Vor einigen Jahren, als  der Velotaxi-Betrieb zunächst probeweise in Betrieb ging, war ich eine der ersten Fahrerinnen. An sich ist es eine gute und richtige Art der Fortbewegung innerhalb der Stadt, vor allem der Innenstadt. Das Velotaxi stinkt nicht (Antrieb durch Muskelkraft und Strom) und braucht weniger Platz als die Blechkiste namens Auto. Allerdings ist es schon sehr anstrengend, selbst mit E-Motor-Unterstützung und der Last von Fahrgästen dazu den Burgberg Nürnberg hinauf zu kommen. Der Motor müßte mehr Strom zur Antriebsunterstützung liefern. Wie in einem Zeitungsartikel außerdem zu lesen war, fahren die Fahrer jetzt auf eigene Rechnung. Das ist nicht fair – bei der Anstrengung, die man leisten muß, um überhaupt was zu verdienen.

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UND JETZT… der Häkel-Gipfel mit Schandalle und mir wird feierlich mit einer fränkischen Spezialität begonnen: SCHÄUFERLE.🙂 Hmmmm…….

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Nach unserem gemeinsamen Essen und freundlichen Gesprächen  verabschiedeten wir uns voneinander. Schandalle wollte heute abend im Frankenstadion sein. Dort würde ein gewisser Udo Lindenberg spielen. Ich ging auf den Hauptmarkt, um Bananen für die Rückfahrt zu kaufen. Selbst wenn das Obst und Gemüse am Markt teurer sein sollte als im Supermarkt: Die Stände sind leichter zu erreichen, erst recht mit dem Rad. Die Qualität ist viel besser. Und es ist keine Unmöglichkeit, auch mal nur 2 Bananen zu kaufen oder 1 Stange Lauch. Die Riesenpackungen bei Aldi & Co. finde ich unmöglich.

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Das Gemüseanbau-Gebiet im Nürnberger Norden: das Knoblauchsland.

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Andenken an eine Marktfrau an einem Haus am Hauptmarkt:

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…und dann… nach dem ganzen „Gwerch“ am Hauptmarkt (Getümmel) zum Wöhrder See radeln und dort ein paar ruhige Momente genießen.

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Diese Auenlandschaft, so nahe an der Stadt und deshalb gut und schnell zu erreichen, das fehlt mir an dem Ort im Ruhrgebiet, wo ich jetzt wohne. Im Ruhrgebiet muß man erst mindestens 30 Minuten mit der U-Bahn fahren, um draußen zwischen Wiesen oder im Wald zu sein. Und dann hört man dennoch die Autobahn.

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An der Wöhrder Wiese (auch eine U-Bahn-STation der Linie U2) und am Wöhrder See vorbei kann man auf einer Seite nach Nürnberg-Mögeldorf , Laufamholz oder zum Tiergarten radeln. Auf der anderen Seeseite geht es in den Landkreis Nürnberger Land Richtung Röthenbach/Pegnitz, das häßlicheLauf an der Pegnitz und das grausige Hersbruck. (Die verwendeten Adjektive beziehen sich nicht auf die Landschaft und nur teilweise auf das äußere Gesicht dieser Städte).

 

Auf dem Rückweg nach Fürth muß ich wieder am Hauptmarkt vorbei.

Die Händler packen ihre Sachen zusammen. Der Platz, wo heute der Hauptmarkt an der Kirche Unsere Liebe Frau ist, war im Mittelalter Sumpfgebiet. Das überließ man den Juden, die in der Stadt Nürnberg lebten. Zuerst stand am Hauptmarkt auch eine Synagoge, die dann durch die Judenverfolgung (nicht nur durch Nazis) zerstört wurde. Im Gedenken daran ist in der Frauenkirche Nürnberg innen eine Gedenktafel angebracht. Wie ich bei mehreren Gottesdienstbesuchen vor einigen Jahren bemerken konnte, wird die Geschichte dieses Ortes am Hauptmarkt ernst genommen, sprich: man ist sich bewußt, welche Grausamkeiten hier geschehen sind.

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Genau unterhalb der Uhr findet um 12 Uhr mittags das „Männleinlaufen“ statt. Verschiedene Figuren von Kaiser und Königen laufen rundherum und sind nacheinander für die Betrachterin/den Betrachter sichtbar. Auf dem Balkon findet jedes Jahr vor dem 1. Adventssonntag die Eröffnung des Christkindlmarktes durch das Nürnberger Christkind statt. In den letzten Jahren ist dieser traditionsreiche Markt leider zu einem reinen Touristenevent verkommen. Auch ist es in der Vorweihnachtszeit unmöglich, als Einheimische und Passantin noch irgendwo durchzukommen.

 

Auf dem Rückweg in die Kleeblattstadt Fürth, Abzweigung an der Großweidenmühlstraße.

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Ein Stück aus Nürnbergs Industrie-Vergangenheit.

Im Stadtteil Eberhardshof war die Firma AEG angesiedelt. Viele kennen die Spülmaschinen, Waschmaschinen u. a. mit dem Schriftzug „AEG.“ Als ich 2006 begonnen hatte, das Hermann-Kesten-Kolleg in der Nachbarschaft der AEG zu besuchen, war in diesen Mauern noch Betrieb.

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Eine kleine Ringbahn sah man von Zeit zu Zeit hier rumtuckern.

Entlang dieser Straße erstreckte sich das AEG-Gelände. Heute sind bei „Auf AEG“ einige Künstlerateliers angesiedelt.

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Von 2006 bis 2010 besuchte ich das Hermann-Kesten-Kolleg (= HKK), um dort das Abitur „auf dem 2. Bildungsweg“ zu machen. Das bedeutet: nach Berufstätigkeit oder, wie bei anderen Kollegen und Kolleginnen der Fall nach der Geburt eines Kindes kann man am Kolleg das Abitur absolvieren -in Vollzeit. Es gibt zuerst einen „Vorkurs“, 1 Jahr lang, mit dem man das Schulwissen noch mal auffrischt. Dann kommt die „11. Klasse“, das 2. Jahr am Kolleg, dann die Kollegstufe 12 und 13 mit den Abiturprüfungen. Das war noch der Lehrplan nach dem G9. Was jetzt bei G8 der Fall ist… ich habe nur die Anfänge mitbekommen und die waren alles andere als positiv. Noch schlimmer als vorher ist jeder gezwungen, alles schaffen zu müssen. Also: wer Mathe nicht kann ist genauso verloren als jemand, dem Liteatur wurscht ist. Noch dazu bei einem cholerischen Mathelehrer der es nicht verträgt, wenn jemand Mathe nicht kann und diesen Kollegiat oder Kollegiatin niedermacht. Solche Lehrer hasse und verachte ich. Bei diesem Lehrplan muß man sagen: Typisch ungerechtes bayerisches Schulsystem also. Und ich verstehe bis heute nicht, warum niemand diesen Lehrer aus dem Verkehr gezogen oder an der Uni zwangsverpflichtet hat. Denn dieser menschliche Depp wäre dort bestens aufgehoben gewesen, weil er unter seinesgleichen, die FREIWILLIG MATHE STUDIEREN WOLLEN, gewesen wäre. Stattdessen: jeden Tag ungestraft Psychoterror veranstalten. Diese Straftat ist bis heute nicht gesühnt. Ebenso all die Straftaten der Mobberinnen und Mobber.Nur weil jemand als Mauerblümchen erscheint heißt es nicht, dass man diese Person als Sündenbock und Prellbock mißbrauchen darf!

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Eingang zum Hermann-Kesten-Kolleg Nürnberg.

Einige Enttäuschungen mußte ich an diesem Ort, von dem ich mir auch viel erhofft hatte, hinnehmen. So war mein Französisch-Lehrer zu feige, mich zur mündlichen Abitur-Prüfung zuzulassen. Sicher, ich hatte nur 3 Jahre Französisch hinter mir, es wäre eine harte Prüfung geworden. Aber: eine, der ich zuversichtlich entgegensehen hätte können! Und auch andere, die sogar Leistungskurs Spanisch hatten, taten sich schwer! Denn Sprachen sind lernbar. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es nur um sein Prestige ging, dem Feigling. Es hatte ihm schon nicht gepaßt, wenn ich sein starres, vorgefertigtes Lehrprogramm im Unterricht durch aktuelle Meldungen des DLF z. B. über die ARbeitssituation französischer JournalistInnen in Frankreich durcheinander brachte. Ich tat das nicht aus Bosheit, sondern als Anregung für den Unterricht. Obwohl er in Sachen Sprachvermittlung ein guter Lehrer war, war ich enttäuscht über die Starrheit seiner Unterrichtsgestaltung.

Ich mußte mündliche Prüfung in Mathe machen – bei dem Arschloch-Lehrer (hoffentlich geht es ihm heute richtig schlecht und seine Frau hat sich von ihm nun doch getrennt – anders hat er es nicht verdient). Ich erinnere mich heute noch mit Grauen an diesem Tag: vorher Magenschmerzen und ein Sturz mit dem Rad auf dem Weg zur Prüfung, Tränen vor und nach der Prüfung. Aber das war allen scheißegal. Die angeblichen „Psychologen“, die wir nur einmal zu ‚Gesicht bekamen, erschienen wie verstaubte Figuren alter Männer aus einem Museum. Es hatte einige Kollegen und Kolleginnen gegeben, die private Schwierigkeiten mit ins Schulleben brachten, die sich wiederum negativ auf das Schulleben auswirkten: der eine war mit 16 Jahren von zuhaus ausgezogen, weil sein Stiefvater ihn verprügelt hatte. Er hing sehr an seiner Freundin; ein Zerbrechen der Beziehung hätte diesen Kollegen auch zerbrechen lassen (er war auch körperlich nicht gerade von kräftiger Statur). Um ihn wäre es sehr schade gewesen. Er war ein netter Mensch aber immer in Gefahr, abzustürzen.

Ein befreundeter Kollege bemerkte bei einer Kollegin aufgeritzte Haut; sie soll am Borderline-Syndrom gelitten haben. Einige alleinerziehende Mütter hatten wir auch: nicht einfach, Kind und Schule gleichzeitig zu bewältigen. Für das eine Mädel hatte ich großes Mitgefühl, weil sie eine ähnlich furchtbare Mutter wie ich hatte: genauso unverständig und eigensinnig und egoistisch.

Mir tat im Nachhinein auch manche Ungerechtigkeit leid, die ich anderen am HKK angetan hatte. Leider kann ich mich heute bei denen nicht entschuldigen. Nicht leid tut mir aber das, was ich dann doch mal gegen die Mobberinnen und Mobber unternommen habe. Manche Bosheit hat dann doch geholfen, ihre dreckigen verlogenen falschen Mäuler zum Schweigen zu bringen. Hoffentlich geht es den Hunden heute richtig schlecht. Solange sie sich bei mir entschuldigt haben, besteht ihre Schuld weiterhin fort. Niemandem von denen hatte ich, bevor ich sie traf, was getan. Ach, und spare dir deine Neuigkeiten-Geilheit, J.! Ich weiß schon, warum ich facebook zu dieser Zeit gemieden habe. Und die paar netten Leute, die mit mir wirklich Kontakt hatten und gut mit mir zurecht kamen zeigten, dass man auch mit scheinbar eigenartigen oder rätselhaften KollegInnen umgehen kann. Man muß eben wollen!

Nicht verstanden habe ich unsere Geschichtslehrerin im Leistungskurs, die regelmäßig auf die größten Deppen im Kurs: der eine eine menschlich-totale Dumpfbacke, der andere ein widerlicher Populist und Reaktionär – hereinfiel. Wie kann man so jemand nur recht geben und loben! Nur die, die immer alles nachbeteten was sie sagte, bekamen gute Noten. Wer selbst dachte und anderes schrieb, war schlecht dran und kam nur auf 7 oder im besten Fall 9 Punkte (im alten Leistungskurs-System: Note 3 und 4). Dabei vermittelte gerade diese Lehrerin nicht-reaktionäre, linke Denkweisen, die an sich nicht schlecht sein müssen. Ambivalenter geht´s kaum.

Nur auf Umwegen erfuhr ich, dass einige Lehrer meine Mitarbeit auch schätzten. Aber warum sagen sie es mir dann nicht deutlich ins Gesicht??  „Die meisten machen nichts“ sagte ein Deutschlehrer mal zu mir. Mich verwunderte das. Für mich war es klar: ich wollte das Abitur haben und dafür tue ich gern was. Es ist ja nicht so, dass ich aus Unwillen oder gar Bosheit Mathe und Chemie und Physik nur bis zu einem bestimmten Punkt kapiert habe. Ist nicht meine Welt und das liegt nicht an meinem Geschlecht. Ich kenne genug Männer, die Naturwissenschaften hassen und darin schlechte Noten hatten.

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An dieser Stelle danke ich allen, die während meiner HKK-Zeit gut zu mir gewesen waren und mich nicht nur als „rätselhaft“ oder „Last“ empfunden haben. Gerne würde  ich Euch wenige wieder treffen. Möge es Euch gut gehen im Leben.

Die Zeit am Hermann-Kesten-Kolleg war auch eine wichtige Zeit für mich. Ich traf dort erstmals auf verschiedene Leute und eine freiheitlichere Schul-Gesellschaft. Trotz oben genannten Ärgers über die Geschichtslehrerin war der Umgangston und der Geist nicht reaktionär und nicht boshaft wie in der dreckigen Realschule im Landkreis Nürnberger Land (in den 1990er Jahren gab es dort mal eine Bombendrohung. Im Nachhinein denke ich mir es wäre gut gewesen, wenn diese drecks Schule in die Luft geflogen wäre. Zusammen mit all den reaktionären, autoritären, arroganten, ungerechten Lehrern und den mobbenden MitschülerInnen). Erstmals war ich längere Zeit in Gesellschaft von homosexuellen Menschen. Ich wußte vorher schon, was das war und hatte eine positive Einstellung zu ihnen. Zwar sind wir keine Freunde geworden, aber sympathisch waren mir dieser Mann und diese Frau schon. Und ein Hinweis an all die Tröten die uns immer wieder erzählen wollen, wie schädlich Homosexualität sei: nein, ich bin wegen des Kontakts zu den beiden nicht homosexuell geworden. Und ich bin auch nicht krank geworden. Später, als Redakteurin des Campusradios Jena habe ich das Queer-Festival in Jena unterstützt.

Na und da war noch die Träumerei und Verliebtheit zu einem Kollegen. Frech verwickelte ich ihn in der kleinen Cafeteria in Gespräche. Zwar erwiderte er mir meine Liebe nicht, aber er fühlte sich zumindest geschmeichelt. Zumindest ein kleines Stück Anerkennung war das.

Die Freude über die bestandene Abitur-Prüfung wurde leider wieder durch die beiden arroganten drecks Weiber, die pausenlos Mobbing betrieben, getrübt. Kein Wunder, die falschen Hündinnen kamen aus dem häßlichen Erlangen. Hoffentlich geht es beiden heute richtig schlecht. Aus der Stadt kann nur schlechtes kommen, das wußte ich seit meiner Ausbildung. Es ärgert und verwundert mich bis heute, dass der Englischlehrer die eine Kollegin nicht offen kritisiert hat: bei der Präsentation ihres Referats war sie eindeutig schlecht. So einen miesen Vortrag! Und die Leute, die ihre Sache gut machen, sollen dann die Mobbing-Prügel einstecken! Na danke auch! Auch bei erwachsenen Schülerinnen und Schülern steht der Lehrer / die Lehrerin in der Pflicht, Mobbern ein für alle Mal das Handwerk zu legen! Mobbing gehört bestraft wie Diebstahl oder Mord!

Aufgrund all der nicht aussprechbaren Schwierigkeiten, die es zwischen fast allen Kollegiaten und Kollegiatinnen gab, war die Abschlußfeier ein absoluter Reinfall. Die Schülerschaft war verpflichtet, die Feier selbst zu organisieren, weil in der Schule selbst, die nur 2 Stockwerke des ganzen Gebäudes inne hatte (die „Aula“ war nur ein etwas größeres Klassenzimmer), kein Platz war.Ich hielt mich raus, denn die anderen, angeführt von der menschlich größten Tröte, wußten ohnehin immer alles besser. Die „Abschlußfeier“ fand auf einer Art Partyschiff statt, das einem Bekannten des besagten übergescheiten Kollegen gehören sollte. Es gab nur das eklige Juppie-Bier Becks und warum während des Abends plötzlich ein Raum geschlossen werden mußte, war nicht klar. Eine andere Gruppe, die feiern wollte, kam nicht auf das Schiff. Schade. Die Zeit am HKK hätte einen würdevolleren und schöneren Abschluß verdient gehabt. Da waren die Feiern von vorherigen Jahrgängen, bei denen ich mitgeholfen hatte, schöner gewesen. Dort hatte ich auch ein paar nette Menschen getroffen, denen ich bis heute dankbar für den guten Kontakt bin.

Das Hermann-Kesten-Kolleg Nürnberg ist auf dem ehemaligen Firmengelände der Triumph-Adler-AG untergebracht. Außerdem gibt es dort Büros, ein Sushi-Restaurant, die Probebühne des Staatstheaters Nürnberg. Beim Zocken in der Cafeteria spielten sie um den Preis für ein Sushi-Essen. Ich mußte immer schmunzeln, wenn ich den Jungs beim Spielen zusah.

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Noch ein Stück Firmengeschichte der Stadt Nürnberg: das ehemalige Versandhaus Quelle. Seit einigen Jahren herrscht dort auch Stillstand. In meiner Zeit am HKK war auch der Niedergang des einstmals so erfolgreichen und bekannten Versandhauses: für 20€ wurde beispielsweise ein Paar Sportschuhe verramscht. Im Stadttheater Fürth gab es einen Abend eine Vorstellung nur von und für die Quelle-Mitarbeiter-/innen. Ob einfach nur das Anschlagen von Klangschalen, eine Wutrede auf die Firmenleitung, ein satirischer Song und Tanz für den Spott gegen die Firmenleitung – die Kreativität war beeindruckend, die auf der Bühne zu sehen war. Wohl hat das alles den Menschen auch geholfen, mit dem Verlust – nicht nur des Arbeitsplatzes – fertig zu werden. So wie bei anderen Firmen wie VW oder Siemens auch bildete sich bei diesen Beschäftigen im Laufe der rund 80jährigen Firmengeschichte auch eine feste Identität als „Quelle-Mitarbeiter-/in“ heraus. Man war stolz, dort zu arbeiten. Man war ein Mitglied, fast wie bei einer Familie. Und dann ist – Schluß….

Während meines Nebenjobs später bei der ThULB (=Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena) hatte ich mal ein Geo-Heft in der Hand, in der Menschen und ihre Beruf portraitiert wurden. Eine Quellemitarbeiterin war auch dabei gewesen. Ich kannte das Heft (Titelstory ging über eine Pferdeklinik), weil es damals mein Bruder gelesen hatte.

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Das ehemalige Versandhaus Quelle. Davor: die U-Bahn-Station Eberhardshof.

 

 

Wieder in Fürth… auf dem Steg Richtung Dr.-Mack-Straße und Südstadt.

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So. Nach einem kleinen Einkauf und rund 30 km Wegstrecke wird es Zeit für Kaffee und Torte in meiner Lieblingskneipe in der Gustavstraße und Kneipenmeile von Fürth.

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http://www.kaffeebohne-fuerth.de

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Die Kaffeebohne ist es auch, die etwas studentisches Flair (und bezahlbare Preise) in die Gustavstraße bringt. Denn Fürth ist keine Studentenstadt.

Warum gerade soviele Kneipen in dieser Straße, der Gustavstraße?

Nähert man sich aus westlicher Richtung der Altstadt Fürth (von der Billinganlage und Stadthalle aus), benutzt man eine alte Handelsroute. Alle Kaufleute kamen zuerst in der Gustavstraße an, als sie in Fürth ankamen. Und sie brauchten Essen und Unterkunft. Am Eck des Grünen Marktes gab es die Traditionswirktschaft „Goldener Schwan“ , für die sich jahrelang kein Pächter fand. Das erste Wirtshaus am Platze. Wie schade… jetzt werden Wohnungen draus, die wohl wieder kein normaler Mensch bezahlen wird können.

Ein Fürther Sprichwort sagt:

„Wer nix werdd, werdd Werd in Färdd.“

(Wer nichts wird, der wird Wirt in Fürth).

Das wenige, was im Laufe der Zeit von der Altstadt übrig geblieben ist: die „Michelskirche“, die Stadtkirche St. Michael.Wie die ehemalige „freie Reichsstadt Nürnberg“ auch evangelisch-lutherisch.

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Warum das Kleeblatt im Stadtwappen? (Die „Kleeblätter“ sind auch die Spieler der Spielvereinigung Greuther Fürth = SpVgg Greuther Fürth).

Die Stadt Fürth unterlag jahrhundertelang einer Dreiherrschaft vom Rat der Stadt Nürnberg, dem Markgrafen von Ansbach und dem Bischof von Bamberg. Wenn 3 Stellen das Sagen haben, kann sich eine Stadt nie wirklich entwickeln; was der eine will, gefällt dem anderen nicht. Die Bürger stöhnten, wenn sie 3x die selbe Steuer entrichten sollten. Das ist u.a. der Grund, weshalb sich Fürth nicht so kontinuierlich wie andere Städte entwickeln konnte. Möglicherweise ist diese ehemalige Dreiherrschaft auch der Grund dafür, dass die Mentalität nicht von großer Entscheidungsfreude und Sicherheit für Entscheidungen geprägt ist. Lieber zögern und abwarten, was sein wird…. Das schlecht organisierte Stadtjubliäum 2007 (1000 Jahre Fürth) paßt zu dieser Mentalität….

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Am Sonntag morgen frühstückte ich gemeinsam mit meinem guten Freund und Opernbegeisterten. Danach hieß es wieder Abschied nehmen von der Kleeblattstadt, die 10 Jahre lang mein Zuhause gewesen war. Vorher noch eine Stippvisite im Stadtpark Fürth. Ich habe bisher keinen vergleichbar schönen und gut zu erreichenden Stadtpark gefunden.  Die Gänse machen es vor, was man sonntags machen sollte: chillen.😉

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Ich kann mich erinnern, dass in einem einzigen Winter der See zugefroren war und man eislaufen hatte können….

 

Wieder auf dem Pegnitztalradweg nach Nürnberg. Realsatire am Wegesrand : „Nürnberg, fahrradfreundliche Stadt in Bayern.“

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In der Sonne wurde es plötzlich warm, die Wolken schienen sich verzogen zu haben… am Mühlrad im Wiesengrund unterhalb des Scharrer-Gymnasiums brauchte man dann plötzlich keine Jacke mehr.

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Um 13.35 Uhr fuhr der Fernbus dann wieder ab Richtung Ruhrgebiet. Ich dankte meinem guten Freund für die Begleitung und dem schönen Opernabend. Und natürlich Chantal Eberle von Geiersberg, dass ich sie mal live kennenlernen durfte. Gerne wieder! Gut zu wissen, dass man jederzeit wieder in die alte Heimat fahren kann.

 

Ade Nürnberg und Fürth…

auf ein Wiedersehen!

(und das gilt auch für die Fränkische Schweiz, insbesondere Gräfenberg…)

http://www.fuerth.de

http://www.nuernberg.de

http://www.staatstheater.nuernberg.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann-Kesten-Kolleg

http://www.kubiss.org/hermann-kesten-kolleg/

 

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