Umsteigen – immer gern? Stadt Dortmund wirbt mit Kampagne umsteiGERN für´s Radfahren in der Stadt

Im Frühjahr 2020 rief die Stadt Dortmund dazu auf, dass man sich melden solle. Die eigene Radfahr-Geschichte von Dortmund sollte in einer Kampagne erzählt werden. Die Coronakrise hatte den Start verschoben. Nun kann man in der ganzen Stadt auf Litfaßsäulen die neuen Models des Radverkehrs Dortmund bewundern.

Unser Oberbürgermeister macht es vor.

Oberbürgermeister Ulrich Sierau wirbt für das Rad als Alltagsverkehrsmittel. eigenes Foto

Auch ich habe überlegt, mitzumachen. Nach meinem Umzug im Frühjahr wohne ich auch in einem ruhigeren Teil der Nordstadt, so dass ich nicht jeden Tag beim Radfahren so viel Stress habe, wie es am Borsigplatz der Fall gewesen war. Meine Radfahr-Geschichte wäre kaum positiv ausgefallen, wie es diese Kampagne verlangt. Allerdings habe ich mich dann entschieden, die eigene Modelkarriere doch nicht zu starten. Wer nämlich als Botschafter* für umsteiGERN agiert, landet automatisch auf eben so einem Plakat wie ein gewisser Uli. Und das ganz ohne Modelmaße, Schminke, hochhackigen unbequemen Schuhen und ohne die neuesten Klamotten am eigenen Körper. Wow.

Warum ich auf den Ruhm, den „Fame“, zumindest als C-Promi verzichte?

Weil die Stadt Dortmund mit ihrer Kampagne umsteiGERN Werbung für etwas macht, das es nicht gibt. Es ist löblich, dass das Thema Radverkehr zumindest im Fokus der Verwaltung und auch der Politik steht, dass man z. B. den „Radwall“ entlang des Ostwalls bauen will. dass man das Thema immer wieder in Pressemeldungen verlauten lässt. Aber: Worten müssen zeitnah Taten folgen! Wer am Ostwall mit dem Rad fahren will, muss sich an zahllosen Auto-Parkplätzen vorbei mühsam durch den Parkplatzsuchverkehr von platzraubenden Blechkisten kämpfen. Das Radfahren dort macht keinen Spaß, weil man – anders als auf dem Plakat von Sebina behauptet, eben kein „Go and Go“ hat.

Leider oft ein Stop and Go statt Go and Go: der Radverkehr in der Stadt Dortmund.

Außerdem wollen auch Radfahrende zügig vorankommen und nicht ständig hinter stinkenden PKWs auf die Weiterfahrt warten müssen. Verkehrslärm inklusive. Absurderweise gibt es dann auch noch Einfahrt-Verboten-Schilder, bevor man den Brüderweg queren möchte, um Richtung Südwall bzw. Friedensplatz zu fahren. Streng genommen muss man, nachdem man den Abenteuerride des Autoparkplatzes erfolgreich überlebt hat, links auf den Gehweg ein Stückchen fahren, um die Ampel der Fuß- und Radfahrer*querung des Brüderwegs zu erreichen. Das Niveau des nächsten Spielelevels „How to survive as a German cyclist“ soll schließlich nicht in entspanntes oder gar freudiges Radfahren herabsinken. Das HighLevel konnte ich im August 2019 erleben, als ich bei Grün den Südwall von der Elisabethstraße kommend, queren wollte, um zum Stadtgarten zu gelangen. Ein Raser überholte die wartenden Autos und raste genau vor mir vorbei. Das Lastenrad ohne Motor, das ich dabei hatte, hatte mir wohl das Leben gerettet, weil ich mit diesem nicht so schnell auf die Straße treten hatte können. Körperlich unverletzt, war der Schock über so viel Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit groß. Die Wut über solche Arschlöcher und über einen schlampigen und völlig gleichgültigen Gesetzgeber und Bundesbenzinkanister – äh Verkehrsminister – bleibt. Außer dem Anruf der Polizei am nächsten Tag, dass die Anzeige eingegangen sei, habe ich nichts mehr gehört. Aber nein doch, Strafen wie in der Schweiz, den Niederlanden oder Dänemark wären viiieel zu unverhältnismäßig! Mit anderen Worten: dem Gesetzgeber sind nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer* scheißegal. Nicht der Raser/die Raserin ist schuld, sondern Ihr, weil Ihr keine depperten Protektoren an Armen und Beinen sowie eine Styroporhalbkugel auf dem Kopf getragen habt. Haha.

Ist nett gemeint, diese Kampagne. Aber bisher hatte kein-/e Politiker-/in und auch niemand aus der Verwaltung wirklich den Mut, wirklich was Wirksames für den Radverkehr zu tun. Außer Farbe auf die Straße zu pinseln, ist der Stadt noch nicht viel eingefallen. Ok, es gibt jetzt zwei Fahrradbeauftragte, deren Macht und Einfluß aber begrenzt ist. Die Angst vor den scheinbar vielen erbosten Autofahrer-/innen, die ihr (Vor-)recht durch #MehrPlatzfürsRad beschnitten sehen, ist leider zu groß. Rückgrat muss man eben haben. Stadtplaner Stefan Bendiks drückte es bei einem Vortrag im Baukunstarchiv Dortmund sinngemäß so aus: „zuerst schimpfen sie alle, weil sie nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt fahren und parken können. Aber dann merken sie, was los ist: dass man plötzlich Platz hat, um in Ruhe auf der Parkbank sitzen zu können und die eigenen Kinder spielen lassen kann, weil nicht mehr die Gefahr droht, sie könnten überfahren werden.“ Ebenso verhält es sich mit anständigen, weil genügend breiten Fahrradwegen, übersichtlichen Kreuzungen und auf den Radverkehr abgestimmten Ampelanlagen. Den „Toten Winkel“ gibt es nicht mehr. Aber nein, viiiieel zu anstrengend. Müsste man sein Hirn komplett anders strukturieren, anders denken, wenn das Auto nicht mehr das Alltagsverkehrsmittel ist.

Sport- und Spielplatz nur weiter draußen in abgesperrten Bereichen: in der Innenstadt wird immer noch zu viel Platz von Autos blockiert.

UmsteiGERN erinnert mich etwas an den Film (auf arte) einiger tschechischer Kunststudierender vor ein paar Jahren, die in einer Kunstaktion Werbung für einen großen Supermarkt gemacht haben. Ein gigantisches Einkaufsparadies sollte der „tschechische Traum“ sein. Werbeprospekte wurden gedruckt, es gab sogar einen Popsong für diesen Markt, große Werbeplakate waren in der Stadt zu finden. Am Tag der scheinbaren Eröffnung kamen viele Leute auf den Platz, einer der Kunststudierenden trat als Marktleiter auf – um das Einkaufsparadies zu enthüllen – und zu zeigen, dass es hier nur einen leeren Platz gab. Das ganze war nicht nur eine Kunstaktion, sondern auch ein Test, wie Leute auf Werbung reagieren würden. Auch hier wurde – wenn auch aus anderen Gründen – Werbung für etwas gemacht, was es nicht gibt. Der Stadt Dortmund rennt aber wegen der Werbung für umsteigGERN niemand die Bude ein. Dafür ist Radfahren im Alltag nicht gewöhnlich genug und nicht attraktiv. Man kann nur hoffen, dass nach der Kommunalwahl am 13. September endlich jemand die Eier hat, konsequent durchdachte Maßnahmen FÜR DEN RADVERKEHR IN DORTMUND durchzusetzen – damit wirklich viele Menschen vom Auto auf das Rad umsteiGERN.

Seite der Kampagne umsteiGERN der Stadt Dortmund hier.

Foderungskatalog von Aufbruch Fahrrad für die Förderung des Radverkehrs hier.

Zeit kann man nutzen, wenn man sie vorher einsparen konnte: das geht aber nur, wenn man in Dortmund die Schleichwege ohne Bettelameln und vielem Verkehr kennt.

Neues im Alltäglichen entdecken

Tagtäglich fährt oder läuft man daran vorbei. In der Eile oder aus Unachtsamkeit bemerkt man gar nicht, was hier eigentlich ist: Kunst im öffentlichen Raum, Kunst im Alltag. Bei den Dortmunder Spaziergängen und Radtouren kann man Kunst leibhaftig und lebendig erleben.

„Nordwärts“ ist das  auf 10 Jahre angelegte Projekt der Radtour-Serie, die am Donnerstag den 1. September zum 2. Mal stattfand.Die meisten besuchten Kunstobjekte sind Teil der „EmscherKunst.“Zumindest 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen.

 

In lockerer Atmosphäre fuhr man auf einer Strecke von 8 km durch die Stadt, lauschte dem Vortrag von Astrid Wendelstigh und konnte die Kunstwerke ansehen, manchmal sogar ausprobieren – und wurde dann auch überrascht.

  1. Station am Dortmunder U: Ah, wie gut dass wir uns vor dem Regenschauer in die Trinkhalle flüchten können!

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Die Trinkhalle. Einst errichtet nahe der Zechen, um die Arbeiterinnen und Arbeiter mit alkoholfreien Getränken zu versorgen, entwickelten sich die „Büdchen“, die „Kioske“ oder „Spätis“ zu soziokulturellen Zentren der Gesellschaft.

Doch die Künstlerin Lena Dues spielt uns einen Streich: hier ist gar keine Trinkhalle 😉 Sie hat die Fähnchen selbst als Kunstobjekte gestaltet. Die Fähnchen sind nur Schmuck, kein Kiosk ist hinter den Fähnchen, sondern ein Büro. Auf dem Platz vor der „Trinkhalle“ stehen die orangen Container, die Informationspunkte für die Emscher-Kunst (bis 18 Uhr geöffnet) sind.

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Container im Regen

 

Die Radtour zur Kunst im öffentlichen Raum geht weiter um das Dortmunder U herum. Zwei Feuerwehrautos stehen davor, doch die Atmosphäre ist entspannt (wohl nur eine Bereitschaftstätigkeit heute, noch kein Einsatz). Bei der Tour und anhand der alten Wegeweiser wird klar, wie groß das Gelände der ehemaligen Union-Brauerei Dortmund überhaupt ist… wir biegen ein in eine Nebengasse, die sehr heruntergekommen wirkt, ihr Name „Übelgönne.“ Woher wohl dieser Name kommt… Wildes Grün sprießt am Wegesrand und aus Mauerritzen , Autos parken auf einer Seite. Fast unscheinbar wirkt das 2. öffentliche Kunstobjekt, das man im Vorbeifahren fast übersieht: die „Knutschecke“ von Holger Küper.

Großformatige Bilder von küssenden Paaren sind auf der Backsteinmauer zu sehen, allesamt mit Personen aus Dortmund (wer mag, kann sich auch von vom Künstler fotografieren lassen). Der Künstler will diesen häßlichen Ort in einen Liebes-Ort verwandeln, Licht und Sorglosigkeit hineinbringen, wenigstens für wenige Augenblicke den Geist in eine Traumwelt versetzen.Den Alltag eine Zeitlang vergessen – und ein Lächeln im Gesicht haben, das soll die Betrachterin oder der Betrachter der „Knutschecke“ empfinden.Eine schöne  Sache und in seiner Art der Gestaltung paßt das Werk gut in diese Gasse namens „Übelgönne.“  Jede(r) sollte jemanden zum Küssen haben, meint Holger Küper – ein schöner Plan.

Leider gibt es auch Leute, die unnötige Symbole auf die Kunstwerke schmieren müssen. Sie sind nicht Teil des Werks von Holger Küper. http://www.emscherkunst.de/knutschecke/

 

Die Fahrradhäuschen sind Bestandteil in vielen Stadtteilen Dortmunds (http://www.vcd-dortmund.de/cms/front_content.php?idcat=23 ). Wenn sich genug Interessierte finden, kann ein neues Haus aufgebaut werden, wo man sein Fahrrad sicher lagern kann. Dafür fällt eine geringe Jahresgebühr an. Nicht in jedem Wohnhaus gibt es sichere und gute Abstellmöglichkeiten für das Rad.

Die Studentin der Kunstakademie Münster, Lioba Knape hat so ein Fahrradhäuschen mit Kupferplatten eingekleidet, Arbeitstitel ihres Werks „CU“ („see you“ oder auch die englische Aussprache des chemischen Elements Kupfer). Ohne den Vortrag von Astrid Wendelstigh wäre man wohl an dem Kunstwerk vorbeigefahren, weil die Kupfereinkleidung die selbe Farbe hat (wohl auch durch Umwelteinwirkung entstanden) wie alle Fahrradhäuschen auch. Ein Schild erinnert daran, dass es sich bei der Einkleidung des Fahrradhäuschens im Unionviertel nahe der S-Bahnstation Dortmund West (Lange Straße/Sternstraße) um ein Kunstobjekt der „EmscherKunst“ handelt.

Laut der Künstlerin sollen alle Spuren des Alltags auf dem Kupfer festgehalten und später auf Papier übertragen in eine Ausstellung gebracht werden; das Kunstwerk ist ein Experiment zwischen Alltagsgebrauch, Architektur und Kunst. Wer hier drauf sprüht oder malt wird wohl nicht damit rechnen müssen, dass der städtische Reinigungstrupp kommt und die „Fettecke“ wegputzt…….

Das 4. öffentlich zugängliche Kunstwerk würde man auch übersehen, weil es zum einen unscheinbar ist, zum anderen an der stark befahrenen Rheinischen Straße liegt.Der Künstler und Produktdesigner von z. B. Lampen, Samuel Treindl hat zwei übrig gebliebene Buchstaben einer Leuchtreklame genutzt, „ö“ und „l.“ Früher wurden hier wohl einmal Möbel verkauft.Samuel Treindl ergänzt diese Buchstaben zu Vögel. Für nichts wird hier geworben, nichts wird verkauft, denn das Ladenlokal gibt es längst nicht mehr, das Haus ist heruntergekommen, es gab keine Intervention, keine Erneuerung, Das neue Wort liefert keine Information. „Ich schaue in den Himmel und sehe Vögel.“ So einfach kann Kunst sein. Wer dieses Werk nicht kennt, wird sich über das Wort „Vögel“ wundern, im Vorbeifahren wird man es aber nicht als Kunstwerk wahrnehmen.

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Haus Rheinische Straße 131: „Vögel“

Irgendwie zum Schmunzeln, andererseits kommt man nciht umhin sich zu fragen, warum nicht wenigstens  ein paar Sachen an der Fassade neu gemacht wurden. Die Sinnlosigkeit des Wortes „Vögel“ ist Programm, fast eine Art von Dada.

 

Die nächste Station gleich einem monströsen antiken Tempel, der im Laufe der Zeit dunkel und unbegehbar geworden ist: das alte Hoesch-Verwaltungsgebäude (ehemaliger Firmensitz der Union AG für Berbau, Eisen- und Stahl-Industrie in Dortmund). Über dem Eingangsportal steht in grünspan-gefärbten Kupferbuchstaben:

„Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“

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Die koreanischen Künstlerinnen Eu Sun Ko, Hyuna Kang und Shinah Lee wollten diese altmodische pathetische Sprache, die nur an die Leistung von Männern denkt, so nicht hinnehmen. Kurzerhand entwarfen Sie eine Postkarte, bei der man durch leichte Verwacklung den Satz lesen kann:

Es lobt die Frau die Arbeit und die Tat.

Die Arbeit der Frauen ist auch zu würdigen, nicht nur die der Männer.

Was mit dem Gebäude nun geschehen soll, nachdem es ein Schweizer Investor gekauft hat, ist noch nicht sicher.

 

Stadtauswärts fahren wir weiter, die Dorstfelder Allee entlang. Im Hintergrund sieht man zwei Brücken für die Autobahn sowie die Stadtbahn. Beide sind aber nur das Hintergrundrauschen für die Kunstwerke.

Was soll das denn sein? Ein Hinkelstein von Obelix auf 4 Füßen?

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..ob darin goldene Schätze zu finden sind? „Zur kleinen Weile“ vom Künstler*kollektiv raumlabor

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Ein rätselhaftes Kunstwerk.So wie es mitten in der Landschaft am Wegesrand von der Straße und Radweg steht, fällt der große Stein auf. Die Neugierde treibt die Besucherinnen und Besucher dann doch hinein in den goldenen Innenraum. Es ist überraschend und angenehm hell da drin. Licht, Wärme und Schutz soll den Leuten in der „kleinen Weile“, wie das Kunstwerk heißt, vermittelt werden. Durch die goldene Farbe und die Öffnung oben ist es erstaunlich hell da drin.Aber Wärme und Schutz habe ich da drin nicht empfunden. Es ist eher ein eher banges Gefühl, weil man nicht weiß, wo die Wand beginnt und der Boden und Grund aufhört. Ein jüngerer Besucher konnte einem Bahnradfahrer gleich im Kreis herumrennen. Die eigene Stimme klingen wie… im Weltraum, wie in einem Popsong, bei dem die menschliche Stimme elektronisch verzerrt klingt. Heimelig klingt das nciht. Kein Gefühl der Bedrohung oder Angst, ber auch kein heimeliges Gefühl. So bleibt man auch nur eine „kleine Weile“ in diesem Kunstwerk, bevor man wieder herausklettert.

 

 

Das letzte Kunstobjekt der Tour würde man als Radler-/in übersehen, wenn man nicht gerade auf Kunst-Tour ist. Einem Steg am Fluß oder See gleich führt das Werk „Kunstpause“ durch einen Haselnußhain, den sonst nur überzeugte Haselnußfans kennen. Tatsächlich befindet sich unter der Stadtbahn- und Autobahnbrücke  eine Art kleines Haselnußstrauch-Wäldchen. Und tatsächlich: nachdem man durch den Haselnußhain gestreift ist, kann man sich wie an einem Flußufer auf Holzstufen niederlassen. Pause von der Kunst oder Kunstpause, also mal keine Skulptur, kein Bild ansehen?

 

Mit der „Kunstpause“ endete die Radtour „Nordwärts“ im Rahmen der EmscherKunst 2016 in Dortmund. Es hat Spaß gemacht, mitzufahren und neue Ecken der Stadt sowie Kunstwerke zu entdecken, die man sonst übersehen hätte. Es muß nicht immer alles gefallen, wichtig ist, dass man sich immer wieder aufmacht und neugeirig bleibt, was es in der eigenen Stadt so gibt und was passiert. Offenheit und Neugierde machen eine Stadt und die darin lebenden Menschen lebendig und können positiv auf die Zukunftsgestaltung wirken.

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Kunst im öffentlichen Raum: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund bietet mit Frau Dr. Rosemarie E. Pahlke regelmäßig geführte Spaziergänge und Radtouren an. Heute hat Astrid Wendelstigh von der Initiative „VeloKitchenDortmund“ die Tour geführt. Herzlichen Dank dafür!

http://www.kunst-im-oeffentlichen-raum.dortmund.de

http://www.emscherkunst.de

http://www.velocityruhr.net

Alltagsbeobachtungen III

Bild: S. Schomäcker.

Vorgestern, Samstag der 14. Mai 2016.Ich bin auf der Heimfahrt vom Einkaufen. Neben den „üblichen“ nervenden Glasscherben auf den Wegen (die Leute, die Glas zerdeppern sollten zur Strafe mind. ein halbes Jahr lang zum Kehren der Straßen und Wege verdonnert werden!) sind es manchmal auch die Straßenbahnschienen, die eine Radlerin nerven. Vor einigen Jahren schon hatte ich eine erste Begegnung in Nürnberg damit. Mir zog es den Reifen rein, es war auch noch dunkel, weil es im Winter nunmal früher dunkel wird. Es kam grad keine Straßenbahn. Diesen Schrecken habe ich glücklicherweise überwunden. Spaß macht es dennoch nicht, wenn man auf der eigenen Strecke Straßenbahnschienen hat.

Ich fahre also die Straße entlang. Es sind nur ein paar wenige hundert Meter, die ich an den Schienen entlang fahre. Diese Straße ist schon allein so eng, dass ich der Bahn nicht ausweichen kann, Radwege: Fehlanzeige. Dann kommt auch noch ein Scherbenhaufen in meine Spur (also der lag schon da). Der Straßenbahnfahrer klingelt,  weil ich ihm natürlich zu langsam fahre. Dabei ist die Entfernung zwischen diesen Haltestellen wirklich nicht groß. Doch auf den Straßenbahnfahrer wartet noch ein größeres Hindernis, das sich außerdem gerade NICHT bewegt: ein genau an der nächsten Haltestelle parkendes Taxi. Knurr. Auch für mich ein Hindernis. Jetzt wird die Straßenbahnklingel schrill. Ich umfahre das nervige stehende Taxi galant und biege wie gewohnt rechts in den Platz ein, der der Haltestelle den Namen gibt. Doch wenn man glauben würde, jetzt in Ruhe weiterfahren zu können: Fehlanzeige. Wieder sind es  Taxis, die nerven. Diese Blechkisten parken legal um den Platz herum und warten auf Kundschaft. Das wäre alles nicht so tragisch – wenn genug Platz wäre! Denn es ist kein Platz. Ein „Radfahrstreifen“, der von sich aus schon nichts taugt, weil er viel zu schmal ist, läuft entlang der Taxi-Parkbuchten.

Es geht eine Fahrertür eines Taxis auf. Wie gut, wenn man noch nicht zu schnell fährt und rechtzeitig bremsen kann! Ein ander Mal steht die Taxifahrer-Baggasch einfach neben ihren Fahrzeugen herum – AUF DEM RADFAHRSTREIFEN. Ich hatte sie daraufhin weggeklingelt. Haaalllooooo! Ihr STEHT  AUF DEM RADFAHRSTREIFEN!!! UND Ihr seid nicht alleine auf diesem Platz!

Bisher gab es keinen Zusammenstoß. Aber dieser Platz kostet Nerven, sinnlos Nerven. Wenn auch nur die Hälfte der Taxis hier parken dürfte, wäre die Situation entschärft. Aber so… die Verkehrsregelung mit den „Radfahrstreifen“ und den Taxibuchten trägt nicht dazu bei, dass es ein gutes Miteinander im Straßenverkehr gibt. Es ist auch nciht ersichtlich, warum gerade an diesem Platz sooviele Taxis parken müssen.

Manche Leserin oder Leser mag über solche Vorkommnisse erschrecken und vom Radfahren in der Stadt abraten. So Rad zu fahren ist definitiv kein Spaß. Aber: weshalb sollte man sich das Radfahren von anderen verbieten lassen?? Man hat genauso ein Recht, die Straßen zu benutzen (und die gleiche Pflicht, Regeln zu beachten).

Auf diese Art und Weise Rad zu fahren erfordert zweifelsohne eine gute Übung im Radfahren, um deartige Hindernisse mit Coolness zu parieren. Denn Radfahren heißt nicht nur, sich auf dem Fahrrad halten zu können, sondern auch, mit dem Verkehr fertig zu werden (wie als Autofahrer-/in auch).

Was erschreckend und auch erstaunlich ist: dass große Teile der Bevölkerung es als selbstverständlich hinnehmen, dass es für   Fahrradfahrer-/innen diese Hindernisse gibt. Diese Menschen machen sich nicht im Geringsten Gedanken, was Radfahren in der Stadt bedeutet.Einfach nicht radfahren und sich „raushalten“ ist eben einfacher. Spätestens bei einem Verkehrsunfall Fußgänger-/in vs. Autofahrer-/in werden sie dann erst wach und die Situation schmerzhaft bewußt, wie eingeschränkt man von hauptsächlich dem Autoverkehr wird. Sich FÜR DAS RADFAHREN zu engagieren (z. B. bei Initativen wie „I Bike Nbg“ oder RadFairkehr oder dem ADFC) kostet eben Kraft und Zeit. Würden Autofahrer-/innen jeden Tag ständig solche Hindernisse bewältigen müssen (in der Fahrbahn parkende Autos, grobe Glasscherben oder sehr dicke Nägel, die auch Autoreifen schädigen) würde sofort Alarm geschlagen. Dutzende von Beschwerden würden an die Stadtverwaltung gehen und man würde fast postwendend nach Lösungen suchen und diese auch sehr bald umsetzen.. Beim Radverkehr wird dagegen im Schneckentempo gearbeitet. Sehr, sehr traurig – und kurzsichtig.

Der für das Frühjahr 2016 angekündigte Fahrrad-Stadtplan ist immer noch nicht erschienen. Und wir haben jetzt Mai !! 2016!!!

Offener Brief zur Sendung: „Ritzelzähler und Warnwestenträger“ von Ralf Homann in der Sendereihe „ZündfunkGenerator“ auf Bayern2Radio

Betrifft: Sendung „ritzelzähler und Warnwestenträger“ von Ralf Homann

in Bayern2Radio, Sendereihe Zündfunk Generator

Sendung: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/politik-gesellschaft/argumente-gegenfahrradfahren-100.html

 

Sehr geehrter Herr Homann,

Ihre Haltung gegenüber den Fahrradfahrer-/innen und dem Radverkehr ist kurzsichtig und unreflektiert. Sie versuchen, Fußgänger-/innen gegen Radfahrer-/innen auszuspielen. Das ist dumm und vor allem: sinnlos und unfair. Die Argumente, die Sie gegen das Radfahren aufführen, sind Wasser auf die Mühlen der AutofahrerInnenlobby. Das haben Sie sich wohl nicht bewußt gemacht, bevor Sie mit der Sendungsplanung begonnen haben.

Ich kann nur erahnen, warum Sie wirklich gegen das Radfahren sind. Ich sage jetzt nicht was ich Ihnen gegenüber als erstes gedacht habe als Sie wörtlich in der Sendung sagten: „…deshalb: Radfahrer raus aus der Stadt.“ Da kommt mir echt das Kotzen und wütend macht es mich auch. Dann treten Sie doch den Stadtplanungsverantwortlichen in Dänemark und Holland gegenüber! Sind Sie so mutig gegen diese Leute, die für einen erfolgreichen Radverkehr IN DER STADT gesorgt haben, mit Ihren Argumenten entgegenzutreten?? DAS möchte ich als überzeugte Fahrradfahrerin (gendern ist übrigens nicht verboten, nur so nebenbei) und ADFC-Mitglied sehen und hören!!!

Möglicherweise nervt Sie an den Radfahrer-/innen manches miese Verhalten wie das Sich-Zwischen-FußgängerInnen-Durchschlängeln, auf dem Gehweg fahren oder knapp vorbeisausen. Weil Sie meist Fußgänger sind. Das nervt mich als Fußgängerin an manchen Radler-/innen auch. Aber woher kommt es? Nicht unbedingt daher, dass vielen RadlerInnen die Fußgänger egal sind. Man muß genauer hinsehen. Oft liegt es daran, dass die Wegführung für RadfahrerInnen derart ungünstig sind dass man gezwungen ist, zumindest ein paar hundert Meter lang auf einem Gehweg auszuweichen. Verlangen Sie mal von AutofahrerInnen ständig, dass sie eine Umleitung, die einen wesentlich längeren Weg und damit mehr Zeitbedarf bedeutet, IMMER fahren zu müssen. Da wäre das Geschrei groß.

Es ist auch schwach, dass Sie nur eine Studie aus der Schweiz zitieren. Im Sendegebiet des Bayerischen Rundfunks und im Rest der Republik befinden wir uns nicht in der Schweiz. Daher kann diese Studie für Städte in Deutschland kaum oder gar nicht herhalten. Und der wahre Grund dafür, dass junge Leute in der Schweiz die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen liegt weniger (oder gar nicht) daran, dass diese NutzerInnen öffentlicher Verkehrsmittel so gern Straßenbahn oder Bus fahren. Es liegt nur daran, dass sie kostenlos WLAN nutzen können. Und der Vertreter dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts für Fußverkehr muß mächtig viel Zeit haben, wenn er für das Zu-Fuß-Gehen plädiert. Und immer einen Diener oder Dienerin, die oder der ihm die Sachen hinterherträgt. Nichts nervt mehr, wenn man z. B. Seine Einkäufe von der Haltestelle nach Haus schleppen muß. Außerdem ist man als NutzerIn öffentlicher Verkehrsmittel immer von einem Fahrplan und Abfahrtsort abhängig. Das nervt und kostet sinnlos Zeit.

Bevorzugen sie wirklich öffentliche Verkehrsmittel und Fußgänger-Sein?? Also volle Bahnen, stickige Luft und oft genug unfreundliche und boshafte andere Fahrgäste, die immer was zu nörgeln haben?? Ich nicht! Ich bin heilfroh, wenn ich mal nicht die Straßenbahn oder Bus nehmen muß! Und manchmal fehlt einem auch das nötige Kleingeld für öffentliche Verkehrsmittel (schwarzfahren ist auch keine Alternative).

Wer wenig Geld hat nimmt sich bei längerer Abwesenheit von zuhaus was zu Essen mit – und das ist ein Stück Gewicht, dass das Fahrrad besser trägt in der Satteltasche als der Rücken (auch wenn man das Rad mit eigener Kraft vorantreiben muß).

Heute abend werde ich im Nachbarort ein Laientheater besuchen. Die Nahverkehrsverbindung zeigt mir 7 Laufminuten an. Das dauert mir zu lange, weil auch nicht gesagt ist, ob ich es gleich und damit rechtzeitig finde (in diesem Ort ist idiotischerweise heute noch die Veranstaltung „Autofrühling.“) Nach dem Theaterstück werde ich dank Fahrrad schneller beim Bahnhof sein – und nicht zu selten habe ich oft noch einen früheren Zug dank Fahrradfahren bekommen und mußte keine Stunde dumm an einem blöden (Provinz)bahnhof rumsitzen. Radfahren ist sinnvoll, auch weil es ein guter und immer vorhandener (weil fahrplanUNabhängiger) Zubringer zum Bahnhof ist.

Wohl haben Sie sich nur Gedanken gemacht, was Sie an Radfahrer-/innen nervt. Warum machen Sie sich nicht Gedanken darum, was Sie an AutofahrerInnen nervt?? DAS Verhalten von Autofahrer-/innen ist wirklich nervend und oft genug auch tödlich!! Denn AutofahrerInnen sind die stärksten Verkehrsteilnehmer-/innen – und sollten sich gerade dies bewußt machen, um eben NICHT andere zu gefährden. Wie oft bin ich als Radfahrerin schon aus dem Autofenster heraus angeschrien worden. Leider hatte ich aufgrund der Überraschung keine passende Gegenwehr bereit. Der Polizei, vor allem der bayerischen ist das scheißegal. Auf die kann man pfeifen. Den Schaden, manchmal den körperlichen aber vor allem den psychischen hat die oder der Radfahrer-/in. Im Laufe der Jahre läßt sich eine Radikalisierung als Radfahrerin nicht vermeiden, vornehm ausgedrückt (wobei ich auch genug anständige AutofahrerInnen kenne).

Es wird immer nur auf die RadfahrerInnen geschimpft, als ob es nur rücksichtslose Fahrradfahrer-/innen gäbe. Es muß endlich in die Köpfe rein dass a)die rücksichtslosen Radfahrer-/innen auch andere RadlerInnen nerven und b)es keine Allgemeinverurteilung geben darf.

Und noch was zum Erscheinungsbild des Radfahrers (meist ist dieser männlich bei dieser Sache), das Sie kritisieren:

  1. Es wird auch in Radfahrer-/innenkreisen gern mal über die Funktionskleidungs-Träger gespottet. Eigentlich ist diese Kleidung für lange Distanzen des Radfahrens gedacht, also für Rennen oder Radreisen. Es sieht – da gebe ich Ihnen recht – seltsam aus, wenn solche Leute dann die Kleidung auch im Alltag tragen. Ist eben eine Frage, in was man sich wohlfühlt oder ob man meint, einem vermeintlichen Trend folgen zu müssen. Ich schmunzel drüber. Die müssen auch Geld haben, denn diese Kleidung ist teuer (und nicht unbedingt umweltfreundlich, weil Kunststoff) – was dafür spricht, dass eine bestimmte Gesellschaftsgruppe diese Kleidung gern trägt. Kleine Anekdote: bei einer Radtour durchs Schwarzatal in Thüringen wurde ich öfter verwundert (vielleicht sogar entsetzt) angeguckt, weil ich – ach KEINE Funktionskleidung – trug. Haha. Weil ich mich nach einem kurzen Ausprobieren von Funktionskleidung vor 10 Jahren dann doch für ’normale‘ Alltagskleidung entschieden habe: weil ich mich darin eben wohler fühle.
  2. Die ganzen Nerds wie Fixie-Fahrer (meist männlich) : man kann sie belächeln, über sie lästern. Ich war letztes Mal selbst in so einem Nerd-Laden, aber nur deshalb, weil dieser Laden im Auftrag einer Initiative ein Lastenrad verleiht. Sie werden es nicht glauben: manche dieser Nerds schauen auf solche schnöden und einfachen Radlerinnen wie mich herab. Doch es kümmert mich nicht. Ich sehe sie als gleichberechtigte an, weil sie ebenso für das Radfahren sind wie ich, manchmal sogar noch extremistischer. Es gilt eben das Nürnberger Sprichwort: „Der Herrgott hat ann großn Diergaddn.“ (Der Herrgott hat einen großen Tiergarten).

 

Außerdem: Fahrradfahrer-/innen SIND UMWELTFREUNDE UND -FREUNDINNEN. Auch wenn ein asphaltierter Weg auch schöner zu befahren ist als ein „naturbelassener Weg.“ Ein Radweg versiegelt weniger Fläche als eine Autostraße! Gut, über die Mountainbikerei kann man diskutieren, ob man jetzt unbedingt in den Bergen mit dem Rad rumfahren muß. Ich selbst fahre kein Mountainbike.

Gerne dürfen sie Fahrradfahrer-/innen kritisieren, Herr Homann. Aber dann bitte mit fundierterer Recherche und ohne verschiedene Gruppen – wie hier Radfahrer-/innen gegen Fußgänger-/innen – gegeneinander auszuspielen. Gut ist, dass Sie eine Vertreterin des ADFC mit in den Beitrag genommen haben.

Tip: fahren Sie doch mal mit einem ADFC-Mitglied durch Ihre Heimatstadt. Sie werden die ganze Vekehrslandschaft mit komplett anderen Augen sehen. Für die gute Hose oder den guten Rock gibt es ganz un-nerdige Schtzmöglichkeiten von der Kette. Und Sie müssen auch nicht das schleppen, was Sie dabei haben.

Mit freundlichem Fahrradgeklingel

Angelika Steger

Stadtgebiet Jena: Wo es beim Radverkehr noch kräftig hakt! Teil 1: Gebiet Haltestelle Burgau.

Heute starte ich meine Serie mit Bildern, wo es im Stadtgebiet Jena noch kräftig hakt in Sachen Radverkehr. Eine Stadt, die sich „Universitätsstadt nennt und eine Kampagne „Schritt für Schritt“ hat, die umweltfreundliche Mobilität propagieren soll… wohl haben die InitiatorInnen da nur an die Straßenbahn gedacht (auf einer der Bahnen kann man die Werbung lesen inkl. der Lokalprominenz, die wohl das Aushängeschild sein soll dafür). Sehr kurzsichtig, nur an Bus und Straßenbahn bei der „umweltfreundlichen Mobilität“ zu denken!

 

Haltestelle Burgau. Hier laufen mehrere Buslinien und Straßenbahnlinien zusammen. Der Radweg, vom Gebwerbegebiet Göschwitz, bzw. von Lobeda kommend, endet abrupt vor der Haltestelle. Es bleibt dem /der RadfahrerIn nichts anderes übrig, als in die Haltestelle „hineinzufahren“ und die wartenden Fahrgäste ohne es zu wollen, zu nerven. Warum hat da keiner an eine vernünftige Umgehung der Haltestelle gedacht?

Nicht wundern übrigens über das in verkehrt herum aufgezeichnete Rad. Es ist hier Radverkehr in beiden Richtungen erlaubt.

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Ein paar Meter weiter stadtauswärts der nächste Nonsense. Hier wurde wieder nur an die Straßenbahn gedacht. Stelle mal einer mitten in eine Autostraße einen Brückenpfeiler, was da für ein Theater wäre! Aber das blöde Ding hat seltsamerweise nirgendwoanders einen Platz. Ganz toll.

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Der Weg selbst hat eine holprige Beschaffenheit, der rote „Lack“ hat Risse wie eine abgegriffene Ledertasche.

Und dann an der Biegung, wo die Straßenbahn einmal Richtung Gewerbegebiet Göschwitz (rechts rum) und Lobeda (geradeaus) fährt, hört der Weg plötzlich auf. Hm?

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Ja, das weiß ich auch, dass der Weg nach Lobeda entlang der Gleise genug breit für Fußgänger und Radfahrer ist. Dennoch: das ist kein Zustand, ein einfach abrupt endender Radweg.

 

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Ein weiteres „Meisterstück,“ in Neu-Lobeda, in der Erlanger Allee, Höhe Salvador-Allende-Platz.

ich will an der nächsten Kreuzung (2. Ampel im Hintergrund)  immer links abbiegen. Also wechsel ich an der Stelle, wo alle Linien gestrichelt sind, auf die linke Abbiegespur (auch wenn die von dem folgenden Foto aus gesehen noch weiter weg ist, also die Kreuzung noch ein Stück weg ist).

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Als ich nachts gegen 22.30 Uhr dies mal machte, kam plötzlich von hinten ein Auto angerast. Um die Zeit erschrickt man natürlich noch viel mehr über sowas. Dazu eine laute Lautsprecherstimme und blendend helles Licht. Na da war wohl jemanden langweilig… auf der sonst so stillen Straße um diese Zeit waren  die „Freunde“ plötzlich neben mir. Im Gegensatz zu ihren Kollegen weiter östlich in diesem Bundesland kennen sie wenigstens die einfachsten Höflichkeitsregeln. Dennoch hat es mich verwirrt und wütend gemacht, warum ich als Radfahrerin, die keinen abgedichteten Blechkasten um sich hat! (im Gegensatz zu Autofahrern!) laut angeredet werde, dazu noch mit roter Warnschrift auf dem Polizeifahrzeug. Es war auch „ganz toll“, in ein dunkles offenes Fenster hineinzureden. Sehr vertrauenserweckend. Danke! Ich hör Euch auch ohne Geplärre, denn ich sitze eben nicht in einer Blechkiste!

Ich wurde gebeten, doch auf den Radweg zu wechseln. Ich erwiderte leicht außer Atem, dass ich nach links abbiegen wolle. Ich wäre an einer Stelle mit gestrichelten Linien auf diese Spur gewechselt.

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..denn weiter vorne kann man eben nicht mehr auf die linke Spur wechseln!

 

Die Herren im dunklen Auto meinten, ich solle doch vorne abbiegen, nach der Ampel. Ich verstand das nicht ganz. Ich erwiderte, dass das den Autofahrern sehr egal sei, die würden rücksichtslos geradeaus fahren.

In Rücksprache mit dem ADFC-Menschen war die Rede vom „indirekten Linksabbiegen.“

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Tatsächlich habe ich eine seltsame Markierung  NACH der Kreuzung gesehen:

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ein Linksabbiegerpfeil. Was soll der hier? Soll ich ernsthaft bei Grün über die Ampel und Kreuzung fahren, um dann als spätere Linksabbiegerin von den geradeaus fahrenden Autos/LKWs u.a. platt gemacht zu werden??? Welches Rindvieh schreibt sowas in ein Gesetz??

Anmerkung: es gibt nur eine Ampel geradeaus und eine Linksabbiegerampel. Alle, die geradeaus und rechts fahren wollen, müssen die 2. , andere Ampel benutzen.

Ich habe diese seltsame Regel des „indirekten Abbiegens“ nicht verstanden. Sie macht in meinen Augen keinen Sinn. Warum soll ein Radfahrer nicht auf die ’normale‘ Linksabbiegerspur des Autoverkehrs wechseln?

Hey, Ihr Gesetzgeber, Ihr werdet es nicht glauben, aber auch RadfahrerInnen wollen mal abbiegen! Auch wenn der Radweg noch so schön geradeaus geht!

Weil mir das Geplänkel zu blöd ist, wird eben an der Ampel angehalten, das Rad auf die rechte Straßenseite geschoben und dann bei Grün über den Fußgänger – und Radweg-Überweg gefahren. Punkt.