Corona-Krise Update Frühjahr 2021

Für ein Recht auf Freitod.

Ich kann es nicht mehr hören! Diese ständigen Durchhalteparolen. Die Corona-Pandemie dauert nun schon über ein Jahr an. Und dann soll ich noch eine lebenswerte Zukunft glauben? – NEIN!!! Die Menschheit hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der es keinen Ausweg gibt. Hätte Mensch mal schön die Wildtiere in ruhe gelassen. Aber nein, um jedem Profit willen muss man auch in Bereiche vordringen, die einen nichts angehen. Denn der Coronavirus macht nicht nur den Körper kaputt. Leider kapieren das viele Deppen nicht, die nur die Naturwissenschaft anbeten.

In dieser Krise haben sich zwei stark entgegen gesetzte Pole gezeigt: die der Total-Verleugner*innen, die an Verschwörungstheorien glauben und die Krankheit Covid-19 (und wohl auch einiges andere) komplett ablehnen. Wissenschaft ist ohnehin für sie diffus, unbegreiflich, überhaupt, die Wissenschaftler*innen sind schuld an der Krankheit, die Einschränkungen und Verbote würden die Menschen krank machen. Die echte Ursache, den Coronavirus, benennen sie nicht.

Der andere Pol lechzt dagegen nach jedem Wort, das aus dem Mund eines Wissenschaftlers oder Wissenschaftlerin kommt. Die neuen Stars im Rampenlicht, aber nicht im Theater oder Film. Wow, dass ein nüchterner hässlicher weißer Kittel plötzlich schick sein soll… Jede Folge eines Podcasts beim NDR wird gehört, jeder Artikel gelesen, auch wenn man eigentlich zu deppert ist, um das zu verstehen, was auf http://www.rki.de oder gar in der medizinischen Fachpresse steht. Nicht alles ist eben für medizinische Laien bestimmt, dafür gibt es den Wissenschaftsjournalismus, der naturwissenschaftliche Aussagen verständlich erklärt. Doch das reicht Narzissten und Wissenschaftsverehrern (seltener Verehrerinnen) nicht.

In den letzten Wochen haben mich mehrere Menschen schwer verletzt. Ich meine nicht, dass sie mich mit Covid-19, Hepatitis oder sonstigem tödlichen Krankheitsdreck angesteckt hätten. Es sind die Worte, die so verletzen, dass Schmerzen und Leid bleiben – und das oft genug ein Leben lang. Und NEIN, ES IST NICHT MEINE SCHULD!! Diese Idioten sind die Täter*innen, die sich ändern müssen, nicht die Opfer!!! Wer feinfühlig ist, hat in diesem scheiß Leben und dieser Gesellschaft verloren. Ein Twitter-Nutzer schrieb:“die Menschen, die in Therapie sind sind es nicht wegen sich selbst sondern denen, die ihnen Leid angetan haben und eigentlich behandelt werden müssten.“ Wie wahr.

Schon länger habe ich auf Twitter eine ungute Entwicklung beobachtet. Neben den immer wiederkehrenden Schimpfereien gegen die Bundesregierung und die Landesregierungen, dass die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus nicht ausreichen würden kommt regelmäßig die Medienschelte. Man würde nicht richtig berichten, man würde die falschen „Experten“ zu Wort kommen lassen, überhaupt, man würde „das falsche schreiben.“ Das ‚falsche‘ schreiben??? Ist es nicht die Aufgabe von guten Texten, Sendungen etc., Menschen auch zu widersprechen, indem sie eben nicht die Meinung der Hörenden oder Lesenden wiedergeben? Als Journalistin entsetzt es mich und macht mich wütend, wie man als Rezipient-/in so reagiert! Ich versuchte es zunächste mit Erklärungen, dass bestimmte Medien ihre Gründe haben, eine Schlagzeile so oder so zu formulieren. WDR aktuell war das kritisierte Medium, Nachrichten werden hauptsächlich im Internet verbreitet. Eine Schlagzeile im Netz muss anders klingen als gedruckt. Die Nachrichten-Agenturen geben die Nachrichten an die Medien weiter, diese wählen aus, welche Nachrichten sie senden/drucken etc. und wie sie diese formulieren. Ein anderer Nutzer und Mitglied der Fahrradbubble warf mir daraufhin „copy and paste“ vor. Ich hätten dem Arschloch am liebsten ins Gesicht geschlagen! Sind das DIE Leute, die angeblich so versessen auf Fakten sind? Schon seltsam, dass sie jetzt plötzlich nicht interessiert, wie Journalismus funktioniert! Dass Fakten über die journalistische Arbeit plötzlich nicht mehr wichtig sind für diese Möchtegern-Experten! Meine Wut über den Trottel ist aber bald verflogen, von dem habe ich nichts anderes erwartet. Dann eben blockiert. Mit dem Typen ist nicht viel verloren. Noch ein paar schlechte Wünsche hinterher geschickt und – tschüss!

Erschreckenderweise und bedauerlicherweise gibt es auch Leute aus der Fahrradbubble, deren Arbeit und Einstellung ich schätze – solange es um den Radverkehr geht – die in der Schwurblerecke verschwunden sind. Ein Bekannter, aktiv bei der Critical Mass in meiner alten Heimat forderte mich auf facebook zum Demonstrieren auf. Ich antwortete ihm, dass ich dann gegen den Coronavirus demonstrieren müsse – und dem sind Demonstrationen völlig egal, der „freut“ sich eher noch drüber, weil er sich besser, noch besser verbreiten kann. Das hat er nicht kapieren wollen. Es wurden irgendwelche hanebüchenen „Fakten“ präsentiert, dass es doch nciht so schlimm sei mit der Ansteckung und dass v.a. die alten Leute so einsam seien. Dass man sich nicht besuchen kann, ja das finde auch ich schlimm. Auch dass wir nicht Floorball, eine Form von Hockey, spielen können. Aber warum ist das so? Weil die Regierenden plötzlich einen Haß auf die Menschen haben, die sie regieren? Nein, weil eine Viruskrankheit die Menschen bedroht! Wir hätten 1x Training, wäre es erlaubt – und danach wäre jede und jeder sterbenskrank.

Ich habe nach einigen Wochen aufgehört, zu diskutieren. Auch diesen Menschen musste ich blocken. Es war nicht mehr auszuhalten gewesen. Zwei Bekannte, mit Einstellungen von völlig entgegen gesettzen Polen, die ich sperren musste. Bemerkenswert.

Anders, weil viel verletzender verhielt es sich mit S. aus Essen. Ihm hätte ich mehr Verständnis zugetraut. Ich schätzte ihnfür sein Wissen und Engagement für den Radverkehr. Ich fragte ihn mehrere Male, ob er denn nicht auch die Theaterschließungen, sterbenden Clubs und Restaurants etc. bedauere und ob ihn das nicht auch verletze. Alle meine Mails, höflich formuliert, blieben unbeantwortet. Stattdessen kam als Twitter-Nachricht, dass ich eben „ein Problem mit der Realität“ hätte.

Was soll das?

Hat nicht jeder Mensch ein Problem mit der Realität in der Coronakrise???

Es war höchst verletzend von ihm. Wenn ich im Nachhinein aber überlege, ist das nur die Spitze seines Hochmutes und seiner Arroganz, die sich im Laufe der Pandemie aufgebaut hat. Während andere Leute als Solostelbständige ums Überleben kämpfen, wütend und entsetzt sind, irgendwelche scheiß Jobs statt dem zu machen, was sie erfüllt und ausmacht (eben ihre Kunst, z. b. die Musik ist), Eltern nicht mehr wissen wohin vor lauter Sorgen, lässt er sich über genau diese Leute aus. Als kinderloser Mann, in einer offenbar glücklichen Ehe lebend, mit eigenem Haus und genug handwerklichen Geschick dafür. Tenor: Eltern seien doch selbst schuld, sie hätten doch wissen müssen, was sie sich an Aufgaben zumuten, wenn sie sich Kinder anschaffen. Typisch naturwissenschaftliche Ansicht. Wenn ich Weißkrautsalat esse werde ich furzen und das stinkt dann. Super. Voll die Faktenscheißerei. Boah, kann ich mich da toll fühlen, was ich alles weiß!

Ich staunte nur, war verwundert und verärgert über soviel Dummheit und Arroganz. Wie kann man sich über Leute auslassen, über deren Situation man auch nur sehr bedingt Ahnung hat?? Er ist kinderlos. Auch ich kenne die Familiensituation nur als Kind und als Außenstehende von Freunden*, die Kinder haben. Deshalb halte ich mich bei der Betreuungssituation in der Coronakrise mit meiner Meinung sehr zurück! Es geht hier nicht nur um nüchterne Fakten, wer mehr Geld verdient und wessen Arbeit scheinbar wichtiger ist (die der Mutter oder des Vaters, zuhause oder im Beruf) – es geht um GEFÜHLE!

Welch ein Wunder!

Huch, scheiße, jetzt kann ich mich nicht mehr mit der Naturwissenschaft als wichtig aufspielen! Gibt es nciht irgendeinen Stoff, eine Formel, womit man diesen Scheiß bekämpfen kann?? Das bringt meine ganze Arroganz durcheinander!

Was war das noch mal, G e f ü h l e ? ? ?

Das hat S. aus Essen wohl längst vergessen. (Ich kenne ihn auch analog, nebenbei bemerkt). Er hat alles, was man zu einem glücklichen Leben braucht: eine liebende Partnerin, Haus und Garten, einen anständigen Job, der ihn erfüllt, zufriedenstellt, auch monetär. Sonst hätte er 2019 nicht nach Malaysia reisen können. Ich bin froh, wenn ich mir eine Woche Niederrhein leisten kann und dann gibt es noch genug Deppen, die mich dafür schief ansehen und Stumpfheit vorwerfen, dass ich nicht an anderen Ländern interessiert wäre. Oh wie ich Euch hasse, die ihr zu viel Geld habt und unfähig seid, Euch in die Situation von Geringverdienenden zu versetzen!

Es wurde über Eltern geschimpft, die sich wegen geschlossener Schulen beschweren. S. verachtete offen alle, die sich über geschlossene Theater und Konzertsäle aufregen. Ich wurde fast zu den Coronaleugner*innen gesteckt. Das hat mich dan richtig wütend gemacht! KEINE!!! Konzertbesucher*in glaubt an diesen Verschwörungsmüll! Jede*r hat sich an die Regeln beim Besuch im Stadttheater etc. gehalten! Häßliche Plexiglasscheiben wurden in die Kneipe gehängt, damit überhaupt geöffnet werden konnte. Alles Kosten, die die Betreiber*innen haben. Doch darüber lässt S., der sich zu meinem Entsetzen in ein Arschloch verwandelt hat, kein Wort fallen. Ist auch viel geiler, sich im Lichte der Wissenschaft zu sonnen, einem Jünger gleich, der seinen Gott anbetet. Auch wenn Wissenschaftler*innen meistens nicht angebetet werden wollen. Wenn es möglich wäre, würde S. wohl sogar im Labor von der Charité wohnen! Bis ihn Drosten rausschmeißt, weil er von dem Möchtegern-Arzt-Gelaber und Wichtigtuerei die Schnauze voll hat. Drosten braucht keine Fans, er wünscht sich „nur“, daß er gehört wird als Wissenschaftler. Im Grundgesetz gibt es aber für niemanden ein Recht auf Gehört-Werden.

Aus Sicht der Wissenschaft machen Schulschließungen Sinn, weil die Verbreitung des Coronavirus gestoppt wird. Aber das ist eben nur die eine Seite. Alle anderen Probleme werden von den ganzen „Hobby-Virologen“ auf twitter ausgeblendet: dass Eltern arbeiten gehen wollen und müssen, dass nicht jeder Beruf zuhause erledigt werden kann, dass es unsichtbare Care-Arbeit gibt, die man „nicht mal schnell“ nebenbei erledigt! Der Heilige Geist und auch nicht die Wissenschaft oder irgendwelche mysteriösen Wesen kochen, waschen oder versorgen die Kinder! Wer wie S. keine Kinder hat, soll man schnell die Schnauze halten! Dass ein Verdienst nicht reicht, um eine Familie zu ernähren, darüber braucht man nicht diskutieren. Das war zu meiner Kindheit und Jugend so und ist es heute auch. Schlimm genug, dass die Situation von Frauen sich in der Coronakrise verschlechtert hat, weil sie vermehrt die verdammte Care-Arbeit erledigen müssen. Kein Wort davon von S. und all den super-gescheiten Wissenschaftsverehrern. Meistens übrigens Männer. Wohl weil der eigene Schwanz zu kurz ist und man zu viel Zeit hat, weil man kein Kind aus der Kita holen oder bei den Hausaufgaben/homeschooling helfen muss und Zeit zum twittern hat. FICKT EUCH IHR ARSCHLÖCHER!!!

Wenn Eltern Schulschließungen wegen des Coronavirus ablehnen dann nicht zwangsläufig, weil sie diesen leugnen oder ihnen ihre Kinder egal sind. Eltern sind nicht nur Eltern, sie sind auch Menschen, die mal Zeit für sich selbst haben wollen, Frauen wie Männer. Meist kommen aber die Frauen zu kurz, dank einer frauenfeindlichen Politik (siehe Regeln zum „Ehegatten-splitting“ oder beim Steuersystem etc.) und patriarchalischen Gesellschaft. Das Problem liegt darin: der Politik sind Jugendliche und Kinder scheißegal. Warum gibt es nicht schon längst anständige Lüftungsanlagen, obwohl die Wissenschaft längst festgestellt hat, daß Aerosole den Coronavirus verbreiten? Warum wurden die Betreuungsmöglichkeiten nicht längst ausgebaut, ebenso die Digitalisierung? Es gibt immer wieder dümmliche Kommentator*innen auf twitter und facebook, die darüber schimpfen, dass Kinder Rechner bräuchten. Es geht nicht darum, dass die den ganzen Tag auf dem Tablet rumdaddeln! Es geht darum, dass Hausaufgaben verschickt werden können, überhaupt, dass die Lern-Kommunikation funktioniert! Stattdessen werden weiterhin Arbeitsblätter ausgedruckt und müssen wieder abgegeben werden. Meine Fresse, seufz. Ich meine gerade, ich bin noch in den 1990ern, als ich in der Schule war. Die Coronakrise macht so erst deutlich, was schon längst im Argen lag und liegt.

Abstand halten, Abstand halten!

Es bedurfte keiner Krankheit, um Abstand als sinnvoll anzusehen. Als Mensch, die sexuellen Mißbrauch fast 20 Jahre lang täglich erleben musste, halte ich grundsätzlich Abstand. Nur der Abstand zu den Mitmenschen ist noch größer geworden, was zu mehr Einsamkeit führt, die Einsamkeit ist noch schmerzhafter geworden. S. ist das alles egal, sein Mitgefühl und überhaupt alle Emotionen hat er längst zugunsten einer Art zweiten Identität als Möchte-Gern-Virologen aufgegeben. Der eigene Erfolg im Beruf reicht nicht mehr, jetzt strebt man nach vermeintlich höherem, der Medizin als Wissenschaft, auch wenn man diese nie studiert hat. Wer vergessen hat, wie schlimm es ist, allein zu sein, dem ist nicht mehr zu helfen. Vor lauter Narzissmus merkt meist Mann, seltener Frau nicht mehr, was für ein fataler Fehler diese Einstellung ist.

Eigentlich tut es mir leid, solche negativen Einstellungen anderen gegenüber zu haben. Seit klar ist, wie schnell und einfach sich dieser drecks Virus verbreitet ist es mir unangenehm, mich neben jemandem im Zug oder Bus zu setzen. Zur Arbeit fahre ich ohnehin mit dem Rad, auch wenn der Körper immer müder wird. Die Verbindung mit der Stadtbahn wäre auch sehr umständlich. Ja, ich gehöre für viele außerhalb und auf Twitter zu den „bösen“ Menschen, die kein homeoffice machen wollen. Der Coronavirus entzweit die Menschen. Kein! verdammtes zoom-meeting kann ein echtes Treffen ersetzen! auf online-dating verzichte ich schon lange freiwillig, nirgends wird so viel gelogen wie dort. Einige Kollegen* machen schon seit März 2020 „homeoffice“, das geht unter bestimmten technischen Voraussetzungen. Auch hier war bei S. aus Essen wieder nur Stumpfheit und Dummheit und völlige Unkenntnis zu bemerken: anstatt nachzufragen, warum homeoffice in unserem Beruf nicht immer möglich ist, wurde nur laut losgetreten, wie unverantwortlich und blöd und überhaupt unfähig wir seien und blablabla…… ich werde das jetzt nicht erklären. Dazu bin ich nicht verpflichtet. Immer nur von sich selbst ausgehen, anstatt sich die Situation anderer auch nur vorzustellen, nachzufragen… solche eine Haltung kotzt mich an!

Ein weiterer Grund, weshalb ich kein homeoffice mache ist: die Arbeitskollegen* sind momentan mein einziger Sozialkontakt. Sportkurse können momentan nicht stattfinden, auch keine Chorproben. „homeoffice“ lässt die Leute noch mehr vereinsamen. Der Grund, weshalb man sich nicht treffen soll, das ist allen klar, daran liegt es nicht. Aber all die Trottel, die die Wissenschaft fast gottgleich anbeten, sich an Fakten aufgeilen und selbst darstellen, wollen genau das nicht wahr haben. Nun, wenn man wie S. aus Essen alles hat: warum sollte man auch von seinem hohen Roß herunter steigen und sich in die Niederungen normaler, verzweifelter, schon vor der Coronakrise vereinsamter Menschen herablassen???

Wissenschaft ist immer kalt. Ich habe von S. nie und selten von Wissenschaftler-/innen den Satz gehört „ich kann verstehen, dass Sie entsetzt und wütend sind, nicht ins Theater/Stadion etc. gehen zu können. Aber dort ist die Verbreitung von Aerosolen sehr stark aufgrund dieser und jener wissenschaftlichen Forschung.“ wissenschaftliche Fakten werden so verständlich gemacht, indem die Fachleute Mitgefühl für die Folgen ihrer Arbeit zeigen. Die wenigsten Wissenschaftler sind Kulturverächter, denen Theater und Co. egal ist. Denn Menschen sind nunmal keine Maschinen, die aufgrund dieser und jener Fakten und Funktionen dann eben anders funktionieren, weil der Coronavirus das bisherige Leben unmöglich macht. Nur einmal hat mir S. geantwortet, da war ich gerade im noch offenen Museum Folkwang in Essen. Ich habe seine Mail sofort gelöscht, ohne sie zu lesen, denn: wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Wer vorher all meine Worte ignoriert hat, hat, hat wiederum nur Ignoranz und schlechte Wünsche verdient. Ich hatte ihm gewünscht, dass er an einer schweren Krankheit leiden möge. Dann wird ihm seine ganze Wissenschafts-Geilheit nämlich einen Scheißdreck nützen, wenn er mit Schmerzen im Bett nicht mehr weiß, wohin mit seinem Leid! Dann spürt er endlich, was u.a. ich spüre!

Das „Danach“ nach der Coronakrise

Es wird oft von der Zeit nach der Coronakrise gesprochen. Man solle darauf eben hoffen.

Doch jetzt, im Mai 2021, Beginn des ganzen Elends war im Februar 2020 muss ich fragen: WANN SOLL DAS SEIN???

Meine Geduld ist zu Ende. Ich wünschte mir fast jeden Tag, zu sterben. Zuhause liegen Bücher, von der Ausleihe künstlich verlängert, weil man sie nicht zurückgeben kann. Nicht, dass mich plötzlich nichts mehr interessiert. Auch mein Projekt mit den alten Zahnkränzen liegt brach. Mir fehlt der Antrieb, die Muße. außerdem ist zuhause immer noch Baustelle, ein gekaufter Kleiderständer steht seit 3 Wochen nicht. Wann sollte ich auch die Ruhe haben, endlich alles einzurichten? Alles ist sinnlos geworden, weil es kein abzusehendes Ende der Corona-Pandemie gibt.

Wer empfindsam ist, hat im Leben und verstärkt in der Coronakrise die Arschkarte gezogen. Arrogante Arschlöcher wie S. merken das nicht, sind zu blöd dafür, wer Frau und festen Freundeskreis hat, der und die ist auch nicht auf institutionelle Treffen wie Sportkurse, Konzerte, oder Kneipen angewiesen. Letzte Woche Erkältung, war dieses Mal erstaunlich heftig. Aber auch kein Wunder, es war für Ende April richtig kalt mit 10°C oder 12°C plus. Ich hatte mir dringend weniger Wind und etwas wärmere Temperaturen gewünscht, um diese lästige Rotzerei loszuwerden. Fast darf ich es nicht laut sagen, dass ich krank war – denn sofort ist man verdächtig. Ich bin so müde, bin es so leid. Ihr könnt Euch Eure scheiß Ausschluß- und Ausgrenzungsmaßnahmen in den Arsch stecken!!! Kein Mensch fragt danach, wie man sich fühlt, wenn man sich wegen eines positiven Corona-Tests isolieren soll. Ausgrenzung, auch ohne jede Krankheit hatte ich zur Genüge in der Schule, überall! Weil die Schulsozialarbeit fehlte und den Lehrern* die Schüler*innen scheißegal waren, die beide Seiten, die anderen wie mich auf die eigenen Fehler aufmerksam machte und endlich für eine echte Gemeinschaft gesorgt hätte! Das lass ich mir heute nicht mehr gefallen! Ich habe viel getan, um dazuzugehören, das lasse ich mir nicht mehr nehmen!

Ich glaube nicht mehr an ein „Danach.“ Weil nicht klar ist, wann das sein soll. Weil zu viel kaputt geworden ist oder durch die Coronakrise beendet wurde. So auch das zweite BA-Studium, dieses Mal nicht abgeschlossen. Schade, aber es war die logische Konsequenz (dazu später an anderer Stelle mehr). Wo werde ich wieder Floorball als Amateurin spielen können? Leider haben nur wenige Vereine Amateur*mannschaften. Werde ich wieder die alte Fitness haben? Auch das Fitnesstraining darf nicht stattfinden. Es ist schwer, als Erwachsene, die keine 30 mehr ist, wo rein zu kommen. Erst recht wenn man kein Halbprofi ist aber auch fitter als viele gleichaltrige Frauen, die schon nach 5 km Radstecke schnaufen wie ein Postgaul. Auf das furchtbare alte Krampfadern-Geschwader, das nur peinliche Gymnastik macht, boah, auf sowas kann ich kotzen und verzichten! Das ist der peinliche Alt-Weiber-Müll meiner Mutter, den ich nie, niemals haben will! Weil ich ein anderer Mensch bin! Bei mir zählt die Freude an derBewegung. Ich habe nie Medallien gewonnen. Dennoch bin auch ich nach einem Training k.o. Bei Frauen ab 40 ist die E-Bike-Dichte bemerkenswert hoch. Da komme ich mir als Biobikerin wirklich doof vor. Eine Chance, mitzuhalten, habe ich dann nicht. Ich bezweifele auch, ob es immer gesundheitliche Gründe sind, weshalb diese Frauen kein Rad ohne Motorenunterstützung fahren. Ich vermute stark, dass ein E-Motor auch eine willkommene Unterstützung eines sexitisch geprägten Körperbildes ist. Schon Mädchen wird beigebracht, sich ja immer schön „reinlich“ zu halten. Schiefe Frisur, weil man schwitzt, Schweißflecken auf dem Oberteil? – ein No-Go! Dafür muss Frau sich schämen! Und zwar grundsätzlich, da muss man nicht unbedingt in der Bank arbeiten. Ich selbst wurde auch schon schief angeschaut, wenn ich mit verschwitzten Haaren ankam. Ist eben aber sowas von normal! (Nicht im Theater, wohlgemerkt, sondern in der Arbeit z. B.) So sieht man eben aus, wenn man entweder eine längere STrecke oder eine kürzere Strecke schnell gefahren ist. Oder wäre Euch lieber, hecheln zu müssen wie ein Hund? Wohl nicht nur wegen der Aerosol-Übertragung des Coronavirus eine sehr unangenehme Vorstellung. Mit E-Bike schwitzt man natürlich weniger. Nur für Lastenräder und Strecken ab 50 km Länge befürworte ich Elektromotoren uneingeschrhänkt.

In dem Chor, bei dem ich so gern mitgesungen und Gleichaltrige getroffen hätte, haben sie leider genug Altistinnen. Es tat weh, dort nicht mitmachen zu können, schon seit 6 Jahren habe ich keinen passenden Chor mehr, auch wenn ich die Entscheidung des Chorleiters sachlich verstanden habe. Sachlichkeit und Wissenschaft kann Klarheit bringen, aber auch so weh tun.

Eigentlich freue ich mich jedes Jahr auf den Frühling. Die erneute „Explosion“ bei Blüten und Blätterwachstum bringt den Menschen wieder eher dazu, zu hoffen. Doch dieses Jahr ist die Pausentaste im Leben aufgrund der Coronakrise immer noch gedrückt. Kein Ende in Sicht. Die Coronakrise bedeutet aber nicht zwangsläufig eine Pause vom Leben, sondern einen „rasenden Stillstand“ (Paulo Virilio). Dieser soziologische Begriff beschreibt den Zustand sehr gut, wenn man zwar immer vor dem eigenen Rechner sitzt, also rein physisch still steht, aber ständig sich in diese oder jene zoom-Konferenz einwählen muss. Dazu beschränkte Abholzeiten bei Geschäften, die zusätzlich Streß machen. Wie unverschämt auch, lokale Geschäfte unterstützen zu wollen, anstatt bei amazon zu bestellen, pfui!

SUPPORT YOUR LOCAL DEALER!!! eigenes Foto

Die Corona-Impfung verläuft sehr schleppend, die sogenannten „Baby-Boomer“, also Menschen, die in den 1950er Jahren geboren wurden, verschärfen die Situation noch, weil sie den Impfstoff von AstraZeneca ablehnen. Sie widern mich an! Und ihre scheiß Villa, Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die können Sie sich in den Arsch stecken! Aber schön dafür am Maskendeal verdient, am Leid anderer Menschen! Ebenso Andrea Tandler von der CSU. Man kann nur noch davon laufen, auswandern, sofern man das Geld hat. Oder sich den Tod wünschen. Mit dieser schlampigen Politik und all den eigenen privaten Enttäuschungen gibt es keine lebenswerte Zukunft. Geringverdienende waren und sind der Politik ohnehin scheißegal. Und leider hat die verlogene falsche Dreckspartei CDU / CSU bisher jede Krise überlebt. Ihre Werbung für’s Impfen kann sich die Bundesregierung auch sparen, denn: es geht NICHT um fehlende Impfbereitschaft! Es geht darum, daß Sie zu blöd waren, rechtzeitig Impfstoff zu beschaffen! Und ordentlich darüber aufzuklären! DAS wäre IHRE AUFGABE GEWESEN!!!

Beruflich….

läuft es eben auch nicht gut. Ich hätte „nur“ noch ein paar Arbeiten und die Bachelorarbeit schreiben müssen. Aber nicht nur wegen der Coronakrise sind die Lernbedingungen mies gewesen. Es ging nur um das Prestige der Dozenten. Man züchtet sich dort eine Elite heran, die dann die guten Jobs z. B. beim DLF bekommt. Arztsohn versteht sich. Was soll da jemand, die nur als zusätzliches „Schmuckstück“ dienen sollte, aber nie anerkannt war, noch dazu als einzige in der eigenen Familie, die studiert hat? Ich hatte keinen Bock auf diese Rolle, nie und die Schnauze voll von all der Arroganz, der Ignoranz für sämtliche Belange von Studierenden. Nachfrage wegen Literaturtips? Fast immer Stille. Kurzausleihe in der Fachbibliothek? 1 ! Tag! Ein Witz! zwar gibt es Buchscanner, aber die Qualität ist so schlecht, daß die Augen bald müde werden. Einen BA-Abschluß habe ich bereits schon. Leider interessiert das kaum mehr einen Arbeitgeber. Gern hätte ich das Volontariat in einem Museum gemacht, wofür ich mich im Januar 2020 beworben hatte. Zwar ist der Job, den ich momentan machen muss, um zu überleben, nicht der schlechteste. Aber es hat eben weder mit Kulturwissenschaft (mein BA-Abschluß) noch mit Journalismus (was ich nicht abgeschlossen habe) zu tun! Ich habe NICHT die Mühe, die Arbeit und den Ärger eines bayerischen Abiturs und Studiums auf mich genommen, um ein Leben lang einen scheiß bezahlten Job zu machen!!! Auch wenn wenn es gut in diese verdammte Gesellschaft passt, bei der die Herkunft immer noch über den Beruf und Einkommen entscheidet! Das KOTZT MICH AN!! Aber nein, Zustände wie in Finnland mit nur einem Schulsystem und grundsätzlich gleiche Chancen für alle, so daß es selbstverständlich ist, dass sogenannte „Arbeiterkinder“ auch studieren, wo kämen wir denn da hin mit der ganzen elitären Scheiße von CDU und CSU! Pfründe und Vorrechte aufgeben und Gleichheit in Deutschland schaffen, nix da!

Das traurige ist, dass all die Stumpfhirne, die nur die Wissenschaft verehren und blind für Gefühle sind, diese Krise überleben werden. Die kein Verständnis für Menschen haben, die das Theater vermissen, um die Lieblingskneipe trauern oder sich erlaubt haben, Anfang März 2021 einen Friseurintermin wahrgenommen zu haben. Wenn man sich eben sonst für nichts außer z. B. PC-Spiele interessiert, wundert diese dämliche einseitige Sicht nicht. Empathie? Hm, was was war das noch mal? Sowas stört und verunsichert nur. Weg damit! Die Empfindsamen werden an der Coronakrise kaputt gehen oder in einem Leben dahin siechen, das man nicht mehr lebenswert nennen kann. Nur eine leise Hoffnung bleibt, dass schlechte Wünsche auch in Erfüllung gehen und alle gefühlskalten, verständnislosen Menschen und Betrüger bestraft werden.

Ob kleine Cafés und Kneipen die Coronakrise überleben werden? Eigenes Foto

Die Lösung wäre ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel gewesen: eine andere Politik, die schon zu Beginn erklärt hätte (auch am Bespiel anderer Länder und Krankheiten wie z. b. Ebola), was eine „Pandemie“ überhaupt ist. Dazu ein Erfahrungsbericht von anderen Regierungen sowie Menschen aus anderen Ländern, wie sie deren Pandemie erlebt haben. Damit hätte man mehr Verständnis in der Bevölkerung für einen totalen lockdown bekommen können. Dazu Sätze wie „Wir können verstehen, dass es für Sie hart ist, daß in den nächsten 3 Wochen kaum aus dem Haus gehen können, weil Theater und Kneipen und Sportkurse geschlossen sind. Danach werden wir aber, so die Planung nach den Erfahrungswerten aus diesen und jenen Ländern wieder öffnen können, weil der Coronavirus unter Kontrolle ist.“

Mit dieser Aussicht hätte man leben können. Weil ein Ziel vor Augen gewesen wäre, kein ewiges Dahin-Ziehen eines nochmaligen „lockdowns“, und dann wieder ein „lockdown, und wieder…. So wird das nichts! Aber sich dann wundern, wenn Leute durchdrehen und Geschäfte demolieren oder heimlich Partys machen! Ist beides scheiße, ohne Frage. Aber wundern, das tun mich diese Reaktionen nicht.

Die Lösung wäre gewesen, die Menschen emotional abzuholen. Nur in autoritären Staaten kann man plötzlich einen kompletten „lockdown“ beschließen, ohne Rücksicht auf Arbeitsverhältnisse, Kinderbetreuung, Einstellungen, Gefühle, das Leben eines einzelnen Menschen. Schon vor der Coronakrise hätten ausreichend Möglichkeiten geschaffen werden müssen, damit Familien, v.a. mit geringem Einkommen und manchmal auch weniger Bildung, nicht in der Luft hängen. Dass man überall im Land digital kommunizieren kann. Das wurde alles verpasst. Arme Menschen sind der Politik und Wirtschaft scheißegal, weil bei diesen Personengruppen nichts zu verdienen ist.

Auch verkehrstechnisch haben viele Städte nichts gelernt. Wo in Berlin trotz Widerständen dank dümmlichem rückwärtsgewandtem Denken von CDU/CSU/AfD sich PopUp-Bikelanes etabliert haben, wartet man in Dortmund vergebens darauf. Mit dem derzeitigen Oberbürgermeister, der noch dämlicher als der alte ist, braucht man auch nichts in Sachen Radverkehr erwarten. Ja, man rühmt sich nun, den Bau des RS 1 zu beginnen. Allerdings mit massenhaft Verspätung. 2020 sollte der ganze! Radschnellweg 1 von Hamm nach Duisburg fertig sein. Eine hilflose „Verkehrsschulung“, bei der schon Kinder auf „Rücksicht“ gegenüber Autofahrenden hingewiesen werden und einen Helm verpasst bekommen, hält man fest. Stattdessen sollten regelmäßige Schulungen für Autofahrer*innen Pflicht sein!

Pop-Up-Bike-Lane und Parkplätze weg: schon könnten Radfahrende sicher unterwegs sein. In Dortmunds Schützenstraße ist das nicht gewollt. Eigenes Foto

Wenn auch nicht jeden Tag in gleicher Weise, so muss man doch bei jeder Fahrt mit dem Rad auf der Hut sein, um nicht von Autofahrenden umgemäht zu werden. Radfahrende werden in Deutschland meistens als lästige Insekten angesehen, die man am liebsten totschlagen möchte – nicht als jemand, die/den man als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer*innen anerkennen würde. Und dann wird sich über scheinbare „Fehler“ von Radfahrer*innen gewundert. Ja irgendwann hat man eben keinen Bock mehr auf Bettelampel und Gängelungen bei der Wegeführung!

Die Lösung wäre, dass diese Gesellschaft endlich aufhört, vor allem Frauen ab 30 oder 40 Lebenskahren abzuschreiben. Ich frage mich, ob ich mir überhaupt noch die Mühe und Arbeit machen soll, eine Bewerbung zu schreiben. Nur für ein Praktikum bei KLF Kultur habe ich 1 ! Woche lang an einem Trailer, der verlangt wurde, gebastelt. Dann hatte angeblich der Versand nicht funktioniert. Ich war wütend und verzweifelt. Ich rede hier übrigens von der Software der TU Dortmund, nicht von irgendeinem Billiganbieter. Es soll dann wohl doch angekommen sein, aber zwei aufeinander folgende Bewerbungen waren erfolglos. Es gibt die kranke Vorstellung in vielen Hirnen, v.a. bei der sogenannten „Abeitsagentur“, was Menschen ab 40 arbeiten sollen. Der ehemalige Pommelbuden-Verkäufer, der jetzt angeblich oder tatsächlich so glücklich als Lokführer arbeitet. Könnt Ihr Deppen von Beamten Euch in den Arsch stecken! Ohne den Beruf des Lokführens abwerten zu wollen: ich habe nicht studiert, um einen scheiß Job zu machen, für den man nur angelernt sein braucht! (und den ich derzeit machen muss). Und ich lasse meine Arbeitskraft auch nicht bei irgendeinem scheiß Hinterhofsender verbrauchen, der mich nicht mal bezahlen kann oder will! Aber dann in ein paar Jahren, dann jammern sie alle wieder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass sie zu wenig „Arbeiterkinder“ in den eigenen Reihen haben, auch zu wenig Frauen. Geht mir doch zum Teufel mit Euren scheiß Lügen, Ihr Pfeifen! STELLT UNS EIN! NEHMT UNSERE BEWERBUNGEN ERNST, MACHT EIN TRANSPARENTES BEWERBUNGSVERFAHREN!!!

In so einem Land will ich nicht leben. Die Kraft, diese miesen Zustände auszuhalten, ist am Ende angelangt. Zum Auswandern habe ich leider kein Geld. Deshalb plädiere ich für ein Recht auf Freitod. Auch weil der Mensch eben kein Einzelgänger*in ist. Ob die Kultur je wieder so sein wird, wie sie war? Es fehlt so sehr, andere Menschen zu treffen, ganz gleich, ob man sich in der Pause über Musik unterhält oder in einem Club einfach nur nebeneinander tanzt. die Stadttheater werden überleben. Aber was ist mit den nicht-staatlichen Theatern und Clubs? Wenn es eine Zukunft gibt: wie soll diese aussehen? S. aus Essen werde ich jedenfalls nicht verzeihen. So wie es besser wäre, die Menschheit würde sich selbst zugunsten des Planeten abschaffen, so gibt es auch kein Vergeben mehr. Mit Narzissten muss ich keinen Umgang haben.

Wo soll es nach der Coronakrise hingehen, wenn es ein „Danach“ gibt?

Kleinstaaterei in der Coronakrise? Gut so!

kostenloses Foto, von pexels. Kleinstaaterei: auch in Deutschland die Krisenlösung bei Covid-19!

Trotz wieder steigender Zahlen von Covid-19-Infizierten will Gesundheitsminister Josef Laumann, NRW, dass Unterricht in den Schulen stattfindet. Doch rebellische Kommunen setzen sich durch! Eine Glosse von Angelika Steger

Hinweis: dieser Text könnte ironische und satirische Elemente enthalten.

Gut so!

Das wollte man nicht glauben: NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann ordnet die Schulöffnung in ganz NRW an. Weil die „Inzidenzwerte unter 100 liegen.“ Der Landkreis Düren und die Stadt Dortmund protestieren: sie wollen nicht, dass die Anzahl der Corona-Infizierten steigt und steigt. Verständlich, denn schlecht für die Statistik. Außerdem muss der ohnehin defizitäre Flughafen Dortmund-Holzwickede wirtschaftlich gestärkt werden: die lia-weiße Fluglinie hat angekündigt, noch mehr Flüge nach Mallorca starten zu wollen. Mehr Infizierte -das hieße keine notwendigen Flugreisen für den Strandurlaub und kein Geld für den Flughafen mehr.

Doch: Minister Laumann bleibt hart. Bundesrecht bricht Landesrecht, Landesrecht bricht Kommunalrecht. Ganz gleich ob Dortmund, Iserlohn oder Düren: die Schulen müssen offen bleiben, Wechselunterricht soll die Ansteckung vermindern. Da kann der Oberbürgermeister von Dortmund noch so oft in die Kamera motzen, wettern und zetern, Wissenschaftsignoranz hat, das haben wir in der Coronakrise gelernt, in Deutschland inzwischen Tradition wie die Kleinstaaterei im 19. Jahrhundert. Bis das Deutsche Reich 1871 als ein Land geformt werden konnte, lief viel Wasser den Rhein hinunter. Es gab es viele kleinere und größere Fürstentümer, Herzogtümer, Grafschaften, jedes mit eigenen Gesetzen, Zöllen, Währungen, Regierungen.

Und darin liegt die Chance für heute, der Lösung für die Coronakrise im 21. Jahrhundert. Auf zur Kleinstaaten-Bildung! Bayern, naja, das ist noch nie wirklich ein demokratisches Land gewesen, schon immer Königreich, auch wenn der derzeitige König, äh Ministerpräsident Markus Söder den schicken geschwungenen Bart und vornehme Haartolle von König Ludwig II. von Bayern vermissen lässt (obwohl die Friseur-/innenauch in Bayern wieder auf haben). Ab sofort begreift die Stadt Dortmund sich als Stadtstaat, Südwestfalen wird wieder zur Grafschaft Siegen-Wittgenstein unter der Herrschaft des Siegener Stadtrates, Essen und Duisburg wird vom Industrieadel Krupp regiert. Münster und das Umland gehen wieder an Preußen unter König Wilhelm II, äh Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, in Paderborn gibt es ohnehin ein Fürstbistum und Köln als Stadtstaat verwaltet den Rhein-Erft-Kreis gleich mit. Die Proklamation erfolgt dann per Zoom, als Hintergrundbild dient die Frankfurter Paulskirche. Zusammen erlassen sie eine eigene Impfverordnung, organsieren und führen Schnelltests selbständig durch. Und die foodsharing-Gruppen von NRW containern dafür den Astra-Zeneca-Impfstoff, den die Bundesregierung nicht mehr verimpfen will. Rebellion gegen Bundes- und Landesrecht. Mit Christian Drostens und Sandra Cieseks Konterfei als Amtssiegel. Gegen so viel Rebellion, ja da ist dann auch das kleine Düsseldorf machtlos und selbst der Bundesgesundheitsminister bekommt es bei so viel entschlossenem Tatendrang mit der Angst zu tun.. Ministerpräsident Armin Laschet wird mit sofortiger Wirkung Karnevalspräsident auf Lebenszeit, Josef Laumann sein Komparse. SO sieht moderne Pandemiebekämpfung aus! Pappnasen auf ewig zum Karneval, während verantwortungsvolle Herzoginnen und Grafen – äh Bürgermeister-/innen die Problemlösung selbst in die Hand nehmen.

Ganz Nordrhein-Westfalen ist von der Pandemiebeschleunigung bedroht?

Nein! Ein paar rebellische Bürgermeister-/innen und Landrät-/innen leisten Widerstand!

Deshalb: auf zur Kleinstaaterei!