Kein Zug mehr – doch es rollt: Nordbahntrasse Wuppertal

Am vergangenen Freitag war ich erstmals bei der Critical Mass Wuppertal dabei gewesen (http://www.talradler.de/ und https://www.facebook.com/CriticalMassWuppertal/?fref=ts). Auf ihren Seiten hatte die CM Wuppertal auch immer wieder von Aktionen zum Fahrradschrauben und -basteln am Mirker Bahnhof, der an der Nordbahntrasse liegt, berichtet. Doch wo lag der „Mirker Bahnhof“ in Wuppertal? Nordbahntrasse, hm? Es galt ein Stück mehr von NRW zu erkunden. Auf http://www.nordbahntrasse.de erfährt man die Theorie zur (nicht nur Mirker) Praxis.

Die Nordbahntrasse ist heute ein Rad-/Fuß- und Skaterweg auf einer ehemaligen Bahnlinie, die Wuppertal-Elberfeld mit den nördlichen Stadtteilen verbindet und Teilstück der ehemaligen Bahnstrecke Düsseldorf-Dehrendorf – Dortmund Süd ist. Als ich am Sonntag den 7. August 2016 dort unterwegs war konnte ich gar nicht so recht glauben, dass die Stadt Wuppertal (so beschreibt es die Wuppertalbewegung e.V. auf ihrer website) sich dem Projekt Nordbahntrasse zuerst verweigerte und dann nur zögernd mitmachte. Viele Menschen waren dort unterwegs, saßen am Wegrand auf Bänken und plauderten; ein friedliches Miteinander und ein Ausflugsziel vor der Haustür, das nicht viel kostet: das ist die Nordbahntrasse Wuppertal. Klar war (und ist) der Ausbau als Ausflugsziel nicht kostengünstig: die Bahnstrecke der Rheinischen Bahn war 1991 stillgelegt worden. Bis 2006 passierte dort nichts – was bedeutet, dass die Natur sich ungestört ausbreiten konnte. Der Weg war überwuchert gewesen von Pflanzen, in den Tunneln zogen manche Tierchen ein. Beim Bau des Rad- / Fuß- und Skaterweges mußten Kompromisse zugunsten der Fauna getroffen werden: so bleibt der Tunnel Tesche für Menschen geschlossen und ist Fledermaus-Revier, ebenso eine Röhre des Tunnels Schee. An anderer Stelle  komme ich noch mal auf die geflügelten Freunde der Nacht zurück.

Als Nicht-Kennerin des Wuppertaler Stadtgebiets (und weil ich während der Fahrt für die Navigation nicht ständig online sein will, v.a. wegen der Kosten) war ich zunächst verwirrt, wo ich starten sollte: waren doch die meisten Bahnhöfe entlang der Rheinischen Bahn ehemalige Bahnhöfe. Wo also losfahren?

Ein freundlicher Radfahrer (oder Radfahrerin) der CM gab mir per chat im Gesichtsbuch ein paar Tips. An dieser Stelle noch mal mein Dankeschön dafür! 🙂

 

Es ging  in Wuppertal-Vohwinkel los.Erste Disziplin: Gewicht heben. Wozu sollte die DB AG an der Unterführung zu den Gleisen auch eine Rampe bauen oder gar einen Aufzug, wenn am Ausgang (wo auch der P+R-Parkplatz ist) ein das Stadtgebiet komplett durchlaufender Radweg losgeht, bzw. durch geht? Haha.

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Rechts geht der Weg Richtung Solingen, links Richtung Wuppertal-Barmen, aus dieser Richtung war auch mein Zug gekommen gewesen. Ich hatte zuerst einen Schwenk nach rechts gemacht gehabt.Auf dem leeren Parkplatz eines Supermarkts spielte ein einzelner Hockeyspieler auf Rollerskates einen Tennisball gegen das Häuschen der Einkaufswägen. Ein seltsamer Anblick, denn Hockey ist ein Mannschaftssport. Wir kamen ins Gespräch. Er meinte, dass er keinen seiner Freunde/Bekannten dazu bewegen hätte können, hierher zu kommen.Interessant, dass es dieses Problem öfter gibt! Heute gibt es soviele Angebote an Veranstaltungen, Möglichkeiten zum Ausgehen, dass man gar nicht mehr weiß, wie und für was man sich entscheiden soll. Die wesentlich vielfältigeren Kommunikations-möglichkeiten machen es dem/der einzelnen nicht leichter: man sagt eben kurzfristig ab, ohne eine echte Begründung zu haben (wäre es oft nicht ehrlicher zu sagen: „ich hab keine Lust“ anstatt zu sagen „ich kann nicht“ oder : „ich hab keine Zeit“ ?) Und wäre es für den/die Befragte nicht selbst besser sich selbst zu fragen, warum man nicht kommen wolle? Es scheint gerade so zu sein, als ob die Anzahl der tatsächlichen persönlichen Kontakte (face-to-face) weniger wird, je mehr Kommunikationsmittel es gibt. Schade eigentlich. Selbst die noch so gut funktionierende Kommunikationstechnik (skype, chat und anderes, was über das Internet läuft) kann niemals den persönlichen Kontakt ersetzen, bestenfalls ergänzen oder, wenn es sich um geographisch weite Distanzen handelt, den Kontakt aufrecht erhalten.

So geht man eben alleine raus: zum Feldhockey-Spielen oder zum Radfahren. Ich verabschiedete mich und radelte los.

„Die Radfahrer werden sich heute auf der Nordbahntrasse stapeln. Ich habe mir vorgenommen, mal mit den Rollerskates die Trasse abzufahren. Aber ohne Schläger komme ich mir so nackt vor.“ (Zitat des Hockey-Spielers). Ich mußte grinsen. so geht es mir mit dem Rad, bzw. ohne mein Stahlroß.

Ja, auch manch andere(r) hatte die Idee, heute an diesem sonnigen Sonntag den 7. August 2016  rauszugehen… nach Tagen der Trübnis endlich wieder: Licht!

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..und an den Bahnhöfen mit Gastwirtschaften wurden es noch viel mehr Menschen…

 

Infotafeln säumen den Weg und informieren über die Geschichte der ehemaligen Bahn und die Bevölkerung, die direkt an der Strecke lebte (und lebt)..

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So wichtig war die Bahnstrecke einmal, dass die Bürgerinnen und Bürger schon  1953 einen zusätzlichen Haltepunkt Lüntenbeck forderten – und bekamen, indem sie ihn selbst errichteten.Nicht nur Güter wie Kohle oder anderes Material für die anliegenden Zechen wurden auf den Schienen dieser Bahnstrecke transportiert, auch Personenverkehr gab es.

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Heute rollt dort zwar kein Zug mehr, aber die Vielzahl der Menschen, die hier mit Rad, zu Fuß oder auf Rollerskates unterwegs sind zeigt, wie gut die Nordbahntrasse angenommen wird. Das Stadtgebiet Wuppertal ist bergig, radfahren macht nicht wirklich Spaß, ist nicht komfortabel (für Leute, die nicht ganz so fit sind) und auch nicht unbedingt für Kinder geeignet. Die Nordbahntrasse ist dagegen eine ebene Strecke, die streßfreie Sonntagsausflüge ermöglichen kann.

An dieser Stelle ist der Charakter der damaligen Bahnstrecke noch zu erkennen (ehemaliger Bahnsteig).Bauzäune sind immer wieder zu sehen. Auch wenn die gesamte Nordbahntrasse auf einer Streckenlänge von 23 Kilometern komplett befahrbar ist, sind noch Arbeiten nötig. Darauf weist die WuppertalBewegung auf ihrer website hin.

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Unübersehbar, auch heute, nach dem Rückgang der Industriellen Produktion: die Bahn im Dienste der Industrie und des Bergbaus. Ehemalige Bahngleise, die früher als Zubringer zu anliegenden Fabriken oer Zechen dienten, sind nun Wege und Zufahrtswege für die Nordbahntrassen-Besucher-/innen.

 

Auch aufgrund der Zufahrtswege zur Nordbahntrasse fühlte ich mich beim Radeln an den Radschnellweg 1  (RS1 Ruhr, Bericht hier: https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/05/17/ruhrgebietserkundung-heute-der-ruhrtalradweg-hattingen-essen/ ) erinnert. Ein Weg frei von Autos, mit Zufahrten-/Ausfahrten wie bei einer Autobahn. Und meist ist es ein entspanntes Miteinander von Fahrradfahrer-/innen, Fußgänger-/innen, Laufsportler-/innen und Skater-/innen. Nur breiter könnte der Weg sein… doch dann wäre die Nordbahntrasse wohl noch teurer geworden bzw. hätte die Stadt Wuppertal erst recht nicht mitgemacht. Auf ihrer Seite kritisiert die Wuppertalbewegung die Stadt Wuppertal für ihre Verhalten gegenüber dem Projekt Nordbahntrasse (alle Website-Adressen am Ende dieses Blogbeitrags). Die Sichtweise der Stadt findet sich ebenfalls auf einer unten genannten Adresse.

Das ist das verrückte am Ruhrgebiet. Dichte Besiedlung, oft geht eine Stadt in die nächste über, nur die Ortsschilder lassen erkennen, dass man nun in einer anderen Stadt ist. Entlang der Nordbahntrasse könnte man denken, man ist am Stadtrand Richtung Land unterwegs: Industriebrachen und viele Pflanzen säumen den Weg.

 

 

(…oder bin ich nun doch im Wald? Auch das hier sieht man am Wegesrand der Nordbahntrasse)

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Und dennoch: die Nordbahntrasse geht durch das Wuppertaler Stadtgebiet, von W-Elberfeld bis W-Barmen.

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..und wieder eine Ausfahrt auf der Nordbahntrasse.

 

Die Symbole der einzelnen (Fern-)Radwege sind: gelbes Symbol bedeutet „deutsche Fußballroute“, das grüne Viadukt-Symbol ist das Zeichen für die Nordbahntrasse. Das orange Schild bezeichnet den Bergischen Panorama-Weg.

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Pflanzen und Industriebrachen am Wegesrand.

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Die HALTESTELLEN der Rheinischen Bahn:

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in diesem Zusammenhang wirkt das Wartehäuschen kurios.

 

Na wenn kein Zug fährt, fahre ich eben selbst! Oder doch, einen Zug gibt es, zumindest einen stilisierten 😉

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aber… hey, da stehen doch zwei Fahrgäste!

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Oooh, ein Radweg, wildes Grün und Industriebrachen am Wegesrand…langweilig, denkt Ihr? Aber nein!

Die Nordbahntrasse bietet auch Action an… naja zumindest etwas (in der Hauptsache ist man doch hier, um sich zu erholen).

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Wooow, ich bin noch nie auf einem Radweg durch einen Tunnel gefahren!

Nur mit dem Auto…

Auch hier heißt es selbstverständlich: LICHT AN.

Bilder sind das eine, aber Videos können noch viel mehr die Atmosphäre fühlbar machen. Unter diesem Link kann man sich ein Video meiner Fahrt durch den ersten Tunnel (ab W-Vohwinkel gerechnet) ansehen:

https://www.dropbox.com/s/za390ngp8iajsrn/20160807_145945.mp4?dl=0

 

Komisch, wenn es dann plötzlich wieder hell wird…

Aussicht auf das Stadtgebiet.

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Eine wildere Haltestelle. Auch eine Art von Design.

 

Oh, an der Unterführung „Klausen“ gibt es sogar noch ein Gleis!

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Unterführung Klausen

Und genau darunter finden sich Bilder von Martin Heuwold (und anderen).

 

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Veröffentlichung aller Bilder an der Unterführung  Klausen  mit freundlicher Genehmigung des Künstlerischen Leiters Martin Heuwold.

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Bilder: Martin Heuwold (und andere). Fotografien: die Autorin

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Bild: Martin Heuwold.

 

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 Bild: Martin Heuwold (und andere).

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Bild: Martin Heuwold.

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Künstler(in) unbekannt.

 

 

 

Und dann war ich endlich angekommen am Draisinenbahnhof Wuppertal- LOH.

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Fahrradfreundlicher Fahrradständer (Parkplatz)

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Dort gibt es noch einen richtigen Bahnsteig. Auf Gleis 3 kann man kostenlos mit der Draisine eine Rundtour fahren.

Auf dem Bahnsteig hat die WuppertalBewegung außerdem ihren Infostand. Ich kam bald mit einer Dame und einem Herrn in ein nettes Gespräch. Nebendran im ehemaligen Bahnhofsgebäude gibt es das Café „Tacheles“, betrieben von ehrenamtlichen Mitarbeiter-/innen. Eine freundliche Atmosphäre und faire Preise erwarteten mich dort. An dieser Stelle ein herzliches Danke für die ehrenamtliche Arbeit !

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Zugang zum Café Tacheles vom Stadtgebiet aus.

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Eine Draisine unbesetzt im Bahnhof und einmal im Betrieb….

…mit fränkischer Firmenwerbung.

 

 

Wenn man sich eine Zeitlang am Wegesrand hinsetzt und lauscht, hört man verschiedene Sprachen. Die Nordbahntrasse wirkt als ein friedlicher Ort, an, dem verschiedene Menschen gut miteinander auskommen können. Das sei auch das Ziel des Projekts, so schreibt es die WuppertalBewegung auf ihrer website.

 

Gut gestärkt und erleichtert, weil die Sonne gerade nicht runterbrannte fuhr ich weiter Richtung Wuppertal-Nächstebreck (und Sprockhövel).

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Die Signale stehn auf GRÜN!

 

Noch einige TUNNEL sollten kommen.

 

Die letzten Ausläufer des Stadtgebiets Wuppertal. Es muß der Stadtteil Barmen gewesen sein.

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Der ADFC ist auch regelmäßig an der Nordbahntrasse vertreten.

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Die Haltestelle Wuppertal-Wichlinghausen.

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Neben dem Areal zum Turnen (und ich glaube auch, skaten) direkt am ehemaligen Bahnsteig ist W.-Wichlinghausen  einer der wichtigsten Punkte der ganzen Nordbahntrasse: schräg gegenüber dem Bahnsteig gibt es eine Skaterhalle („Wicked Woods“) und das Café Nordbahntrasse ( http://www.wichernhaus-wtal.de/index.php/berufliche-integration/beschaeftigungsangebote-fuer-alle-altersgruppen/cafe-nordbahntrasse ).

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Rechts im Bild (Ausschnitt): Skaterhalle und angrenzend das Café Nordbahntrasse.

An der Haltestelle W-Wichlinghausen ist erstmals auch eine Wiese, auf der man sitzen, plaudern, spielen oder toben kann.

 

 

Ob des schee is in Schee? Mal schauer…

(Ob das schön ist in Schee? Mal nachschauen…)

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Bisher fuhr man an Freiflächen vorbei, eben, manchmal bebaut mit ehemaligen Industriegebäuden oder Bahnhofshäusern, die inzwischen umgenutzt werden.

Jetzt: Szenenwechsel. Einen Zug, der hier durchfährt, kann man sich gut vorstellen. Die große Bauart einer Lok mit Waggons paßt zu diesen hohen, steilen Wänden. Als Radfahrer-/in ist man beim Durchfahren der Strecke doch beeindruckt, so klein kommt man sich vor… . Solange nichts herunterkommt und die Wände halten, kann man beruhigt vorbei radeln.

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Felsabschnitt Bramdelle

 

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Nach Wuppertal (wenn das Stadtgebiet dann mal zu Ende ist) öffnet sich die Landschaft und neben der Trasse sind nicht nur mehr Häuser, sondern auch grüne Hügel und Bäume zu sehen: Landkreis Ennepe-Ruhr (Autokennzeichen: EN). 23 km lang habe ich nun das Stadtgebiet Wuppertal durchquert.

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Dieser Wegabschnitt liegt im „Dolinengelände am Hölken.“ Für die geologisch Interessierten hier die Infotafel dazu:

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Endlich freie Sicht…

 

Doch die Klauen der Stadt reichen weit… noch ist man nicht ganz draußen. Der Haltepunkt Bracken ist gleichzeitig der Bahnhof Wuppertal-Nächstebreck…..

…..der einmal sehr bedeutend für die Bevölkerung gewesen war:

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Noch ein Relikt aus der aktiven Bahn-Zeit der Strecke:

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Und weiter geht´s….

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Bin ich plötzlich…
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…im Wald?? 😉

 

 

Uuuuaah, da soll ich reinfahren? Das sieht aus wie ein Gefängnis…. Die zwei Damen, die vor mir fuhren, waren ebenfalls nicht begeistert: es ist doch einige Grad kühler da drin. Ist aber ganz angenehm, wenn es sommerliche Temperaturen hat.

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Der Schee-Tunnel.

 

Neben dem Tunnel-Eingang: KEIN ZUGANG FÜR MENSCHEN.

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..ob die Fledermäuse Fans der Operetten von Johann Strauß sind?

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 In Schee endet die Nordbahntrasse. Danach kann man auf der Kohlebahntrasse weiter Richtung Hattingen fahren.

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STRECKENÜBERSICHT der Bahnlinien Rheinische Bahngesellschaft

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Die Zeichen ganz oben auf dieser Tafel werden mich ab jetzt begleiten (das müssen alles Bergmanns-Werkzeuge sein… wird Zeit für einen Besuch im Bergbaumuseum Bochum…)

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Das Bahnhofsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Schee. Schee sieht´s aus… Es ist in Privatbesitz, daher ist Betreten nicht erlaubt. Wer möchte schon, dass fremde Leute ins eigene Wohnzimmer reinlaufen…

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eine Uhr am  eigenen Haus…ist nicht verkehrt, finde ich. 🙂

 

Nach dem Bahnhof Schee geht es hier runter Richtung Hattingen. Die ganze Zeit hatte ich auch das Gefühl, an einem Fluß entlang zu fahren… doch hier war kein Fluß, sondern entweder pflanzliche Wildnis, Häuser oder Felsen oder – Autostraße.

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Es macht hier noch mehr Spaß, zu fahren… weil immer weniger Leute unterwegs sind. Richtig sausen ist nun möglich… (bei trüben Wetter ist die Nordbahntrasse wohl auch leerer als an diesem sonnigen Sonntag).

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Freie Sicht…

 

 

Dieser Wegweiser  (folgendes Bild) hat mich zuerst in die Irre geführt. Vor meinem Ziel Hattingen wollte ich Sprockhövel erreichen. Die Kohlebahntrasse wird von einer Landstraße (in Sprockhövel: Wuppertaler Straße) unterbrochen, gegenüber läuft sie weiter – doch nebenan geht die Straße in den Ort rein. Ich irrte fast 30 Minuten in Sprockhövel (es gab auch Ober-Sprockhövel, die Großstadt auf dem Land! 😀 herum, beobachtete eine Fußballmannschaft, die auf dem Sportplatz ihr Spiel beendet hatte und grade den Platz verließ, fragte zwei Passanten nach dem Weg… um dann doch wieder die Trasse zu finden. Schnauf. Es war schon später gewesen… Kurios in Sprockhövel: es gibt eine ehemalige Kirche, die nun ein Wohnhaus ist. Sie diente mir als Orientierungspunkt zusammen mit der Straße namens „Im kühlen Grunde.“ (es gibt ein furchtbares Volkslied mit ähnlichem Namen, dass mal ein Chor, in dem ich Mitglied gewesen war, gesungen hatte. Nun, diese schreckliche Erinnerung hatte auch ein Gutes: Der Liedtitel half mir, mir den Weg zu merken).

Ach ja und Bossel ist ein Stadtteil der Großstadt Sprockhövel. Der Name dieses Ortes wird mir erst mal in Erinnerung bleiben 😉

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 Schade, verpaßt… wäre bestimmt lustig gewesen....

 

 

Der LETZTE TUNNEL für heute.

 

In Hattingen angekommen, fuhr ich in Richtung Altstadt. Mithilfe der BVA-Karte, in der einzelne Straßen von Orten verzeichnet sind, fand ich zum Bahnhof. In Hattingen war der Startpunkt einer anderen Tour gewesen ( https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/05/17/ruhrgebietserkundung-heute-der-ruhrtalradweg-hattingen-essen/ ), so erkannte ich manche Ecken wieder.

Einflugschneise zu Hattingen:

 

 

Das ist das Schöne am Ruhrgebiet: der Nahverkehr ist gut vernetzt. Der Zug, bzw. S-Bahn fährt nach Essen, die Straßenbahn 308 (beide Haltestellen sind nur wenige hundert Meter voneinander entfernt) nach Bochum. Wieder konnte ich während der Fahrt die Orte Hattingen und Bochum nicht auseinanderhalten, weil die Besiedelung so eng ist.

Schön war es…und ein paar nette Menschen habe ich auch getroffen. Beim nächsten Mal möchte ich noch weiter fahren… dann hält mich auch das Fotografieren nicht mehr so lang auf 😉

 

 

 

Ein großes Lob an dieser Stelle!

http://nordbahntrasse.de/

  • Die Darstellung und Sichtweise der Stadt Wuppertal:

https://www.wuppertal.de/tourismus-freizeit/gruenes_wuppertal/trassen/102370100000154340.php

 

Verwendete Radwanderkarte:

https://www.fahrrad-buecher-karten.de/index.php/regionen/nordrhein-westfalen/ruhrgebiet-ost-fahrradkarte.html

 

Stadt Sprockhövel: https://www.sprockhoevel.de/

 

 

 

 

„Hergestellt für ALDI Mülheim an der Ruhr“

…und dann wird „Mülheim“ auch noch ohne „h“ geschrieben!

Meine Eltern waren Aldi-Süd-Einkäufer. „Mülheim an der Ruhr“ war für mich ein abstrakter Begriff, eine Stadt, irgendwo weit weg im Westen dieses Landes.

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder was vom „Radschnellweg Ruhr“ = RS1 gelesen. Heute wollte ich das fertige Teilstück davon einmal testen – und der RS1 beginnt in dieser Stadt „Mülheim an der Ruhr.“

Leider ist dieses Teilstück auf der KOMPASS-Karte (Verlagsname) nicht ausgezeichnet. Ich werde mir demnächst die Karte „Ruhrgebiet West“ vom ADFC besorgen müssen. Schön, dass der RS 1 gleich am Hauptbahnhof von Mülheim losgeht, Ausgang auf der Seite der Radstation.

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Die Radstation befindet sich links neben dem rondellförmigen Ein-/Ausgang zum Hbf Mülheim.

Wenn man meist in fahrradfeindlichen Städten gelebt hat, in denen die Radfahrerin und der Radfahrer als lästiges Insekt betrachtet wird, das man als AutofahrerIn am liebsten totschlagen möchte kann man kaum glauben, dass diese Auffahrt nicht für Autos, sondern für Fahrradfahrer gedacht ist (auch wenn sie für stinkende Blechkisten natürlich breiter sein müßte). Hier die Beschilderung am Beginn der Auffahrt zum RS 1.

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Die Auffahrt wie bei einer Auto-bahn, aber eben für FAHRRADFAHRER-/INNEN!

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Und dann der RS1. Nicht überall so schön breit und geräumig, dennoch… wenn man das zum ersten Mal sieht mag man gar nicht glauben dass es auch Wege gibt, auf denen Fußgänger-/innen und Fahrradfahrer-/innen genug Platz finden, damit es nicht ständig Krach gibt.

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Blick in Fahrtrichtung Essen.

 

 

Hier soll es einmal weitergehen… eine Durchquerung des gesamten Ruhrgebietes soll der RS1 einmal sein. Hoffentlich geht es bald weiter!

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Auf der Strecke.

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Links die aktive Bahnstrecke, der Radschnellweg 1 läuft hier auf einer ehemaligen Bahnlinie. Bahnfans, die hier radeln sei empfohlen, nicht nur die Fotokamera mitzunehmen sondern auch Werkzeug und wenn vorhanden, den Fahrradanhänger zum Elektroangetriebenen Fahrrad. Denn am Wegesrand befinden sich immer wieder alte Steine mit km-Angaben sowie eine alte Signalanlage. Das macht sich richtig schmuck im eigenen Bahnfan-Garten!

Ähnlich wie auf der Autobahn finden sich unterwegs Wegweiser. Allerdings im Boden eingelassen. Kluge Sache.

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Und das hier ist ein Beispiel für eine Ausfahrt.

Es ist auch bei stärkerem Radl- und Fußgängerverkehr wunderbar, auf dem RS 1 zu fahren. Man kann das Rad rollen lassen, ohne dass man ständig auf Hindernisse oder Abbiegungen achten muß. So bekommt man beim Radeln den Kopf frei, kann belastendes besser verarbeiten!

Auf den roten Quadern ist meist eine Bank angebracht. Und hier der Name der ehemaligen Bahnstrecke.

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im weiteren Verlauf ist der RS 1 leider nicht mehr asphaltiert, auch die Fußgängerspur fehlt. Aber gut, wenigstens ist er weiterhin ein einigermaßen breiter Weg.

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Vorbei am künstlich angelegten Niederfeldsee.

Wer sich für den ganzen Geologie- und Landschaftsbaukram interessiert, ist bei dieser Tafel richtig.

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Durch dieses rote Tor muß man fahren…

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Doch kurze Zeit später gibt es auf der rechten Seite des Sees 2 weitere rote Tore.

Ist ja schön, wenn so ein roter Rahmen konstruiert wird. Allerdings fand ich das verwirrend. Es sieht von vorne aus wie ein Tor, das man durchfahren kann. Eine Auffahrt führt dorthin.  Doch man kommt nur zu einer Aussichtspalttform. Das „rote Tor“ ist auf einer Art Aussichtsplattform und man würde gegen den Zaun prallen, würde man auf das Tor zufahren. Unterhalb des einen „Tores“ ist der Abhang zum einen Teil des Sees. Gegenüber am anderen Ufer ist der andere rote Rahmen. Könnte man glatt eine Seilbahn darüber spannen! 😀

Und dann ist auch schon wieder Ende mit dem RS 1... bzw. der bisherige Anfang. Kurz vor Essen…

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..und dann ist wirklich das Ende, bzw. der Anfang des Ruhrschnellweges 1 erreicht.

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Eine freundliche Radlerin, die mich Karte studieren sah gab mir Auskunft. Ich wollte noch wenigstens bis Bochum weiterfahren – denn die paar Kilometer auf dem RS 1 , das ist wirklcih ein Witz für Sonntag nachmittag. Ich sollte nach Essen-Steele fahren und dann würde ich den RuhrRadweg Richtung Bochum und Dortmund erreichen. Es hörte sich einfacher an, als es dann wirklcih war.

 

Die Wegemarkierung hörte an der Luegstraße auf.
Hier die letzte Wegmarkierung am Eingang der Luegstraße.

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Nach ein paar Mal Hin- und Herfahren war es mir dann zu blöd, noch weiter bergab ins unbekannte zu fahren, um dann doch wieder umzukehren. Die Wegeauskünfte von 2 Hundespaziergängerinnen waren nicht hilfreich. Gefrustet bin ich dann wieder zum Essener Hauptbahnhof zurückgekehrt (glücklicherweise ohne Stadtplan gefunden).Ich steige nicht gern in Essen Hbf ein, weil es nervendaufreibend ist, wer sich dort alles rumtreibt und die Wege für die Reisenden blockiert.  Auch das Navigationssystem des Mobiltelefons nutzte nichts, weil das verdammte Ding kein GPS-Signal fand. Wenn hier jemand aus Essen mit guten Fahrradwegekenntnissen diesen meinen Beitrag liest, darf sie oder er gern kommentieren und mir Tips für meine nächste Tour von Mülheim nach Essen auf demRS1 und dann weiter nach Bochum – Dortmund geben. Die Krux ist (mal wieder), durch die verdammte Stadt zu kommen.

Ich werde wohl in der nächsten Zeit ein ganzes Arsenal an (Fahrrad-)stadtplänen von Städten in NRW haben. Damit solche sinnlosen Irrfahrten von 1 Stunde nicht mehr sein müssen.

 

Das Projekt Radschnellweg Ruhr:

http://www.rs1.ruhr/radschnellweg.html

 

Die Petition für eine zügigere Umsetzung des Fortbaus des RS1:

Nur noch wenige Tage zum Unterschreiben! (1.05.2016 aktueller Stand)

https://www.adfc-nrw.de/aktuelles/petition-rs1.html