Die Last der Lastenrad-Ausleihe

Lastenräder sieht man immer häufiger im täglichen Straßenverkehr. Die Fahrer-/innen bringen damit ihre Kinder zum Kindergarten, so daß nicht noch mehr „Elterntaxis“, also PKWFahrer-/innen mit meist übergroßen Autos, sogenannten SUVs die öffentlichen Straßen benutzen und für noch mehr Straßenverkehr, Lärm und Abgase sorgen. Oder es wird beim Baumarkt, Getränkemarkt oder eben im Supermarkt eingekauft. Lastenräder sind größer als ein normales Zweirad, brauchen aber wesentlich weniger Platz als ein PKW – diese Räder sind wie gemacht für den Stadtverkehr. Denn die meisten Autofahrer-/innen transportieren meist nur eine Einkaufstasche und nicht, wie oft behauptet, gleich einen Kofferraum voller Waren oder täglich die fußkranke Verwandten zum Arzt/Ärztin.

Es macht durchaus Sinn, daß nicht jede*r ein Auto besitzt, denn es gibt Mietmodelle für Autos, z. B. carsharing. So könnte man auch über den Besitz von Lastenrädern denken. Abgesehen davon, daß mir das nötige Kleingeld für so ein tolles Rad fehlt, wüßte ich auch nicht, wo ich es sicher abstellen kann. Deshalb müssen vernünftige Leihsysteme her. In den letzten Jahren hat sich in Dortmund schon etwas getan. Aber das Angebot an Leih-Lastenrädern in Dortmund reicht bei weitem noch nicht aus, v.a. in den Sommermonaten. Im folgenden gibt es einen Überblick über die Verleihsituation von Lastenrädern im Stadtgebiet Dortmund.

Als ich 2015 nach Dortmund kam, sah ich zufällig einen Vertreter der Initiative VeloCityRuhr auf dem Campus mit einem roten Bullitt fahren. Die Infos waren bald besorgt, das Lastenrad immer wieder ausgeliehen. Einen Fahrbericht darüber kann man hier nachlesen.

Ein einziges Lastenrad für eine Stadt mit 500.000 bis 600.000 Einwohner-/innen? Es war klar, daß das nicht ausreicht. Und bei allem Enthusiasmus stößt man bei einem Lastenrad ohne Motor auch bald an die eigenen Grenzen… ab 10 Streckenkilometern mit mehr oder minder vollgeladener Wanne wird die Fahrt bei eher hügeligem Gelände zur Schinderei. Ich probierte den ULF aus, das Unnaer Lastenrad. Große Ladefläche, ruhiger Gang, gemütliches Rad. Auch diese Ausleihe ist kostenlos, es wird um Spenden gebeten. Soweit zu den Vorteilen. Der Nachteil dieses Rades: weiter Anfahrtsweg (rund 12 km) und als eine Art Hollandrad nicht wirklich für hügeliges Gelände, wie es zwischen der Verleihstation, der Radstation am Lünener Hauptbahnhof und Dortmund, meinem Wohnort, zu finden ist, geeignet. Man merkt bei diesem „bakfiets“, daß es für die Ebene gemacht ist – da rollt es auch mal schneller als 15 km/h. Aber ja nichts überstürzen, 20 km/h, da ist dann beim ULF aber wirklich Schluß mit der „Schnellfahrerei.“

Auch das Essener Lastenrad ELa (auch ein Bullitt wie der rote Rudolf) probierte ich in meinem Enthusiasmus aus. doch das war dann wirklich zu viel, 40 km Anfahrt zu haben. (Inzwischen gibt es auch E-Lastenräder in Essen zu leihen). Zurück brachte ich das Rad mit dem Zug, was auch keine Freude macht. Schon ein normales Rad ohne große Ladefläche auf einen Bahnsteig zu bringen ist in Deutschland eine Katastrophe, bei der „Pommesbude mit Gleisanschluß“ wie ein ehemaliger Oberbürgermeister den Dortmunder Hauptbahnhof zu Recht mal spöttisch nannte. Dort wird seit Jahren gebaut und gemacht. Und hey, ein Riese+Müller Packster 60 passt sogar in den neu errichteten Aufzug zu Gleis 23! (Warum das wichtig ist, dazu später mehr).

Im Frühjahr des Jahres 2020, als der Schock über die Coronakrise Geschäfte, das öffentliche Leben und auch den Geist eines jeden denkenden Menschen nahezu lahm legte, gab es eine unter den wenig guten Nachrichten: die Bezirksvertretung Innenstadt Nord hatte drei Leih-Lastenräder angeschafft, die nun ab sofort ausgeliehen werden können. Meine Freude war groß, endlich nicht mehr so lange Anfahrtswege zu haben. Das NOrdstadt-LAstenrad , kurz die NOLA würde ich nun öfter fahren.

Nicht so schwer wie ein Bullitt und sehr wendig: das NOLA, Modell: KARGON One. Eigenes Foto

Die ideale Fahrrad-Ausleihe sieht gewöhnlich so aus: 24 Stunden verfügbar, mit einer App zu buchen und durch einen Klick auf das smartphone oder die Abgabe an einer festen Station zurückzugeben. Das ist bei den 3 NOLAS, von denen zwei Räder auch Kindersitze haben, nicht so. Die Stadt Dortmund, bzw. die Bezirksvertretung mit ihrem Quartiersmanagement ist immer auf Institutionen angewiesen, die für sie die Ausleihe organsieren. Es gibt seit dem Beginn drei Verleih-Stellen: den Langen August (ein privates Kulturzentrum), die Firma GrünBau (Garten- und Landschaftsbauunternehmen) und den Fahrradladen 2WheelGarage. Beim LangenAugust übernimmt ein Ehrenamtlicher die Ausleihe und da es nicht seine Hauptaufgabe wie die Ausübung eines Berufes ist, kann er nicht immer vor Ort sein.

Ohne Motor, aber so wendig, daß man auch durch die nervigste aller Umlaufsperren in Dortmund kommt: mit der NOLA im Fredenbaumpark, kurz vor den Bootshäusern am Dortmund-Ems-Kanal.

Bei den anderen beiden KARGON-Lastenrädern NOLA ist die Zeit der Ausleihe an die Ladenöffnugnszeiten gekoppelt. Das ist verständlich, denn sowohl die 2WheelGarage wie auch GrünBau sind nur Dienstleister für den eigentlichen Ausleiher, das Quartiersmanagement Nordstadt. Ein Betrieb oder ein Laden können nicht wie eine App 24 Stunden agieren. Für Menschen, die das Lastenrad ausleihen möchten, um eben mal nicht das Auto für z. B. den Wocheneinkauf zu benutzen, sind diese beschränkten Zeiten aber von Nachteil. Bei GrünBau muss die NOLA um spätestens 15.30 Uhr zurück gegeben worden sein, bei der 2WheelGarage ist die dealine 18 Uhr, am donnerstag 15 Uhr, in den Wintermonaten ist der Laden samstags geschlossen. Aus Sicht der Ladenbesitzer*innen völlig verständlich – aber eben nicht so, wie es eigentlich bei Leihrädern, ganz gleich ob Lastenrad oder Tourenrad sein sollte. In Mannheim gibt es derzeit solch ein Verleihsystem mit 24-Stunden-Ausleihe. Da werde ich richtig neidisch! https://www.vrn.de/verbund/presse/pressemeldungen/pm/016410/index.html

Da ich leider kein Geld für eine neue Waschmaschine habe, die alte hat wohl die letzten beiden Umzüge nicht überlebt, ist die Lastenradausleihe für mich sehr wichtig. Durch die eingeschränkten Ausleihzeiten bin ich oft in Eile, muss zusehen, daß ich rechtzeitig beim Waschsalon bin, die Wäsche möglichst mit dem Lastenrad nach Hause bringe, um dann das Leihfahrzeug zum 2-3 km entfernten Verleiher zu bringen. Oft genug, auch ausgelöst durch andere ungute Umstände (Mattigkeit durch die Periode, Erschöpfung durch die Verdienstarbeit), musste ich nach Abgabe der NOLA die zwei dicken großen Taschen mit der nassen Wäsche mit dem normalen Rad nach Hause schieben. Auch bei nur 2-3 Kilometern eine Schinderei.

Man muss auch aufmerksam sein, damit nichts passiert: es gibt genug Idioten, die „Hilfe“ anbieten, dich aber nur ausrauben wollen. Hatte ich schon erlebt, ich wußte mich zu verteidigen. Dies gilt nicht nur für das Problemviertel Nordstadt Dortmund. Das Lastenrad NOLA ist Ausdruck der anderen Nordstadt, die eben nicht durch dicke Autos, Patriarchat, Armut allein und Kriminalität geprägt ist. Diese Personengruppe, zu der auch ich gehöre, ist allerdings in der Minderheit. Noch dazu sind alleinstehende Frauen, selbständig mit (Lastenrad)rad unterwegs, vielen Bewohnern hier mindestens suspekt. Diese Verachtung spüre ich jeden Tag von den männlichen Nachbarn. Ich bin die einzige Frau im Mietshaus. Wer jetzt die Klischeekiste gegen Migranten auspacken will: ich kenne es von früher auch nicht anders, nur waren die widerlichen Patriarchen männlich, katholisch und weiß. Von wem die Verachtung voller Sexismus und Misogynie kommt, ist mir egal – eins steht aber fest: Es muss endlich Schluß mit dieser Bosheit gegenüber Frauen, ganz gleich welcher Hautfarbe und Herkunft!

Ja, ich bin noch so old fashioned und bringe die nasse Wäsche nach Hause. Trocknerbetrieb im Waschsalon kostet zusätzlich Geld und Zeit, außerdem vertragen nicht alle Kleidungsstücke die geblasene heiße Luft. Nur wenn´s wirklich mal frostig draußen ist, ist es mit der Wäschetrocknung an der Leine schwierig. „Dank“ Klimawandel wird es aber immer seltener richtig Winter und damit selten richtig kalt.

Viel zu eng: Fußwege durch Dortmunds Straßen dank parkendem Blech.

Ich habe Verständnis für alle Verleiher der NOLAs, daß sie unmöglich 24 Stunden für eine Ausleihe zur Verfügung stehen können. Dennoch bleibt die Situation für die Ausleihe von Lastenrädern unbefriedigend.

Schauen wir doch mal… in den Südwesten!

Mehr aus Langweile oder weil ich was anderes suchte, stöberte ich auf der Seite http://www.cargobike.jetzt herum. Vielleicht gibt es ja doch noch eine andere Möglichkeit, an ein Lastenrad zu kommen…. Beim ULF war ich im Osten von Dortmund gewesen, schauen wir doch mal in… den Südwesten! tatsächlich gibt es in der Nachbarstadt Witten an der Ruhr ein E-Lastenrad zu leihen! Juhuu! 😀 Die „Pottkutsche„, ein Bullitt, Modell Bluebird mit geräumiger Ladefläche, Regenhaube und – nicht selbstverständlich – Gepäckträger hinten. Derzeit (Stand: Januar 2022) ist der Standort des Dienstleisters für die Initiative, die hinter der Pottkutsche steht, das Radcafé im Augustaviertel. Schwupps, habe ich mit der Pottkutschen-Ausleihe gleich mal meine Kenntnisse der Stadt Witten erweitert! Der Sattel (die Ausstattung ab Werk) ist für Damenhintern etwas unbequem, aber für meine Strecken bis 20 Kilometer noch ok.

Ich bin ja froh und dankbar, daß ich überhaupt an ein E-Lastenrad komme – das „nur“ einen Anfahrtsweg von 15 Kilometern hat. Zur Pottkutsche wird es noch einen ausführlicheren Artikel geben. Auch beim Wittener Lastenrad muss man die Ausleihzeitenbeachten (im Winter: bis 17 Uhr Abholung und Rückgabe). Spenden sind immer gern gesehen, es fehlt außerdem noch ein Restbetrag, damit ein zweites Lastenrad angeschafft werden kann, denn: auch in Witten ist emissionsfreie Transport-Mobilität sehr gefragt! Man muss mindestens einen Monat im Voraus buchen, um die Pottkutsche fahren zu können.

Mit dem normalen Rad eine Plage, mti dem Lastenrad locker zu machen: der Getränkekauf.

Meine absolute Favoritin, die ich sehr liebe (ok, ich gebe zu, Dinge kann man nicht lieben, also nicht wirklich) und sehr gern fahre, hat ihren Standort 35 Kilometer entfernt. Momentan leider nicht buchbar (Dezember 2021 /Januar 2022 wegen Reparaturarbeiten und Wechsel des Dienstleisters). Manche halten mich für verrückt, daß ich so weit fahre. Aber wenn man als Geringverdienerin schon die Möglichkeit hat, mal ein top Rad der höheren Preisklasse zu fahren, dann nimmt man auch längere Wege dafür in Kauf. Außerdem sind 35 bis 40 Kilometer Strecke mit einem E-Lastenrad locker zu bewältigen.

Ach GErda, schade, daß wir uns derzeit nicht treffen können. Kein Lastenrad fährt sich besser als ein Packster 60 von Riese und Müller. Mit keinem fühle ich mich so sicher wie mit diesem Rad. Übrigens, weder GErda noch ich sind Fußballfans, bestenfalls Sympathisantinnen der jeweiligen Vereine, bzw. Aktiengesellschaften. 😉 Ein einziges Mal hat mich der Motor in all den Jahren der Ausleihe verlassen, so daß ich nur mit Muskelkraft das schwere Rad fahren und mit dem Zug zurück zum Verleiher bringen hatte müssen. Und huhu, das Packster 60 passt in den neuen Aufzug am Dortmunder Hauptbahnhof!

Im Herbst 2021 las ich, daß nun endlich ein kommerzieller Anbieter von Elektro-Lastenrädern in Dortmund sei. Ich war neugierig und las mir alle Artikel und die Seite von der Firma Sigo sharing durch. Nur 7 Kilometer Anfahrtsweg, die Preise auch ok das sah nach einem guten und erreichbaren Angebot für Leih-Lastenräder, noch dazu mit Elektrounterstützung, aus. die Ausleihe erfolgt automatisch per App, also unabhängig von irgendwelchen Ladenöffnungszeiten. Im November lieh ich ein Rad, um bei einem Bekannten, der rund 15 Kilometer entfernt wohnt, die Wäsche zu waschen und auch zum Trocknen aufhängen zu können. Die Freude über das Sigo-Lastenrad währte aber nur kurz: nach nur 5 gefahrenen Kilometern verabschiedete sich der Motor. Danke auch! Ich hatte noch rund 30 Kilemeter insgesamt vor mir! dieser Abend war eine einzige Schinderei gewesen. Mich machte das wirklich wütend, weil ich von einem kommerziellen Anbieter schon erwarten kann, daß alles funktioniert. Ein heulend pfeifender Motor, der nicht funktioniert… man könnte glatt abergläubisch werden, wenn man das Sigo-Lastenrad fährt.

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Leider nicht so praktisch, wie es aussieht: ein Lastenrad von der Firma sigo-sharing. Eigenes Foto.

Im Gespräch mit einem Bekannten, der in Köln bei einem anderen Verleiher von (Lasten)rädern arbeitet, sprach ich die Sigo-Räder an. Er sagte mir, daß Motoren einer chinesischen Billigmarke verbaut seien. Ich stöhnte auf. Was nützt ein Elektro-Lastenrad, wenn ich mit nicht auf den Motor verlassen kann???

Auf einer Erkundungstour auf den Teilstücken des Radschnellwegs 1 in Bochum im November erzählte mir ein Teilnehmer, daß auch er als Mieter von sigo-Rädern die selben Erfahrungen gemacht habe. Der Motor fiele eben öfter aus. Wie bitte? soll das der „Normalzustand“ sein?

Den Namen Sigo kannte ich schon. In Bochum können Mieter*innen eines Wohnblocks diese Räder ausleihen.

https://www.bogestra.de/news-liste/news/article/neue-e-lastenraeder-fuer-bochum-bogestra-vivawest-und-sigo-starten-durch.html

Am 2. Januar 2022 wollte ich dem grauen Lastenrad mit dem grünen Firmenzeichen noch mal eine Chance geben. Es sollte eine Spaßtour werden, 30 Kilometer am südlichen Rand von Dortmund entlang und wieder zurück zur Vreleihstation vor den Studierendenwohnhäusern. Doch die Tragödie schrieb sich fort. Das selbe Elend. Glücklicherweise war ich noch nicht weit gefahren, keine fünf Kilometer von der Verleihstation entfernt. .

Die Verleihstation von sigo sharing in der Ostenbergstraße 99 in Dortmund.

Verärgert war ich dennoch. Ausflug unmöglich, Tag versaut! Ist ja ganz wundervoll, wenn man beim Kund*innentelefon immer jemanden erreicht, Verständnis für den eigenen Ärger und „Credits“ bekommt, auch Kostenerlaß. Auch das hatte mir der Bochumer Radfahrer erzählt: dass man oft Bonuspunkte bekäme. Sicher war ich froh, nichts für die verpatzte Ausliehe zahlen zu müssen. Ich habe momentan absurd viele Bonuspunkte, sogenannte „credits.“ Aber ist das der Sinn der Sache? Weder die Firma Sigo noch ich haben was davon: Sigo macht auf absehbare Zeit Verluste bis zum Konkurs, ich kann die „Credits“ nicht einlösen, weil der Motor nicht funktioniert. Heute übrigens bei beiden Rädern. Wäre eben zu schön gewesen, ohne Aufgabenerfüllung (Wäsche sauber bekommen), also ohne Streß mit dem E-Lastenrad unterwegs zu sein. Knurr.

Und ja, es gibt sogar noch ein E-Lastenrad in Dortmund. Aber das ist kein offiziell ausleihbares Rad, sondern im Privatbesitz eines Bekannten. Wenn er es für seine Familie braucht, ist es verständlicherweise nicht verfügbar. Ich freue mich immer, wenn ich das URBAN ARROW fahren kann. Meine Nummer 2 nach dem Packster 60 von Riese und Müller.

Mit dem Cabrio am Phönixsee in Dortmund.

Et maintenant? Wie geht´s jetzt weiter?

Ich weiß nicht, ob ich noch mal Zeit und Nerven investiere, um die knapp 7 Kilometer Anfahrt für das sigo-Lastenrad auf mich zu nehmen – wenn ohnehin zu erwarten ist, daß es wieder nicht funktionieren wird. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was schief gelaufen sein soll, was ich falsch gemacht haben sollte…. ich bin schon viele Lastenräder, mit und ohne Motor gefahren. Dennoch schrieb ich in meiner Beschwerde, daß ich mich gern mit dem Techniker/der Technikerin treffen würde, damit sie oder er mir das Rad noch mal genauer erklärt. Langsam vermute ich auch Vandalismus oder Wettereinflüsse als Ursache dieser zu häufigen Motorschäden. Finden Marder Elektromotoren-Leitungen genauso spannend wie die von Verbrennermotoren? Dann hat eines dieser Viecher vielleicht am sigo-Lastenrad was durchgebissen (und nicht überlebt).

Der ADFC Unna , mir bisher durch den ULF bekannt,war mit seinen Ortsverbänden in der letzten Zeit auch nicht untätig: auf der letzten Ciritcal Mass Dortmund sah ich zu meiner Freude ein E-Lastenrad aus der südlichen Nachbarstadt Schwerte, die Schwester (oder Bruder) des Riese + Müller Packster 60: das Modell load. Klar wurde mit dem Fahrer und Mieter des Rades gleich gefachsimpelt und gespaßt 😀 . Im Januar werde ich damit zu einem 15 Kilometer entfernten Ärztintermin fahren. Ich freue mich schon darauf. Wie nach Witten sind es auch „nur“ 15 Kilometer Anfahrt bis nach Schwerte – allerdings mit stärkeren Steigungen. Doch ich lasse nichts unversucht, trotz geringem Budget gute Lastenräder fahren und dabei von einem eigenen träumen zu können. Radfahren ist Leidenschaft. Meine Spende fällt eben nicht so üppig aus, wird aber gegeben, weil ich dankbar für die Leihräder bin. Wenn Technik das Leben der Menschen erleichtert, ohne die Umwelt zu sehr zu gefährden, soll sie das tun.

Schade eben, daß sich die Stadt Dortmund immer noch schwer tut, ein richtiges Verleihsystem für Elektroräder, insbesondere E-Lastenräder auf die Beine zu stellen. Das könnte in Kooperation mit nextbike erfolgen. Wenn überhaupt, findet die Ausleihe nur immer mit bestimmten kleinen, kaum bekannten Aktionen wie „Lappenlos“ statt. Ein Lastenrad zur Miete bekommt auch nur, wer bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt. Mit einer richtigen Ausleihe von (Lasten)rädern hat das nichts zu tun. Stattdessen machen die Stadtwerke, DEW 21 weiterhin schön Werbung für „mehr blauen Himmel“, den ein Autofahrer im E-Auto sitzend, auf seinen Ausflügen sehen soll. Seltsam, den blauen Himmel sieht man eigentlich vor allem beim Radfahren und Spazierengehen. „E fahren“ heißt eben nicht nur Auto, sondern auch Radfahren. Das sollte allen, der Stadt wie den Stadtwerken eigentlich klar sein, wenn sie immer von der „emissionsfreien Innenstadt“ sprechen.

Kein unterhaltsamer Grusel

Radwege, die plötzlich aufhören, lange Parkreihen auf dem rechten Fahrbahnrand, die die Straße so einengen, daß überholende Autofahrende die Radfahrenden gefährden: die Liste für eine miserablen Verkehrsinfrastruktur sind lang, sehr lang. Bochumer Radfahrerinnen und Radfahrer prangern fast täglich auf twitter und anderen Medien täglich diese Mängel an. Aktive für den Radentscheid Bochum wollen das ändern und sammeln seit Monaten Unterschriften, damit die Stadtverwaltung zum Handeln gezwungen werden kann, damit sie endlich entsprechende Verordnungen erlassen. Falschparker*innen müssen strenger sanktioniert werden, überhaupt zur Kasse gebeten werden. Nur wer Strafen zu fürchten hat, hält sich an Regeln.

Der 31. Oktober ist der Tag vor Allerheiligen, der Tag vor dem Gedenktag an alle als vom Papst heilig gesprochenen Menschen, All Hallows‘ Eve . Heute könnte man von einem Gruselfest sprechen. Und gruselig ist die Radinfrastruktur – nicht nur in Bochum – auch, deshalb veranstalteten die Aktiven des Radentscheids an Halloween dieses Jahres eine Gruseltour.

Treffpunkt war am Schauspielhaus Bochum, viele Radfahrer*innen hatten sich tolle, phantasievolle Kostüme gestaltet. Auch die Räder waren geschmückt.

Angekommen! Fast 22 km waren es von Dortmund nach Bochum zum Schauspielhaus.

Im Hintergrund sieht man auf dem Foto eine Bühne, denn: Bevor die Radtour losging, gab es ein gruselig-lustiges Theaterstück vom Theater Löwenherz. Horror-Hasen und deren Chef, ein wahrhafter Unhold vertreiben alle Radfahrenden aus der Stadt! Ein Drama! Ob es gut ausging und die Radfahrenden zurückkehren konnten? Oder hatte der Unhold sie sogar gemeuchelt? Das wird hier nicht verraten… 😉

Es war ein Kampf gewesen, es rechtzeitig nach Bochum zu schaffen. Am Vortag hatte ich Ärger in der Arbeit gehabt und war eigentlich zu müde und fertig für alles. Aber ich raffte mich auf und fuhr los, denn ständig wehklagen macht nur noch mehr fertig. etwas verspätet um 16.30 Uhr statt 16 Uhr startete ich in Dortmund meine Zubringerfahrt. Das Navigationssystem komoot führte mich über Bochum-Werne, eine mir bisher unbekannte Strecke. Zuerst über lärmende Hauptstraßen (Lütgendortmunder Hellweg, Werner Hellweg), auf denen ich aber dank des Wochentags zügig voran kam und dann querfeldein vorbei an den Harpener Teichen (das müssen sie gewesen sein ab der Abbiegung nach der Werner Straße). Die Hinfahrt wurde so auch schon zu einer Gruseltour, weil unbeleuchtet: plötzlich 90°-Kurven mit anschließender Eisenbahn-Unterführung, einmal ein Baustellenschild und die Sorge, nicht anzukommen, weil es nicht weiter ginge… aber das Grundrauschen der Autobahn/Bundesstraße war, wie im Ruhrgebiet üblich, immer vorhanden und erzeugte eine trügerische Sicherheit, nie weit weg von der Zivilisation zu sein.

Nicht nur zum Spaß: die Gruseltour des Radentscheids Bochum hatte eine klare Botschaft und Mahnung.

Gruseltour an Halloween: nicht ohne Kürbisanhänger! Denn die Fratzen sollen böse Geister vertreiben.

Eigenwillige Tierwesen veranstalteten in Bochum ihr Unwesen. 😀
Ein BocHUMMER! (Foto mit freundlicher Genehmigung der Radfahrerin).

Unterwegs gab es zwei Redebeiträge von Menschen, die an dieser Straße vor Ort jeden Tag schlechte Erfahrungen machen: fehlende sichere Kreuzungsmöglichkeit für Radfahrende und Fußgänger*innen, zu enges Überholen. die zweite Sprecherin hatte im Breich Freigrafendamm sogar mal einen Unfall mit dem Rad. Zusätzliches Ärgernis zum Gruseln: Straßenbahnschienen, die längst nicht mehr benutzt werden. Wer wollte, konnte auch für den Radentscheid Bochum unterschreiben.

Straßenbahnen sollen natürlich fahren können, sie sind wichtiger Bestandteil des Nahverkehrs. Allerdings dürfen sie nicht zur Ursache für Stürze von Radfahrenden werden! Es gibt genug technische Möglichkeiten, um Straßenbahnschienen für Radfahrende angst-, streß- und unfallfrei zu gestalten. Es fehlt in Deutschland dafür nicht unbedingt an Geld, sondern am politischen Willen. Die Politik, nicht nur in Bochum muss endlich erkennen, daß Nahverkehr und Radverkehr miteinander gedacht werden müssen – als wichtiger Bestandteil der Verkehrswende.

Enge Straßen, zu knappes Überholen und fehlende sichere Kreuzungsmöglichkeit für nicht-motorisierte Verkehrsteilnhemende wurde an dieser Stelle angeprangert. ich bitte die schlechte Bildqualität zu entschuldigen.

Auch beim Freigrafendamm gibt es gruselige Verkehrsinfrastruktur für Radfahrende.

Trocken am Start… dann typisches Herbstwetter. Ein paar Teilnehmende fuhren nach Hause, mit Kindern ist es dann eben auch nicht mehr so einfach. Wegen des Wetters wurde die Route auch abgekürzt – sie war deshalb aber nicht weniger gruselig.

Sogar zwei Einradfahrende waren dabei – auf der gesamten Gruseltour. Wow! 😀

Ggen 20.30 Uhr kam die Gruseltour am Anneliese-Brost-Musikforum an. Der Regen hielt an, dennoch waren viele geblieben. Es war trotz der Nässe schön und für mich nach dem Ärger am Vortrag eine Wohltat, freundliche, gleichgesinnte Menschen zu treffen und nett plaudern zu können.

Schwupp! So schnell war zu Beginn der Tour die Theaterbühne in diesem Lastenrad verschwunden 😉

Ich blieb sogar noch, als der Großteil schon nach Hause gefahren war. Dann platzte der Regen richtig los, wir flüchteten unter die nächste Arcade vor zwei Schaufenster. Bei aller Freude wurde es aber jeder bald kalt, wir verabschiedeten uns. Ich wäre an sich gern zur Trinkhalle in der Herner Straße gefahren, allerdings gibt es dort nur kühle Getränke. Also auf zum nahegelegenen Bermuda3eck und einen heißen Kakao bestellt.

Im Café Konkret im Bermuda3eck kann man sich gut aufwärmen.

Lecker und vor allem heiß war er, der Kakao. Allerdings war der Preis schon heftig: 4,20€. Aber bei diesem Mistwetter die einzig beste Sache nach einer längeren trockenen und einer kürzeren nassen Radtour. Die elektronischen Pferde auf Schienen brachten mich dann wieder nach Hause. Noch viel mehr kostümierte Menschen sah ich, einiges an Polizei, ein paar Fußballfans (am 31.10.21 hatte es einige Partien gegeben gehabt, u.a. Vfl Bochum vs. Borussia Mönchengladbach). Es war schön, daß sich hier alle friedlich verhielten.

So liebe Bochumer*innen. Nachdem ich immer nur Besucherin bin und meist nur Teilstrecken Eurer Stadt beradele: Schreibt doch Eure persönlichen Gruselstellen in die Kommentare: Ort (Straßenname/Kreuzung) und was/warum Ihr euch da gruselt. Da wird eine schöne Sammlung zusammenkommen….ich freue mich auf Eure Antworten.

Was für 1 verrücktes Fahrrad-Wochenende! 3. und letzter Teil: Fahrradsternfahrt Ruhr am 19. September 2021

Am Freitag, den 17. September, den 3. Freitag im Monat gab es regulär die Critical Mass Dortmund. Ich war nur ein Stück, ca. 18 km Strecke, mitgefahren. Dank Periode war ich richtig fertig, spürte dazu ein großes Tief… schade um die nette Unterhaltung, die ich in diesem Moment hatte, ich musste erst mal adé sagen und die Mitfahrt beenden. Interessant, daß dieser Radler auch in der Nordstadt wohnt! So fühle ich mich nicht mehr so allein mit meiner Not auf der Straße. Plötzlich vom Rad fallen vor Erschöpfung und mehrere Stürze dadurch auslösen, das musste nicht sein. Ich war zumindest ein Stück bei der CM mitgefahren.

Samstag, den 18. September die Kidical Mass... und dann am Sonntag, den 19. September die FAHRRADSTERNFAHRT RUHR!

Was ist eine Sternfahrt überhaupt?

Bei einer Sternfahrt treffen sich Radfahrer*innen an verschiedenen Orten und radeln, den Strahlen eines Sterns gleich, auf ein gemeinsames Ziel zu. Im Jahr 2021 war dieses Ziel Lünen, bzw. der Seepark Lünen-Horstmar.

In Bochum hatte ich sie schon mal erlebt, Hagen leider verpasst gehabt….nun wollte ich ab dem Westfalenstadion mit nach Lünen fahren. Allerdings machte der Körper nicht so mit. Die Anstrengungen der vergangenen Tage war zu spüren, Samstag abend hatte ich noch zwei kleinere Aufgaben bei der Museumsnacht Dortmund übernommen gehabt.. Hätte ich doch ein Rad mit E-Motor! So habe ich leider die Fahrt über die B 1 und den Tunnel Wambel verpasst.

Großen Spaß bei der Durch-Radelung des Tunnels Wambel. sonst fahren hier nur Autos.

Aber der Grant war groß – groß genug, um die Wut in Muskelkraft umzusetzen. Ich fuhr auf eigenen Wegen Richtung Norden, Richtung Lünen. Ich wunderte mich etwas, daß die Sternfahrt nicht durch die Nordstadt ging! Da geht es doch nach Lünen!

Auf der häßlichen Bundesstraße, der Walter-Kohlmann-Straße ging es ab Stadtgrenze Dortmund flott Richtung Lünen, dem Ziel der Sternfahrt. Ich sah immer wieder auf Critical Maps nach dem aktuellen Standort der Radfahrer-/innen. Zu meiner Freude waren die einzelne Fahrerin und die vielen nicht mehr weit voneinander entfernt. Die Autos neben mir: plötzlich im Stau. ein dunkler Audi hupte. Tja Junge, nicht nur du musst warten. Er zeigte Tendenzen, auf den Standstreifen alle anderen überholen zu wollen. doch auf dem fuhr ich. Nee Freundchen, da kommst du nciht durch! dachte ich mir. Plötzlich war auf der Spur, auf der ich fuhr, ein Fahrrad-Piktogramm. Sachen gibt´s….

Und dann sah ich die vielen Radfahrer-/innen. Ein paar hatten sich schon wieder abgesetzt, diese kleine Gruppe von vielleicht 6 Radler-/innen war mir entgegen gekommen. „Seid Ihr die Sternfahrt?“ – „nee, aber dort!“ Ich tat einen Freudenschrei. Ich hatte die Sternfahrt doch noch erwischt! Allerdings, das Klientel hier war ein anderes als gestern. Hier war alles dabei, auch die Chaoten. Wenige Jugendliche, (zu) viele ältere Leute. Viele gelbe Wahnwesten, teiwleise mit ADFC-Aufdruck. Auch optisch wurde so das Problem der Überalterung vieler ADFC-Kreisverbände deutlich.

An dieser Stelle sei angemerkt: der Allgemeine Deutsche Fahrradclub bleibt ein wichtiger Akteur für die Verkehrswende, für die dringend umzusetzende Flächtengerechtigkeit des Verkehrsraumes. Ich persönlich habe mich auch schon mit bestimmten Mitgliedern und Vorsitzenden verkracht – was aber an deren Persönlichkeit und Fehlern auf beiden Seiten lag – nicht an der politischen Agenda des ADFC. Es kommt eben immer auf die Menschen drauf an, die im jeweiligen Kreisverband aktiv sind. In Iserlohn wird Autowerbung im Fahrradmagazin des ADFC geduldet, weil die Zuständigen nicht kapieren, daß und wie falsch das ist. Demnächst: Metzgerei-Werbung im Vegetarier*magazin. Merkste was? Ich habe 10 Jahre in Fürth bei Nürnberg gewohnt, war dort im KV Nürnberg aktiv. Bis heute blicke ich sehnsüchtig auf deren Tourenprogramm und die Zeit dort zurück.. Alle KVs, die ich danach kennenlernte, waren eine einzige Enttäuschung (über den aktuellen kann ich nicht so viel sagen, da ich dort nicht aktiv bin). Der KV Nürnberg hat viele Mitglieder, die eben so was wie dieses vielseitige Tourenprogramm tragen: es gibt nicht nur verschiedene Geschwindigkeitslevel von gemütlich bis sportlich (15 km/h bis 21 km/ und mehr), sondern auch extra Rennrad- und Mountainbiketouren, Thementouren, Stadtteil-Kennenlerntouren für Neubürger-/innen. Die Leute dort waren (und sind wohl auch heute noch) keine gefrusteten oder/und Rentner-/innen, wie ich sie nach meiner Nürnberger zeit erleben hatte müssen, sonder wach, fit und engagiert und lassen sich nicht so schnell entmutigen..

Wie bei einer CM auch lockt das Radfahren immer verschiedenste Menschentypen an, oft genug auch seltsame, eigenartige oder schlichtweg nervige Zeitgenossen. Bisher waren die Nervensägen fast immer Männer, so meine Beobachtung. Ich hatte eine Bekannte entdeckt, die ich freundlich grüßte. War erst mal nett. allerdings hatte sie einen unmöglichen Schreihals im Schlepptau, den sie kannte. Der Typ war unerträglich! Ich habe Verständnis, wenn sich jemand über etwas aufregt, was gerade passiert ist, weil es für Radfahrende ärgerlich ist. Aber dieser Pfeifendeckel musste wie ein Marktschreier irgendwas erzählen, was ihm am Freitag widerfahren sei. Ehrlich, das interessiert hier NIEMANDEN! Ganz sauber war der Typ nicht. Und ob das alles so stimmt…oh nerv mich nicht mit deinem Sermon, als ob du ein Teenager wärst, der das noch nicht kapiert! Man muss bei rassistischen Äußerungen immer widersprechen, aber hier wußte ich nicht so recht, wie ich dran war. Wohl war mir bei dieser Unterhaltung nicht. Ich merkte bald, daß es keinen Sinn hatte, mit diesem Dummkpf auch nur ein vernünftiges Wort zu reden, er hielt sich für die Weisheit schlechthin. Als er im Kreisel vor dem Seepark abbiegen wollte, stürmte ich davon.

Der Seepark in Lünen-Horstmar war das Ziel der Fahrradsternfahrt Ruhr 2021, ein schöner Ort. Und ich hatte endlich den Horstmarer See gefunden! Seltsam… so lange wohne ich schon im Ruhrgebiet und das hier war immer noch terra inkognita für mich bisher gewesen. Schön, danach einige bekannte Gesichter und Freunde zu treffen! 🙂 vor lauter plaudern und Hallo sagen kam ich gar nicht zur Toilette!

Auf einer Bühne gab es Live-Musik, meist aus Jazz und Swing, leider keine Fahrradsongs – und Redebeiträge. Danke Herr Bürgermeister in Lünen, die Forderungen für besseren Radverkehr gibt es schon, die brauchen sie nicht mehr breit walzen! Und ja, die Fahrt hierher war sicher – weil die Polizei die Route abgesichert hat! In der folgenden Rede reagierte der Landesvorsitzende Axel Fell darauf passend: die Politik solle endlich machen, denn sie sitzt in den Rathäusen wo über Verkehrsplanung und Änderung der Verkehrsinfrastruktur entschieden wird. Es brauche genügend Personal, damit die beschlossenen Maßnahmen für den Radverkehr umgesetzt werden können. Ein gutes Radgesetz muss endlich her. Bei allem gebotenen politischen Ernst soll eine Sternfahrt aber auch Spaß machen – und den hatten wir beim Radfahren und miteinander klönen.

Die nächste Fahrradsternfahrt Ruhr wird nach Gladbeck gehen. Das Datum dafür ist noch nicht bekannt.

Danke an alle, die bei der Organisation mitgeholen haben und an die Polizei, die die Route abgesichert hatte.

Allen Radfahrer-/innen mit zwei oder drei Rädern, mit Lastenrad, Tandem, Faltrad oder Pedal-Bike allzeit eine gute Fahrt! Zeigen wir, daß es im Alltag auf dem Weg zur ARbeit, zur Kita, zum Einkaufen u.a. auch ohne Auto klappt!

Kinder auf´s Rad! DAS war die Kidical Mass in Dortmund am 18. September 2021

Kein durchgängig strahlender Sonnenschein, aber gutes Wetter und kein Sonnenbrand – das waren gute Voraussetzungen für die Kidical Mass im September 2021. Ich war als Ordnerin beim Zubringer in Eving, einem Stadtteil im Norden, dabei. Es waren nur wenige Kinder, die kamen, ein Polizist sprach scherzhaft von einer „1 zu 1-Betreuung.“ Alle Zubringer und die Kidical Mass-Hauptroute wurden von der Polizei Dortmund begleitet. Manch einer musste dabei seine Fahrkünste zur Schau stellen, wenn man schnell wieder nach vorne fahren wollte, um die nächsten Querstraßen abzusperren. Das sorgte für Verwunderung und ließ manche(n) die Nase rümpfen.

Am Nordmarkt war der nächste Zubringer geplant. Es kamen ein paar Kinder, aber niemand aus der Bevölkerungsgruppe, die den Großteil der Nordstadt ausmacht. Sehr schade. Dabei waren viele Kindergärten mit Infomaterial versorgt worden. Es braucht wohl in Zukunft eine Art Multiplikatior*innen, die dafür sorgen, daß auch Migrantenfamilien bei der Kidical Mass dabei sind. Schließlich gehören diese Menschen auch dazu! Nur zwei oder drei schwarze Kinder konnte ich später im Tremoniapark entdecken.

Die Kidical Mass war eine für Erwachsene zwar kurze und angenehme Tour. Hier und da freundliche Gespräche, die Kinder hatten auch ihre Freude am Radfahren. Nur am Ende, als die eigentliche Kidical Mass im Tremoniapark schon zu Ende war, war hier und da Geplärre zu hören, weil ein Kind hingefallen war etc. Gehört eben auch dazu. Es war für mich schön zu beobachten, daß das den Eltern nicht egal war, diese aber auch nicht überbesorgt wie die Stasi alles überwachen mussten. Dass dies nur ein kleiner Ausschintt aus dem Leben der Anderen sein kann, ist mir klar. Ich fühlte mich wohl unter diesen Leuten. Hier muss nicht ständig erklärt werden, was man tut und warum, hier kann man sich sicher fühlen, weil jede-/r den/die anderen respektiert und beobachtet. Und man tut etwas, wovon man gemeinsam überzeugt ist: für sicheres Radfahren im Alltag demonstrieren.

Es war auch schön, Freunde bei der Kidical Mass treffen zu können, die dabei waren (einer war sogar aus Köln angereist), obwohl sie keine kleinen oder jugendlichen Kinder mehr haben oder diese nicht dabei waren. Etwas, was mir während des harten sogenannten lockdowns sehr gefehlt hatte.Vor dem Herbst graust es mich allerdings. MOmentan sieht es nicht so aus, als ob die Politik es schaffen würde, den Coronavirus wirklich unter Kontrolle zu bringen. Nicht auszudenken, wenn wieder alle Konzerte, Radtouren etc. abgesagt werden müssen, um eine Übertragung des Virus zu verhindern.

Teilnehmende sammeln sich auf dem Friedensplatz. Foto: A. Steger
Eine Aktivistin von Fridays for Future Dortmund kündigt den Klimastreik am 24.09.21 an. Vorher gab es eine Ansprache zur Kidical Mass selbst. Fotos: eigene Fotos

Pracht (und Schmutz) am selben Ort: Tag des offenen Denkmals 2021 macht Widersprüche sichtbar

Industriegeschichte Dortmunds: das ehemalige Hoesch-Gelände ist heute ein Museum.

Heute sieht es klein aus. Auf dem Weg zum Museumseingang gibt es „nur“ zwei Häuser, die neue (helles Haus) und die alte Hoesch-Verwaltung (Backstein-Gebäude). Der Blick durch das Tor lässt die Größe des ehemaligen Stahlwerks zumindest erahnen. Im Eck das Pförtner-Haus (links im Bild). Die Firma Hoesch in Dortmund, das war wie Thyssen-Krupp in Essen: ein großer Arbeitgeber, der für Vielbeschäftigung sorgte – aber auch für viel Dreck und Lärm. An drei Standorten, in Dortmund West, heute die Huckarder Straße und UnionGewerbeHof, in der Stadt Hörde im Süden (heute ein Stadtteil von Dortmund) und eben im Dortmunder Norden an der Westfalenhütte wurde Stahl produziert. Um 1840 kam Albert Hoesch aus der Eifel (Düren) nach Dortmund und baute nach und nach sein Unternehmen aus. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, daß das heutige ehemalige Firmengelände mal Ackerland war und zu einem großen Stahlwerk wurde. Durch das Tor kann man auf einen Teil des ehemaligen Werksgeländes sehen, das heute noch teilweise von ThyssenKrupp genutzt wird (ein Kaltwalzwerk und eine Abteilung für Oberflächentechnik).

Tor neben dem Pförtnerhaus am Werksgelände Hoesch Westfalenhütte. Fotos: A. Steger

Wenn auch nicht so imposant wie die Villa Hügel in Essen, so wirken die Gebäude imposant und es werden Widersprüche deutlich. Große, geräumige Gebäude mit Verzierungen, die Eindruck machen sollten, die Herrschaft des Firmeninhabers manifestieren sollen, auch Ehrfurcht wecken oder einschüchtern sollten. Die Wohnungen für die Arbeiter aber waren in kleinen Häusern eingerichtet. Die Arbeitersiedlungen waren ebenfalls auf dem Firmengelände, aber nicht direkt neben dem Eingang.

Neben dem Pförtnerhaus und dem ersten Verwaltungsgebäude (Backsteinbau) die Villa eines leitenden Angestellten (dort steht heute das helle Haus, das ThyssenKrupp noch teilweise nutzt). Man wollte als Chef oder Stellvertreter des Chefs immer alles im Blick haben (anders als heute, wurde im Vortrag betont). Als Arbeiter und Bewohner der kleinen Häuser der Arbeitersiedlung muss es schon beeindruckend gewesen sein, bei Ankunft vor der Schicht diese großen Bauten vorf sich zu haben, während man selbst in kleinen Wohnungen leben muss. 12-Stunden-Schichten, immer von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, dann wieder bis 6 Uhr morgens. Leider auch heute in manchen Berufen immer noch Realität; gesund für den Menschen war und ist das nicht. Von Arbeitsschutz wie Lärm-/Hitzeschutz etc. am Arbeitsplatz ganz zu schweigen. Das Stahlwerk Hoesch brachte vielen Dortmunder-/innen Lohn und Brot, aber auch viel Dreck und Umweltverschmutzung, Verletzungen und Krankheit, auch den Tod. Der Lärm im Stahlwerk muss auch in der Umgebung des Firmengeländes, unerträglich gewesen sein. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man Berichte über die Zeit im 19. Jahrhundert liest.

Gegenüber neben der Straße, die eigentlich die Fortsetzung der Stahlwerkstraße ist, sieht man rechts neben der Straße nur eine Wand (im Hintergrund rechts). Hier soll ein neues Wohnquartier entstehen. Auch durch diese Absperrung entstand bei mir der Eindruck, daß das alles nicht so groß ist. Die Größenangabe habe ich mir nicht gemerkt, wer hier mit offenen Augen unterwegs ist, bekommt aber zumindest einen Eindruck der Größe der ehemaligen Firma Hoesch.

Rechts neben der Straße (hinten rechts) entsteht auf dem ehem. Firmengelände Hoesch ein neues Wohnquartier.

Das Pförtner-Haus ist heute der Museumseingang. Hier musste jeder Arbeiter vorbei, das Tor im Inneren (heute nicht mehr vorhanden) wurde immer nur zu Schichtwechsel für ein paar Minuten geöffnet. Marke von der Wand nehmen und auf zum Arbeitsplatz. Jeder Mitarbeiter hatte eine Marke. Wenn eine fehlte, wurde ein Suchtrupp losgeschickt. Diese Praxis soll heute auch noch bei Feuerwehren üblich sein. Es wird, auch mit modernen Arbeitsschutzmaßnahmen, immer Berufe geben, deren Ausübung mit Gefahren verbunden ist.

Das Pförtnerhaus von Hoesch, links im Bild. Mit dem Torbogen soll es 1 Einheit bilden.
Das Pförtnerhaus von Hoesch, links im Bild. Mit dem Torbogen soll es 1 Einheit bilden. Jeder Arbeiter
musste zu Schichtbeginn am Pförtner vorbei gehen.

Links sind große Fenster zu sehen, diese Häuserfront war zuerst offen gewesen. Dies waren Arkaden, unter denen man sich z. B. bei Regen unterstellen konnte. In diesem Gebäude war der Eßsaal. Die Angehörigen der Arbeiter, die zum Mittagessen den Henkelmann vorbei brachten, konnten dort auf diese warten (dass mir jemand Essen in die Arbeit bringt, das ich nicht bezahlen muss, das möchte ich auch mal erleben..) Funktionalität und Form in einem vorhanden, diesen Eindruck von Architektur kann man hier gewinnen.

Das Motto des Tages des offenen Denkmals 2021 war „Schein und Sein.“ Sind Gebäude nur dafür da, schön zu sein? Oder haben sie auch eine Funktion? Bei der Führung zur Architektur des Hoesch-Geländes spielte die Funktion der Gebäude immer eine Rolle, so mein Eindruck, auch wenn die Schönheit, die Ausgestaltung der Fassade nicht zu kurz kam. Keine aufwendigen Blumenornamente, keine Putten oder anderen Figuren – aber dennoch Elemente, die die Hauswand zieren. Das helle Gebäude ist die neue Verwaltung ab 1912 erbaut. Heute wird es noch vom Nachfolger ThyssenKrupp, genutzt. Manche sprechen auch von einer feindlichen Übernahme, die in den 1990er Jahren stattgefunden haben muss.

Blätteronament am Hoesch-Verwaltungsgebäude ab 1912.
Blätteronament am Hoesch-Verwaltungsgebäude ab 1912.

Hoesch ließ seine Häuser im Stil des Historismus erbauen, einem Stilmix aus verschiedenen Baustilen vergangener Jahrhunderte. „Euch fällt auch nichts neues ein“ könnte man frech sagen. Oder den Architekten* vorwerfen, sie würden nur Kitsch schaffen. Mein Eindruck auf dem ehemaligen Hoesch-Gelände, soweit zugänglich, der nur einer von außen sein konnte, war: hier wurde mit keinem Stil übertrieben, es gibt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Zierde und Funktionalität. Hier und da hätte sogar ein Blumenornament zu mehr Schönheit beigetragen.

Es war interessant, sich einmal nur mit der Architektur der Häuser auf dem Hoesch-Gelände zu befassen. Unverständlich aber bleibt, weshalb die Firma Thyssen-Krupp zu diesem besonderen Tag ihr Verwaltungsgebäude nicht für eine Führung geöffnet hatte. Offenbar ist ThyssenKrupp dieses kulturelle Erbe zu schwer, der „Aufwand“ zu groß, eine kleine Besucher*innengruppe in Begleitung des Werkschutzes wenigstens für 15 oder 20 Minuten das schöne Treppenhaus betrachten zu lassen. Wir standen als Besucher*innen nur vor dem Museum herum, konnten Fassaden und Bilder betrachten. So informativ der Vortrag war – die ehrenamtlichen Mitarbeiter-/innen sind sehr engagiert in ihrer Arbeit – so war es doch enttäuschend, nur ein Bild des prächtigen Treppenhauses zu sehen. Wie eine Zeitreise muss es sein, dort verweilen zu dürfen! Deshalb ein Appell an die Firma Thyssen-Krupp: lassen Sie uns Kulturinteressierte wenigstens an einem Tag des offenen Denkmals in Ihr Gebäude. Ihre Schreibtische interessieren uns nicht. Wir möchten nur das Treppenhaus sehen.

Verwaltung ThyssenKrupp ehem Hoesch. Darin das prächtige Treppenhaus.
Verwaltung ThyssenKrupp ehem Hoesch. Darin das prächtige Treppenhaus. Das Vordach war zuerst noch viel imposanter, der Eingang so gestaltet, daß Kutschen vorfahren konnten.

Informationen zum Hoesch-Museum Dortmund hier.

Informationen zum heutigen Eigentümer ThyssenKrupp in Dortmund hier.

Die Stiftung Denkmalschutz präsentiert sich hier.

Industriegeschichte Dortmunds: das ehemalige Hoesch-Gelände ist heute ein Museum.
Industriegeschichte Dortmunds: das ehemalige Hoesch-Gelände ist heute ein Museum.

Erobert die Stadt! Kidical Masses und Sternfahrt Ruhr im September 2021

Zu viele Privat-PKWs auf den Straßen, Engstellen, Falschparker*innen, deren Verhalten nicht gemaßregelt wird, Glasscherben und anderer Schmutz au Fuß- und Radwegen… das Radfahren in deutschen Städten ist noch lange nicht sicher. Wenn Menschen zum Umsteigen vom Auto auf das Rad bewegt werden sollen, braucht es sichere und gute Wege, um zur Arbeit, zur Kita oder zum Einkaufen fahren zu können. Die absurde Größe von Autos, vor allem des sogenannten „sportive Utility Vehicle“, kurz SUV macht es unmöglich, als Fahrer-/in eines solchen Fahrzeugs überhaupt ein Kind auf der Straße zu sehen. Diese „Autos“, die mehr Panzer als Auto sind, überragen ein 5- oder auch 10-jähriges Kind schon mit der Motorhaube. Platz zum Spielen bleibt ohnehin kaum, Parkplätze sind wichtiger, auf denen das Blech 23 Stunden am Tag rumsteht. Spiel-Platz, das ist nicht nur der separierte Bereich mit Rutsche und ‚Schaukel, das muss auch der Bürgersteig oder die Straße sein können!

Diese Zustände gilt es zu ändern. Die Stadt muss den Menschen, nicht privaten Fahrzeugen gehören. Dafür gibt es auch im Jahr 2021 wieder eine KIDDICAL MASS in DORTMUND, zeitgleich in vielen anderen Städten.

am: Samstag, den 18. September 2021

Start: 14 Uhr auf dem Friedensplatz in Dortmund

Ende: Tremoniapark (auf den flyern steht noch Westpark).

Es gibt auch Zubringer aus verschiedenen Stadtteilen, mit denen die Kinder und ihre Eltern zum zentralten Treffpunkt Friedenspaltz radeln können. Die Kidical Mass und all ihre Zubringer werden von der Polizei begleitet.

Genau Abfahrtszeiten und Orte für die Zubringer aus den Stadtteilen hier .

Dieses Wochenende in der Septembermitte ist ein richtiges Fahrradwochenende.

Am SONNTAG , den 19.09.2021 geht es für die Erwachsenen gleich weiter weiter: mit der STERNFAHRT RUHR 2021. In Lünen wird es zusätzlich eine Kidical Mass geben. Aus verschiedenen Städten raden Menschen nach Lünen, von der Ruhr zur Lippe und zeigen, da man auch ohne Auto und ohne klimschädliche Abgase gut vorankommt und sein/ihr Ziel erreichen kann. Für die Erreichung der Klimaziele ist das Fahrrad das Verkehrsmittle Nummer 1.

Die Zubringer-Routen sind die gedachten einzelnen Strahlen der Sterne, die Mitte und der Treffpunkt ist im Jahr 2021 die StadtLünen, nördlich von Dortmund, kurz vor dem Münsterland.

Zubringer-Routen und Abfahrtszeitpunkte hier.

Alle weiteren Infos zur Sternfahrt Ruhr hier.

Auch hier gilt das Motto: Verkehrswende JETZT!

Für sichere Wege im Alltag wie in der Freizeit!

Start: in Witten, Rathausplatz um 12.00 Uhr

Treffpunkt: 15.30 Uhr in Lünen-Horstmar, Seepark

Insgesamte Länge: ca. 34 km Strecke

Radfahrende bei der Demo im Juni 2021 Foto: Aufbruch Fahrrad

Parking Day im Kaiserstraßenviertel Dortmund am 17. September 2021

Die Stadt für Menschen statt Autos!

Ab 15 Uhr zeigen die Menschen in der Arndtstraße (Seitenstraße der Kaiserstraße), was alles möglcih ist, wenn nicht Autos die Straße zuparken. Zusammen in Ruhe sitzen, Kuchen essen, plaudern… vieles ist möglich. Nähere Infos bei der Nachbarschaftsinitiative KAISERN! .

Fahrrad-Termine in Dortmund im Juni 2021

Einmal 100 km weit durchs Ruhrgebiet – das sollte der Radschnellweg 1 sein, von Hamm bis nach Duisburg. 2020 sollte er fertig sein, die Stadt Dortmund wollte ihn bis 2024 fertiggestellt haben. Nun wird vom Jahr 2030 geredet.

Radfahren dort, wo sonst nur viele Autofahrende täglich fahren: B1 und B 54 werden zum Radschnellweg

Das wollen die Radinitiativen Aufbruch Fahrrad Dortmund und Fridays For Future nicht hinnehmen. Unter dem Motto „Wir lassen uns nicht länger veräppeln“ packen sie es selbst an und machen – zumindest temporär – die großen Autostraßen Bundesstraße 1 (B1) und B 54 zu Radschnellwegen. Mit Polizeibegleitung werden Radfahrende, die gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs sind, am Samstag über diese Auto-Schnellwege fahren.

Treffpunkt: Samstag, den 5. Juni, 2021, 16 Uhr Friedensplatz (nicht wie vorher angegeben Hansaplatz)

Infos: http://www.radschnellbahn.de

Radfahrende auf die Autobahn! Foto: Aufbruch Fahrrad

Die Heiligegartenstraße wird am Weltfahrradtag am 3. Juni 2021 temporär mit einer PopUpBikeLane ausgestattet.

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie wurde Kritik laut, daß die Stadt Dortmund keine PopUp-Radwege angelegt habe. Der Radverkehr hatte während der Coronakrise weltweit einen großen Boom erlebt, wie nicht nur die Verkaufszahlen für Fahrräder, sondern auch die steigende Anzahl von Radfahrenden auf den Straßen gezeigt hatte. Coronakonform unterwegs sein, das geht am besten mit dem Rad, weil mit diesem Verkehrsmittel die Abstände zum gegenüber gut einzuhalten sind.

Die Heiligegartenstraße in Dortmund ist in ihrer Fortführung zur Treibstraße und Grüne Straße im Westen auf der einen und Jägerstraße auf der anderen wie gemacht für eine PopUp-Bikelane, also einem geschützten Radfahrstreifen, um ohne große Umwege vom Bezirk Innenstadt Ost nach in den Westen der Stadt zu gelangen.

Die Heiligegartenstraße Dortmund Richtung Jägerstraße. eigenes Foto.

Verkehrswende von unten

Was die Stadt Dortmund nicht tut, das machen dann eben die Fahrrad-Verbände, „von unten.“

Am 3. Juni ist Weltfahrradtag. Diesen wichtigen Feier-Tag wollen Aufbruch Fahrrad und VeloCityRuhr feiern! Ab 15 Uhr wird ein PopUp-Radfahrstreifen in der Linie der Heiligegartenstraße – Treibstraße – Jägerstraße angelegt sein. Gemeinsam mit großen und kleinen Teddys werden Radfahrende für sichere Wege für kleine und große Verkehrsteilnehmer*innen demonstrieren. Denn für sichere Wege braucht es einen breiten Radfahrstreifen mit Qualität ohne faule Kompromisse.

Treffpunkt: Donnerstag, 3. Juni 2021, ab 15 Uhr am Freiherr-von-Stein-Platz gegenüber der Polizeiwache.

Hier wird die PopUpBikeLane am 3. Juni entlang laufen. eigenes Foto
Die Treibstraße als Fortsetzung der Heiligegartenstraße: eine wichtige Verbindung Richtung Weststadt.

Der Klang des Kanals

Ein Plätschern, ein Fließen oder nur ein leises Tropfen. Oder gar ein laufender Strom wie in Goethes Zauberlehrling. Dieser Stoff mit der ‚chemischen‘ Bezeichnung H_2_O , hat viele Zuschreibungen erhalten. je nachdem, wie Wasser sich bewegt, hat es einen anderen Klang. Beim Meer spricht man von Meeresrauschen. Aber wie klingt ein See, ein Teich, in dem es so gut wie keine Wellen gibt? Oder ein Kanal, auf dem Frachtschiffe, manchmal auch Ruderboote fahren?

Majestätische Bewegung und Klang: Frachtschiff auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

Das Wasser des Dortmund-Ems-Kanals rauscht nicht von allein. Große Schiffe, meistens Frachter oder der Wind erzeugen Wellen, deren Rauschen man hört. Gelegentlich hört man ein „Platsch“ an sonnigen Tagen, wenn Menschen in den Kanal zum Baden springen. Ist eigentlich nicht erlaubt, aber wohl doch so erfrischend, dass man es immer wieder tut. (Ihren Abfall sollten die Badegäste aber bitte wieder mitnehmen! Und die Hafenverwaltung sollte mehr Mülleimer aufstellen). An diesem sonnigen Montag, den 29. März 2021 hört man außerdem Spaziergänger*innen am Kanal, wie sie plaudern, lachen, manche haben Musikboxen angeschaltet. Vom Hafen hört man Maschinengebrumm. In einem Garten nahe des Kanalweges hört man immer wieder jemand rufen, ob die Frau nach einem Tier oder Menschen ruft, ist unklar.

An diesem Montag bekam der Dortmund-Ems-Kanal einen zusätzlichen Klang, den er vielleicht noch nicht gehört hat.

Immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Übe-Orten: hier am Dortmund-Ems-Kanal, kurz vor der Hafeneinfahrt.
Immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Übe-Orten: hier am Dortmund-Ems-Kanal, kurz vor der Hafeneinfahrt.

Heute habe ich es wie Sonny Rollins gemacht und draußen Saxophon geübt. Nicht ganz bei einer Brücke wie der berühmte Jazz-Saxophonist, ok. Eher abseits der zahlreichen Spaziergänger*innen, denn wer übt, will nicht viel Publikum. Üben ist kein Konzert, sondern die Vorbereitung darauf, das verstehen nur wenige. Es klang ganz anders, als wie ich es bisher gewohnt war. Der Schall wurde von dem Gebäude an der anderen Uferseite zurück geworfen, die lang anhaltenden Töne erinnerten zum Teil an eine Schiffshupe. Die vorbei ziehenden Binnenschiffer ließen sich aber damit nicht veräppeln 😉

Gegenüber auch ein paar Zuhörer*innen, ein vorbeifahrender Radfahrer lächelte mich an, ich lächelte zurück. Abstand gewahrt in der Coronakrise und kommunizieren können: wie schön, wenn man sich wieder richtig sieht. Für eine Stunde diesen Scheiß namens Covid-19 vergessen können und Saxophon am Kanal spielen, während die Frachtschiffe vorbeiziehen – das konnte ich heute tun. Und ist es auch nur das Wasser des Kanals, so denke ich beim Blick darauf immer an das Meer und sein Rauschen.

Sehnsucht nach dem Meer, auch wenn man nur am Kanal ist.
Sehnsucht nach dem Meer, auch wenn man nur am Kanal ist.
Trotz des schönen Wetters kamen hier nicht ständig Leute vorbei. Ich konnte also Saxophon fast immer unbehelligt üben.
Trotz des schönen Wetters kamen hier nicht ständig Leute vorbei. Ich konnte also Saxophon fast immer unbehelligt üben.

Kleinstaaterei in der Coronakrise? Gut so!

kostenloses Foto, von pexels. Kleinstaaterei: auch in Deutschland die Krisenlösung bei Covid-19!

Trotz wieder steigender Zahlen von Covid-19-Infizierten will Gesundheitsminister Josef Laumann, NRW, dass Unterricht in den Schulen stattfindet. Doch rebellische Kommunen setzen sich durch! Eine Glosse von Angelika Steger

Hinweis: dieser Text könnte ironische und satirische Elemente enthalten.

Gut so!

Das wollte man nicht glauben: NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann ordnet die Schulöffnung in ganz NRW an. Weil die „Inzidenzwerte unter 100 liegen.“ Der Landkreis Düren und die Stadt Dortmund protestieren: sie wollen nicht, dass die Anzahl der Corona-Infizierten steigt und steigt. Verständlich, denn schlecht für die Statistik. Außerdem muss der ohnehin defizitäre Flughafen Dortmund-Holzwickede wirtschaftlich gestärkt werden: die lia-weiße Fluglinie hat angekündigt, noch mehr Flüge nach Mallorca starten zu wollen. Mehr Infizierte -das hieße keine notwendigen Flugreisen für den Strandurlaub und kein Geld für den Flughafen mehr.

Doch: Minister Laumann bleibt hart. Bundesrecht bricht Landesrecht, Landesrecht bricht Kommunalrecht. Ganz gleich ob Dortmund, Iserlohn oder Düren: die Schulen müssen offen bleiben, Wechselunterricht soll die Ansteckung vermindern. Da kann der Oberbürgermeister von Dortmund noch so oft in die Kamera motzen, wettern und zetern, Wissenschaftsignoranz hat, das haben wir in der Coronakrise gelernt, in Deutschland inzwischen Tradition wie die Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert. Bis das Deutsche Reich 1871 als ein Land geformt werden konnte, lief viel Wasser den Rhein hinunter. Es gab es viele kleinere und größere Fürstentümer, Herzogtümer, Grafschaften, jedes mit eigenen Gesetzen, Zöllen, Währungen, Regierungen.

Und darin liegt die Chance für heute, der Lösung für die Coronakrise im 21. Jahrhundert. Auf zur Kleinstaaten-Bildung! Bayern, naja, das ist noch nie wirklich ein demokratisches Land gewesen, schon immer Königreich, auch wenn der derzeitige König, äh Ministerpräsident Markus Söder den schicken geschwungenen Bart und vornehme Haartolle von König Ludwig II. von Bayern vermissen lässt (obwohl die Friseur-/innenauch in Bayern wieder auf haben). Ab sofort begreift die Stadt Dortmund sich als Stadtstaat, Südwestfalen wird wieder zur Grafschaft Siegen-Wittgenstein unter der Herrschaft des Siegener Stadtrates, Essen und Duisburg wird vom Industrieadel Krupp regiert. Münster und das Umland gehen wieder an Preußen unter König Wilhelm II, äh Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, in Paderborn gibt es ohnehin ein Fürstbistum und Köln als Stadtstaat verwaltet den Rhein-Erft-Kreis gleich mit. Die Proklamation erfolgt dann per Zoom, als Hintergrundbild dient die Frankfurter Paulskirche. Zusammen erlassen sie eine eigene Impfverordnung, organsieren und führen Schnelltests selbständig durch. Und die foodsharing-Gruppen von NRW containern dafür den Astra-Zeneca-Impfstoff, den die Bundesregierung nicht mehr verimpfen will. Rebellion gegen Bundes- und Landesrecht. Mit Christian Drostens und Sandra Cieseks Konterfei als Amtssiegel. Gegen so viel Rebellion, ja da ist dann auch das kleine Düsseldorf machtlos und selbst der Bundesgesundheitsminister bekommt es bei so viel entschlossenem Tatendrang mit der Angst zu tun.. Ministerpräsident Armin Laschet wird mit sofortiger Wirkung Karnevalspräsident auf Lebenszeit, Josef Laumann sein Komparse. SO sieht moderne Pandemiebekämpfung aus! Pappnasen auf ewig zum Karneval, während verantwortungsvolle Herzoginnen und Grafen – äh Bürgermeister-/innen die Problemlösung selbst in die Hand nehmen.

Ganz Nordrhein-Westfalen ist von der Pandemiebeschleunigung bedroht?

Nein! Ein paar rebellische Bürgermeister-/innen und Landrät-/innen leisten Widerstand!

Deshalb: auf zur Kleinstaaterei!

Hat den Bogen raus: mit einem Urban Arrow durch die Stadt

Manchmal hat man Glück. Manchmal meldet sich jemand, wenn man etwas sucht. In einer Critical-Mass-Gruppe hatte ich gefragt, ob jemand in meiner Stadt auch ein Lastenrad mit E-Motorenunterstützung verleihen könnte. Und siehe da, es meldete sich jemand. GErda wohnt ja in Gelsenkirchen, der „verbotenen“ Stadt, der Weg dorthin ist für die Ausleihe schon immer weiter und langwieriger. Die Ausleihe in meiner Wahl-Heimatstadt bot die Möglichkeit, ein weiteres Modell, das ich noch nicht kannte, auszuprobieren.

Irgendwo muss man sein Auto ja parken können!

Es ist das Modell Urban Arrow eines niederländischen Herstellers. Hm, so ein ähnliches hatte ich doch schon? Ja, der ULF vom ADFC Unna, auch ein bakfiets von der Marke vanAndel. Doch auch wenn beide Räder aus dem selben Land kommen, eine ähnlich große „Wanne“ als Transportfläche haben, so sind sie doch verschieden. Beide sind für die Stadt, weniger für lange Touren gemacht – in Sachen Fahrkomfort gibt es aber einige Unterschiede. Das lässt sich auch feststellen, obgleich der ULF von van Andel im Gegensatz zum Urban Arrow keinen Motor hat.

Aufbau und Rahmengestaltung

Man sieht es auf den ersten Blick: ein wirklich sportliches Rad ist das Urban Arrow nicht. Der gesamte Rahmen hat dickere Rohre, der Einstieg ist tief, der Sattel leicht nach hinten geneigt. Wie beim klassischen Holland-Rad eben. So vergleichsweise leicht wie GErda aus Gelsenkirchen lässt es sich auch nicht anheben, wenn man mal ein Hindernis vor sich hat. An einem Tordurchgang muss ich das Urban Arrow regelmäßig anheben, weil es sonst auf der Kuppe am Boden aufliegt. Selbst der Gepäckträger besteht aus relativ dicken Streben und ist im Rahmen integriert. Je nach Größe der Greifringe an der Satteltasche passt aber eine Ortlieb-Tasche an diese kräftige Transportpferd.

Nicht unwichtig: ein Gepäckträger am Lastenrad – und wenn es nur für die Versorgungstasche ist.

Tiefer und deshalb bequemer Einstieg: Wie die GErda, das Packster 60 von Riese und Müller ist das Urban Arrow ein rockfreundliches Rad. Ein großer Pluspunkt. Was allerdings am Anfang irritiert, ist das hohe Dach, das in Richtung der/des Fahrer-/in zeigt. Manchmal bin ich mit dem Gesicht dagegen gestoßen. Jedes (Lasten-)rad ist eben anders. Trotz des vergleichsweise hohen Daches behält man aber während der Fahrt immer den Überblick. Denn die Sitzposition ist wie beim Hollandrad aufrecht. Der Lenker ist aber glücklicherweise nicht gar so hoch wie beim ULF, dem Lastenrad von vanAndel, was für ein angenehmes, fast hoheitliches Fahrgefühl sorgt. Jetzt bitte noch das königliche Wappen der Niederlande vorne drauf 😀

Alles im Blick: der Lenker mit Bordcomputer u.a. am Urban Arrow.

Jedes Lastenrad ist anders. Meistens fahre ich von den E-Lastenrädern, die leihbar sind, das Packster 60 von Riese und Müller mit Kettenschaltung, die GErda. Deshalb gab es bei der ersten Fahrt mit dem Urban Arrow wieder lustige Dinge zu erleben. Weil ich die Kettenschaltung gewöhnt bin, habe ich vor dem Anhalten mit dem Urban Arrow immer schön brav runter geschalten oder vor der Ampel hektisch schalten wollen. „Brauchst du aber nicht“ flüsterte mir daraufhin die NuVinci-Schaltung beruhigend zu. Ich musste schmunzeln. Diese Schaltung war gewöhnungsbedürftig – aber ich gewöhne mich immer wieder gerne und bald daran. Die Nu-Vinci-Schaltung reagiert intuitiv, stufenlos, das ist eine große Erleichterung beim Radeln. Für Zahlenfans und Statistik-Fanatiker*innen aber ein Graus (nee, nix gibt es da in Sachen Zahlenanzeige am mechanischen Display!)

Der Bordcomputer ist an sich übersichtlich gestaltet. Was mich aber immer verwirrt, ist die Einstellung der Unterstützung in die verschiedenen Stufen Eco, Tour, EMTB, Turbo. Im Gegensatz zum kleinen Display am Packster 60 muss man beim Urban Arrow auf der linken Lenkerseite die gewünschte Stufe drücken. An der Ampel anfahren… huch, warum geht das plötzlich so schwer? Hatte ich doch versehentlich den Motor ausgeschalten! 😉 Oder: hui, warum plötzlich die Sport-Unterstützung? Eine Sache, woran ich mich immer wieder gewöhnen muss. Nach der ersten Fahrt weiß ich aber wieder: Vorsicht beim linken Lenkergriff…. und es läuft ohne falsche Motoreinstellungen.

Hoch zulaufendes Dach: daran muss man sich immer wieder gewöhnen.

Einsatz des Urban Arrow : ein Lastenrad für die Stadt

Die Finanzierung der eigenen Waschmaschine lässt noch auf sich warten. Also trug das Urban Arrow für mich zuverlässig und sicher meine Wäsche zum Waschsalon.

Angekommen: Erst mal Kofferraumdeckel hoch und abladen 😉

Während die Maschinen arbeiteten, ging ich in der nahe gelegenen Kaiserstraße einkaufen. Das Schöne am Lastenrad ist ja: es passt viel rein. Ich muss mir keine Sorgen machen, etwas nicht sicher transportieren zu können. Einen Parkplatz finde ich auch immer. Unfassbar war jedoch an dieser Stelle Ecke Gerichtsstraße / Hamburger Straße in Dortmund ein Falschparker etwas weiter hinter dem geparkten Lastenrad. Ein SUV-Pickup auf dem Gehweg. Mit einer Dreistigkeit und Selbstverständlichkeit parkte er vor einer Werkstatt. Offensichtlich gab es was abzuholen. Als ich gegen 18.30 Uhr zurück kam, stand er immer noch da. Einzelne Passant*innen kamen noch durch – was aber nicht heißt, dass er dort zu parken hat!

Vollgeladen: 2 große Taschen mit gewaschener, nasser Wäsche und eine Tasche mit Supermarkteinkäufen.

Auch vollgeladen ließ sich das Urban Arrow super fahren. Kein Gewackel, kein Murren. Die „Wanne“ ist tief, so passte alles schön rein. Thema Dreistigkeit: als ich im Waschsalon die zweite Tasche mit der gewaschenen Wäsche holte, musste tatsächlich eine Passantin in die Ladefläche glotzen, das Regendach war ja offen. Nur gut, dass ich die erste Tasche schon vor das Lastenrad gestellt hatte, so dass es unmöglich war, einfach in die Ladefläche zu fassen! Gekaufte Lebensmittel zu stehlen… sollte eigentlich hierzulande nicht notwendig sein. Aber Deppen, die es unbedingt tun müssen, gibt es immer. Ein strenger Blick durch die Scheibe und mein baldiges Auftauchen draußen vor dem Waschsalon genügte, dass sich diese Frau verziehen musste.

Das Urban Arrow verzeiht sogar die blöden Unebenheiten, die es überall auf Deutschlands Straßen und Wegen gibt: selbst abgesenkte Bordsteine sind nicht wirklich eben. Aber wer will schon alle paar Meter absteigen und schieben? Als ich im Sommer für einen Abend in Nijmegen / Niederlande war, schaute ich zweimal auf den Boden, warum es kein Gerumpel gab und sich so schön und störungsfrei fahren hatte können!

Und ab nach Hause über den Gerichtsplatz und die Schleichwege. Das nächste zoom-meeting wartet
.

Fazit

Das Urban Arrow ist ein gute Kompromiß zwischen sportlichem Lastenrad und Hollandrad. Es liegt gut auf der Straße, läuft ruhig, ohne behäbig wie das Lastenrad von van Andel zu sein. Das Design ist trotz des sehr dicken Sattelrohres dennoch sportlich orientiert: das macht der bogenförmige Rahmen um die Transportfläche aus und wirkt jeder Behäbigkeit entgegen. Das Transportvolumen ist ordentlich, man muss aber beim Verladen von schweren Lasten aufpassen, dass man sich nicht „verhebt“, also im eigenen Bewegungsapparat keine Verletzung („Hexenschuss“ u.ä.) zufügt, weil man die Lasten tiefer in die Transportbox lassen bzw. abladen muss. Pluspunkt ist auch der Gepäckträger. Nicht nur, weil in der Coronakrise alle Kneipen zu haben und Bäckereifilialen früher am Tag schließen, habe ich meist mein eigenes Essen dabei. Das will ebenfalls verstaut werden. Außerdem muss nicht die neueste Speisekarte auf der frisch gewaschenen Wäsche landen…. Nachteil ist natürlich das höhere Gewicht, das ist klar. Ein Kaltblüter ist eben was anderes als ein kräftiges Reit- und Packpferd wie das Packster 60 von Riese und Müller. Vorteil ist natürlich auch, dass der Verleiher für mich leichter zu erreichen ist. Ich bin auch trotz mancher Nachteile und mancher gewöhnungsbedürftigen Eigenschaften gern mit dem Urban Arrow gefahren. Für die Miete in Höhe eines von mir gebackenen Kuchens gerne immer wieder. 🙂 Herzlichen Dank an den Verleiher !

Bogenförmiges Regendach, bogenförmiger Rahmen der Transportfläche: zusammen ein sportliches Design beim Lastenrad Urban Arrow.