Hat den Bogen raus: mit einem Urban Arrow durch die Stadt

Manchmal hat man Glück. Manchmal meldet sich jemand, wenn man etwas sucht. In einer Critical-Mass-Gruppe hatte ich gefragt, ob jemand in meiner Stadt auch ein Lastenrad mit E-Motorenunterstützung verleihen könnte. Und siehe da, es meldete sich jemand. GErda wohnt ja in Gelsenkirchen, der „verbotenen“ Stadt, der Weg dorthin ist für die Ausleihe schon immer weiter und langwieriger. Die Ausleihe in meiner Wahl-Heimatstadt bot die Möglichkeit, ein weiteres Modell, das ich noch nicht kannte, auszuprobieren.

Irgendwo muss man sein Auto ja parken können!

Es ist das Modell Urban Arrow eines niederländischen Herstellers. Hm, so ein ähnliches hatte ich doch schon? Ja, der ULF vom ADFC Unna, auch ein bakfiets von der Marke vanAndel. Doch auch wenn beide Räder aus dem selben Land kommen, eine ähnlich große „Wanne“ als Transportfläche haben, so sind sie doch verschieden. Beide sind für die Stadt, weniger für lange Touren gemacht – in Sachen Fahrkomfort gibt es aber einige Unterschiede. Das lässt sich auch feststellen, obgleich der ULF von van Andel im Gegensatz zum Urban Arrow keinen Motor hat.

Aufbau und Rahmengestaltung

Man sieht es auf den ersten Blick: ein wirklich sportliches Rad ist das Urban Arrow nicht. Der gesamte Rahmen hat dickere Rohre, der Einstieg ist tief, der Sattel leicht nach hinten geneigt. Wie beim klassischen Holland-Rad eben. So vergleichsweise leicht wie GErda aus Gelsenkirchen lässt es sich auch nicht anheben, wenn man mal ein Hindernis vor sich hat. An einem Tordurchgang muss ich das Urban Arrow regelmäßig anheben, weil es sonst auf der Kuppe am Boden aufliegt. Selbst der Gepäckträger besteht aus relativ dicken Streben und ist im Rahmen integriert. Je nach Größe der Greifringe an der Satteltasche passt aber eine Ortlieb-Tasche an diese kräftige Transportpferd.

Nicht unwichtig: ein Gepäckträger am Lastenrad – und wenn es nur für die Versorgungstasche ist.

Tiefer und deshalb bequemer Einstieg: Wie die GErda, das Packster 60 von Riese und Müller ist das Urban Arrow ein rockfreundliches Rad. Ein großer Pluspunkt. Was allerdings am Anfang irritiert, ist das hohe Dach, das in Richtung der/des Fahrer-/in zeigt. Manchmal bin ich mit dem Gesicht dagegen gestoßen. Jedes (Lasten-)rad ist eben anders. Trotz des vergleichsweise hohen Daches behält man aber während der Fahrt immer den Überblick. Denn die Sitzposition ist wie beim Hollandrad aufrecht. Der Lenker ist aber glücklicherweise nicht gar so hoch wie beim ULF, dem Lastenrad von vanAndel, was für ein angenehmes, fast hoheitliches Fahrgefühl sorgt. Jetzt bitte noch das königliche Wappen der Niederlande vorne drauf 😀

Alles im Blick: der Lenker mit Bordcomputer u.a. am Urban Arrow.

Jedes Lastenrad ist anders. Meistens fahre ich von den E-Lastenrädern, die leihbar sind, das Packster 60 von Riese und Müller mit Kettenschaltung, die GErda. Deshalb gab es bei der ersten Fahrt mit dem Urban Arrow wieder lustige Dinge zu erleben. Weil ich die Kettenschaltung gewöhnt bin, habe ich vor dem Anhalten mit dem Urban Arrow immer schön brav runter geschalten oder vor der Ampel hektisch schalten wollen. „Brauchst du aber nicht“ flüsterte mir daraufhin die NuVinci-Schaltung beruhigend zu. Ich musste schmunzeln. Diese Schaltung war gewöhnungsbedürftig – aber ich gewöhne mich immer wieder gerne und bald daran. Die Nu-Vinci-Schaltung reagiert intuitiv, stufenlos, das ist eine große Erleichterung beim Radeln. Für Zahlenfans und Statistik-Fanatiker*innen aber ein Graus (nee, nix gibt es da in Sachen Zahlenanzeige am mechanischen Display!)

Der Bordcomputer ist an sich übersichtlich gestaltet. Was mich aber immer verwirrt, ist die Einstellung der Unterstützung in die verschiedenen Stufen Eco, Tour, EMTB, Turbo. Im Gegensatz zum kleinen Display am Packster 60 muss man beim Urban Arrow auf der linken Lenkerseite die gewünschte Stufe drücken. An der Ampel anfahren… huch, warum geht das plötzlich so schwer? Hatte ich doch versehentlich den Motor ausgeschalten! 😉 Oder: hui, warum plötzlich die Sport-Unterstützung? Eine Sache, woran ich mich immer wieder gewöhnen muss. Nach der ersten Fahrt weiß ich aber wieder: Vorsicht beim linken Lenkergriff…. und es läuft ohne falsche Motoreinstellungen.

Hoch zulaufendes Dach: daran muss man sich immer wieder gewöhnen.

Einsatz des Urban Arrow : ein Lastenrad für die Stadt

Die Finanzierung der eigenen Waschmaschine lässt noch auf sich warten. Also trug das Urban Arrow für mich zuverlässig und sicher meine Wäsche zum Waschsalon.

Angekommen: Erst mal Kofferraumdeckel hoch und abladen 😉

Während die Maschinen arbeiteten, ging ich in der nahe gelegenen Kaiserstraße einkaufen. Das Schöne am Lastenrad ist ja: es passt viel rein. Ich muss mir keine Sorgen machen, etwas nicht sicher transportieren zu können. Einen Parkplatz finde ich auch immer. Unfassbar war jedoch an dieser Stelle Ecke Gerichtsstraße / Hamburger Straße in Dortmund ein Falschparker etwas weiter hinter dem geparkten Lastenrad. Ein SUV-Pickup auf dem Gehweg. Mit einer Dreistigkeit und Selbstverständlichkeit parkte er vor einer Werkstatt. Offensichtlich gab es was abzuholen. Als ich gegen 18.30 Uhr zurück kam, stand er immer noch da. Einzelne Passant*innen kamen noch durch – was aber nicht heißt, dass er dort zu parken hat!

Vollgeladen: 2 große Taschen mit gewaschener, nasser Wäsche und eine Tasche mit Supermarkteinkäufen.

Auch vollgeladen ließ sich das Urban Arrow super fahren. Kein Gewackel, kein Murren. Die „Wanne“ ist tief, so passte alles schön rein. Thema Dreistigkeit: als ich im Waschsalon die zweite Tasche mit der gewaschenen Wäsche holte, musste tatsächlich eine Passantin in die Ladefläche glotzen, das Regendach war ja offen. Nur gut, dass ich die erste Tasche schon vor das Lastenrad gestellt hatte, so dass es unmöglich war, einfach in die Ladefläche zu fassen! Gekaufte Lebensmittel zu stehlen… sollte eigentlich hierzulande nicht notwendig sein. Aber Deppen, die es unbedingt tun müssen, gibt es immer. Ein strenger Blick durch die Scheibe und mein baldiges Auftauchen draußen vor dem Waschsalon genügte, dass sich diese Frau verziehen musste.

Das Urban Arrow verzeiht sogar die blöden Unebenheiten, die es überall auf Deutschlands Straßen und Wegen gibt: selbst abgesenkte Bordsteine sind nicht wirklich eben. Aber wer will schon alle paar Meter absteigen und schieben? Als ich im Sommer für einen Abend in Nijmegen / Niederlande war, schaute ich zweimal auf den Boden, warum es kein Gerumpel gab und sich so schön und störungsfrei fahren hatte können!

Und ab nach Hause über den Gerichtsplatz und die Schleichwege. Das nächste zoom-meeting wartet
.

Fazit

Das Urban Arrow ist ein gute Kompromiß zwischen sportlichem Lastenrad und Hollandrad. Es liegt gut auf der Straße, läuft ruhig, ohne behäbig wie das Lastenrad von van Andel zu sein. Das Design ist trotz des sehr dicken Sattelrohres dennoch sportlich orientiert: das macht der bogenförmige Rahmen um die Transportfläche aus und wirkt jeder Behäbigkeit entgegen. Das Transportvolumen ist ordentlich, man muss aber beim Verladen von schweren Lasten aufpassen, dass man sich nicht „verhebt“, also im eigenen Bewegungsapparat keine Verletzung („Hexenschuss“ u.ä.) zufügt, weil man die Lasten tiefer in die Transportbox lassen bzw. abladen muss. Pluspunkt ist auch der Gepäckträger. Nicht nur, weil in der Coronakrise alle Kneipen zu haben und Bäckereifilialen früher am Tag schließen, habe ich meist mein eigenes Essen dabei. Das will ebenfalls verstaut werden. Außerdem muss nicht die neueste Speisekarte auf der frisch gewaschenen Wäsche landen…. Nachteil ist natürlich das höhere Gewicht, das ist klar. Ein Kaltblüter ist eben was anderes als ein kräftiges Reit- und Packpferd wie das Packster 60 von Riese und Müller. Vorteil ist natürlich auch, dass der Verleiher für mich leichter zu erreichen ist. Ich bin auch trotz mancher Nachteile und mancher gewöhnungsbedürftigen Eigenschaften gern mit dem Urban Arrow gefahren. Für die Miete in Höhe eines von mir gebackenen Kuchens gerne immer wieder. 🙂 Herzlichen Dank an den Verleiher !

Bogenförmiges Regendach, bogenförmiger Rahmen der Transportfläche: zusammen ein sportliches Design beim Lastenrad Urban Arrow.

Weiß und kalt: wenn gar nichts mehr geht

Es ist Februar 2021, der „lockdown“ wegen des verdammten Coronavirus dauert immer noch an, das gesellschaftliche Leben liegt immer noch still. Noch kann man sich aber draußen bewegen… Bis zur Nacht vom 6. Februar. Der Winter hatte beschlossen, in dieser Saison doch noch mal nach NRW zu kommen.

Zitat aus dem Newsletter des Deutschen Wetterdienstes vom Freitag, den 5. Februar 2021:

Am morgigen Samstag und auch am Sonntag verlagert sich Tief TRISTAN bis nach Benelux und führt die Warmluft weiter hinein die Mitte des Landes, wodurch sich zunehmend die Luftmassengrenze verschärfen wird. Denn in den Norden und Osten fließt ausgehend von hohem Luftdruck über dem Nordmeer und Skandinavien arktische Meereskaltluft mit östlicher Strömung ein. Dort wo sich die Luftmassen treffen, intensivieren sich die Niederschläge bis zum Abend und in einem Streifen etwa vom Münster-/Emsland bis nach Sachsen, später auch bis nach Brandenburg setzt starker Schneefall ein. Dazu kommt starker bis stürmischer Ostwind auf, der zu starken Schneeverwehungen in der Nord- und Osthälfte am frisch gefallenen Schnees führt. Nach den derzeitigen Prognosen werden sich insgesamt bis zum Montagvormittag etwa 10 bis 25 cm über 24 bis 36 Stunden ergeben. In einem Streifen von Münster- und Emsland bis nach Südniedersachsen sind 20-40 cm, lokal auch etwas mehr Zentimeter Neuschnee möglich. Da die größten
Mengen in diesem Bereich voraussichtlich über einen Zeitraum von 12 Stunden fallen wird hier auch extremes Unwetter erreicht. Von der Elbmündung bis nach Nordbrandenburg fallen die Mengen geringer aus und bewegen sich voraussichtlich zwischen 5 bis 10 cm. Neben den überregionalen Verkehrsbehinderungen mit teils unpassierbaren Verkehrswegen durch den Schneefall und die Schneeverwehung droht Schneebruch und auch Leiterseilschwingungen. Im Übergangsbereich zu Warmluft nach Süden kann es ab Samstagabend verbreitet zu überörtlichem Glatteis kommen. Dabei friert der fallende Regen womöglich über einen längeren Zeitraum am Boden und an Gegenständen fest. Der gefährdetste Bereich erstreckt sich im Westen etwa vom Niederrhein bis in die Kölner Buch über das Siegerland und Nord- und Osthessen bis ins
Vogtland und Oberfranken im Ostem. In diesen Regionen ist ein Eisansatz von mehreren Millimetern bis in den Zentimeter-Bereich möglich. Es besteht neben den Verkehrsbehinderungen durch spiegelglatte Straßen die Gefahr von Eisbruch an Bäumen und Infrastruktur (z.B. Stromleitungen).

Kaum gibt es irgendwo Schnee, werden viele Bilder der weißen, kalten Kristalle auf Facebook gestellt. Schon wieder… aber irgendwie auch angenehm, diese Bilder. Endlich mal was harmloses, auch schönes in dieser anstrengenden, frustrierenden Coronakrise. Die Fake-Jäger des Netzes, mimikama.at haben es richtig erkannt gehabt. Angesichts des Klimawandels ist es aber fast geboten, den Winter zu dokumentieren. Was war „Schnee“ und „Eis“ noch mal?

Nicht mehr ganz so frisch: platt gedrückter Schnee auf der Herderstraße Dortmund. eigenes Foto.

An sich mag ich den Winter. Kälte auszuhalten ist für mich kein Problem, denn wenn man ehrlich ist: die Temperaturen in Mitteleuropa sind wirklich auszuhalten. Wir haben kein Kontinentalklima oder gar die sehr tiefen Temperaturen am Polarkreis.

An dem Abend des 6. Februars 2021 (Samstag), als es mit dem Schnee, man muss sagen, Schnee-Sturm losging, hatte ich Schicht. Wir arbeiten für die telefonische Fahrplan- und Tarifauskunft für verschiedene Verkehrsunternehmen. Ich wußte, dass Schnee kommen sollte – aber war dann doch überrascht. Schön sah mein Rad aus.

Die Heimfahrt, besser Heim-Weg war aber weniger schön. Der Wind zog heftig, so dass ich lieber den Weg durch die Stadt nahm, weil die Häuserreihen an der Rheinischen Straße in Dortmund den Wind besser zurückhalten als im frei gelegenen Industriegebiet Westfaliastraße/Hafen. Fahren war im immer tiefer werdenden Schnee unmöglich. Also schieben. War nervend, denn ich wollte nach einer langen, anstrengenden Schicht nach Hause. Auf der Brücke der Rheinischen Straße hielt plötzlich ein Auto. Ich dachte, dass der Fahrer mich nach dem Weg fragen hätte wollen… aber er zeigte mir seinen Presseausweis, er fragte, ob ich ein kurzes Statement zum Schnee geben wolle, das sei für das ZDF. Ich stimmte lächelnd zu.

Im Schneckentempo ging es voran Richtung Innenstadt. Nur unter den Arkaden der Imbißbuden konnte ich hier und da mal vielleicht hundert Meter lang rollen. Der Schnee… Wie eine hoheitliche, aber nicht hochmütige Autorität gebietet er allen, sich langsamer zu bewegen, Pläne einzustellen oder zu verändern. Ohne Widerspruch. Es ist immer ruhiger auf den Straßen, mal schnell wohin fahren geht nicht mehr, auch Raser-/innen haben keine Chance mehr. Fast hätte man eine Tonaufnahme vom Schnee machen sollen, wenn Füße oder Fahrradreifen auf dem Schnee ihre Spuren hinterlassen. Wie ein leises Knarzen, dennoch gut vernehmbar.

Straßen im Winter: ein immer seltener werdender Anblick. Hier im Hahnenmühlenweg. Überraschenderweise sind hier viele Autler* unterwegs!

Nach Mitternacht sind nie viele Menschen unterwegs, außer vielleicht am Wochenende, wenn es keine beschissene Corona-Pandemie gibt. Durch die weißen, gefrorenen Kristalle sind es noch weniger. An der Kreuzung Brinkhoffstraße standen Fahrzeuge der Stadtverwaltung: die Straße wäre vereist und würde deshalb abgesperrt. Die ganze Szene wirkte leicht skurril. Ich musste ohnehin schieben. An einfach den Berg hinunter in die Schützenstraße rollen, davon konnte nicht die Rede sein.

Die Schützenstraße, eine der großen Ausfallstraßen der Nordstadt Dortmund, ist immer voller Autos, laut und stinkend. Mir tun die Anwohner-/innen schon immer leid. Es gilt immer, was auch deutsche Mitbürger vormachen: wer ein Auto hat, möglichst ein großes dickes, der hat es geschafft. WAS GESCHAFFT? frage ich mich immer wieder. Seit dieser Nacht war es auch für die Freunde (seltener Freundinnen) der motorisierten Stinkerkisten eng geworden. Auf dichter Schneedecke fährt und „cruist“ sich eben nicht gut. Die vermeintlichen Bewunder-/innen am Straßenrand sind verschwunden. Nach fast 2 Stunden für einen Heimweg von 4 Kilometern war ich dann zuhause.

„Sie wollen heute aber nicht mit dem Rad fahren?“ derartige Fragen bekam ich (und wohl auch manch andere Radfahrer-/in) während der Woche voller Schnee öfter gestellt. Ich wollte zurückfragen: „Warum fahren Sie Auto?“ , wäre ich nicht zu sehr mit allem anderen beschäftigt gewesen. Es ist gar nicht so einfach, sich im Schnee fortzubewegen. Was mich ärgerte: ich konnte verstärkt Autofahrer-/innen beobachten, die ihren Motor laufen ließen, anstatt vom Parkplatz gleich wegzufahren. Einer meinte, das sei notwendig, weil das Auto mehrere Tage gestanden hätte. Echt?

Manchmal hilft nur noch die Kombination Rad+ÖPNV, um voran zu kommen.

In einer Chatgruppe von Radfahrenden sprachen wir über Radfahren im Winter. Selbst die Leute mit Spikes am Rad sagten, dass sie nun aufgegeben hätten. Irgendwann heißt es dann beim Radfahren: Ne rien va plus. Ich musste mich umstellen, nach Abfahrtszeiten der Stadtbahn suchen. Zur Stadtbahn nahm ich dennoch das Rad mit – aus Gewohnheit und weil ich nicht so recht darauf vertrauen wollte, ob die Bahn nachts auch zurück fahren würde. In der Stadtbahn traf ich auch einmal einen Radfahrer – Schicksalsgeschwister im Geiste waren wir.

Mich ärgern solche Kommentare. Das ist Auto-Denke. Selbst in der Stadt findet sich immer eine Ausrede, dass man „doch mit dem Auto fahren müsse. Es nervt, es nervt! Warum fragt niemand, warum man für die 100 m zur Bäckereifiliale, Kiosk oder Bank Kraftstoff verbrauchen und Lärm erzeugen muss??? Warum fordert niemand einen besseren ÖPNV? Sind die Kuchen, Semmeln, Brot oder Zigaretten oder Getränke so schwer, dass man unbedingt ein tonnenschweres Fahrzeug für den Transport dieser Dinge braucht?

Nur jetzt im Schnee, da kam auch kein Auto weit. Ich nutzte das Rad weiterhin. Zumindest als Lastesel, um Leergut wegzubringen. Schieben ging ja noch. Es war nun Montag, der 8. Februar 2021.

Langsam geht es auch durch den Schnee.

Leergut zurück, Maske wieder abgenommen, Brille wieder aufgesetzt. Die Coronakrise macht zusätzlichen Streß. Die Brille darf nie, nie verloren gehen, deshalb nehme ich sie vor dem Einkaufen oft ab, verstaue sie sicher in der Handtasche, um mit Maske klar sehen zu können. Für die Zeit des Einkaufs geht´s auch mal ohne Brille. Heute hatte ich sie aber nicht vor dem Einkauf abgesetzt. Ich war gestreßt: erst durch den Schnee stapfen, dann der lästige, wenn auch notwendige Maskenkram, der die Brille anlaufen lässt. Nach dem Einkauf: erst mal draußen durchatmen. Doch es gab noch mal Ärger: das Schloß war eingefroren! Daran hatte ich nun wirklich nicht gedacht gehabt! Ich kann mich auch nicht erinnern, das schon mal erlebt zu haben. Man muss an so vieles denken beim Schnee, mehr Zeit und andere Wege einplanen, weil man nicht mehr wirklich Rad fahren kann. Kettenöl ins Schloß, Enteiserflüssigkeit… nichts half. Wütend trug ich erst nur die Einkäufe nach Hause, um danach wieder zu kommen und das Rad nach Hause zu tragen. Es sind „nur“ 300 bis 400 Meter vom Supermarkt zu meiner Haustür. Genervt und wütend war ich dennoch. Einen freien Tag stellt man sich anders vor! Das war der Montag, 8. Februar.

Eingefrorenes Schloß. Nichts ist nerviger!

Nach diesem Erlebnis hatte ich ein paar Tage später ein Enteiserspray bei einer Tankstelle gekauft. Schon auch lustig, mit dem Rad an einem Ort vorzufahren, wo sich viele Blechkisten treffen. Während der gesamten Schneewoche kam dieses Spray aber nicht mehr zum Einsatz, haha.

Im Film ist sowas lustig. Wenn man betroffen ist, nicht. Einkaufen ist eine Notwendigkeit, es ging auch nicht darum, dass ich unbedingt Eis oder Schokolade haben hatte wollen. Das Wetter hatte hier eine Grenze gezogen, die ich nur schwer akzeptieren hatte können. Nicht mehr oder kaum mehr radfahren können: ok. Aber dass jetzt auch das Schloß zufrieren hatte müssen… Dank des Klimawandels gibt es immer weniger richtige Winter. Vielleicht habe ich und wir alle es auch verlernt, müssen uns immer wieder darauf einstellen, bewußt machen, was – 8°C und noch niedrigere Minusgrade bedeuten.

Während der Woche fing es an zu tauen. Nach und nach konnte man wieder ein paar Abschnitte befahren. Es war aber eine Frechheit, wie lange es dauerte, bis die Schützenstraße wirklich geräumt gewesen war! Auch die größere Nebenstraße Herderstraße hätte eine Schneeräumung vertragen können. Als ich einmal zum Waschsalon fahren wollte, sah mich die Verleiherin ungläubig an. Durch den Matsch, das machte weder Spaß, noch kam man wirklich voran. So fuhr ich die Hauptstraßen, die waren wirklich geräumt. Was sonst als so umständlich erscheint, weil man nicht die bekannten Schleichwege benutzen kann, war jetzt genau richtig. Auf dem Weg zur Verleiherin von NOLA hatte ich nicht daran gedacht und mich durch den Matsch gequält. Den Weg durch die Nebenstraßen und Wege bin ich eben gewohnt. Auf z. B. der Schützenstraße und Mallinckrodtstraße radelt man nicht gern.

Winterspaziergang mal anders….. nicht so entspannend.

Warum ich mich mit einem unmotorisierten Lastenrad durch die Landschaft plagte, erst recht, als es noch gefroren hatte?

Ich hatte bei einem Getränkemarkt fränkisches Bier bestellt, noch lange, bevor der Dt. Wetterdienst den ‚Wintereinbruch‘ vermeldete. Das wollte abgeholt werden. Dafür fahre ich auch 10 Kilometer durch die Stadt, vom Norden in den Süden. Es hatte geklappt. Satte 2 Stunden für den Hinweg, beim Rückweg wählte ich die Route etwas klüger aus, weil ich dann wußte, wo der Schnee geräumt war. Ein Wahnsinn, dass man sich als Radfahrer-/in nicht darauf verlassen kann, dass die Straßen und Wege geräumt sind!

Endlich angekommen am Getränkemarkt.

Das war der einzig geräumte Weg, immer noch zu schmal für Spaziergänger*innen und Räder, aber immerhin. Entlang der Dorstfelder Allee bis zur Abbiegung zur Schnettkerbrücke konnte ich etwas flotter fahren.

Der einzig geräumte Radweg, den ich angetroffen hatte.

Ich musste den Verleiher (nicht die Verleiherin, es gibt 3 NOLAs) anrufen, dass ich später käme. Ging nicht anders. Als ich die NOLA geholt hatte, hatte er einen Schlitten dabei gehabt. Im Nachhinein hatte ich mir auch gedacht: ach wärst du besser Schlitten fahren gegangen! Ach ja…. wie man sich als Erwachsene(r) Zeit nehmen muss, auch Schönes zu tun. In der Coronakrise erscheint alles im Leben immer sinnloser. Kaum ein Hobby macht mehr Spaß.

Entlang der Emscher bei der Dorstfelder Allee. Idylle im Schnee. Wenn da nicht der Coronavirus wäre…

Emscher mit Blick Richtung Innenstadt.
Richtung Dorstfeld Süd.

Und dann war da schon der Sonnenuntergang…. Sportliche Betätigung, die hatte ich an diesem Tag wirklich genug.

Wolkig, regnerisch, 1 bis 3 °C. Corona-Update im Winter 2020/21

Einfach ist es nicht für mich, zu schreiben. Die Coronakrise dauert nun schon 1 Jahr an. 1 Jahr der Unsicherheit, wie es weitergeht. Und der fortschreitenden Traurigkeit und Trostlosigkeit. Wie schon zu Ende des 19. Jahrhunderts oder nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs frage ich mich, ob man überhaupt noch schreiben kann und soll. Es gibt durchaus Themen für Blogeinträge….. Aber ich habe Frust, sehe keinen Sinn mehr im Schreiben. Es ist ein Zustand, als ob jemand im Leben auf „Pause“ gedrückt hätte. Und dieser Zustand dauert an. Wie lange noch?

  1. Lockdown, 2. „lockdown“ …. WIE LANGE NOCH???

Anfangs war oft die Rede davon, dass es doch auch mal gut sei, aus der alltäglichen Alltagsmühle raus zu kommen, alles in langsameren Tempo erledigen zu können. Nicht so ein Streß vor Weihnachten. Kein stressiger Arbeitsweg mehr, denn manche und mancher ist längst im „homeoffice.“ Ob es für die Psyche immer so gesund ist, die Arbeit mit nach Hause zu nehmen, sei dahingestellt. In manchen Branchen ist es schlichtweg unmöglich, von zuhause aus zu arbeiten. Bei einer Taxibusbestellung scherzte ein Kunde am Telefon einmal wie es wäre, 6 m Folie im eigenen Wohnzimmer ausrollen zu wollen. Dass die Ansteckung vermindert werden kann, weil weniger oder gar keine Menschen mehr in einem Raum sitzen, stehen oder sich bewegen, ist auch klar. Ich hätte selbst „homeoffice“ machen können, wenn ich gewollt hätte und mein Internetanschluß entsprechend ausgestattet wäre. Aber ich habe mich bewußt dagegen entschieden. Wir telefonieren für verschiedene Verkehrsunternehmen und geben Fahrplan- und Tarifauskünfte, Auskunft über verspätete Busse, verlorene Dinge in Bussen, U-Bahnen, Straßenbahnen. Einige Kunden sind höflich, sogar freundlich und dankbar. Aber es gibt einen großen Teil an Arschlöchern, die uns anschreien, anfauchen und für ihre Fehler verantwortlich machen, weil sie den Bus verpasst oder ihre Tasche mit ganz wichtigen Sachen in der Straßenbahn vergessen haben. Man muss in diesem Job aufpassen, nicht zur/zum totalen Misantroph-/in zu werden. Außerdem machen schon viele Kolleg-/innen homeoffice, so dass immer mindestens 2 Meter Abstand zwischen den Arbeitsplätzen eingehalten werden kann.

„lockdown“, dieser widerliche Anglizismus, das heißt weiterhin: keine Sportkurse, keine Probe mit anderen Musiker-/innen. Das heißt, dass mein komplettes Sozialleben zerstört ist. Kein „zoom-meeting“ , sei es zum Plausch mit Radfahrfreund*innen oder ein online-Sport-Kurs kann ein analoges, direktes Treffen ersetzen! Das unangenehme Gefühl der DatenUNsicherheit ist immer dabei, wenn man zoom nutzt, um überhaupt irgendwie in Kontakt zu bleiben oder sich weiter zu bilden. Vor der Coronakrise war dieses „tool“ fast unbekannt – mir zumindest. Die immer noch gedrückte Pausentaste ist keine „Pause“ mehr. Denn Pausen enden irgendwann. Aber wann, wann endlich endet dieser immer unerträglicher werdende „lockdown?“

Kein „zoom-meeting“ kann ein echtes Treffen zwischen Menschen ersetzen. Wenn ich mit Kolleg-/innen auch nur über belangloses rede (oder über Kund*innen lästere) geht es mir etwas besser. Menschen sind eben keine (Wild-)katzen, die von sich aus Einzelgänger sind. Soziale Kontakte seien sogar ein „Schutzfaktor“, wie Klaus Lieb vom Leibniz-Institut es beschreibt.

lockdown“ bietet auch neue Chancen: Menschen entwickeln neue Hobbies

Derartige Schlagzeilen konnte man öfter in den Medien der vergangenen Monate lesen. Die Menschen hätten jetzt mehr Zeit, so dass das eigene Leben langsamer geworden wäre und man Zeit für Hobbies hätte. Durch meinen Umzug und das damit einher gehende Chaos hatte und habe ich wenig Zeit und Ruhe. Die anfängliche Lust, eine Idee für die Gestaltung eines T-Shirts endlich wahr werden zu lassen, ist der Leere gewichen. Die gekauften Materialien liegen zuhause unbenutzt herum. Ich müsste mir nur Zeit nehmen und anfangen. Doch der lockdown kommt mir immer mehr vor wie das Nichts aus der „unendlichen Geschichte“ von Michael Ende. Das Nichts bedroht alles, was lebt, breitet sich langsam und fast unbemerkt überall aus. Manche haben sich aus Verzweiflung in das Nichts gestürzt, weil sie diese Bedrohung nicht mehr aushielten. (Für die Tröten unter den Leser-/innen, die vor lauter Wissenschaftsverehrung und Virologenanbetung jetzt nur Bahnhof verstehen: informiert euch. Lest auch mal ein phantastisches Buch, Ihr Pfeifen! Und ich meine jetzt keinen Verschwörungskram, sondern phantastische Literatur, die als solches gekennzeichnet ist, aber durchaus Symbolwirkungen auf tatsächliche Lebensumstände haben kann. Nicht umsonst gibt es viele Vergleiche zur griechischen Antike – ach huch, auch das muss man Euch erklären… wieder im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst, was? Und wieder nur stumpfe Naturwissenschaft studiert, die nur Zahlen kennt… meine Fresse, Ihr nervt! Wie die Coronaleugner-/innen, nur anders).

Unsichtbar fürs Auge und gefährlich: der Coronavirus

Tatäschllich weist die Krankheit Covid-19 auffällige Gemeinsamkeiten mit dem „Nichts“ aus der „unendlichen Geschichte“ auf: der Coronavirus ist nicht wirklich fassbar. Für das Auge unsichtbar, wenn man nicht entsprechende Mikroskope und Labore hat. Keine Flecken auf der Haut, keine akuten, bestsimmten Regionen zuzuordnenden Schmerzen. die Krankheit Covid-19 kommt schleichend, oft unbemerkt, selbst „milde Verläufe“ machen den Menschen fertig. Der Höhepunkt sind dann Beatmung, strenge Isolation, „Kontakt“ nur mit in Kunststoff verpacktem Pflegepersonal. Kein Wunder, wenn die Menschen dann sterben, obwohl ihr Körper gesundet ist. So verständlich es ist, dass die Ärzt-/innen und Pfleger-/innen sich schützen wollen und müssen, so schrecklich ist es für jede-/n Patient-/in, wenn jemand komplett in Kunststoff eingepackt ihnen entgegentritt. Ich möchte das nicht erleben. Dann lieber gleich das Leben beenden. Die Fans des Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftsgläubigen, die jeden Artikel über diese tödliche Viruskrankheit lesen und jede Statistik und Zahlenwerk studieren, können das natürlich nicht nachvollziehen. Eine grundsätzliche Vorstellung in der Naturwissenschaft, in diesem Falle, der Medizin lautet: Virus bekämpfen, den Körper gesund machen. Was der Patient/die Patientin dabei denkt, wie es ihr oder ihm geistig geht, interessiert praktisch nicht. Gesunder Körper: Ziel erreicht. Wenn der Geist darnieder liegt: völlig egal. Seltsam nur, wenn Menschen dann sterben. Haha.

Die neuen Stars, die weder Musik noch Filme machen

Weißer Kittel, Erlmeyer-Kolben auf dem Tisch, daneben verschiedenste Apparaturen, eine Tür mit Zugangsbeschränkung, gelb-schwarze Warnschilder. Ist das das neue „Filmset“, die neue „Theaterbühne“, das Stück oder der Film den jetzt jede-/r sehen will? Hier an diesem Ort arbeiten die neuen Stars. Alles weiß, nüchtern, sauber, penibel sauber, gar nicht glamourös. Hm, was? Dokumentarfilmdreh? Oder Teil eines neuen Hollywood-Katastrophenfilms?

Nein. Die neuen Stars in vielen Medien sind Wissenschaftler-/innen, die vorher kaum jemand kannte. Virologie, wer denkt da schon dran, außer, wenn die nächste Thetanus-Impfung ansteht. Jetzt stehen sie seit 1 Jahr im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sandra Ciesek, Hendrik Steeck, Christian Drosten. Ihre Arbeit ist wichtig, soll gewürdigt werden. Wissenschaft schafft Klarheit, was wirklich ist, bis Gegenteiliges bewiesen ist. Wissenschaft hilft, Aberglauben und damit das Leid mancher Menschen zumindest einzudämmen oder abzuschaffen. Wissenschaft ist wichtig, ohne Frage. Aber: bitte hört auf, diese Wissenschaftler-/innen anzubeten. Denn manches Verhalten – diametral zu den Coronaleugner-/innen – nimmt fast religiöse Züge an. Dabei ist es genau denen, die da fast wie Götter verehrt werden, richtig unangehm. Wissenschaft und Religion vertragen sich nicht. Mein Eindruck, nachdem ich ein paar Artikel über Drosten gelesen, den NDR-podcast einmal gehört habe: sein Anliegen ist, über den Coronavirus aufzuklären. Eben das, was Wissenschaftler-/innen grundsätzlich wollen.

Erst langsam tauchen Berichte über das auf, was neben aller notwendigen Kenntnis über Covid-19 so wichtig ist: die sozialwissenschaftliche Forschung. Ja, Ihr Drosten-Anbeter (meistens Männer), auch Soziologie ist Wissenschaft! Woooow! Es ist mir unbegreiflich, wie diese Leute offensichtlich Beruhigung oder gar Trost darin sehen, nach jedem noch so kleinen Bericht zu möglicherweise „neuen Erkenntnissen“ über den Coronavirus zu schmachten und mit Inbrunst den NDR-Podcast zu hören.

Mich tröstet all das ÜBERHAUPT NICHT. Denn kein! und keine Virolog-/in kann erklären, wie sich der Coronavirus auf die Gesellschaft auswirkt, welche sozialen Folgen das hat! Wie Menschen, die Single sind und kaum Kontakt zu ihrer Familie haben, sich fühlen, was Einsamkeit ausmacht. Isolation, das ist medizinisch gesehen völlig richtig. Die Absage von Sportkursen und Musikproben, damit der Virus sich nicht übertragen kann. Aber WAS IST MIT DER PSYCHE??? Schon mal darüber nachgedacht? Och nöö, zu anstrengend. Lieber den xten Bericht über Verbreitungswege und Mutationen durchlesen. Boah. Wie mich das entsetzt und wütend macht! Ist eben auch anstrengend, dieser Mensch und sein Verhalten. So gar nicht logisch nachvollziehbar. Im Gegensatz zu Viren. Können zwar genauso „hinterfotzig“ sein, aber irgendwann ist deren Handeln klar zu erkennen.

Die Krankheit Covid-19 verstehen und anerkennen können: das heißt nicht nur zu wissen, wie der Virus aufgebaut ist, sich verbreitet und wie man ihn bekämpfen kann. (Waaas? Echt nicht? Großes Erstaunen bei den Wissenschaftsverehrern. – Coronaleugner*innen wollen loslegen mit ihrem Schmarrn). Warum das schwer fällt, warum sich eine Gesellschaft mit dieser Pandemie schwer tut, dazu sei das Interview mit dem Philosophen Konrad Paul Liessmann. empfohlen. So falsch, absurd und strafbar es ist, einen Virologen Drosten für die Corona-Pandemie verantwortlich zu machen: Menschen suchen immer nach Schuldigen, das macht die Situation erträglicher. Aus keinem anderen Grund passieren solche grausamen Dinge und Straftaten wie Mobbing oder üble Nachrede. Der Virus selbst ist nicht greifbar – im Gegensatz zu einer Person.

Auch Menschen, die die Existenz des Coronavirus anzweifeln oder gar leugnen, nerven gewaltig. Man mag wütend auf sie sein, den Wunsch haben, sie zu bestrafen. Mich nerven sie auch. Doch die Frage ist auch: warum gibt es diese Zweifel? Woher kommt diese Gruppe, die alles andere als homogen ist? die sozialwissenschaftliche Forschung ist hier noch am Anfang. Ich bin gespannt, was hier noch zutage gefördert wird. Erste Ergebnisse, die aber nicht repräsentativ sind, gibt es schon vom Soziologen Oliver Nachtwey.

Das Problem sind also nicht die „Stars“ selbst, sondern ihre „Fans.“ Viel Unverständnis, oft genug verletzende Worte schlugen mir entgegen, wenn ich mein Entsetzen über die Theaterschließungen ausdrückte. Es machte mich auch wütend, fast in die Ecke der Maskenverweigerer-/innen gedrückt zu werden. Weil ich es als ungerecht empfand, dass gerade die, die sich an alle Regeln gehalten haben, seit November ausgesperrt sind. Ich habe keine Zweifel an der Existenz des Coronavirus. Auch wenn es anstrengend, auch nervig war, im Opernhaus und Fitnessraum Maske zu tragen, vorgeschriebene Wege nutzen zu müssen anstatt die gewohnten, warten zu müssen, bis der andere am Ruderzug (oder ein anderes Gerät) fertig gewesen war.

Kein Verständnis seitens dieser Leute. Leider auch welche, die ich schätze. Es sind Leute aus der „Fahrradbubble“, die sonst die selben Sorgen und Nöte wie ich als Radfahrerin im Alltag haben. Große Kulturfreund-/innen habe ich nicht erwartet. Aber dieser heftige Gegenwind hat mich überrascht und verletzt. In der Coronakrise werden die verschiedenen Lebensentwürfe von Menschen sichtbar. Familien, v.a. mit kleineren Kindern haben nicht weniger Streß, sondern mehr („homeschooling“). Die Eltern, die auch zum Teil zur „Fahrradbubble“ gehören, sind also beschäftigt, können und machen sich nicht viel Gedanken um ausfallende Konzerte oder leere Theaterbühnen und sterbende Kneipen. Selbst Alleinstehende kapieren nicht, „warum ich denn so niedergeschlagen sei.“ Tja, wenn man immer nur zuhause am Computer gezockt hat und weiter zockt, bekommt man von der sterbenden Kultur natürlich nichts mit. Pardon, aber das ist richtig langweilig. Manch anderer geht offensichtlich in der eigenen Partnerschaft ganz wunderbar auf. Na das ist ja ganz toll für Euch. Aber hört auf, Kinder zu zeugen, die keine Zukunft haben werden. Erschreckend zu hören, dass es viele „Coronababies“ geben soll. Die Klimakrise macht keine ! Pause, während Covid-19 tobt! Schon kapiert, dass wir gerade die Lebensgrundlagen für kommende Generationen kaputt machen, wenn nicht noch stärkere Maßnahmen als das Klimapaketchen der Bundesregierung ergriffen werden?!? Das Bedürfnis nach Nähe, Trost und Liebe kann man auch stillen, ohne Nachwuchs zu zeugen. Von den miesen beruflichen Zukufntsaussichten für Frauen mal ganz abgesehen. Die Coronakrise verschärft die Situation von Frauen ohnehin noch. Steht alles in keinem wissenschaftlichen Artikel über den Coronavirus. Alleinerziehende sind doppelt schlecht dran.

Ganz paradox erscheint mir ein befreundeter Fahrradblogger, der davon schrieb, dass die Coronakrise ihm eher noch einen „boost“ verliehen“ habe. Mit großen erstaunten Augen saß ich zuhause vor dem Laptop. Was? Bitte? Die ständige Verdammung auf das Sofa (bei mir nicht vorhanden zuhause) und erzwungener Rückzug ins Private soll ihm einen zusätzlichen Schub verliehen haben? Ich war mehr als verwundert. Doch auch hier wieder die so unterschiedliche Lebenswirklichkeit: der Mann ist praktisch ein Halbprofi beim Radfahren, den Konzerte (vor allem sowas wie Oper) nicht interessieren. Wer nicht weiß, was fehlen könnte, dem fehlt auch nichts. Momentan schreibt er in seinem Blog über „indoor cycling.“ Ja, das usselige Wetter nervt schon, die Suche nach Alternativen drängt sich auf. Denn nach 2 oder 3 Stunden im Regen draußen radfahren oder 30 Minuten laufen habe ich auch genug. IndoorCycling mag sich da anbieten. Aber ich bin auch kein Hamster und keine Wüstenrennmaus im Käfig, pardon. Auf einer Art Ergometer „radfahren“ mit einem Bildschirm, der mir ganz tolle Landschaften vorgaukelt… nein danke. Wenn bewegen, dann draußen. Weiterkommen, statt auf der Stelle treten. Wenn so ein Ding wie ein Ergometer, dann im Fitnessraum. Und zwar nur zum Aufwärmen vor dem Training an den Geräten.

Weniger und nicht der selbe Sport wie vor der Coronakrise – und dennoch erschöpft

Über weniger Bewegung kann ich nicht unbedingt schreiben oder mich beschweren. Ich lege weiterhin alle Alltagswege mit dem Rad zurück. Wetterbedingt gibt es aber die richtigen Touren ab 30 km Streckenlänge nicht mehr. Nach 2 oder 3 Stunden bei Pisswetter ist es eben genug, draußen gewesen zu sein da hilft die beste Jacke nicht mehr. Schnee gibt es im Ruhrgebiet kaum, der würde die Laune etwas heben. Radfahren ist aber nun mal eine einseitige Bewegung, bei der Schultern und Rücken kaum gefordert werden, auch nicht alle Beinpartien. Es gibt vom Hochschulsport zumindest Online-Kurse. Im Frühjahr und Sommer habe ich immer wieder mal einen Kurs mitgemacht. Allerdings machte es wenig Spaß, in der eigenen Küche auf die Pilates-Übungen konzentriert zu sein, ist schwierig. Ich habe nicht den Platz, der eigentlich notwendig wäre. Und irgendwas fällt mir bei jeder Übung ins Auge, was ablenkt: der Kochtopf, der gespült werden sollte, der Einkauf, der noch auf dem Tisch steht und eingeräumt werden soll. Mit dem Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten ist es genauso. Mancher Wissenschaftler spricht sogar von einer „Pandemie des Bewegungsmangels.“

Zumindest habe ich es geschafft, das Laufen wieder anzufangen. Schließlich wollte ich meine Fitness für´s Floorball verbessern. Jetzt, nach dem Umzug im April 2020 gibt es keine Ausreden mehr von wegen „der Park in der Nähe gefällt mir nicht, da will ich nicht laufen.“ Müde und erschöpft bin ich trotz fehlender Sportkurse, und dennoch fühle ich, dass Schultern und Rücken was fehlt: eben die Bewegung bei den Übungen, die ich sonst im Fitnessraum beim Hochschulsport mache. Das gemeinsame Floorballspiel, nach dem ich regelmäßig völlig platt aber fröhlich bin. Wir spielen nicht so gut, aber wir spielen zum Spaß. Alles tot, weil abgesagt. Die Halle leer. Darüber, dass man sich auf dem Spielfeld beim nebeneinander her Laufen anstecken könnte, darüber hatte sich doch vorher niemand Gedanken gemacht, nicht machen müssen. Nachher hat sich jeder gewaschen, frische Kleidung angezogen – und gut war es. Der Floorballsport hat sehr unter der Coronakrise gelitten. Im Gegensatz zum in Deutschland allmächtigen Fußball durften die Spiele der Floorball-Bundesliga 2020 zunächst nicht stattfinden. Auch das macht mich grantig. Jetzt wieder… ich bin hin- und hergerissen. Einerseits soll der Coronavirus bekämpft werden. Andererseits: bitte, lasst uns wieder spielen! Wir brauchen die Bewegung, die Freude am Sport, die Gemeinschaft! Immer nur allein laufen, radfahren… ich habe schon keine Lust mehr dazu, immer allein Sport zu machen. Und diese Woche bin ich gar nicht durch den Park gelaufen. Obwohl ich stolz darauf bin, 2 bis 3 Kilometer laufen zu können, ohne nachher völlig fertig, sondern zufrieden zu sein. (Für nicht-schlanke Menschen, die aber auch nicht wirklich kugeldick sind, gibt es dafür leider keine Lobby).

Sport ist eben viel mehr als nur Bewegung, Fit halten, Gewicht halten, gesund bleiben. Sport ist Gemeinschaft. Weil es beim Hochschulsport kaum Bewertungen gibt. Denn eine Medalliengewinnerin… das war ich nie. Das zu erreichen, hatte sich mein Körper immer geweigert.

Jetzt haben mir Januar 2021. Zu Weihnachten und danach gab es immer wieder einen Livestream von einem Konzert, einer Oper. Ich hatte es tatsächlich einmal geschafft, einen Kater am nächsten Tag zu haben, obwohl alle Theater und Kneipen geschlossen sein müssen. Die Oper Frankfurt zeigte eine Aufnahme der „Fledermaus“ von Johann Strauß. Tolle Stimmen, Bühne passt auch, mancher Sänger sieht sogar noch gut aus. Mir erschien es fast wie aus einer anderen Zeit. Werden wieder Musiker-/innen so nah beieinander, was eben normal ist, nebeneinander sitzen können – mit Publikum? Mir wird so bange bei diesen Gedanken. Die Oper „Die Fledermaus“ passt aber hervorragend in die Corona-Zeit: die Hauptfigur, Graf Orlofsky ist so melancholisch wie feierwütig. In kaum einer anderen Oper wird so viel gesoffen. Und Sekt hatte ich auch, während ich allein zuhause vor dem Rechner saß. Prost. Die Übelkeit hatte ich dann, wie der Gefängnisdirektor in der Oper, am nächsten Tag in der Arbeit auch. In der Öffentlichkeit darf momentan kein Alkohol getrunken werden. Also nix mit Wegebier oder Feierabendbierchen im Park. Ja nicht versammeln, damit man sich nicht anstecken kann. Was so normal war, gilt als gefährlich, kann es sein. Die Einschränkung jede-/r Versammlungsfreiheit ist so bitter!

Danke an alle Theater, an alle Orchester, die Livestreams anbieten. Ich sehe mir immer wieder einen an. Aber so ergriffen und voll in der Musik sein… das geht zuhause nicht.

Januar 2021: müde und mürbe: wie weiter?

Von Psycholog-/innen war immer wieder der Rat zu lesen, dass man eine Struktur in den Alltag bringen solle. Feste Zeiten zum Schlafengehen, für die Arbeit, vor allem auch unbedingt einmal raus gehen. Bei mir allerdings geht diese Struktur immer mehr kaputt. Die Woche war dadurch gekennzeichnet, dass ich zu festen Zeitpunkten zum Floorball ging, eine Bandprobe hatte. Alles weg. Ich habe auch schon kein schlechtes Gefühl mehr, mittags erst aufzustehen. Auch wenn man – nicht nur bei mir wegen der Folgen des Umzugs – immer was zu tun hat. Und die „Achtsamkeits-Industrie“ , die hat jetzt Hochkonjunktur. Boah, ich kann es nicht mehr hören! Achtsam besser schlafen, Achtsam auch besser furzen,… hier, achtsam dort… ja Herrgott, jetzt reicht´s aber! Ob das irgendwas bringen würde! Alles schöne Theorie. Aber mit Praxis hat das wenig zu tun. Im Frühjahr wurde in der gleichnamigen Sendung auf DLF Nova sogar empfohlen, dass Studierende ihr Praktikum doch auf später verschieben sollten. Ja super, wenn das Praktikum aber für genau dieses Semester vorgeschlagen war?!? Und schon mal darüber nachgedacht, siebengescheite Psychologie, dass es ein Kampf ist, einen solchen Platz für ein Praktikum zu bekommen? Das „verschiebt“ man nicht einfach mal auf unbestimmte Zeit! Gab es noch keine Furz-Ratgeber von Psycholog-/innen in der Buchhandlung? Na dann wird´s aber Zeit!

Ist schon klar, dass man auch mit sich selbst klar kommen muss. Ich habe lange Tagebuch geschrieben, um meine Gedanken zu ordnen. doch seit Herbst geht das nicht mehr, ich sehe keinen Sinn mehr darin. Auch scheinbar belangloses, was ich früher Sportkolleg-/innen erzählte… auch das geht nciht mehr. Aber ich habe diese ewigen Appelle, dass ich Meditation und sonst was machen soll, richtig satt! Einsamkeit macht krank auf Dauer, da hilft auch keine Meditation! Erst recht, wenn man sieht, wie andere trotz Krise Erfolge haben, weil ein Sender ihren Beitrag angenommen hat – und meine Bewerbung abgelehnt hat! Ich wüsste gar nicht, wie ich einen ordentlichen Ton aufnehmen sollte, es hallt immer irgendwie zuhause. Denn auch das Bücherregal ist noch nicht aufgestellt. In den letzten Monaten habe ich viele schlechte Töne gehört. Es wird wohl hingenommen, weil viele Journalist-/innen im „homeoffice“ arbeiten müssen. Die Redaktion unseres Uniradios ist zu. Und kein Ende abzusehen. Wie lange noch? Ich habe Angst um manches Theater, um manche Kneipe, unseren Jazzclub. Und ich weiß nicht, ob ich ohne die leben will. Auf starbucks und amazon: darauf kann ich scheißen! Die sollen in der Krise sterben, nicht meine Friseurin! Das einzige, was mich noch am Leben erhält, ist das Saxophon. Zu spät ins Bett gehen, wie es momentan passiert, sollte ich aber nicht… denn dann bin ich am nächsten Tag müde und kann nicht den nötigen Luftstrom zum Spielen aufbauen. Seit Dezember habe ich Unterricht. Meist über zoom. Ist nur die Frage: wie lange noch. Denn für richtig guten Unterricht braucht es – wie beim Radio auch – eine ordentliche Tonqualität. Der Coronavirus macht alles kaputt. Auch bei körperlich gesunden Menschen.

Weitere Erklärungsversuche, warum es Impfgegner-/innen gibt, hier.

Zu Verschwörungstheorien und den Umgang mit deren Vertreter*innen, hier.

Warum es falsch ist, ins Sauerland zum Skifahren zu fahren und gleichzeitig nachvollziehbar ist: hier.

In den Niederlanden ist mancher schon durchgedreht. Ein Wunder ist es nicht. Wohin mit der eigenen Energie, erst recht als junger Mensch? Auch wenn die Zerstörung von Geschäften falsch ist. Eine mögliche Ursachenerklärung hier und hier. (Meine Güte, die ganzen kaputten Fahrräder. Allein das tut schon weh).

Ein Spreader der positiven Art im Hafenviertel Dortmund – Corona-Update im November 2020

Novemer 2020 – und wieder ein Lockdown wegen dem elenden Coronavirus. Nicht so streng wie im Frühjahr, aber: Kneipen udn Theater müssen geschlossen bleiben. Bitter für viele, die kaum oder gar keine Familie mehr haben, die das Konzert, die Oper oder auch die Kneipe brauchen, um nicht allein zu sein, nicht zu vereinsamen. Nach der Pause im Sommer hatte man gehofft, dass es endlich wieder ein normales Leben gibt. Leider ist dem nicht so, weil die Zahl der Infizierten im November nicht soweit gesunken ist, wie es die Regierenden gerne gehabt hätten.

HIER gibt´s lecker Essen!Auch wenn das subrosa selbst geschlossen bleiben muss. Eignes Foto

Wie sollen, wie KÖNNEN die Gastronomen und Gastronominnen überleben? Auch die Clubs wie das domicil oder das FZW Dortmund? Die privaten Theater wie Roto-Theater, Hansa-Theater Hörde, das Fletch Bizzel? Ich mache mir wirklich Sorgen. Ich will keine Stadt, die nur noch von den verdammten Ketten wie starbucks beherrscht wird! In den DLF-Nachrichten ist zu hören: Bundesfinanzminister Scholz verkündet „November-Hilfen.“ Schön. Aber geht´s auch mal einfacher, ohne 1000 Seiten Antrag und tausenderlei Nachweise? Und vor allem. geht´s mal schneller? Die Vermieter u.a. warten nämlich nicht ewig auf die Mietzahlung, die Angstellten brauchen auch in Kurzarbeit ihr Geld, sollen sie nicht arbeitslos werden. Nachdem dieser Wahnsinn nun auch im Dezember fortgeführt werden soll, sollen die November-Hilfen auch zu Dezember -HIlfen werden.

Ob es aber immer dort ankommt, überhaut beantragt wird, das ist die Frage. Erstaunlich viel der Geldmenge, die schon im Frühjahr zugesagt weurde, ist noch vorhanden – weil es niemand beantragt hatte. Seltsam. vielleicht sollte das Antragsverfahren doch nicht so aufwendig und langwierig sein. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Corona-Hilfen-Kompliziert-und-langwierig,extra18714.html

Also, merkt Euch: erst Formulare ausfüllen – dann legt die Notärztin oder Notarzt los und hilft Euch- HAHA.

Lieblingskino oder Lieblingskneipe von der Existenz bedroht: was tun?

Was kann man als Kulturliebhaber-/in , Kneipengänger-/in tun? Die gekauften Karten nicht zurückgeben, damit das Geld Künstler-/innen und den Spielstätten zugute kommt. Das Kino Schauburg Dortmund verkauft zeitweise seine snacks oder Eis – zumindest mit dem Kauf dieser Dinge damit kann man eine kleine Unterstützung leisten, wenn schon keine Filme gezeigt werden dürfen.

Das Kino Schauburg, wie es sein sollte: geöffnet! Eigenes Foto

Und man kann sich was zum Essen von den Kneipen holen. Nein, hier findet eben KEIN superspreading mit Viren jeder Art statt! In der Nordstadt ist das u.a. der Grüne Salon, der zu bestimmten Zeiten Essen ausgibt. Und Natürlich auch Das Restaurant FABULOSE VON FRAU LOSE, der Unverpackt-Und Lebensmittelrettungs-Laden im Langen August wie im Geschäft selbst in der Rheinsichen Straße.

Gerade die Leute in Kneipen, Knzertsälen und im Fitnesszentrum halten sich vorbildlichst an die Maskenpflicht. Und gerade diese werden mit dem 2. und nun auch 3. Lockdown bestraft. Ich werde bald nicht mehr fertig mit Aufregen über diese Ungerechtigkeit – ja Unverschämtheit. Seltsam nur, dass täglcih mindestens 30 Leute aber jin einem Raum sitzen. Das nennt man dann Schule. Das Corona-Virus ist wohl das einzige, das ausschläft (Zitat extra3).

Aber jetzt mal Ruhe mit der Motzerei. Das subrosa, die schönste und beste Kneipe der Nordstadt Dortmund, bestreibt ein besonderes spreading: Das subrosa in der Nordstadt ist der SUPPENSPREADER von Montag bis Freitag von 13-15 Uhr. Also HIN DA!

Gneisenaustraße 58, Ecke Feldherrnstraße.

Freundliche Bedienung auch im Lockdown: Jascha mit Kürbissuppe. eigenes Foto.

Vor der Arbeit habe ich gleich von der Kürbissuppe probiert: Mmmmh, sehr lecker! 🙂 Und gut mit Pfeffer gewürzt 😉 DANKE SUBROSA! Hab ich gleich Essen für die Pause später. Inklusive frischem Toast.

http://www.hafenschaenke.de

KORREKTUR: das Sissikingkong musste nicht schließen, es ist nur weggezogen aus der Nordstadt – was hier sehr bedauert wird. Neue Adresse: Essener Straße 10, Dortmund. Abholung von vorbestelltem Essen ist von Mittwoch bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr möglich.

https://www.sissikingkong.de/speisekarte

Die gefährlich rollende Wand

Trotz guter Sichtverhältnisse werden Radfahrende von LKW-Fahrenden "übersehen." Vergangenen Freitag hatte ich solch ein Erlebnis - fast. Foto: pexels-photo by Vlad Cheu

Es kam plötzlich. Man vertraut schließlich anderen Verkehrsteilnehmer*innen ein Stück weit, dass sie sich an das Gebot Vorfahrtsgewährung halten – man muss es auch, sonst könnte man sich nie wieder nach draußen trauen. Oft habe ich als Alltags-Radfahrerin über derartige oder ähnlich geartete Unfälle gelesen – nun wäre es mir gestern abend selbst fast passiert. Während ich die Westfaliastraße entlang fahre, kommt ein*e LKW-Fahrer*in von rechts aus der Mallinckrodtstraße. Ich fahre – selbstverständlich mit funktionierendem Licht am Rad – direkt auf ihn oder sie zu, durch das Fahrerhausfenster MUSS ich sichtbar sein. Ich verlasse mich darauf, bin müde nach der Arbeit und habe keinen Nerv für Konflikte. Doch es kommt anders.

Ich bin an diesem Abend nicht sonderlich schnell, will aber die Stelle zügig passieren. Als ich etwa auf halber Höhe der LKW-Breite bin, kommt der Schock: die dichte, beleuchtete Wand kommt immer näher! Kann man so blind sein? Oder unaufmerksam, gedankenlos? Ich kann noch abdrehen und mich auf den Gehsteig hinter mir retten. Dann sehe ich, weshalb der / die Fahrerin des Logistikunternehmens wohl hauptsächlich angehalten hat: aus meiner Fahrtrichtung kommt ein*e anderer LKW-Fahrer*in angefahren. Ich bin zu schockiert, um laut zu schreien vor Wut und Entsetzen. Nur vorwurfsvolle Blicke Richtung Fahrer*haus kann ich ausrichten. Das dunkle Etwas von dem man als Außenstehender nicht weiß, was warum darin vorgeht. Die Kommunikation mit motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen ist immer schwieriger als mit Zweiradfahrenden.

Der andere LKW-Fahrer*in ist vorbeigefahren, in Richtung Hafen. Ich warte einen Moment, bis ich vor dem stehenden LKW das Rad vorbei schiebe. Extra langsam. Mein Gedanke: Freundchen, du sollst mir zum Nachdenken kommen! Eigentlich sollte man jetzt ein paar Worte, möglichst ohne Wut, wechseln. Aber ich kann auf der anderen Seite nur da stehen und in Richtung des dunklen Flecks schauen, hinter dem hoffentlich Menschen sitzen, die selbstkritisch über ihr Handeln nachdenken. Nach ein paar Momenten des Stillstands bewegt sich jede-/r wieder und fährt ihres und seines Weges. Welch Erstaunen auch, dass um 20.30 Uhr in einem Industriegebiet in Dortmund auch Radfahrende unterwegs sein können – man mag es nicht für möglich halten!

Ich wollte mir gar nicht so genau ausmalen, was passieren hätte können. Ich kenne genug furchtbare Unfälle (Zahlen von 2019 hier), oft mit Todesfolge. Und ohne gegen LKW-Fahrende schimpfen zu wollen: ihr Verhalten trägt oft dazu bei, dass es überhaupt zu Unfällen kommt. Immer nur das Tragen von schreiend gelber Neonkleidung und das Tragen eines Helms von Radfahrenden zu fordern, greift zu kurz, gibt den Opfern statt den Verursachern die Schuld am Unfall, an den Verletzungen. Ich bin weder Schüler*lotsin, noch Verkehrspolizistin noch Müllwerkerin. Wahnwesten erzeugen bei mir vor allem eins: Augenkrebs. Ganz zu schweigen von der elenden Schwitzerei durch den dichten Kunststoff. Was „Warnwesten“ (vor was soll bitte gewarnt werden?) bei mir NICHT ERZEUGEN: ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in andere, vor allem motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen, dass sie mich respektieren und damit möglichst keinen Unfall verursachen.

Die Behauptung, Radfahren sei überhaupt viel zu gefährlich, ist Unsinn. Auch in anderen Ländern funktioniert der Stadtverkehr mit hohem Radfahrer*anteil. Von Zeitungsberichten und Formulierungen, dass der fehlende Helm oder die nicht vorhandene, schreiend gelbe Wahnweste die Unfallursache gewesen sei, soll man sich nicht abschrecken lassen.

Dieser Vorfall am Freitag, den 6. November 2020, der fast zu einem tödlichen Unfall geworden wäre, hat mich schockiert. Die Ursache dieses Beinahe-Unfalls liegt aber nicht nur im Verhalten des/der LKW-Fahrerin begründet. Schuld an manchen Unfällen, wenn auch nicht diesem Beinahe-Unfall ist auch die miese, weil völlig unzureichende Verkehrsinfrastruktur der Stadt Dortmund. Im folgenden werde ich einige Stellen meines Arbeitswegs zeigen und erläutern, warum diese – auch bei StVO-konformen Verhalten von Radfahrenden gefährlich für sie ist.

Beginn der Westfaliastraße am Eck zur Unionstraße. Benutzungspflichtiger Radweg auf der falschen Seite. eigenes Foto.

Entlang der Westfaliastraße existiert tatsächlich ein gemeinsamer Rad- und Fußweg, durch niedrige Sträucher von der Fahrbahn getrennt. Die Idee der Trennung entspricht der Protected Bike Lane, kurz PBL, was zunächst positiv ist. Allerdings ist dieser Weg dennoch UNbenutzbar, weil er zu schmal ist. Denn er ist nicht nur als gemeinsamer Rad- und Fußweg, sondern auch als Zweirichtungsradweg beschildert. WIE SOLL man dort fahren können OHNE ZUSAMMENZUSTOßEN? Nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen sollen sich dort auf 2 Metern Breite zusammendrängen, während Auto- und LKW-Fahrerinnen viel Platz, der meiste Platz im gesamten Straßenraum zugestanden wird. Eine einzige Zumutung. Aber es fährt wohl niemand vom Tiefbauamt oder der Polizei bewußt in der Westfaliastraße noch sonstwo Rad, sonst würden deartige Mißstände mehr Eingang ins Bewußtsein und Handeln dieser Personen finden. Vor allem bei Polizist*innen ist eine große Ablehnung, fast schon Abscheu zu spüren, wenn man Kritik an derartigen Wegen übt, wenn sie vom Baum der Erkenntnis essen sollen. Kritik an Bestehendem oder Zweifel scheinen offenbar mehr Schmerz als eine Gewinnung von neuen, sinnvollen Erkenntnissen zu bedeuten.

Der gemeinsame Rad- und Fußweg entlang der Westfaliastraße läuft nur auf der linken, also falschen Seite. Bei dieser Planung wird automatisch daovn ausgegangen, dass Radfahrende immer nur geradeaus fahren. Eigenartig nur, dass sie auch mal abbiegen wollen! Würde ich für meinen Arbeitsweg, ganz gleich ob ab der Kreuzung Unionstraße oder aus der Gegenrichtung vom Hafen kommend, diesen Radweg benutzen, müßte ich immer -genau genommen rechtswidrig – mit dem Rad den Fußgängerüberweg über die Westfaliastraße (Bild unten) und über die Königsbergstraße nehmen, um auf der rechten Straßenseite zu sein. Dieser – schilderkonforme – Weg ist umständlich und zeitaufwendig. Kein! Autofahrende*r würde solch eine Wegeführung lange dulden!

Blick von der Königsbergstraße aus auf die Westfaliastraße Richtung Hafen. Auf der linken, also falschen Seite der benutzungspflichtige gemeinsame Rad- und Fußweg.

Warum Radfahrende nicht wie alle anderen Fahrzeuglenker*innen auf der Straße fahren, sich links, bzw. rechts einordnen und damit sicher und in einem Zug abbiegen sollen (und danach sofort die Kreuzung wieder freigeben zu können), ist mir ein Rätsel. Sicher sind Radfahrende langsamer, nicht immer kann man sie gleich überholen. Da ist eben Geduld gefragt für ein paar Sekunden, genauso wie bei aus- und einparkenden Blechkisten in der Innenstadt, die den Weg versperren und die meine eigene Weiterfahrt verzögern. Seltsamerweise wird das von den meistens Autofahrenden seltener als störend und zeitraubend empfunden, während ich mir als Radfahrerin, nicht nur auf der auf der Westfaliastraße aber öfter ein lautes „Raaadweeg!“ aus dem Autofenster anhören darf, als ob ich keine Fahrberechtigung und Existenzberechtigung auf der Straße hätte. Wow, wie die sich auskennen, obwohl sie nur in ihrem Auto sitzen. Demnächst erzähle ich auch einer Pilotin, wie sie wo zu fliegen hat. Haha.

Huch,endlich geschafft! Abgebogen in die Königsbergstraße. sie führt über die Westfaliastraße und verbindet diese mit der Huckarder Straße.

Auf der Straße wird man als Radfahrende gesehen, weil man eben nicht „plötzlich“ von links, also vom Radweg kommt, um die Straße queren zu können. Rechtzeitige Handzeichen machen den Richtungswechsel klar. Mit einem Bewußtsein, dass Radfahrende gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer* sind, dass Fahrradfahrer*innen zum Straßenverkehr selbstverständlich dazugehören, könnte es auf der Straße ein gutes Miteinander geben. In anderen Ländern klappt das schon längst, das Abendland ist dort nicht untergangen und keinem Mann ist irgendein Körperteil deshalb abgefallen. Leider hat sich in den letzten Jahrzehnten aber in vielen Hirnen die Ansicht durchgesetzt, dass nur motorisierten Fahrzeugen und ihren Insassen die Straße gehört. Das Auto als Teil der Persönlichkeit. Die gesamte Verkehrspolitik des 20. Jahrhunderts – und heute zum großen Teil immer noch – ist auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet. Wenn das, was Autofahrende anrichten, nicht so schlimm wäre – die meisten Unfälle werden von motorisierten Fahrzeuglenker*innen verursacht, von der Luftverschmutzung mal ganz abgesehen – und nicht solch verheerende Auswirkungen auf die Umwelt hätten, könne man sagen: naja, lass Ihnen ihre Spinnerei. Angesichts der vielen Ghostbikes, auch in Dortmund, ist dem aber nicht so. Das Auto ist kein harmloses Verkehrsmittel.

Ein weiterer Grund für die Ablehnung der Benutzungspflicht dieses Radwegs in der Westfaliastraße sind die hohen Bordsteinkanten. Locker 20 cm hoch, sind sie höchstens war für Downhill- und Mountainbikefreund*innen, deren Territorium aber nicht die Teerstraße in der Stadt ist. Flüssiges, zügiges Fahren, das für alle Verkehrsteilnehmer*innen möglich sein muss, ist an dieser Stelle nicht möglich. Würde, ich , vom Containerhafen kommend, diesen Radweg benutzen wollen, müßte ich die Westfaliastraße queren, auf der rechten Fahrbahnseite anhalten und das Rad die Bordsteinkante hochheben. Es ist nicht ungefährlich, auf der Straße, mit dem Rad anzuhalten. Umständlicher geht es nicht. Hier ist NICHTS DURCHDACHT für den Radverkehr. Ich möchte die Autofahrer*innen sehen, die erst aussteigen und eine Schranke hochkurbeln müssen, durchfahren, die Schranke wieder runterkurbeln, um weiterfahren zu können. Auf dem folgenden Bild ist der zu hohe Bordstein deutlich zu erkennen. Bordsteine gehören abgesenkt!

Querung Westfaliastraße: der Bordstein ist weder gegenüber der Einmündung des Container-Hafen-Radwegs, (der ist gegenüber der Böschung neben der Bake) noch im weiteren Verlauf- nicht abgesenkt.
Nur schräg gegenüber findet sich eine Bordsteinabsenkung: weil dort ein Parkplatz ist. Der Bahnverkehr an dieser Stelle ist stillgelegt.

Um wenigstens nicht auf der Straße stehen und das Rad den Bordstein hochheben zu müssen, muss man entweder links (aus Blickrichtung der Fotografin) zur Einmündung der Mallinckrodtstraße fahren und mit dem motorisierten Verkehr zusammenzutreffen oder ein Stück nach rechts (vor den Autos im Bild) fahren, um eine abgesenkte Bordsteinkante zu haben. Beide Stellen der Bordsteinabsenkungen sind ungünstig, umständlich und auch nicht ungefährlich. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen, die von der Mallninckrodtstraße sind zu Recht möglicherweise verwundert, wenn ich neben ihnen auftauche, um sicher abbiegen zu können. Da ich von der Seite komme, ist es – zumindest bei Tag oft gut möglich (und muss es auch bei Nacht sein), Blickkontakt zum Fahrerhaus bzw. deren Insassen aufzunehmen. Wenn die Damen und Herren außerdem das Blinken nicht vergessen, weiß ich auch Bescheid, wo sie hin wollen und es enstehen zumindest selten potenzielle Unfallsituationen.

Um nicht über zu hohe Bordsteine hopsen zu müssen (jedes Lager am Rad stöhnt dann auf), müsste man die Westfaliastraße schräg queren. Sehr umständlich. Auch Radfahrende wollen zügig zum Ziel, z. B. zur Arbeit kommen – ohne unnötige Umwege und Schlangenlinien!

Einziger abgesenkter Bordstein auf der linken Seite der Westfaliastraße, wo der Radweg läuft – weil dort ein Parkplatz ist.

Der Beinahe-Unfall gestern, der mich so geschockt hatte, fand in der Gegenrichtung statt. Ich war auf dem Heimweg, der von der Huckarder Straße auf die Königsbergstraße und von dort aus auf der Westfaliastraße Richtung Hafen verläuft. Nach der Einmündung Mallinckrodtstraße, aus der der LKW gefahren kam, der mich fast getroffen hätte, (nur für motorisierten Verkehr) biege ich in den Radweg ein, der zwischen Mallinckrodtstraße und Containerhafen Richtung Nordstadt verläuft.

Gleich rechts nach dem Verkehrsschild: die Abfahrt von der Mallinckrodtstraße für den motorisierten Verkehr. Dahinter: die Eimündung des Radwegs entlang des Containerhafens. Eigenes Foto.

Es gibt an dieser Stelle nichts, was die Sicht stören könnte. Am Freitag abend bin ich auf dieser Straße gefahren, mit Licht. Der LKW kam von rechts, hätte mich also aus dem Fahrerhaus-Seitenfenster sehen müssen – auch bei Dunkelheit, auch unter dieser Brücke. Selbst wenn man meint, nichts zu sehen, ist Vorsicht geboten! Denn: es könnte immer ein Fahrzeug kommen.

Wohlgemerkt: ich habe keine Haß auf den/die FahrerIn des LKWs. Aber die Tatsache, dass trotz guter Sichtverhältnisse sie oder er das eigene, viel größere Fahrzeug einfach weiterrollen hat lassen zeugt doch davon, dass man nicht mit querenden Verkehr, der nicht mindestens Autogröße hat, gerechnet hat. Ein großer Fehler, denn: Radfahrende und Fußgängerinnen sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmerinnen, die jederzeit und auf und neben Straßen (außer Autobahnen) unterwegs sein können! Auch an einem Freitag abend im November in einem Industriegebiet. Jeder noch so enge Lieferterminplan sollte, MUSS EIN MENSCHENLEBEN WERT SEIN, dass man bremst und wartet! – Anstatt zu denken: „um die Zeit kommt doch niemand.“

Was dringend notwendig ist: dass motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen ein Bewußtsein entwickeln, dass Radfahren im Alltag auf der Straße völlig normal ist. Das wünsche ich mir von allen, die ein Auto oder LKW steuern. Dass man mit dem Rad nicht nur am Sonntag nachmmittag zum Ausflug (mit oder ohne Kinder) fährt. Radfahrende sind gleichberechtigter Teil des Straßenverkehrs. Die hellste oder grellste Kleidung und auch kein Fahrradhelm kann das Defizit an Aufmerksamkeit, Umsicht und Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer*nnen, vor allem von motorisierten, ausgleichen. Auch wenn sich manche oder mancher mit der Styroporhalbkugel am Kopf subjektiv sicherer fühlt. Entscheidend ist, dass man funktionierendes Licht hat und ein verkehrssicheres Fahrrad fährt.

Radfahren – natürlich mit Licht.

Umso größer das Fahrzeug, umso größer der Schaden, den man als Fahrer-/in damit anrichten kann – das sollten sich vor allem LKW-Fahrer*innen klar machen. Ein Denken wie „ich bin hier der Größte, mir gehört die Straße“ ist völlig fehl am Platz. Selbst mit einem Lastenrad kann ich mehr Blödsinn anstellen als mit einem ordinären Rad.

Völlig ohne LKW-Verkehr wird es auch in Zukunft nicht gehen, jedoch muss in Sachen #Verkehrswende dringend mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden. Längere Lieferzeiten würden für entspannteres Fahren und auch mehr Rücksicht sorgen – und der/die einzelne muss akzeptieren können, dass das Paket eben nicht heute ankommt, gerade das Mehl im Supermarkt ausverkauft ist oder es in der Bäckereifiliale keine Nußschnecken mehr gibt. Nicht, um die Menschen zu ärgern, sondern: um ein entschleunigteres Leben zu haben, in dem man auf der Straße keine Angst um sein/ihr Leben haben muss. Außerdem trägt weniger motorisierter Verkehr zum Klimaschutz bei.

Die Stadt Dortmund ist aufgerufen, die Benutzungspflicht für diesen gemeinsamen Rad- und Fußweg in der Westfaliasstraße aufzuheben und ein schlüssiges Wegekonzept zu erarbeiten. Dieses ständige Hin und Her in der Wegeführung für Radfahrende ist ein Unding und führt bei ALLEN Verkehrsteilnehmenden zu großer Unsicherheit. Die Konzepte der Dutch Cycling Embassy enthalten dafür gute Anregungen. Die Vortragsreihe, die im September dazu stattgefunden hat, kann man hier nachhören und -sehen.

Passt auf Euch auf, da draußen. Und helft Euch gegenseitig, auch wenn „nichts passiert“ ist wie letzten Freitag. Ein paar freundliche Worte können schon unterstützend wirken. Denn der Schock wirkte auch eine Stunde später noch nach: außer Radiohören und 1 Bier trinken konnte ich zuhause nichts machen. Eine freundliche, unaufdringliche Ansprache und ein Stück Trost wären sehr hilfreich gewesen.

Weiterführende Links:

  • Forderungen des ADFC Berlin für LKW-Fahrer*innen: Diese Verkehrsteilnehmer*innen sind die Hauptursache für Radunfälle mit Todesfolge. Das ist auch durchaus auf Dortmund zu übertragen, auch wenn die Stadt kleiner ist.
  • Seite der Dutch Cycling Embassy hier.
  • Nicht jeder Weg im Alltag muss mit dem Auto zurückgelegt werden. Warum weniger Autos mehr Lebensqualität für alle bedeuten: der Verkehrsforscher Hermann Knoflacher im Interview mit der ZEIT. und dem ManagerMagazin.
  • Interview mit einer Überlebenden eines Unfalls, bei der ein Schwerlaster sie schwer verletzte. Beate Flanz hatte auch den Gedanken, doch besser nicht überlebt zu haben.

Wie Fahren mit angezogener Handbremse: Leben in Corona-Zeiten – Update

Der Sommer ist vorüber. Ein paar schöne Tage gab es noch, bevor die Kühle des Herbstes klar machte, dass jetzt Schluß ist mit Freibad und vielem Draußen-Sein, dem Erleben, Treffen mit Freunden oder Verwandten. Kurzzeitig hatte man den Eindruck gewinnen können, dass der Coronavirus zurückgedrängt worden sei. Der „Lockdown“ im Frühjahr hatte viele Menschen eingeschränkt, verletzt, weil sie nicht das tun konnten, was Menschen eben tun: sich zu Partys, Konzerten etc. zu treffen. Diese ständigen Einschränkungen brachten viel Unmut hervor, so dass es wieder Partys, öffentlich wie privat, gab. Doch der Coronavirus ist längst nicht verschwunden und Party machen heißt auch für dieses elende, diffuse, so schlecht sichtbare Ding wie einen Virus: Juhuuu, ich kann mich wieder bestens verbreiten.

Tatäschlich war ich letzte Woche sogar in zwei Konzerten. Wie gut, dass sie wieder da sind, die Dortmunder Philharmoniker-/innen! Ich spürte Erleichterung und Freude, als ich das Konzerthaus betreten hatte. Allerdings… es war auch seltsam. Wenige Leute, feste Stehtische, an denen man sich melden musste, die mitgebrachte Eintrittskarte wurde gegen eine andere getauscht. Dann die Überraschung: „Ihre Jacke können Sie auf den Sitz neben sich legen.“ Und auch die Tasche! Ich staunte nicht schlecht: vor der Corona-Zeit hätte das niemand geduldet, da wäre dir sofort einer der hellbraun gewandeten Damen und heren nachgerannt und hätte dich zur Rede gestellt. An die dämlich aussehende, häßliche Maskierung hat man sich schon gewohnt. Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte der /die LadeninhaberIn die Polizei geholt, hätte man mit maskiertem Gesicht ein Gebäude betreten.

Der Konzertsaal: seltsam leer. Ins Auge fallen sofort die roten Nashörner auf einigen Sitzen, darunter steht „bitte freihalten.“ Nur die Hälfte der Gesamtplätze ist besetzt. Wie lange hält das ein Veranstalter aus, ohne bankrott zu gehen? Man soll sich bitte nicht zu nahe kommen. Im Februar noch war ich direkt neben einer anderen Konzertbesucherin gesessen. Schon damals dachte ich entfernt daran wie es wäre… aber glauben wollte ich das damals noch nicht. Die Vorstellung, dass das kulturlle Leben komplett zum Erliegen käme, die war zu schrecklich. Ganz gleich, ob es sich um ‚klassische‘ oder Popkonzerte handeln würde. Ohne Kultur kann kein Mensch leben!

Vom Balkon aus blicke ich direkt auf die Bühne.Hm? Was ist da los? Es ist 10 vor 8, 10 Minuten vor Beginn und die Musiker-/innen sitzen schon. Mit mindestens 1 Sitzbreite Abstand. Das wirkt eigenartig. Kein gemeinsames Auftreten wie sonst, jede-/r sitzt wie fest platziert auf ihrem und seinen Platz. Manche tragen sogar dort ihre Maske. Man hat sich schon daran gewöhnt, dieses häßliche notwendige Scheißding zu tragen, wenn man sich in geschlossenen Räumen umher bewegt. Die Musiker-/innen und Dirigent Gabriel Feltz wirken dabei fast wie Vorbilder, wenn sie ihre Maske tragen und erst an ihrem Platz wieder ablegen. Es gibt viel zu verlieren: an Vertrauen, an künstlerischer Freiheit, an Geld, an kulturellen Leben. Etwas schmunzelnd dachte ich an einen fiktiven Postillon-Artikel, der als Neuheit eine bläser-kompatible Maske anpreist.

Weniger Besucher-/innen, dafür gefühlt mehr Personal. Es gab kaum einen Ort im ganzen Konzerthaus, wo kein Mensch in hellbraunem Filzblazer stand und ungefragt oder gefragt den Weg wies oder das – huch kostenlos! – Programm in die Hand drückte. Zu meinem eigenen Erstaunen empfand ich das nicht als aufdringlich. Die ausgeschilderten Wege entlang der Bar und nummerierten Tische wirkten aber fast schon lächerlich. Männleinlaufen – nur ohne Kaiser und Fürsten. Nun, wenn es hilft, dem elenden Virus das Leben zumindest schwer zu machen… bei allem Verständnis ist es anstrengend, immer an die Einhaltung all dieser Regeln zu denken.

Endlich wieder Live-Musik hören! Welche Freude… Dennoch bleibt das Gefühl, als ob man mit angezogener Handbremse fahren würde. Auf dem Programm standen Frédéric Chopins Klavierkonzert in f-moll sowie Erich Wolfgang Korngolds symphonische Serenade B-Dur. Beides Werke der Romantik und des 20. Jahrhunderts, das bedeutet: große Orchester. Warum gerade dies Werke? Warum dieses schwülstige Thema „Gefangen im Netz der Intrige?“ Das hätte es nicht gebraucht. Auch wenn man im Konzert nichts zu vermissen meinte: es blieb ein ungutes Gefühl der Unvollständigkeit, weil eben nicht so viele, nicht die volle, normale Anzahl an Musiker-/innen auftreten durften. Bis auf wenige Aussetzer ist den Dortmunder Philharmonikern* auch ein gutes Konzert gelungen. Die Freude am Spiel war allen anzumerken, das Publikum applaudierte aber eher verhalten, als ob es überlegen würde, ob Begeisterung und Freude in der Coronakrise zu zeigen überhaupt erlaubt sei. Glaubt man dem Programmhefttext von Markus Bruderreck, spiegelt Korngolds Serenade das erschrecken, die Hoffnungslosigkeit, Angst, Resignation und Hoffnung der Coronakrise wieder. Na dann passt´s ja – könnte man denken.

Aber dann doch wieder nicht. Händeschütteln oder gar Umarmen darf man sich nicht. Zu gefährlich wegen der möglichen Virusübertragung. Stattdessen stoßen Dirigent Feltz und Solist Bernd Glemser die Ellbogen aneinander. Kumpelhafte Geste? Könnte man meinen. Widersprüchlicher könnte es aber kaum sein: eine Berührung, die Verbundenheit symbolisieren soll, aber doch eine Abwehrhaltung zeigt. Mir wird immer unwohl bei dieser Art der Begegnung oder Berührung: denn als Verbundenheit kann die Berührung der Ellbogen kaum dienen. Eher daran, sich gegenseitig abzustoßen, sich durchsetzen zu wollen. Ein Symbol für die ‚Ellbogengesellschaft‘ eben. Auch wenn das an diesem Abend nicht so gemeint war.

Die gefühlte Leichtigkeit des Sommers ist vorbei. Das merkt man nicht nur an den Außentemperaturen. Diie Anzahl der Infizierten steigt wieder an. Dennoch: keine Konzertabsagen mehr bitte! Nicht nur, aber vor allem einsame Menschen brauchen Kultur! Vergesst den ewigen Streaming-Scheiß! Das kann nur vorübergehend eine Lösung sein. Menschen brauchen die Begegnung, denn wir sind keine Katzen, die Einzelgänger* sind. An dieser Stelle auch der Appell an die Politik: wenn Sie Fußballspiele erlauben, wenn sie die Wirtschaft ‚retten‘ wollen, dann kümmern Sie sich auch um die Solo-Selbständigen und Kulturschaffenden, die keine staatliche Förderung erhalten! Am 15.10.2020 gibt es dazu eine Demonstation in Düsseldorf.

Die Coronakrise bedeutet auch: jede-/r könnte ansteckend sein. Das erzeugt Mißtrauen und Unsicherheit. Ich selbst fühlte mich verletzt, als mich eine Kollegin anpflaumte, dass ich ihr zu nahe gekommen sei. Das war noch vor Einführung der Maskenpflicht. Ich war zu überrascht gewesen, um etwas zu erwidern. Aber bei aller gebotenen Vorsicht ist daran zu erinnern: NIEMAND darf wegen Covid-19 bloßgestellt oder fertiggemacht zu werden! Nicht jede-/r Infizierte ist schuld an seiner Infektion, war nicht zwangsläufig in einem Risikogebiet!

Wer noch nie oder nur selten von der Klassengemeinschaft in der Schule permanent ausgeschlossen wurde, weil man sich nicht die teueren Markenklamotten oder anderen Schrott leisten konnte, wer nicht zu denjenigen zählte, die als letztes oder gar nicht in die Mannschaft bei dem verdammten Spiel Völkerball gewählt wurde im grauslichen Schulsport, soll jetzt das Maul halten. Ich gehörte damals zu den Ausgeschlossenen, es gab keine Sozialarbeiter-/innen an dieser verdammten reaktionären Kleinstadt-schule, die diesen Konflikt beendet oder zumindest eingegriffen hätten. Denn auch wenn ich die Maskenpflicht, das Abstandsgebot, die Begrenzung von Gästen bei privaten Feiern für richtig halte: nichts ist schlimmer als soziale Isolation. Deshalb bitte von physical, nicht social distancing reden! Ganz ohne Covid-19, Lepra oder anderem Kranheitsscheiß behandeln Menschen ihre Artgenoss-/innen oft so, wie es NICHT sein sollte: als krank und aussätzig. Du gehörst NICHT dazu- das ist die vernichtende Botschaft. Darauf weist auch Unicef hin. An all die Wissenschaftsanbieter*, die ständig laut auf die Einhaltung der Corona-Regeln pochen: Lesen Sie das, bevor Sie jemanden verurteilen, die/der sich vermeintlich nicht ganz korrekt an die Regeln hält! Nur Verschwörungstheoretiker-/innen, die müssen weiterhin kritisiert werden, keine Frage.

An all die Wissenschaftsfans: Schön, dass Sie alles lesen, was der Wissenschaftsjournalismus Ihnen bietet. Machen Sie weiter so, dann haben ein paar Journalisten* weiterhin Arbeit und Einkommen. Aber denken Sie daran: Sie werden nur so lange der Wissenschaft frohlocken und gegen alle schimpfen, die auch nur einen Hauch von den Schutzmaßnahmen abrücken (weil ihnen z. B. die Maske unter die Nase gerutscht ist ganz unabsichtigt) oder das Verbot von Kulturveranstaltungen kritisieren,, solange sie selbst nicht völlig allein, isoliert im nach Desinfektion stinkenden gleißend weißen Krankenbett liegen. Mit striktem Besuchsverbot. Denn auch wenn Schutzmaßnahmen und Tests notwendig und sinnvoll sind: es muss grausam sein, einen voll verkleideten Menschen, der mich testen soll, vor mir zu haben. Ich bin die Aussätzige, die andere gefährdet. Auch wenn sich das Pflegepersonal zu Recht schützen will und muss und mehr Lohn zu bekommen hat. Das ist der Tenor. einige Menschen mussten sogar allein sterben, das ist entsetzlich. Darüber spricht niemand. Dazu muss ich auch sagen: Verstehen Sie mich nicht falsch. Den Verschwörungstheoriekram braucht auch niemand, sondern solide Wissenschaft. Wäre zu schön, wenn es überidische Mächte gäbe, die den Virus beseitigen können würden.

Und was die Party angeht: so verständlich und nachvollziehbar das Verbot für große Menschenansammlungen ist, gibt es eine Erklärung für das Bedürfnis, feiern gehen zu wollen. Die Coronakrise ist eine neue Erfahrung – und die Menschen werden lernen müssen, wie man feiern kann, ohne sich mit Covid-19 anzustecken. Kulturwissenschaftler Wolfgang Kaschuba bringt es auf den Punkt: „Epidemologen können Krankenhaus, aber nicht Gesellschaft.“

Ich hatte im Frühjahr einen runden Geburtstag. Schon allein wegen der Zahl war mir nicht nach Feiern zumute. Und wenn ich mit Menschen zusammensitzen muß, die fast wie Ladendiebe oder Ärzt-/innen aussehen (müssen), dann vergeht mir die Lust am Feiern – aber nicht am Konzertbesuch. Ich habe eine große Sehnsucht, dass das Leben endlich wieder normal wird! Dass man sich zur Begrüßung wieder umarmen kann. Dass man nicht ständig an dieses und jenes denken muss, damit Regeln eingehalten werden. Und damit sich endlich auch was in der Gesellschaft verändert, damit niemand mehr Angst vor der Zukunft (Klimawandel) haben muss. Der Radverkehr im Alltag hat in der Coronakrise zugenommen. Jetzt ist die Politik dran, endlich gute Wege und Verbindungen zu schaffen, den Autoverkehr einzuschränken. Bei meinen täglichen Fahrten scheint das noch unmöglich. Aber ich träume davon, endlich sicher und ohne jede Bedenken oder Angst unterwegs sein zu können, ohne in einer Blechkiste sitzen zu müssen.

Immer noch gefährlich für Radfahrende: die Schützenstraße Dortmund. Eigenes Foto.

Umsteigen – immer gern? Stadt Dortmund wirbt mit Kampagne umsteiGERN für´s Radfahren in der Stadt

Im Frühjahr 2020 rief die Stadt Dortmund dazu auf, dass man sich melden solle. Die eigene Radfahr-Geschichte von Dortmund sollte in einer Kampagne erzählt werden. Die Coronakrise hatte den Start verschoben. Nun kann man in der ganzen Stadt auf Litfaßsäulen die neuen Models des Radverkehrs Dortmund bewundern.

Unser Oberbürgermeister macht es vor.

Oberbürgermeister Ulrich Sierau wirbt für das Rad als Alltagsverkehrsmittel. eigenes Foto

Auch ich habe überlegt, mitzumachen. Nach meinem Umzug im Frühjahr wohne ich auch in einem ruhigeren Teil der Nordstadt, so dass ich nicht jeden Tag beim Radfahren so viel Stress habe, wie es am Borsigplatz der Fall gewesen war. Meine Radfahr-Geschichte wäre kaum positiv ausgefallen, wie es diese Kampagne verlangt. Allerdings habe ich mich dann entschieden, die eigene Modelkarriere doch nicht zu starten. Wer nämlich als Botschafter* für umsteiGERN agiert, landet automatisch auf eben so einem Plakat wie ein gewisser Uli. Und das ganz ohne Modelmaße, Schminke, hochhackigen unbequemen Schuhen und ohne die neuesten Klamotten am eigenen Körper. Wow.

Warum ich auf den Ruhm, den „Fame“, zumindest als C-Promi verzichte?

Weil die Stadt Dortmund mit ihrer Kampagne umsteiGERN Werbung für etwas macht, das es nicht gibt. Es ist löblich, dass das Thema Radverkehr zumindest im Fokus der Verwaltung und auch der Politik steht, dass man z. B. den „Radwall“ entlang des Ostwalls bauen will. dass man das Thema immer wieder in Pressemeldungen verlauten lässt. Aber: Worten müssen zeitnah Taten folgen! Wer am Ostwall mit dem Rad fahren will, muss sich an zahllosen Auto-Parkplätzen vorbei mühsam durch den Parkplatzsuchverkehr von platzraubenden Blechkisten kämpfen. Das Radfahren dort macht keinen Spaß, weil man – anders als auf dem Plakat von Sebina behauptet, eben kein „Go and Go“ hat.

Leider oft ein Stop and Go statt Go and Go: der Radverkehr in der Stadt Dortmund.

Außerdem wollen auch Radfahrende zügig vorankommen und nicht ständig hinter stinkenden PKWs auf die Weiterfahrt warten müssen. Verkehrslärm inklusive. Absurderweise gibt es dann auch noch Einfahrt-Verboten-Schilder, bevor man den Brüderweg queren möchte, um Richtung Südwall bzw. Friedensplatz zu fahren. Streng genommen muss man, nachdem man den Abenteuerride des Autoparkplatzes erfolgreich überlebt hat, links auf den Gehweg ein Stückchen fahren, um die Ampel der Fuß- und Radfahrer*querung des Brüderwegs zu erreichen. Das Niveau des nächsten Spielelevels „How to survive as a German cyclist“ soll schließlich nicht in entspanntes oder gar freudiges Radfahren herabsinken. Das HighLevel konnte ich im August 2019 erleben, als ich bei Grün den Südwall von der Elisabethstraße kommend, queren wollte, um zum Stadtgarten zu gelangen. Ein Raser überholte die wartenden Autos und raste genau vor mir vorbei. Das Lastenrad ohne Motor, das ich dabei hatte, hatte mir wohl das Leben gerettet, weil ich mit diesem nicht so schnell auf die Straße treten hatte können. Körperlich unverletzt, war der Schock über so viel Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit groß. Die Wut über solche Arschlöcher und über einen schlampigen und völlig gleichgültigen Gesetzgeber und Bundesbenzinkanister – äh Verkehrsminister – bleibt. Außer dem Anruf der Polizei am nächsten Tag, dass die Anzeige eingegangen sei, habe ich nichts mehr gehört. Aber nein doch, Strafen wie in der Schweiz, den Niederlanden oder Dänemark wären viiieel zu unverhältnismäßig! Mit anderen Worten: dem Gesetzgeber sind nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer* scheißegal. Nicht der Raser/die Raserin ist schuld, sondern Ihr, weil Ihr keine depperten Protektoren an Armen und Beinen sowie eine Styroporhalbkugel auf dem Kopf getragen habt. Haha.

Ist nett gemeint, diese Kampagne. Aber bisher hatte kein-/e Politiker-/in und auch niemand aus der Verwaltung wirklich den Mut, wirklich was Wirksames für den Radverkehr zu tun. Außer Farbe auf die Straße zu pinseln, ist der Stadt noch nicht viel eingefallen. Ok, es gibt jetzt zwei Fahrradbeauftragte, deren Macht und Einfluß aber begrenzt ist. Die Angst vor den scheinbar vielen erbosten Autofahrer-/innen, die ihr (Vor-)recht durch #MehrPlatzfürsRad beschnitten sehen, ist leider zu groß. Rückgrat muss man eben haben. Stadtplaner Stefan Bendiks drückte es bei einem Vortrag im Baukunstarchiv Dortmund sinngemäß so aus: „zuerst schimpfen sie alle, weil sie nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt fahren und parken können. Aber dann merken sie, was los ist: dass man plötzlich Platz hat, um in Ruhe auf der Parkbank sitzen zu können und die eigenen Kinder spielen lassen kann, weil nicht mehr die Gefahr droht, sie könnten überfahren werden.“ Ebenso verhält es sich mit anständigen, weil genügend breiten Fahrradwegen, übersichtlichen Kreuzungen und auf den Radverkehr abgestimmten Ampelanlagen. Den „Toten Winkel“ gibt es nicht mehr. Aber nein, viiiieel zu anstrengend. Müsste man sein Hirn komplett anders strukturieren, anders denken, wenn das Auto nicht mehr das Alltagsverkehrsmittel ist.

Sport- und Spielplatz nur weiter draußen in abgesperrten Bereichen: in der Innenstadt wird immer noch zu viel Platz von Autos blockiert.

UmsteiGERN erinnert mich etwas an den Film (auf arte) einiger tschechischer Kunststudierender vor ein paar Jahren, die in einer Kunstaktion Werbung für einen großen Supermarkt gemacht haben. Ein gigantisches Einkaufsparadies sollte der „tschechische Traum“ sein. Werbeprospekte wurden gedruckt, es gab sogar einen Popsong für diesen Markt, große Werbeplakate waren in der Stadt zu finden. Am Tag der scheinbaren Eröffnung kamen viele Leute auf den Platz, einer der Kunststudierenden trat als Marktleiter auf – um das Einkaufsparadies zu enthüllen – und zu zeigen, dass es hier nur einen leeren Platz gab. Das ganze war nicht nur eine Kunstaktion, sondern auch ein Test, wie Leute auf Werbung reagieren würden. Auch hier wurde – wenn auch aus anderen Gründen – Werbung für etwas gemacht, was es nicht gibt. Der Stadt Dortmund rennt aber wegen der Werbung für umsteigGERN niemand die Bude ein. Dafür ist Radfahren im Alltag nicht gewöhnlich genug und nicht attraktiv. Man kann nur hoffen, dass nach der Kommunalwahl am 13. September endlich jemand die Eier hat, konsequent durchdachte Maßnahmen FÜR DEN RADVERKEHR IN DORTMUND durchzusetzen – damit wirklich viele Menschen vom Auto auf das Rad umsteiGERN.

Seite der Kampagne umsteiGERN der Stadt Dortmund hier.

Foderungskatalog von Aufbruch Fahrrad für die Förderung des Radverkehrs hier.

Zeit kann man nutzen, wenn man sie vorher einsparen konnte: das geht aber nur, wenn man in Dortmund die Schleichwege ohne Bettelameln und vielem Verkehr kennt.

Geiles Wetter? Naja…

Schon Juni… in Zeiten der #Coronakrise kann man schon mal die zeitliche Orientierung verlieren. Auch wenn man fast jeden Tag zur Arbeit fährt. Langsam gibt es in jedem Bundesland Lockerungen, damit das gesellschaftliche Leben endlich, endlich wieder stattfinden kann. Geht es weiter, das Leben?

Regen, aber nicht unbedingt Kälte auf dem Arbeitsweg.

Es scheint so. Ich bin eher mißtrauisch, was die Zukunft angeht (siehe mein letzter Blogeintrag „Da müssen wir jetzt durch.“). Die gehaßte, verurteilte Maske muss ich jetzt auch aufsetzen, bei mir ist es ein Stofffetzen. Ob es was bringt, sei dahingestellt. Blöd komme ich mir vor, als ob ich den Laden, den ich damit betrete, überfallen würde wollen. Der Sicherheitsdienst eines Drogeriemarktes konnte über diese Worte aber sogar lachen. Andere bekommen leider durch ihre Tätigkeit als Wachhund am Eingang von Supermarkt, Drogeriemarkt u.a. plötzlich ein künstliches Selbstbewußtsein, das gern in Imponiergehabe gipfelt. Einfach nur dumm. Kaum gibt man manchen Menschen Macht, schnappen sie über. Armselige Gestalten eigentlich.

Ohne Maske oder Stofffetzen kommt man in kein Gebäude während der #Coronakrise.

Und jetzt also Juni. Die Kühle der Eisheiligen im Mai ist längst vorbei, der Sommer steht nicht mehr in den Startlöchern, er ist schon da. Zumindest der Frühsommer (oder, was meinen die Expert-/innen, verehrter @DWD , Deutscher Wetterdienst?). Plötzlich sind Hosen und Röcke kürzer, die Unverschämten unter den Damen tragen untenrum kurz, ohne sich vorher die Überreste der Evolution abrasiert zu haben. SKANDAL! SO unordentlich in der Öffentlichkeit herumlaufen, ja geht´s denn noch?

Ich gehöre auch zu diesen Unverschämten. Weil ich keinen Bock auf dieses Schönheitsdiktat habe. Auch wenn ich noch die dummen Bemerkungen mancher Gleichaltriger – wohlgemerkt meist Frauen – im Ohr habe, dass das „unhygienisch“ und „unordentlich“ sei. Die ehemalige Chorleiterin meines Studierendenchores hatte das auch bemängelt, wenn ich keine Feinstrumpfhose tragen wollte. Die Überreste der Evolution, also die Haare auf den Beinen, deren Betrachtung oft genug auch Haare auf den Zähnen erfordert, sind KEIN ZEICHEN von Nicht-Hygiene oder Alter. Sie sind seit dem Erwachsenwerden einfach DA. Oder wer würde einem Mann mit behaarten Beinen Vorwürfe machen, er sei nicht ordentlich? Die Haare im Gesicht, auch Bart genannt, will auch niemand zwangsrasieren (auch wenn man darüber streiten kann, ob ein Bart á la Johannes Brahms oder Karl Marx gut aussieht. Muss die jeweilige Partnerin oder Partner wissen).

Und das wird eben bei dieser Witterung mit Temperaturen 25°C und mehr plus strahlendem Sonnenschein so deutlich.

„Ist das Wetter bei euch auch so geil?“ fragte mich ein Freund vergangenes Wochenende am Telefon. Während der Coronakrise telefonieren wir öfter, was mir aufgrund der stark eingeschränkten Sozialkontakte gut tut. So vieles hätte ich zu sagen, zu fragen, aber ich weiß oft nicht, wohin damit. Eigentlich sollte ich jetzt, statt Blog zu schreiben, auch besser schlafen, morgen muss ich verhältnismäßig bald raus, um zu dem verdammten Waschsalon zu fahren.

auf zum Waschsalon und Waschmittel nicht vergessen!

Die Waschmaschine ist leider defekt, Kurzschluss, der zum Stromausfall führte, nach dem Wasserkocher das 2. Ding, das nach dem Umzug verreckt ist (Wasserkocher habe ich genug). „Waschsalon ist doch günstiger“ meinte heute ein Bekannter und regelmäßiger Besucher des Massen-Katzenfernsehens, das die Bullaugen der Waschmaschinen sind. Aber es ist viel stressiger: erst Lastenrad ausleihen, Wäsche zum Salon fahren (etwas weiter weg, weil das Publikum im eigenen Stadtteil eher nervt, zumindest das im Waschsalon). Dabei muss ich oft an den Film „Mein wunderbarer Waschsalon“ denken, den wir damals als SoziologieStudis an der Uni Jena angesehen hatten. Eine traurige Geschichte darüber. was Rassismus kaputt machen kann. Aber zurück zur Realität im Heute : Wäsche sortieren, rein richten in die Trommeln… kurz Pause, dann retour. Und mittag das Rad wieder zurück geben müssen, weil danach leider wieder der Brotjob ruft. (Zugegeben, ich bin auch kein As im Organisieren).

Sommerabend am Phönixsee Dortmund.

Das alles geht bei dem „geilen“ Wetter nicht so gut. Radfahren, dazu gehören eben auch die alltäglichen Besorgungsfahrten mit dem Lastenrad, ist wesentlich angenehmer bei Temperaturen um die 15 oder max 18°C. Denn so schön es ist, keine dicke Jacke, Mütze, Handschuhe oder klobige, weil stabile Schuhe gegen Nässe und Kälte zu brauchen: die Hitze knallt gnadenlos herunter und verbrennt die Haut. Stechviecher surren herum und stürzen sich auf das leckere Menschenblut (ein Segen ist es, wenn man welches hat, was sie nicht mögen!). Und es gibt leider auch immer Zeitgenossen*, die schauen dich schief an, wenn du schwitzt. Zur Erinnerung: man MUSS schwitzen, sonst würde man ersticken. Auch bei regelmäßiger Wäsche. Nun, ich weiß nicht, ob es für den Menschen angenehmer wäre, zu hecheln wie ein Hund… Umso wärmer es ist, umso besser fliegen auch die Pollen. Gerne hätte ich auf diese verdammte Zivilisationskrankheit namens Heuschnupfen verzichtet. Ohne Sonnenbrille, auch wenn sie nicht mehr ganz der aktuellen Sehstärke entspricht, geht es bei grellem Sonnenschein nicht mehr. Momentan fehlt mir auch das Geld für den dringend benötigten Sonnenschutz in der Wohnung, einem Plisee.

Ob das Wetter, sonnung und warm nun toll ist oder nicht: das ist immer eine Frage der Perspektive. Besagter Freund war schon immer eher einer, der leicht friert. Allerdings kann man auch nicht immer festlegen, dass schlanke Menschen leicht frieren und dicke eher nicht (die Bezeichnung „dick“ ist nicht negativ gemeint. Meine leichte Wampe ist mir im Gegensatz zu anderen Personen oder Dingen schon immer treu). Eine ehemalige Chefin meines damaligen Nebenjobs als Studierende hatte die Figur einer Tonne, sie fror nach eigener Auskunft leicht. Ebenso ein Bekannter heute. Ein ehemaliger Chorkollege, Statur Rainer Calmund, also auch eine Tonne, lief sogar bei Minustemperaturen mit offener Jacke herum, meine war dann immer geschlossen. Was endlich aufzuhören hat, ist zweierlei: die Verachtung für Menschen mit behaarten Beinen und das Dicken-Bashing.

Es gibt aber auch noch eine andere Sache, die bei mir Unbehagen bei strahlendem Sonnenschein und gleißender Helligkeit auslöst: Ist das normal, dass an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, 15, und dann plötzlich 25°C gemessen werden? In den Nachrichten wird immer wieder über Trockenheit berichtet, wie sehr Bäume und die Landwirtschaft leiden würden. Danke Ihr dummen Menschen für den Klimawandel. Auch deshalb mag ich zwar den Sommer – aber nicht diese extreme Hitze. Ich versuche, das meinige dafür zu tun. Man kann nur hoffen, dass es die Menschheit schafft, diese Katastrophe Klimawandel noch abzuwenden.

Schon zu spät, um den Klimawandel aufzuhalten?

„Da müssen wir jetzt durch.“

Es fing , ich meine, es war im Januar 2020, noch harmlos an. In den Nachrichten wurde darüber berichtet, dass in Starnberg in Südbayern ein Mensch an einer bisher unbekannten Krankheit, die der Grippe ähneln soll, erkrankt ist. Vorher war diese ansteckende Krankheit in China ausgebrochen und hatte viele Todesopfer gefordert. Was dabei richtig wütend macht: der Arzt, der die chinesische Regierung vor genau dieser Seuche gewarnt hatte und nicht ernst genommen worden war, starb im Februar oder März daran. Was will man von einem autoritären Regime auch anderes erwarten.

China, das ist weit weg. Reisende und ihre Angehörigen, die in Fernost gewesen waren, wurden in Germersheim im südlichen Rheinland-Pfalz, in einer Kaserne in die Quarantäne geschickt. Germersheim hatte ich bisher mit etwas Positivem, schönen verbunden: der Messe für Fahrrad-Enthusiast*innen und Nerds, SPEZI (die dieses Jahr auch ausfallen wird, https://www.spezialradmesse.de/home.html ) Sinnvoll, um die Krankheit an der Verbreitung zu hindern, aber was Quarantäne für die Betroffenen bedeutet: danach fragt niemand. Nachrichten, Gespräche zwischen Menschen, sogenannte „Experteninterviews“ sind voll von technischem Denken, Organisationsplänen, Analysen. Es war erschreckend und abstoßend, wie viel Platz in der medialen Berichterstattung diese Krankheit einnahm, deren Name nun ständig und überall auftauchte: COVID-19, ausgelöst durch den Corona-Virus. Woher der Name genau kommt und was er bedeutet, wurde in einem Video von der „Sendung mit der Maus“ sehr gut erklärt, das ich Ende März auf „Fratzenbuch Watch“ (Fachebook Watch) entdeckt hatte. Aber so richtig glaubte ich trotz täglichen Hörens der Sendung „Informationen am Abend“ von Deutschlandfunk nicht daran, welche Auswirkungen dieser kronenförmige Virus (daher der Name, lat. „Corona“ für „Krone“) haben würde. Nicht verharmlosen wollte ich das Thema, aber die Panikmache und das laute Geschrei der Boulevard-Medien ging mir mehr und mehr auf die Nerven. An meiner Arbeitsstelle sah ich oft Kolleg*innen ständig irgendwelche Artikel über angeblich oder tatsächlich neue Erkenntnisse zu diesen Virus lesen – das Robert-Koch-Institut war nicht dabei. Nicht einfach zu lesen diese Seite, manches ist für den Laien nicht verständlich aber: dort wird kein Unsinn erzählt. Mich ärgern Menschen, die immer wieder nur die Blöd-Zeitung lesen, obwohl es durchaus seriöse Angebote gibt, um sich über COVID-19 zu informieren.

Dann aber kam der erste Schock: die Stadt Dortmund verfügte, dass ab dem 12. März 2020 alle Veranstaltungen eingestellt werden sollten. Ich war gerade dabei gewesen, die letzten paar Kneipen und andere Institutionen in Dortmund mit Flyern unseres Jazzclubs domicil zu bestücken. „Das brauchst du jetzt nicht mehr tun“ sagte mir der Produktionsleiter zu mir am Telefon. Wir waren alle geschockt. Der Kneipenbetrieb lief noch, aus Protest gegen diese verdammte Situation ging ich abends im domicil ein Bier trinken. Abstand halten tat ich dabei immer, ebenso die Vereinskollegen, die ich traf. Alle waren in einer Art Schockstarre, einem Schrecken, den man nicht so schnell abschütteln kann.

Noch vor wenigen Wochen konnten wir uns beim Parcours freuen. Jetzt: gesperrt, eine fast unheimliche Stille.

Doch damit nicht genug: ab dem 17. März 2020 durfte auch der Kneipenbetrieb unseres Jazzclubs domicil nicht mehr öffnen. Die Meldungen, was alles nicht mehr sein darf, man kam schon gar nicht mehr mit, wurden in pausenloser Folge bekannt: das Stadttheater ist zu, das Konzerthaus muss seinen Betrieb einstellen, ab dem 16. März gibt es keine Hochschulsportkurse mehr. Ich fühlte mich, als ob ich eine böse Überraschung erleben müsste, an der ich keine Schuld hatte. Als ich 2003 in meiner alten Heimat das Mozart-Requiem im Chor mitgestaltete, hatte uns die Chorleiterin für das „Lacrimosa“ genau diese Stimmung als Vorstellung beim Singen mitgegeben. Dieses Stück aus dem Requiem, es passte jetzt richtig gut in diese immer absurdere Zeit, in einen Alltag, bei dessen Schnelligkeit an Veränderungen kaum mehr ein Mensch mitkommt, während draußen das öffentliche Leben still steht.

Ohne Beleuchtung und Beschriftung, leer und verlassen, wo sonst das Leben ist: der Jazzclub domicil während des Elends von Coronakrise. Eigenes Foto

Seit der Schließung aller Kinos, Clubs, Bars, Kultureinrichtungen, sprich: Beendigung des öffentlichen Lebens, lese ich fast jeden Tag die Seiten der Stadt Dortmund. Jeden Tag gibt es eine Zunahme an Infizierten, es werden aber – und das ist sehr positiv – auch die Anzahl der genesenen Menschen genannt. Die Mahnung, von anderen Menschen Abstand zu halten, wird fast gebetsmühlenartig verkündet. Ich halte mich daran, wenn ich auch zugeben muss, dass mir bisher nicht bekannt gewesen war, dass ich auch als gesunder Mensch den Virus weitergeben kann, ohne es zu merken.

Es ist klar: die Infektionsketten müssen unterbrochen werden, die Ausbreitung von COVID-19 soll zumindest verlangsamt werden. Zustände wie in Italien will man nicht, klar. Ich habe mitbekommen, was dort abgeht, aber ich hasse Leute, die mich ständig auf alles und dieses und jenes aufmerksam machen müssen, warum ich es nicht gelesen habe! Nein, ich lese nicht jeden verdammten Artikel über diese scheiß Krankheit, auch wenn es in der FAZ, dem Spiegel oder sonst einem Qualitätsmedium steht! Langsam wurde ich auch auf „pocket“, der Anzeige beim Feuerfuchs-Browser wütend, weil ständig Artikel zum Corona-Virus genannt wurden. Mit häßlichen Virus-Bildern und maskierten Menschen. Ich will das nicht sehen! Und es beruhigt mich nicht, nein, es macht nur noch wahnsinniger in dieser abartigen Zeit voller Wahnsinn!

„Man soll jetzt nicht über Italien moralisch urteilen. Die Welt ist noch am Lernen.“ Das sagte mir ein guter Freund und Journalist. Zufällig lese ich im Tagesspiegel online, dass eine Zeitung in Italien, ich glaube in der so stark betroffenen Lombardei, 10 Seiten Todesanzeigen druckt. 10 Seiten pro Tag. Gewohnt ist man vielleicht 3 oder höchstens 5 pro Ausgabe. Das zu lesen tut weh, auch, wie selbst ein in Krisengebieten erfahrener Apotheker langsam ratlos ist – einen Artikel dazu habe ich gelesen, das war in der taz. Auf Bildern, die im Internet kursieren, sieht man einen leeren Markusplatz in Venedig, einen leeren Petersplatz in Rom, leere Kanäle in Venedig… in den Nachrichten hört man, dass sich die Kanäle in Vendeig erholen, weil keine Kreuzfahrtschiffe mehr kommen. Die haben ohnehin nichts in der Stadt verloren. Tourismus: ja. Aber mit Bedacht! Doch mit Corona läuft nichts mehr, niemand kann mehr irgendwas besichtigen oder jemanden besuchen. diese Situation macht auch deutlich: die Erde braucht keine Menschen.

Jeden Abend: eine dunkle, geschlossene Schauburg (Kino). Grauenvoll, dieser Anblick.

Die Gscheiderln, die immer vorpreschen und sich als die Besten darstellen müssen, preschen auch jetzt wieder vor: das Bundesland Bayern (erstaunlicherweise hat sich dieses Möchtegern-Königreich immer noch nicht von der BRD abgespalten) verhängt Ausgangssperren. Schulunterricht ist in der ganzen BRD schon lange nicht mehr, 5 Wochen Osterferien gibt es dann sozusagen. Nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Besuch bei Ärztin oder Arzt oder zum Sport darf man raus. Ein Arbeitskollege zeigt mir ein Video, auf dem die Münchner Berufsfeuerwehr durch die Straßen fährt und Ansagen macht. Was für ein autoritärer Müll. Ich bin fassungslos. Schon interessant: gerade dieses Land, das jahrzehntelang vehement gegen alles aus dem „bösen“ Osten gewettert hat, greift nun auf genau dessen Vorgehensweise zurück, verhält sich wie der Staat, den man damals so verachtet und bekämpft hat. Aber am 3. Oktober wieder schön gegen den Polizeistaat von damals mahnen. Schuld sind immer nur die anderen, und die hocken im Osten. Weil jeder DDR-Bürger und -Bürgerin ein-/e überzeugte-/r Kommunist war. Ganz bestimmt. Nicht. Wie bin ich froh, dort nicht mehr zu wohnen. Eine Freundin in Nürnberg, die pensionierte Krankenschwester ist, sieht sich in ihrer Forderung nach Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 bestätigt. Naja, ihr Beruf hat sie eben geprägt.

In Nordrhein-Westfalen, wo ich nun seit 5 Jahren wohne, geht man – zumindest bisher – besonnener vor. Es gibt kein absolutes Ausgangsverbot. Es gilt nicht mehr nur die Abstandsregel, es dürfen auch höchstens nur 2 Personen miteinander unterwegs sein, Familien ausgenommen. Der Appell, nur zu wichtigen Anlässen die Wohnung zu verlassen, folgt. Das macht für mich erst mal keinen Unterschied, weil ich meistens allein unterwegs bin. Zu meiner Freude empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass man seine Alltagswege doch mit dem Rad zurücklegen solle, weil man das allein tun könne, anstatt neben anderen in der Straßenbahn zu sitzen. Auch der ADFC NRW empfiehlt nochmals explizit das Radfahren.

https://www.adfc.de/dossier/dossier-radfahren-in-zeiten-von-corona/

Ein Gastronom versucht sein Glück mit Außenverkauf: Cocktails trinken trotz Corona. Und immer schön nur 2 Stühle nebeneinander.

Die Straßen sind fast jeden Tag ziemlich leer; oft fühle ich mich wie am Sonntag nachmittag, wenn ich über die Heiligegartenstraße, Grün- und Treibstraße zur Arbeit fahre. wie ein ewiger Sonntag nachmittag. Mein Zeitgefühl schwindet von Tag zu Tag, ich wache oft auf und wünschte, das ganze Elend mit der Krankheit COVID-19 wäre einfach nur ein böser Traum.

Wie an einem ewig andauerendem Sonntag-Nachmittag: die Treibstraße/Grüne Straße während der Corona-Krise. eigenes Foto.

Tatsächlich stelle ich bei mir selbst auch fest, dass ich mir mehr um das Wie beim ohnehin täglichen Händewaschen Gedanken mache, auf mehr Abstand als sonst in der Straßenbahn und anderswo gehe. Das offiziell verkündete Abstandsgebot ist fast paradox für mich. Die Öffentlichkeit und Gesellschaft, in der ich aufwuchs, hielt oft keinen Abstand zu mir und meinem Körper ein und benutzte meinen Körper und mich für die eigene Notgeilheit. Junge Mädchen und Frauen auf dem Dorf sind nichts wert und können ungestraft sexuell mißbraucht werden, niemand fragt, ob sie diese Berührungen wollen oder nicht. Lange Zeit forderte ich selbst, Abstand von mir zu halten, wobei das auf Dauer auch keine Lösung ist, denn: der Mensch braucht Berührungen.

https://nacktundneugierig.podigee.io/14-wissenschaft-koerperkontakt

Für Taschendiebe ist die Corona-Krise eine ganz blöde Zeit, wenn so wenige Leute unterwegs sind man sich niemandem mehr ungestraft nähern darf. Auf Facebook bekomme ich einen kleinen Shitstorm ab, weil mir die eine Pressemeldung des Kinikums Dortmund kräftig auf den Senkel geht. Vom Pressesprecher stammt dieser Text. Unmöglich! So kann man das nicht formulieren! Es geht in etwa so los: „na Ihr Egoisten? habt Ihr Euch in der Disco getroffen weil Ihr denkt, dass Ihr Euch als junge Menschen nicht anstecken könnt? […]“ In diesem Wortlaut ging es weiter. Sicher ist ein Appell zum Abstandhalten wichtig. Aber so formuliert wird niemand auf ihn, den Pressesprecher des Klinikums Dortmund hören! Das sollte genau er wissen! Als Journalistin weiß ich: SO erreicht man niemanden. Aber von den anderen Herrschaften im Fratzenbuch kapiert das niemand. Mich nerven diese Leute, die immer nur ‚technisch‘ denken. Die ständig Statistiken und Zahlen brauchen. Nein, ich will das nicht! Es macht mich und auch andere nur noch verzweifelter, wahnsinniger! Und ich kann auch auf den Podcast eines Christian Drosten getrost verzichten. Nicht, weil er ein schlechter Mensch oder schlechter Virologe wäre, sondern: ES GIBT NOCH ANDERE THEMEN ALS DIESER VERDAMMTE VIRUS im Frühjahr 2020, verdammt noch mal!!! Seine „Fans“ nerven. Bei allem Respekt und Sinnhaftigkeit von Wissenschaftsjournalismus: schweigt einfach mal einen Tag, geht in Euch und besinnt Euch auf das Nicht-Technische in der Coronakrise. Übt Euch endlich in Empathie! Das, was nicht nur mich umtreibt und sehr schmerzt: der Verlust jeder Kultur. Hört den Kulturwissenschaftler*innen und Soziolog*innen zu, anstatt die Medizin anzubeten!

https://www.deutschlandfunk.de/interview.693.de.html?drbm:date=2020-03-22

Nein, es ist nicht Sonntag nachmittag in der Fußgängerzone Westenhellweg. Im Hintergrund eine Polizeistreife.

Wie eine schleichende Krankheit verändert das Corona-Virus den Alltag. Das einzige, was von der Normalität geblieben ist, ist für mich die Fahrt zur Arbeit, meist mit dem Rad. Die Arbeit, die mein Broterwerb ist und mit meinem erlernten Beruf leider wenig zu tun hat, macht grundsätzlich Spaß. Aber sie erfüllt mich nicht und ist oft genug anstrengend. Alles, was der Kompensation für diese Anstrengung dienen würde, existiert nicht, ist wie ausradiert, plötzlich nicht mehr existent: meine Sportkurse beim Hochschulsport, alle Musikveranstaltungen. Der Anblick von geschlossenen, verschlossenen Türen erschreckt mich. Ich fühle mich wie in einem schlechten Traum, einer Zeitschleife, aus der ich nicht rauskomme. Wie Neo in „Matrix“ in verschiedenen Dimensionen sich bewegt, von denen nur eine real ist. In welcher Welt, in welcher Dimension leben wir nun? Wer oder was hat uns hierher gebracht, gegen unseren Willen?

Nicht mal mehr im Stadtgarten kann man im Abstand zueinander sitzen. Eigentlich übertrieben. Auch auf einer Sitzbank könnte man Abstand halten.

Wie lange ist das noch auszuhalten? Ich weigere mich, diesen scheinbar ewigen „Sonntag-Nachmittag“ , den man beim Durchqueren der Innenstadt spüren kann, als „Normalität“ anzuerkennen. So, wie es nun seit einigen Wochen ist, ist es nicht normal. Menschen sind keine Wildkatzen, die einzeln unterwegs sind! So sinnvoll, wie die Absagen sämtlicher Kulturveranstaltungen und das Abstandsgebot auch sind: ich kann dieses ständige „stay home – save lives“ nicht mehr hören. Dieses ständige erzwungene Alleinsein, das macht krank! Es ist paradox, wenn ständig Appelle zum Zusammenhalt verkündet werden, gleichzeitig aber Abstandhalten und Zuhausebleiben gepredigt wird. Schon bemerkt?

https://www.deutschlandfunk.de/gesellschaft-in-der-coronakrise-was-isolierung-und.676.de.html?dram:article_id=473467

Auch manche Witzeleien mit den Arbeitskolleg*innen können nicht die Freude am Sport und der dort erlebten Gemeinschaft ersetzen. Ja, ich habe schon schlechtere Arbeitsstellen gehabt und die Bedingungen sind gut, ich fahre meistens gern zur Arbeitsstelle. Das momentan viel gelobte HomeOffice funktioniert bei mir übrigens aus technischen Gründen nicht. Da ich im Service arbeite, ist mir eine Trennung von Arbeitsstätte und Zuhause auch wichtig, denn: Menschen, die bei uns anrufen, können richtige Arschlöcher sein. Deshalb ist psychische Hygiene durch physische Trennung von Arbeitsort und Wohnort so wichtig.

Das noch so gut vorgetragene Konzert im Live-Stream im Internet kann kein Live-Konzerterlebnis ersetzen. Es ist schön, wenn ein Igor Levit jeden Abend auf seinem Flügel für seine Twitter-Follower spielt. Tonqualität grauenhaft, aber: die Geste zählt. Danke für Ihre Heimkonzerte. Aber wer bezahlt ihn? Man muss es sich leisten können, sich als Künstler*in zu verschenken, wie die Neue Musikzeitung richtig schrieb. Gilt übrigens auch für den Pop-Bereich, für jede-/n, die oder der vom Musikmachen und Musik-Interpretieren den eigenen Lebensunterhalt verdient. Musik ist nicht nur schön, sie ist auch Arbeit und die muss wie jede andere Tätigkeit ordentlich bezahlt werden! Oder wie Karl Valentin richtig sagte: „Kunst ist schön, macht aber auch Arbeit.“

https://www.nmz.de/artikel/geschenke

Außerdem darf nie vergessen werden: Das Publikum ist nicht nur dafür da, die Künstler*innen zu bezahlen. Jedes Konzert, sei es ein Pop- oder Club- oder Klassikkonzert lebt davon, dass Künstler*innen auf der Bühne mit dem Publikum kommuniziert. Der Intendant des Opernhauses Dortmund hat nicht umsonst und zu Recht gesagt, dass er von per Livestream übertragenen Opern nichts hält, weil das nur „abgefilmtes Theater“ sei. Die Premiere der Oper „Die Stimme von Portici“ musste fast ohne Publikum stattfinden, nur die Presse hatte Zutritt bekommen.

https://www.deutschlandfunk.de/oper-die-stumme-von-portici-in-dortmund-revolte-im-schatten.1993.de.html?dram:article_id=472650

Der Noch-Schauspiel-Chef Kay Voges zu den verheerenden Auswirkungen auf die Kultur durch die Coronakrise: Kay Voges, Schauspiel Do zu corona: https://www.fr.de/kultur/theater/theater-regisseur-kay-voges-erwartet-viele-stuecke-ueber-corona-aeussert-befuerchtung-13654207.html

Bemerkenswert ist, dass das Corona-Virus das schafft, was der Klimawandel, der mindestens genauso bedrohlich ist für die Menschheit, nicht schafft: alle sind betroffen, allen ist dies bewußt und sie tun was dagegen. Die gesamte Welt. Der feine Unterschied: gegen Covid-19 werden sofort stark wirkende Maßnahmen ergriffen. Grundrechtseinschränkungen wie das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit akzeptiert. Kaum Zweifler gibt es, die Leugner* werden größtenteils verachtet und zurückgedrängt. Selbst die scheinbar allmächtige Wirtschaft und Lobbyverbände ziehen mit, auch wenn es Kritik gibt. Absurderweise wollen gerade große Firmen wie adidas und Heu&Mist keine Miete mehr zahlen, weil ihre Geschäfte geschlossen bleiben müssen. Hallo? Was sollen Besitzer kleiner Läden sagen?

Ohne Zweifel wird dieser Krankheitserreger die Welt verändern, Wirtschaftsunternehmen, ganze Wirtschaftssysteme und gewohnte Lebensabläufe werden sich ändern müssen. Ein Bekannter und Stadtplaner rechnet mit einem großen Arbeitsplatzabbau in der Automobilindustrie. Und warum? Weil „Covid-19“, der Name der Krankheit, ausgelöst durch den Corona-Virus, sehr bald spürbar und tödlich verlaufen kann und so viel bedrohlicher wirkt als eine andere, schon seit Jahren existierende Bedrohung. Von Stickoxiden und anderem Dreck, der den Klimawandel auslöst, fällt leider niemand bald tot um oder bekommt schmerzende Geschwüre oder Atemnot. Anders kann man sich die Untätigkeit oder die nur schleppend eingeführten Maßnahmen für den Klimaschutz (durchgeführt von verschiedenen Regierungen) nicht erklären. Die Veränderungen im öffentlichen Leben werden größtenteils erstaunlich gut akzeptiert und hingenommen, kaum jemand klagt über die Schließung von Kneipen, Theatern, Opernhäusern, Bibliotheken, Sportstätten. Auf manchen Straßen ist es, wie schon erwähnt auffällig ruhig, was mich als Radfahrerin auch freut. Auf anderen genauso voll wie sonst (Mallinckrodtstraße in Dortmund). Und dennoch ist da IMMER dieses ungute Gefühl, dass da was nicht in Ordnung ist, wenn eine Polizeistreife langsam durch die Fußgängerzone mit dem Auto statt auf Fahrrädern fahren muss. Schlechter Traum? Wahrheit? Hat mich das Super-Auto K.I.T.T. irgendwo hingebracht, wo ich nicht hin wollte? Welcher Tag ist heute?

Im Zuge der staatlich angeordneten Stillegung des öffentlichen Lebens wurde zur Solidarität mit v.a. der „Risikogruppe“ aufgerufen. Man solle für die älteren Leute Einkaufshilfen anbieten. Gerne hätte ich dies gemacht, aber auf Nachfrage bei meinem Bekannten gab es keinen Bedarf, dass jemand mit Lastenrad für andere einkauft. Mir selbst war und ist diese Zeit der Corona-Krise auch nicht geheuer, ich bin immer noch damit beschäftigt, dieses Grauen zu erfassen, dass mich an die Stimmung des „lacrimosa“ aus dem Mozart-Requiem erinnert: die damalige Chorleiterin und Kantorin dieser Kirchengemeinde hatte uns aufgegeben, beim Singen das Gefühl einer bösen Überraschung und Fassungslosigkeit zu empfinden und dies mit unserer Stimme auszudrücken. Zwar stirbt hier im Jahr 2020 im Gegensatz zu Pestzeiten früherer Jahrhunderte nicht jede und jeder, aber wenn das Kulturleben stirbt oder darbt, stirbt auch bald der (physische) Mensch. Manche glauben sogar an eine neue Solidarität.

Daran glaube ich nicht. Die Corona-Krise führt zu Verhaltensweisen der Menschen, die erschreckend sind. So sehen die Regale im Supermarkt und in Drogerien aus, wo sonst Toilettenpapier, Küchenrollen, Taschentücher und Nudeln lagern. Alles andere als ein solidarisches Verhalten.

Keine Chance, wenn zuhause das Klopapier alle ist. Foto: A. Steger

Zwar muss ich nicht für einen Mehr-Personen-Haushalt einkaufen, dennoch machen mich solche Verhaltensweisen wütend! Wie egoistisch, aggressiv und dumm muss man sein, übermäßige Einkäufe zu tätigen??? Was soll das? Steht ein Krieg bevor? – NEIN! SCHÄMT EUCH!

WOFÜR braucht man Unmengen Küchenrollen u.ä. zuhause während der Corona-Krise???

WOFÜR braucht selbst ein mehrköpfiger Haushalt solche Unmengen an Toilettenpapier, Küchenrollen oder Taschentücher? Scheißen die sich vor Angst vor dem Coronavirus in die Hose, weshalb sie soviel Scheißpapier brauchen? Ihr seid doch nicht mehr ganz dicht!

Diese seltsame, absurde, verrückte Zeit, in der man nicht weiß, was man denken soll, in der ein Familienvater und Fahrrad-Enthusiast auf Twitter zu Recht die Frage, was nun werden soll, stellt, bringt auch neue Witze hervor. Ja, auch das habe ich bemerkt. Da ist ein Cartoon, der zwei suchende Augen zeigt, die sich in einer Art Festung, die nur aus Klopapierrollen besteht, herausschauen. Ein Videoclip zeigt eine Katze in einem Zimmer, die über eine immer höhere Rampe aus Klopapierrollen springt, dazu eine Art Sportkommentation auf französisch. Schon witzig, ja. Gleichzeitig klingt alles wie ein trauriger Nachruf auf ein Leben, das normal verlief, in dem man sich nicht ständig Gedanken darüber machen musste oder sollte, welchen Türgriff man angefasst und ob man sich ja auch immer die Hände gewaschen hat. Es strengt an, dieses Leben. Mehr als sonst. Dazu die Hysteriker mit ihren Mundschutzmasken. Boah! Bin ich hier in einem verdammten Operationssaal oder im Krankenhaus – oder auf der Straße im öffentlichen Raum?? HÖRT AUF DAMIT! Das bringt die Menschen nur noch mehr auseinander, macht sie mißtrauisch und zu Feinden! Nur bei alten Leuten verstehe ich, dass sie Masken tragen.

Der Anblick von gestapelten Stühlen im Café, und sei es nur bei einem Bäckereistand im Supermarkt, ein Absperrband am Spielplatz, an der vorderen Bustür vom Linienbus… das alles ist NICHT NORMAL. Ausnahmezustand, dauerhaft. Manche reden sogar vom Einsatz des Militärs im Inland. LASST DAS. Wir haben keinen Krieg! Das alles wirkt abweisend, lebens- und menschenfeindlich.

In der Zeit der Corona-Krise fühle ich neben all den Enttäuschungen, dem Entsetzen, der Fassungslosigkeit auch eine große Müdigkeit. Nicht nur, weil ich nicht zu den Sportkursen des Hochschulsports kann, sondern auch, weil genau in dieser Zeit die Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens so deutlich wird. Klingt pathetisch, ist aber wahr. Und langsam habe ich keinen Bock mehr auf das ganze. Die Haltung, die auch ein Herr Harkort vertritt, so wie ihn dieser Künstler geschaffen hat.

Herrn Harkort in Hombruch passt auch etwas nicht. Mir auch.

Es gibt staatliche Hilfen für Kleinstunternehmer*innen und Kulturschaffende, ja. Aber wird das ausreichen? Ein Inhaber eines Sportfachgeschäftes sagte mir, dass er schon nach 3 Wochen einen Umsatzeinbruch von 80% hätte, nur hätte er im Gegensatz zu den Gastronomen eben noch die Ware als Gegenwert. Zwei kleinere Fahrradhändler bangen um ihre Existenz. Das alles deutet auf eine Zukunft hin, in der niemand wirklich leben will.

Hätte ich doch nie Abitur gemacht.

Hätte ich nie ein Opernhaus oder Konzertsaal betreten.

Wäre ich in dem scheiß abgelegenen Kaff geblieben, wo ich aufwachsen hatte müssen, wäre ich dumm geblieben, dann könnte ich wie andere diesen ganzen Corona-Müll einfach hinnehmen, ohne ständig nachzudenken. Oder ich wäre so ein Technik-Gläubiger und Technik-Trottel geworden, der oder die jeden Tag alles über Covid-19 liest und zu wissen glaubt, obwohl es nicht wirklich was neues gibt (ich habe da meine Zweifel). Ich hasse diese Leute! Eigentlich gehören sie alle zwangsweise in regelmäßige Soziologie- und Psychologie-Vorlesungen gesteckt. BESCHÄFTIGT EUCH GEFÄLLIGST MIT DEN SOZIALEN FOLGEN, Ihr Technik-Deppen! Und hört auf, die Naturwissenschaft anzubeten! Mancher hat schon wohl heimlich einen Drosten-Altar zuhause, so wie früher die KatholikInnen v.a. im Mai zuhause sich einen Marienaltar aufgebaut hatten, was? Man kann das kitschig und dümmlich finden, aber: der Marienkult mag auch nerven, aber er nervt nicht so sehr wie der Kult um Drosten. Wobei ich glaube, dass er selbst nicht wie ein Heiliger verehrt werden will, weil er um seine Grenzen weiß und diese Star-Verehrung nicht nötig hat.

Verstehen Sie mich nicht falsch: ich hasse VerschwörungstheoretikerInnen genauso. Von mir wird NIEMAND ANGEBETET, weder die Medizin noch die Homöopathie. Weder Herr Drosten noch irgendein bedeutender Heilpraktiker/bedeutende Heilpraktikerin. Auch wenn ich es leider nicht erleben werde: ich wünsche all den Technik-Gläubigen, die Deppen, die nur auf diese verdammten Zahlen über Covid-19 ständig spekulieren, als ob sie Börsen-Geschäfte machen würden: einmal werdet Ihr aufwachen und merken, dass Euch eure elende Naturwissenschafts-Versessenheit nicht mehr hilft. Verdammt, warum spüre ich was, was mir fehlt? Was ist das? Ich werde mich doch nicht mit Gefühlen beschäftigen müssen? Was war das noch mal? Kann man das berechnen, in Zahlen ausdrücken? Aber neeeiiin, das ist so irrational! Zu blöd, dass der Mensch keine Maschine ist! Und selbst die Gscheiderln von der Schulmedizin kapieren langsam, zumindest langsam, dass der Geist, die Psyche so wichtig für die Heilung des Körpers ist. Es ist u.a. vom „broken-heart-syndrom“ die Rede (schnauf, Glück gehabt, es wird wieder wissenschaftlich!) Und das hat NICHTS mit Homöopathie oder Verschwörungstheorien zu tun.

Anderen helfen in der Corona-Zeit… hätte ich gern gemacht. Allerdings wollte ich umziehen, raus aus einer schimmligen Wohnung, um die sich der Vermieter seit Jahren einen Scheißdreck kümmert. Nach 5 Jahren habe ich den Kampf aufgegeben, erst seit einem Jahr etwa habe ich beim Mieterbund einen Rechtsanwalt gefunden, der sich wirklich für mich einsetzt. Aber die Hunde sind schon schlau, sie wissen genau, wie weit sie gehen dürfen, um ihrer unendlichen Gier nachzukommen. Nicht, dass Mietzahlungen zu verlangen grundsätzlich falsch oder schlecht wäre. Was mich wütend macht ist die Verantwortungslosigkeit, mit der dieser Vermieter auftritt: da wird gerade mal die Fassade schön gestrichen, aber innen sind die Wände ramponiert, die Treppenstufen ausgetreten, die Wohnungstüren so windig, dass man nur dagegen hauchen muss, damit sie aufgehen. Auch als selbstbewußter Mensch kann man sich in solch einem Haus nicht mehr sicher fühlen.

Gleich eins vorneweg: schaffen Sie sich nicht so viele Bücher und CDs an. Das ist mit ein Grund, weshalb ich an einem Tag nicht fertig wurde mit dem Transport meiner Sachen. Seit dem ca. 20. April bin ich mit dem geliehenen Lastenrad fast jeden Tag mindestens 1x hin- und hergefahren, um die alte Wohnung leer zu bekommen. Auf den Straßen der Nordstadt Dortmund immer wieder Menschen, hin und wieder fordert die Polizei, meist über Lautsprecher auf, dass sie sich nicht versammeln sollen. Rein rechtlich geboten, manche mögen vielleicht auch krumme Geschäfte im Sinn haben, aber: dennoch absurd. Denn der Mensch ist keine Wildkatze, die allein durch die Gegend streift!

Zur Einsamkeit, die aufgrund des Versammlungsverbotes noch schlimmer für mich ist, kommt noch der Ärger mit dem alten Vermieter hinzu, der nun die ganze Mai-Miete sehen will, weil ich über das Kündigungsdatum des 30. April hinaus die Wohnung noch nutze. Stimmt, es sind noch ein paar Sachen drin. Diese Mail war erst mal ein Schock. Aber ich werde niemals die ganze Mai-Miete zahlen! Jetzt haben sie es eilig, bei der Aufforderung, den Schimmel endlich zu entfernen, das war scheißegal!

Sicher habe ich es einerseits gut, weil ich mir die Wohnung mit niemandem teilen muss. Aber weil meine biologische Familie kaputt ist (nur kurz: meine Mutter tut das im Kleinen, was der Wahnsinnige und Kranke auf dem US-Präsidentenstuhl im großen macht – und nein, die ARD-Serie „Mord mit Aussicht“ ist NICHT LUSTIG), besteht mein Sozialleben nunmal aus der Gemeinschaft bei Sportkursen, bei gemeinsamen Stadtrundfahrten wie der Critical Mass, der Kidical Mass , der ADFC-Sternfahrt. Das ist alles abgesagt, das Sozialleben tot. Das tut unendlich weh. Und macht mich auch unendlich wütend.

Verstehen Sie mich nicht falsch: ich kann das Versammlungsverbot nachvollziehen, auch dass man sich nicht zu nahe kommen darf. Es ist und war beim Hochschulsport nicht üblich, sich großartig wie z. B. durch eine freundschaftliche Umarmung zu berühren. Aber sich überhaupt nicht treffen dürfen, das ist so bitter, macht mich einfach nur noch fertig. Beim letzten Parcours-Kurs, der mir so viel Spaß machte, weil man dafür kein Halbprofi sein muss, hatte ich noch domicil-Flyer (domicil: Jazzclub n Dortmund) verteilt, es sah so aus, als ob man sich neben dem Sport auch mal dort treffen und nett plaudern könne. Das ist jetzt alles tot und wird es bleiben. Ich glaube aus verschiedenen Gründen nicht an eine Zeit nach Corona. Unser Trainer, kein Angestellter des Hochschulsports, lebt von u.a. diesem Kurs. Ich hatte ihn kurz nach Ausbruch der Coronakrise gefragt, per Nachricht, wie es ihm ginge. Bis heute kam keine Antwort, aber ich befürchte nichts Gutes. Es ärgert mich auch sehr, nicht im Fitnesszentrum trainieren zu können. Ich will nicht zu einer zweiten Regina Halmich werden, aber die Fehler und die Faulheit und Dummheit einer Verwandtschaft vermeiden, die nach der Fressewelle der 1960er Jahre nicht mehr aufgehört hat, zu konsumieren und heute nur über Herz-Kreislaufkrankheiten und Adipositas jammert (und dabei ganz wichtig: dicke Männer sind noch okay, aber Frauen bitte gefälligst nur, wenn sie nachweisen können, auch Kinder produziert zu haben. Dann ist die Wampe gerechtfertigt).

Was heute der Sport ist, war zuerst der Chor. Jahrelang hatte ich immer in einem Chor gesungen, es hat mir auch immer wieder geholfen, mit psychischen Schwierigkeiten fertig zu werden. Gerne hätte ich, als ich vor 5 Jahren nach Dortmund gezogen war, das Singen weiter betrieben. Der zweite Chor, bei dem ich mich vorgestellt hatte, war mir sympathisch, ich hatte auch den Eindruck, dass ich eingeladen gewesen war. Leider wurde es ncihts, weil der Chor schon zu viele Altistinnen hatte. Die Absage konnte ich dem Leiter nicht übel nehmen, dennoch war es und ist es für mich ein herber Rückschlag. Ich komme mir oft vor wie Wolfgang Borcherts Titelfigur in „draußen vor der Tür.“ Und nun habe ich es satt, so satt, immer noch zeitweise Teil einer Gemeinschaft zu sein. Im Studierendenchor damals leider traurige, alltägliche Realität, weil mal wieder jemand sein Studium abgeschlossen oder abgebrochen hat.

Zu meiner großen Verwunderung lese ich immer wieder auf dortmund.de oder den RuhrNachrichten, dass Menschen während der Corona-krise geheiratet haben. Weil ab 27.4. im ÖPNV und Geschäften und in Ämtern Masken getragen werden müssen, gerät das Leben zu einem einzigen absurden Maskenball. Die Braut mit Mundschutz, die Gäste weit auseinander stehend, als ob sie miteinander nicht szu tun haben wollten. Mich ekeln diese Masken auch deshalb an, weil sie mich an ÄrztInnen, an alles Schlechte und Schmerzhafte, Ernste erinnern. Eine Maske IST NICHT HARMLOS, sie inst ein Warnsignal! Auch wenn es für eine Medizinerin oder Pfleger Alltag sein mag, so ein elendes Ding anzuziehen, für uns Zivilisten* IST ES DAS NICHT! Ich halte zwar nichts vom Heiraten, aber: Hochzeit in Coronazeiten abzuhalten, das ist so, als ob ein Fleischer/Fleischeirn oder Gemäsehändler-/in plötzlich nur noch aus Woalle gehäkelte Würste bzw. Gemüse statt echter Ware anbieten würde und eine Kundin oder Kunde ihm dann auch noch sagen würde: jaaa, ich rieche den Duft ihrer Papaya-Früchte oder ihrer Wurst! Ganz klar. Bei einer Hochzeit, in der es auf Nähe, auf Vertrauen, auf Zusammensein ankommt Maske tragen! Wäre es doch nur Theater statt Realität gewesen!

Anfang April musste ich auch Geburtstag haben. ein runder Geburtstag, den ich nicht erleben will. Am Tag selbst kommt kaum gute Laune auf, weil diese verdammten schweren Beine mich kaum loskommen lassen. Gern wäre ich zum Schloß Hülshoff ins Münsterland gefahren, aber dort ist sogar der Park geschlossen, was mich erbost. Dann lasst doch Euren Scheiß, dort brauche ich nicht mehr hin! Ich war schon einmal dort gewesen, um Ruhe nach einer schweren Enttäuschung zu finden. Nur für eine Minitour, vorbei an einem verlassenen Biergarten, hat es gereicht. Als Kind freut man sich noch darauf, älter zu werden. Ab einem gewissen Alter ist das aber nur noch ein Graus. Nein, mir braucht niemand mit Gegenreden kommen. Schaut Euch diese verdammte Gesellschaft doch an! die Jugend wird verehrt und alles, was über 30 oder gar 40 ist, wird verachtet. Erst recht, wenn man zu den Verdammten gehört, die erst nach dem Beruf das Abitur und Studium absolvieren hatten können. Die so froh waren, das geschafft zu haben, nur um dann erneut festzustellen: sie sind nicht erwünscht. Oder man ist schlichtweg zu alt für Freundschaften oder gar Partnerschaften, das ist schmerzlich, aber nachvollziehbar, dass es so ist. Und ja: ich bin wütend und verbittert, auf all diejenigen, allen voran meine Mutter und andere Ereignisse, die mir ein Abitur in früheren Lebensjahren verweigert haben!

Literaturtip von Soiologie-Professor Stephan Lessenich: Soziologie des Alterns. (juhuu, Wissenschaft! Wenn auch keine Naturwissenschaft, ich weiß).

Im ganzen Umzugschaos, der Erschöpfung und,dem ganzen Frust über die Corona-Krise hätte ich fast mein Abitur-Zeugnis weggeworfen. Heute tropfnaß aus,dem Abfall,gefischt. Mein BA,Zeugnis muss auch noch drin stecken, macht aber nix, die Papierabholung ist nicht in den nächsten Tagen.
Dieses Versehen spiegelt aber auch die Realität wieder: dass meine Abschlüsse nichts,wert sind. Jede Absage für ein im Beruf der Journalistin so notwendiges und,wichtiges Volontariat o.ä. wurde abgelehnt bisher. Danke für michts, LWL-Industriemuseum Zeche Hannover! Entschuldigung, dass ich nicht blond oder,dürr oder nicht jung genug gewesen war!!!
Ich hätte,den Job,gerne gemacht. Erst recht, weil ich einen BA-Abschluss in Kulturgeschichte habe. Aber das ist ja nichts wert. Wer keine 25 mehr ist, kann die Schrott-Arbeiten machen, damit diese verdammte Gesellschaft funktioniert.
Mein Brotjob ist momentan nicht so schlecht,wie frühere. Aber er erfüllt mich nicht und ich will damit nicht sterben. Ich,will mit Rundfunkjournalismus mein Geld verdienen, verdammt noch mal.
Wer mir jetzt widerspricht, dass ich mich,selbst nicht abwerten soll:-das tue ich nicht, das machen all,die Institutionen, die mir Absagen schicken und sich für jüngere entscheiden. Alte Menschen, dazu gehören,auch Menschen über 30 oder ab,40 Jahren, sollen gefälligst die Schnauze halten und die Drecksarbeiten,erledigen. In unserer Gesellschaft herrscht ein Jugendwahn. Da nützt das beste Selbstbewusstsein nichts.

Wer mir,widerspricht, ich,solle mich nicht abwerten, der oder die soll mir mal flugs einen anständigen Volontariatsplatz besorgen. Und zwar nicht bei einem scheiß Anzeigenblatt oder Privatsender. Sondern bei einer anständigen Institution, die anständig bezahlt wie der WDR.

Weil das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht passieren wird, weil ich zu alt -siehe der Wortlaut absurder Stellenanzeigen – bin und mein Arsch nicht blond und nicht,schlank genug ist (die Entscheider bei Personalfragen sind zu oft Männer), plädiere ich sehr für den Abgang,der gesamten Menschheit. Die Corona-Krise bietet die Möglichkei ,dazu. Irgendwann ist meine Geduld zu Ende. Denn ich nicht nicht so dumm, bis zum St. Nimmerleinstag zu warten.
Eine, sie mich damals aus,dem Campusradio Jena mit rausgeworfen hat, macht jetzt Volo bei Deutschlandfunk Kultur . Ich wünsche ihr von Herzen,eine immer offene Büchse der Pandora. Meine Bewerbung nur für ein Praktikum war nichts wert gewesen. Aber dann in ein paar Jahren jammern, dass die sogenannte Arbeiterschicht nicht bei den Journalisten* vertreten ist! IHR WIDERT MICH mit eurer akademischen Verlogenheit SO AN!!!

Beim WDR gibt es das Programm „Grenzenlos“, das Migrant-/innen ermöglichen soll, für den WDR zu arbeiten. Das ist richtig so und wichtig, denn es sollen diejenigen Medien gestalten, die auch hier leben. Dieses Land Deutschland besteht nunmal nicht nur aus weißgesichtigen, blau- und grünäugigen Menschen. Jeder Sender, jedes Medium, erst recht die öffentlich-rechtlichen, sollen, MÜSSEN solch auch ein Programm für Berufseinsteiger meiner Altersgruppe, ab 30 bis in die 40er Lebensjahre hinein auflegen! Und keine Ausreden, von wegen, man habe kein Geld dafür! Wofür werden Rundfunkgebühren bezahlt? Und dann ist die Kamera oder das Aufnahmegerät, das man benutzt, eben mal 2 Jahre alt! Klar, nach dem Tonband sehne ich mich auch nicht zurück. Ich wäre froh, mir ein gebrauchtes leisten zu können, was auch wirklich was taugt!

Ich lasse nun auch mein bisheriges Leben passieren und mir fällt viel auf, was nicht geklappt hat, was grundsätzlich falsch läuft. Die ganzen miesen Täterinnen und Täter, die mich gemobbt haben und die feigen, dummen Lehrer-/innen, deren verdammte Aufgabe es gewesen wäre, diese Täter zu bestrafen! Wenn die Corona-Krise überhaupt irgendeinen Nutzen, eine gute Folge haben soll, dann die: endlich eine Gesetzgebung, die ohne jede Verjährung alle, wirklich alle Mobbing-Taten und Sexualstraftaten ahndet! doch dafür müsste erst die CDU verboten werden, diese Partei verhinderte regelmäßig gerechtere Gesetze für die Opfer jeder Gewalt. Ich hasse die Täter-/innen bist heute. Und es ist ein Skandal, dass Menschen, die andere nachhaltig so verletzen, nicht lebenslang im Gefängnis sitzen müssen. Und doch, man sieht diese Verletzungen, auch wenn sie nicht auf der Haut oder in den Organen zu sehen sind, Ihr Pfeifen! Kein Friede mit den Täter-/innen, niemals! Ohne Sühne, ohne Bestrafung kein Friede, keine Ruhe für die Opfer!

Zum Vergleich: Kaugummidiebe* und Schwarzfahrer* werden hart bestraft, während Mobber weiterhin ihre tödlichen Straftaten verüben. Nur wenn sich dann jemand umbringt, dann geht wieder das allgemeine Gejammer los. Hört mir doch auf mit der Heuchelei! Schafft Gesetze, die diese Hunde bestrafen!!!

In dieser Gesellschaft will ich NICHT alt werden. Dann lieber vorher sterben, als von einer meist weiblichen, schlecht bezahlten, wenig gebildeten und immer grantigen Altenpflegerin rumgeschoben, gewaschen und im schlimmsten Falle wie ein Kind gefüttert werden müssen. Von den ersten Verfallserscheinungen, die schon mit Mitte 30 auftreten können (schwere Beine morgens, weil die verdammten Venenklappen nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten) ganz zu schweigen. Nein, lassen wir es. So wichtig sind wir Menschen nicht.

Woooow, jetzt geht wieder die Beratungs-/Selbstbewusstsein-Stärken und blabla-Maschinerie los. Nein danke, hatte ich schon. Hören Sie auf, von den Opfern zu fordern, dass sie sich beraten lassen sollen! Bestrafen sie die Täter-/innen, die haben das bitter nötig! Ganz gleich, wie lange diese Taten schon zurück liegen, sie müssen geahndet werden! Stellen Sie Forderungen an die Täter-/innen, nicht an die Opfer! Die haben schon genug gelitten!

„Da müssen wir jetzt durch.“ Nein, müssen wir nicht. Ich glaube nicht mehr daran, dass manches nach der Coronakrise besser wird, dass z. B. dieser Wahnsinn der forderung nach immer mehr Wachstum endlich aufhört, dass die Politik sich endlich auf eine lebenswerte Zukunft einrichtet und den Klimawandel wirklich aktiv bekämpft. Dass dieser Autowahn im deutschen Straßenverkehr, der so vielen Menschen, nicht nur Radfahrenden, täglich Kraft, zuviel Nerven, zuviel Zeit und das Leben kostet, aufhört. Dafür müsste man die CDU als zukunftsfeindliche Partei verbieten. Das wird aber kein BVG durchgehen lassen. Allen voran unser „toller Wirtschaftsminister, der von mir meistgehaßte Politiker, der auch schon über Fridays for Future schimpfte, als ob da ein paar Teenager für billigere Pullis statt für ihre Zukunft protestieren wollten, ist ein Hauptverantwortlicher für die zukunftsfeindliche Politik in diesem Land.

Vielleicht bekommen manche Menschen jetzt mehr Geld, weil man den Wert ihrer Arbeit als Pflegekraft, Rettungsassistentin, Verkäuferin etc. endlich erkennt. Vielleicht. Ich habe meine Zweifel daran.

„Da müssen wir jetzt durch.“ Nein, müssen wir nicht. Von dem ganzen Elend der möglichen Partnerschaft, dem ewigen, sinnlosen Bangen und Hoffen will ich gar nicht reden. Nur so viel: wer sich bald 20 Jahre nicht für eine Frau interessiert, der soll einfach nur noch das Maul halten und mit Freundschaft sich zufrieden geben. Nach einer schweren Enttäuschung, die mir fast das Leben gekostet hätte (wooow, ja ich weiß, jetzt wird es wieder kitschig und so ganz schlimm unwissenschaftlich für die Technik-Verliebten, tut mir nicht leid für Euch Unverständigen), der Beobachtung der Gesellschaft und den Büchern der Soziologin Eva Illouz („Liebe im Kapitalismus“) habe ich es aufgegeben, in diesem Leben wirklcih noch Liebe zu finden. Von all den armen Schluckern, Trotteln und auch Psychopathen, die meinten, mich emotional (nicht finanziell) ausnutzen zu können, gar nicht zu reden. Die in einer Frau nur ihr Dummchen, das si in ihrer Unselbständigkeit bekocht, ihre Hure und Sozialarbeiterin ist, weil sie selbst unwillens oder unfähig sind, sich slebst um die eigenen Probleme zu kümmern. Lasst es einfach. Lassen wir es einfach. die Corona-Krise gibt uns die Chance dazu, endlich mit der menschlichen Existenz Schluss zu machen. Und zwar alle. Noch einmal umziehen (das habe ich gerade gemacht), noch einmal zur Arbeit gehen, noch einmal Freunde anrufen, noch einmal Radfahren, Musik hören… und dann geordnet alles menschliche Tun und Leben beenden. Die Radiosender stellen nach und nach ihren Betrieb ein, das Programm von DLF Kultur, was ich ein- oder zweimal während der Coronakrise gehört hatte, war grauenhaft gewesen. Kein Wunder, ohne Theater- oder Konzertaufführungen gibt es auch ncihts zu berichten. Irgendwann sind auch die Streaming-Tips nur kalter Kaffee.

Diejenigen, die nicht technikgläubig sind, können sich dann über zoom oder andere Konferenzplattformen dann bis zum Ableben aus den Büchern von Eva Illouz vorlesen, oder aus Albert Camus`“Die Pest.“ Weitere Literatur: Margarete Stokowskis „Untenrum frei“ für alle, die immer noch nicht wahrhaben wollen, dass Sexismus verboten und bestraft gehört.

Wer diese Verweigerungshaltung gegenüber der angeblich bevorstehenden Zukunft nach der Coronakrise nicht nachvollziehen kann oder will, dem empfehle ich dringend „Bartleby the Scrivener“von Herman Melville. Auch das eignet sich zum gegenseitigen Vorlesen.

Und ganz wichtig: der Soundtrack zum Abgang der Menschheit. Nur um die Kunst ist es schade, wenn der Mensch nicht mehr ist. Denn die Tiere können weder Kunst erschaffen noch deren Wert und Inhalt begreifen. Die Playlist zum Abgang der Menschheit:

  • Oscar Petersons Version von „summertime“
  • erst recht wegen enttäuschter Liebe: „Back tu black“ von Amy Winehouse
  • Weil ich nicht mehr kämpfen mag und kann: „Kapitulation“ von Tocotronic
  • Und wer es lieber „klassisch“ mag: Richard Strauss „Tod und Verendung“ (die negative Version seiner Komposition „Tod und Verklärung“, denn es gibt hier nichts zu verklären) oder die Bach-Kantate „ich habe genug“
  • und kurz vor Schluss, da darf es ruhig auch noch mal rührselig werden: der „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperndinck.

Wenn endlich Schluß ist mit allem menschlichen Leben, dann muss ich und alle anderen Opfer auch nicht mehr über die Mobber, über schlampige, verantwortungslose Vermieter, Idioten* im Straßenverkehr, über Psychopathen, die frei herumlaufen dürfen, ärgern. auch nicht über die widerlichen Trottel, die mich anmachen wollen und oftmals meine gerade andauernden schwachen Momente ausnutzen wollen (kein Mensch ist ständig 24 Stunden psychisch total stark und wehrhaft!) Keine Schmerzen mehr, auch nicht wegen Einsamkeit. Und vielleicht gibt es wie in Astrid Lindgrens „die Brüder Löwenherz“ eine zweite Welt, in der man die wenigen Menschen, die einen wirklich geliebt haben, die aber gewaltsam aus diesem Leben gerissen wurden und man wieder nur den Arschlöchern ausgesetzt war (Familie) wieder treffen kann. Von der christlichen Scheiße will ich gar nichts wissen, mit dem Müll musste ich aufwachsen. Ich wäre schon zufrieden, wie Demeter in den Hades hinabgehen zu dürfen, um Verstorbene treffen zu können und ihnen das sagen zu können, was im Leben nicht möglich gewesen war zu sagen.

Menschen sind nicht fähig, friedlich zusammen zu leben. Das zeigen die zahlreichen Konflikte im Nahen Osten, das Sterben auf dem Mittelmeer, bei dem zu viele europäische Regierungen nur zusehen. Das zeigte nicht nur meine Familie jeden Tag deutlich, deshalb bin ich auch mit 19 Jahren ausgezogen. Die Corona-Krise hat alle sozialen Verwerfungen und Probleme wie häusliche Gewalt, Gewalt gegen Flüchtlinge und Einsamkeit noch verschärft. Ich habe Kulturgeschichte und Soziologie studiert und abgeschlossen, mich immer wieder selbst reflektiert, um diese Gesellschaft zu begreifen und besser zurecht zu kommen. Aber es geht nicht weiter jetzt. In einer Stadt und Gesellschaft ohne den Jazzcoub domicil, ohne Sportkurs oder Chor will ich nicht leben. Nicht ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Warum also weiter sinnlos dahin vegitieren? Ich habe keine Hoffnung mehr. Deshalb SCHLUSS JETZT. Mit der gesamten Menschheit. Ohne metaphysisch sein zu wollen: die Coronakrise könnte ein Zeichen dafür sein, genau das zu tun. Denn die Erde braucht keine Menschen.

Das braucht man jetzt.

Vor ein paar Wochen schon hat der Blogger von Warum ich Rad fahre von seiner Winterausrüstung geschrieben und gefragt, wie es andere machen. Zwischen den Jahren ist nun etwas Zeit zum Durchatmen und – Briefe und Blogeinträge schreiben. Voilá , hier ist meine Winterausrüstung, beschrieben in meinem Blog fahrrad3gruen.

Dank Klimawandel braucht man fast immer einen Garderobenschrank mit verschieden warmen Sachen für unterwegs in der Tasche. Der Dezember 2019 war ungewöhnlich und beängstigend mild, Minustemperaturen gab es nicht, oft war es frühlingshaftes Wetter, was eben die Temperaturen betraf. Die Weihnachtstage waren verregnet und nicht wirklich kalt. Aber seit Freitag etwa kann man mit nur + 2 Grad Celsius wenigstens den Winter erahnen. Wie gut, dass ich zur Spazierfahrt heute meinen Schlüssel- und Mützensack eingepackt hatte. Darin: die Basic-Winterausrüstung.

Armstulpen oder Armlinge aus Polyacryl

Diese Armlinge oder Armstulpen habe ich mir selbst gestrickt. Ja, sogar ans Stricken habe ich mich getraut, sonst häkel ich nur, weil es einfacher ist und schneller geht. Der Anlass dafür war ursprünglich ein anderer: ein Manko und blöde Idee der Bekleidungsindustrie ausgleichen. Dieses Manko nennt die Modebranche „Dreiviertelärmel“ und dieser Unsinn kommt auch nur bei der Damenmode vor. Das Shirt kann noch so schön sein, noch so gut passen… die Ärmel sind nur und absichtlich nur 3/4 lang. Deshalb begann ich 2011 überhaupt wieder mit dem Häkeln (ich hatte mir schwarze Armstulpen gemacht). Weil die meisten Funktionsklamotten immer irgendwie nicht passen oder mir der Stoff unangenehm ist, habe ich eben selbst was ausprobiert. Inzwischen möchte ich die gehäkelten und gestrickten Teile nicht mehr missen. Bei diesen gilt es aber eine Sache zu beachten, wenn man auch eine gehäkelte/gestrickte Mütze tragen will.

Für den Kopf im Winter die richtige Bedeckung…..

Nur eine Wollmütze reicht nicht. Das Problem ist nämlich: selbst bei der dicksten Wolle zieht der Wind durch. Ein ehemaliger Studienkollege meinte einmal lachend über ein Häkelstück von mir: „das hat ja Löcher!“ Das ist eben so, Teil dieser Handarbeitstechnik. Andernfalls müsste man sich Mützen nähen. (Zu den höheren Weihen der Nähkunst bin ich noch nicht gekommen). Deshalb hatte ich in selbst gehäkelte Mützen immer ein Stück T-Shirt-Stoff eingenäht. Dann hat der Wind zwar nicht mehr gezogen, aber so richtig gepasst hat die Mütze nicht (mehr). Das war frustrierend gewesen. Erst später erfuhr ich in einem Handarbeitsladen, dass es Fleeceteile zum Einnähen gibt. Diese Mütze auf dem Bild hat eine liebe Bekannte und Fahrradfreundin gehäkelt. Nochmals besten Dank dafür! Es ist die erste Beanie-Mütze, die ich gern trage („Beanie“ ist eine Mütze, die ein Stückchen nach hinten hängt und eine Bohnenform hat, deshalb „Beanie“). Zuerst hatte ich nämlich immer an Schlafmütze gedacht gehabt. Darunter trage ich entweder ein „Buff-„Tuch (hier: das hellblaue links im Bild), was viele Außensportler-/innen bestimmt schon kennen. Es ist als Kopfbedeckung oder Loop um den Hals verwendbar. Beim Hersteller mit dem großen Laufvogel im Logo bin ich außerdem fündig geworden. Diese Mütze, hier die schwarze im Bild, ist aus einem dünnen Kunst-Stoff, der bei zweistelligen Temperaturen auch mal ausreicht. Unter der Mütze sitzt er super, ohne dass was verrutscht. Wenn der Wind allerdings recht zieht muss man aufpassen, dass die Wollmütze nicht davon fliegt, weil sie durch die Zwischenschicht weniger Haftung am Kopf hat. Mit beiden „Unterlegscheiben“, dem buff-Tuch und der Engelbert-Strauss-Mütze friert man am Kopf nicht mehr. Nachteil: man muss immer an 2 Teile denken, die man mitnehmen muss und nirgends liegen lassen darf.

Bei der Winterkleidung gilt also das Zwiebelprinzip. Das bedeutet, dass man mehrere Schichten anzieht. Wenn es wärmer wird, kann man eine Schicht ausziehen, so dass man nicht unnötig schwitzt und wieder eine Schicht anlegen, wenn es kälter wird.

die Zwiebel macht´s vor: meherere Schichten wärmen, bzw. schützen den Kern.

Wenn es allerdings für unsere Breiten richtig kalt ist, die Temperatur also unter 0 Grad Celsisus steigt (die Skandinavier-/innen, Osteuropäer-/innen und Polarbewohner-/innen lächeln dabei nur müde, ich weiß 😉 ), dann braucht es noch was ganz anderes: eine sogenannte Skimaske. Als ich vor ein paar Jahren dieses Ding für 50€ kaufte, haben mich Freunde für verrückt erklärt. Vielleicht hatte es auch noch mehr gekostet. Diese Herrschaften fahren im Winter aber fast nur Auto, haben es also nicht erfasst, was Investitionen für das Radfahren – nicht nur im Winter – bedeuten, warum sie sehr sinnvoll sind. Das Mundstück kann man herunterklappen. Und ganz ehrlich, verehrte Einzelhändler-/innen und Banker-/innen: das Ding ist viel zu teuer, als dass man damit einen Laden überfällt. Deshalb: keine Sorge, wenn ich bei Euch mit diesem Ding auftauche 😀

Kopf und Halswärmer, der nur noch ein Halstuch, keinen zusätzlichen dicken Loop braucht.

Überhaupt sind solche „Skimasken“ ganz unpraktisch für jedwede mehr oder wenige illegale Tätigkeit, schreibt Der Postillon richtig in seinem Artikel. https://www.der-postillon.com/2019/12/hacker-video.html

Diese sportive Version eines Hals- und Kopfwärmers brauchte noch eine modische Schwester (oder Bruder). Also habe ich noch mal die Häkelnadel geschwungen. Wenn man keine Noten dafür bekommt und keine nervende – meist weibliche – Lehrkraft hat, macht Handarbeiten das richtig Spaß. die Technik des Häkelns verzeiht auch mehr Fehler als die des Strickens. Nervig war nur die notwendige Stoffeinlage wegen des schon erwähnten Windzuges. Eine Lehre daraus: Reiner Baumwollstoff eines alten T-Shirts wärmt nicht. Aaah, hätte ich doch vorher wissen können…. Seufzend hatte ich daraufhin noch einzelne Wollstränge eingehäkelt. Keine top Lösung, verschenken würde ich den Loop (eine Art Woll-Ring um den Hals) nicht, aber ich selbst fühle mich wohl darin. Nachteil: die Brille läuft immer an, wenn man sich einen derartig hohen Loop, der bis zur Nase reicht, überzieht. Auf jeden Fall wärmt das Ding und sieht nicht gaaanz so ‚bedrohlich‘ aus wie die oben beschriebene, schwarze, sportive Version, ist also eher für den Alltag geeignet. Bei längeren Touren würde die dickere wollige Schicht auf Dauer aber eher stören als nutzen.

Warmer, gehäkelter Loop mit Windschutz innen

Vor ein paar Jahren im Herbst hatte es mich mal böse erwischt. Nicht nachgedacht und zu wenig, bzw. zu dünne Handschuhe und Mützen dabei gehabt, die bei Pausen auch als Sitzkissen dienen, damit man nicht krank wird. Die erste Blasenentzündung war die Folge. Boah, ekelhaft dieses Zeugs. Also habe ich mir ein Kissen für unterwegs gehäkelt, was aber zu groß wurde (bei einer Demo bekam ich spontan mal ein faltbares aus Kunststoff geschenkt, was wesentlich transportabler ist und auch seinen Dienst tut). Doch noch was anderes tut dem Hintern und allen Organen im Bauchbereich gut: eine wärmende Sitzunterlage beim Radfahren. Weil es im Handel entweder nur welche gegen Regen oder häßliche Alt-Oma-Teile gibt, habe ich wieder zu meiner 9 mm (bzw. 4 mm) und Wolle gegriffen. Dann noch Spanngummi besorgt und – juhuu, die Hinternwärmer in schicken, modischen Farben waren fertig.

Die Hippie-Version in leuchtendem Orange und Dunkelblau:

durch den Gummizug unten (nicht im Bild) passt sich der Sattelüberzug jeder Sattelgröße an.

Der neutrale, blau-grün-türkise, gut passend zu z. B. roten Rädern:

Für einen Bekannten, der gern historische Räder fährt und ebenso angezogen ist mit Bundhose, Pullover und Schiebermütze, ist dieses Modell, das Vintage-Modell entstanden. Leider hat er es verschmäht 😀

Die Vintage-Version eines Hinternwärmers=Sattelüberzug für das Radfahren im Winter. Im Hintergrund das rote Gummiband, mit dem man den Überzug fixieren kann.

Einziger Problempunkt bleiben: die Füße. die werden beim Radfahren immer kalt, zusammen mit den Händen. Es gibt Überschuhe zu kaufen, ebenso Einlegesohlen. Letztere habe ich vergangenes Jahr im Schlussverkauf erstanden, seitdem aber nicht gebraucht. Wenn es so kalt bleibt, werden sie aber wohl verwendet werden. Überschuhe habe ich noch nicht getestet. Leggins/lange, anliegende Hose und eine dickere Hose drüber (z.B. von der Firma mit dem großen Laufvogel – schützt auch vor Wind und leichtem Regen) sind ohnehin obligatorisch.

Wem meine selbstgehäkelten (außer der Mütze) Modelle gefallen, darf sich gern mit Farbwunsch an mich wenden, indem sie oder er unter diesem Beitrag kommentiert. Nennen Sie mir Ihre Mailadresse und ich werde mich melden. Bis dahin: gute Fahrt – nicht nur im Winter. RIDE ON!

Auch andere Blogger* schreiben über das Radfahren und die richtige, sprich passende, weil wärmende Kleidung im Winter:

Radfahren im Winter: https://warumichradfahre.blog/2019/11/12/der-winter-kommt-bestimmt/

Kleidung im Winter: https://mahler-net.eu/zum-alltagsradeln-gehort-auch-mal-nass-werden-holz-fur-die-warme-dusche-und-ein-ausflug ……………………….. https://mahler-net.eu/und-wie-macht-ihr-das-im-winter