Der Klang des Kanals

Ein Plätschern, ein Fließen oder nur ein leises Tropfen. Oder gar ein laufender Strom wie in Goethes Zauberlehrling. Dieser Stoff mit der ‚chemischen‘ Bezeichnung H_2_O , hat viele Zuschreibungen erhalten. je nachdem, wie Wasser sich bewegt, hat es einen anderen Klang. Beim Meer spricht man von Meeresrauschen. Aber wie klingt ein See, ein Teich, in dem es so gut wie keine Wellen gibt? Oder ein Kanal, auf dem Frachtschiffe, manchmal auch Ruderboote fahren?

Majestätische Bewegung und Klang: Frachtschiff auf dem Dortmund-Ems-Kanal.

Das Wasser des Dortmund-Ems-Kanals rauscht nicht von allein. Große Schiffe, meistens Frachter oder der Wind erzeugen Wellen, deren Rauschen man hört. Gelegentlich hört man ein „Platsch“ an sonnigen Tagen, wenn Menschen in den Kanal zum Baden springen. Ist eigentlich nicht erlaubt, aber wohl doch so erfrischend, dass man es immer wieder tut. (Ihren Abfall sollten die Badegäste aber bitte wieder mitnehmen! Und die Hafenverwaltung sollte mehr Mülleimer aufstellen). An diesem sonnigen Montag, den 29. März 2021 hört man außerdem Spaziergänger*innen am Kanal, wie sie plaudern, lachen, manche haben Musikboxen angeschaltet. Vom Hafen hört man Maschinengebrumm. In einem Garten nahe des Kanalweges hört man immer wieder jemand rufen, ob die Frau nach einem Tier oder Menschen ruft, ist unklar.

An diesem Montag bekam der Dortmund-Ems-Kanal einen zusätzlichen Klang, den er vielleicht noch nicht gehört hat.

Immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Übe-Orten: hier am Dortmund-Ems-Kanal, kurz vor der Hafeneinfahrt.
Immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Übe-Orten: hier am Dortmund-Ems-Kanal, kurz vor der Hafeneinfahrt.

Heute habe ich es wie Sonny Rollins gemacht und draußen Saxophon geübt. Nicht ganz bei einer Brücke wie der berühmte Jazz-Saxophonist, ok. Eher abseits der zahlreichen Spaziergänger*innen, denn wer übt, will nicht viel Publikum. Üben ist kein Konzert, sondern die Vorbereitung darauf, das verstehen nur wenige. Es klang ganz anders, als wie ich es bisher gewohnt war. Der Schall wurde von dem Gebäude an der anderen Uferseite zurück geworfen, die lang anhaltenden Töne erinnerten zum Teil an eine Schiffshupe. Die vorbei ziehenden Binnenschiffer ließen sich aber damit nicht veräppeln 😉

Gegenüber auch ein paar Zuhörer*innen, ein vorbeifahrender Radfahrer lächelte mich an, ich lächelte zurück. Abstand gewahrt in der Coronakrise und kommunizieren können: wie schön, wenn man sich wieder richtig sieht. Für eine Stunde diesen Scheiß namens Covid-19 vergessen können und Saxophon am Kanal spielen, während die Frachtschiffe vorbeiziehen – das konnte ich heute tun. Und ist es auch nur das Wasser des Kanals, so denke ich beim Blick darauf immer an das Meer und sein Rauschen.

Sehnsucht nach dem Meer, auch wenn man nur am Kanal ist.
Sehnsucht nach dem Meer, auch wenn man nur am Kanal ist.
Trotz des schönen Wetters kamen hier nicht ständig Leute vorbei. Ich konnte also Saxophon fast immer unbehelligt üben.
Trotz des schönen Wetters kamen hier nicht ständig Leute vorbei. Ich konnte also Saxophon fast immer unbehelligt üben.

Serie Stadtteil-Touren in Dortmund: die Nordtour

Serie Stadtteil-Touren in Dortmund: die Nordtour

 

Wie lernt man die Stadt kennen, in der man nun wohnt? Indem man mit dem Rad durch die Stadt fährt. in Dortmund gibt es mehrere Stadtteil-Routen, die gern mal in noch nicht bekannte Ecken führen. Und wer meint, die Stadt schon zu kennen, wird möglicherweise was neues entdecken.

Start ist beim Hoesch-Park, man verläßt die Nordstadt auf der Lünener Straße und Brackeler Straße stadtauswärts, zunächst Richtung Scharnhorst. der Radweg ist auf der linken Seite für den Radverkehr aus Richtung Borsigplatz freigegeben (in Fahrtrichtung gibt es nur eine Autostraße).

Wer vom Hauptbahnhof kommt, fährt über die Wälle in die Weißenburger Straße zum Borsigplatz (Wegweisung Nordtour), der Geburtstätte des Ballspielvereins Borussia Dortmunds. Dann in die Wambeler Straße (rechts neben der Straße, in die die Straßenbahn einbiegt) und geradeaus bis zum Ende. Der Hoesch-Park liegt linker Hand, die Querstraße, auf die man stößt ist bereits schon die Lünener Straße.

 

Am Freibad Stockheide vorbei gelangt man auf eine Brücke über die Bundesstraße, dann noch mal auf eine Brücke mit dieser Aussicht:

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Blick auf das Bahnbetriebswerk an „Im Spähenfelde“ und  die Skyline von Dortmund

 

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Durch die Wildnis, eine Art „Niemandsland“ zwischen dem Gewerbegebiet Wambel West und Körne geht es zur Hannöverschen Straße.

 

 

Der Weg endet abrupt auf der stark befahrenen Hannöverschen Straße und es kann auch mal stinken… man ist in einem Industriegebiet, auch dort, wo die Stadtverwaltung den Müll hinbringt. Irgendwo muß auch dieser hingebracht und verarbeitet werden, keine Stadt hat nur schöne Ecken.

 

In der Alten Straße hat übrigens auch das Theater Dortmund seine Probebühne 🙂 Hier entstehen also die schönen Sachen, die man sich dann im Opernhaus ansehen kann.

Über den Körner Hellweg geht es an einer der vielen Kirchen vorbei, die der Straße auch ihren Namen geben.Es geht bergauf in der Liborisstraße… aber jemanden, die oder der im Mittelgebirge mit Höhen von 500 un mehr Höhenmetern über N.N. aufgewachsen ist, kann diese Steigung nicht schockieren. Am Bahnhof der S-Bahnstation Körne kommt man auch vorbei und passiert den Tunnel: leider mit lästigen Sperrgittern.

rechtes Bild: an einer Kleingartenanlage kommt man öfter vorbei bei der Nordtour.

 

 

 Bei der Kleingartenanlage Winkelried.

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Am Rande der Nordtour durch Dortmund.

 

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OBEN angekommen!

 

 

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Zufahrt zur Brücke über..

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…den Westfalendamm.

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Über einen „Schneckerlessteg“ geht es weiter Richtung Europaplatz ins – nun ganz andersartige – Gewerbegebiet Stadtkrone Ost. Keine rauchenden Schornsteine von Verbrennungsanlagen oder Fertigungshallen, sondern Dienstleistungsfirmen prägen hier das Bild.

 

Und woow, es wird ganz europäisch: Stockholmer Allee, Amsterdamer Weg, Tiranaweg…. ob die Größe, Länge und Beschaffenheit der einzelnen Wege und Straßen Ausschlag für die Namensgebung gegeben haben? Wie groß ist Stockholm im Vergleich mit Tirana? Erstere wird vielen bekannter sein als Tirana.

 

Helsinkistraße.Begrünung am Hausrand durch Steingarten mit Bambus (sehr gut gegen Unkraut). Unten: Vorbildliche Fahrradabstellanlagen = Parkplätze für Radfahrer-/innen, die mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstätte fahren.

 

Weiter an einem Wohngebiet vorbei….

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…wer hier wohl wohnt da oben? 😉

 

Hinter dem Wohngebiet angekommen. Schade nur, dass man nicht ganz hinuntersausen darf, wie es eine Radfahrerin vor mir tat…

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Geradeaus geht es nach Schüren, das auch zu Dortmund gehört.

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Rechts abgebogen läuft die Nordtour weiter.

Aufgepaßt! Das kleine Schild für die Wegweisung der Nordtour kann man gern mal übersehen…  (rechtes Bild).ich bin zuerst fälschlicherweise rechts abgebogen, weil der Radweg dort so schön verläuft… es geht aber GERADEAUS weiter. Der „Europaplatz“ ist mehr eine Straße als ein Platz.

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Schmucklose, fast gleich aussehende Bürogebäude im Gewerbegebiet Stadtkrone Ost.

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Schon irgendwie lustig, dass zwischen den nüchternen glatten Hochhäusern wildes Grün sprießt… so wie zwischen Bahnbetriebswerk  an „Im Spähenfelde“ und Wambel-West.

 

Über die Freie-Vogel-Straße (woher kommt dieser Name?) geht es nach wenigen hundert Metern rechts in die Stadtrat-Cremer-Allee in die Gartenstadt. Nicht die Abbiegung versäumen!

 

Stadtteil Gartenstadt:

Das Pflastersteingehopser macht wenig Spaß, auch wenn es noch schlimmere Pflasterwege gibt (bei manchen Altstadtfreunden zum Bleistift). Sehr schön sind jedoch die Häuser und Gärten anzusehen. Man macht sich dem Namen seines Stadtteils alle Ehre 😉

Unfreiwillig muß man dabei leider auch viele Blechkisten fotografieren. Sind die wirklich alle notwendig???

 

…na das wär doch mal ein schickes Zuhause… fast ein kleines Schloß 😀

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Ade du schöne (woh auch teure) Gartenstadt...

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Die Nordtour läuft weiter Richtung Hörde, entlang der Semerteichstraße, vorbei an der U-Bahn-Haltestelle Willem-van-Vloten-Straße.

 

 

Jetzt befand ich mich in bekanntem Gebiet. Die Nordtour läuft aber anders weiter, als ich sonst fahren würde… es erschien mir erst umständlich, nach der Nordtour-Route zu fahren, doch: ich hatte mir vorgenommen, Neues zu er-fahren.

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Wegweisung kurz vor Dortmund-Hörde.

 

Am Straßenrand ein Künstlerinnenatelier.

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Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.

 

Im Bereich Seydlitzstraße und Dessauerstraße am Straßenrand: ungeahnte Blütenpracht. Wohl von Privatleuten angepflanzt und gepflegt, mal wilder und mal weniger wild.

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Lampionblumen und Solidago (und andere Blumen).

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Hibiskus, ungefüllte Blüten.

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In der Sckellstraße trifft man auf das Kinder- und Jugendtheater Dortmund und das Robert-Schumann-Berufskolleg.

 

Wieder ein mir bekannter Bereich… doch die Route sollte nach der Oberschlesierstraße und der Baurat-Marx-Allee anders weiter verlaufen.

An manchen Häusern läßt sich ablesen: hier wohnt offensichtlich das Geld.

 

Hinauf entlang der Tewaagstraße…

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Ab hier laufen Nordtour und Nordosttour teilweise parallel.

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…und dann doch mal ein Stück auf dem „Hundeweg“ fahren, der das Gebiet „Im Spähenfelde“ mit Hörde verbindet… Auf dem Bild eine Zufahrt, die man bei der Nordtour hinunter fährt. Fast ein Miniatur-RS1… wobei der Weg unbefestigt ist. Hundespaziergänger-/innen trifft man auch.

Ach Leute. Warum müßt Ihr Eure Aufkleber gerade immer auf die Wegweiser kleben??? Gibt es keinen anderen Platz dafür?

 

 

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Die Kreuzung „Im Defdahl und Voßkuhle.“ Am besten ist bei diesen stark befahrenen Straßen, die Ampel zu nehmen.

 

Auf der Von-der-Goltz-Straße und Robert-Koch-Straße kommt man zum Ostfriedhof. Viele Dortmunder Persönlichkeiten sind dort begraben, außerdem ist es eine städtische Grünanlage – sonst würde man dort keine Hundespaziergänger-/innen treffen.

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Eingangstor zum Ostfriedhof.

 

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Berswordtplatz an einer Grundschule. Schade, dass der Brunnen so gebaut ist, dass man seine Füße oder Arme nicht hineinhalten kann… irritiert hat mich die Fahne „Gut Einkaufen im Kaiserviertel.“ Kaiserviertel hier?

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Links geht es die Walderseestraße, die Von-der-Tann-Straße und Manteuffelstraße hinunter, der Körner Hellweg wird gequert.

 

An der U-Bahn-Haltestelle Funkenburg vorbei kommt man wieder zur Straße „Im Spähenfelde“ und damit zurück zur Lünener Straße und dem Hoesch-Park.

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Eine schöne und abwechslungsreiche Tour ist die Nord-Tour! Eine gute Ergänzung wäre noch ein Heft (aus Papier oder elektronisch), das mehr Hintergründe zu den Plätzen und Häusern oder Menschen erzählt, die hier wohnten und arbeiteten (oder dies noch tin). Falls die Stadt Dortmund solch ein Projekt plant, wäre ich gerne mit dabei.

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Radtour Nord Dortmund: violette Kennzeichnung.

. Die Touren in Dortmund nach den Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West wurden 1991 zur damaligen Bundesgartenschau ausgearbeitet und ausgeschildert. Jede Tour hatte ein eigenes Thema, die Nordtour das Thema  „Architektur und Industrie“. Die Touren sind heute nach 25 Jahren immer noch beschildert, teils mit Aktualisierungen; so wurde die Nordtour durch das neue Wohn- und Bürogebiet Stadtkrone Ost erweitert.

Weitere Infos:

https://www.dortmund-tourismus.de/entdecken-erleben/sport/radfahren/radrouten-dortmund/poi/dortmund-nord-route-2-von-5.html

Dort gibt es auch eine eletronische Wegweisung.

 

Routenbeschreibung vom ADFC (wird laufend aktualisiert):

http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/touren/tourenvorschlaege.html

 

Weitere Touren (geführt und zum Selbstdurchführen):

http://www.radroutenplaner.nrw.de/RRP_adfcTouren_02.asp#6

http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/touren/touren-dortmund.html

 

Die schnöde altmodische Wegweisung findet sich im neuen Fahrradstadtplan der Stadt Dortmund, erhältlich bei der Stadtverwaltung sowie im Buchhandel und beim ADFC Dortmund in der Graudenzer Straße in Do-Hörde.

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Alltagsbeobachtungen III

Bild: S. Schomäcker.

Vorgestern, Samstag der 14. Mai 2016.Ich bin auf der Heimfahrt vom Einkaufen. Neben den „üblichen“ nervenden Glasscherben auf den Wegen (die Leute, die Glas zerdeppern sollten zur Strafe mind. ein halbes Jahr lang zum Kehren der Straßen und Wege verdonnert werden!) sind es manchmal auch die Straßenbahnschienen, die eine Radlerin nerven. Vor einigen Jahren schon hatte ich eine erste Begegnung in Nürnberg damit. Mir zog es den Reifen rein, es war auch noch dunkel, weil es im Winter nunmal früher dunkel wird. Es kam grad keine Straßenbahn. Diesen Schrecken habe ich glücklicherweise überwunden. Spaß macht es dennoch nicht, wenn man auf der eigenen Strecke Straßenbahnschienen hat.

Ich fahre also die Straße entlang. Es sind nur ein paar wenige hundert Meter, die ich an den Schienen entlang fahre. Diese Straße ist schon allein so eng, dass ich der Bahn nicht ausweichen kann, Radwege: Fehlanzeige. Dann kommt auch noch ein Scherbenhaufen in meine Spur (also der lag schon da). Der Straßenbahnfahrer klingelt,  weil ich ihm natürlich zu langsam fahre. Dabei ist die Entfernung zwischen diesen Haltestellen wirklich nicht groß. Doch auf den Straßenbahnfahrer wartet noch ein größeres Hindernis, das sich außerdem gerade NICHT bewegt: ein genau an der nächsten Haltestelle parkendes Taxi. Knurr. Auch für mich ein Hindernis. Jetzt wird die Straßenbahnklingel schrill. Ich umfahre das nervige stehende Taxi galant und biege wie gewohnt rechts in den Platz ein, der der Haltestelle den Namen gibt. Doch wenn man glauben würde, jetzt in Ruhe weiterfahren zu können: Fehlanzeige. Wieder sind es  Taxis, die nerven. Diese Blechkisten parken legal um den Platz herum und warten auf Kundschaft. Das wäre alles nicht so tragisch – wenn genug Platz wäre! Denn es ist kein Platz. Ein „Radfahrstreifen“, der von sich aus schon nichts taugt, weil er viel zu schmal ist, läuft entlang der Taxi-Parkbuchten.

Es geht eine Fahrertür eines Taxis auf. Wie gut, wenn man noch nicht zu schnell fährt und rechtzeitig bremsen kann! Ein ander Mal steht die Taxifahrer-Baggasch einfach neben ihren Fahrzeugen herum – AUF DEM RADFAHRSTREIFEN. Ich hatte sie daraufhin weggeklingelt. Haaalllooooo! Ihr STEHT  AUF DEM RADFAHRSTREIFEN!!! UND Ihr seid nicht alleine auf diesem Platz!

Bisher gab es keinen Zusammenstoß. Aber dieser Platz kostet Nerven, sinnlos Nerven. Wenn auch nur die Hälfte der Taxis hier parken dürfte, wäre die Situation entschärft. Aber so… die Verkehrsregelung mit den „Radfahrstreifen“ und den Taxibuchten trägt nicht dazu bei, dass es ein gutes Miteinander im Straßenverkehr gibt. Es ist auch nciht ersichtlich, warum gerade an diesem Platz sooviele Taxis parken müssen.

Manche Leserin oder Leser mag über solche Vorkommnisse erschrecken und vom Radfahren in der Stadt abraten. So Rad zu fahren ist definitiv kein Spaß. Aber: weshalb sollte man sich das Radfahren von anderen verbieten lassen?? Man hat genauso ein Recht, die Straßen zu benutzen (und die gleiche Pflicht, Regeln zu beachten).

Auf diese Art und Weise Rad zu fahren erfordert zweifelsohne eine gute Übung im Radfahren, um deartige Hindernisse mit Coolness zu parieren. Denn Radfahren heißt nicht nur, sich auf dem Fahrrad halten zu können, sondern auch, mit dem Verkehr fertig zu werden (wie als Autofahrer-/in auch).

Was erschreckend und auch erstaunlich ist: dass große Teile der Bevölkerung es als selbstverständlich hinnehmen, dass es für   Fahrradfahrer-/innen diese Hindernisse gibt. Diese Menschen machen sich nicht im Geringsten Gedanken, was Radfahren in der Stadt bedeutet.Einfach nicht radfahren und sich „raushalten“ ist eben einfacher. Spätestens bei einem Verkehrsunfall Fußgänger-/in vs. Autofahrer-/in werden sie dann erst wach und die Situation schmerzhaft bewußt, wie eingeschränkt man von hauptsächlich dem Autoverkehr wird. Sich FÜR DAS RADFAHREN zu engagieren (z. B. bei Initativen wie „I Bike Nbg“ oder RadFairkehr oder dem ADFC) kostet eben Kraft und Zeit. Würden Autofahrer-/innen jeden Tag ständig solche Hindernisse bewältigen müssen (in der Fahrbahn parkende Autos, grobe Glasscherben oder sehr dicke Nägel, die auch Autoreifen schädigen) würde sofort Alarm geschlagen. Dutzende von Beschwerden würden an die Stadtverwaltung gehen und man würde fast postwendend nach Lösungen suchen und diese auch sehr bald umsetzen.. Beim Radverkehr wird dagegen im Schneckentempo gearbeitet. Sehr, sehr traurig – und kurzsichtig.

Der für das Frühjahr 2016 angekündigte Fahrrad-Stadtplan ist immer noch nicht erschienen. Und wir haben jetzt Mai !! 2016!!!