ADFC, ADFC Dortmund, ADFC NRW, Allgemein, FAHRRAD, Fahrrad-Sternfahrt, Gesellschaftskritik, Radverkehr, Stadtrundfahrt, Technik im Alltag

Seit Jahren marode: die Rad-Infrastruktur im Stadtgebiet Dortmund. 1. Kinder- und Jugendsternfahrt macht auf Gefahren für Radfahrer-/innen aufmerksam.

Eigentlich war nur geplant, als Ordnerin bei der Jugendsternfahrt heute am Sonntag, den 10. September 2017 in Dortmund dabei zu sein. Was heute jedoch zu hören war, ist so sagenhaft, daß es eines Kommentars bedarf. Denn die getroffenen Aussagen sind so von Unwissenheit und Gedankenlosigkeit geprägt, daß es jeden vernünftigen Menschen verägert und wütend macht. Diese Aussagen wurden auch nicht von irgendwelchen zufällig befragten Passanten getroffen, sondern von Amtspersonen. Genau diese sollten sich eigentlich genauer überlegen, WAS  sie sagen. Unreflektiert oder einseitig irgendwas daherreden, das kann gerne am Stammtisch gemacht werden – aber nicht bei einer Kinder- und Jugendsternfahrt. Erwachsene haben immer noch eine Vorbildfunktion für die Heranwachsenden.

26 Räder wurden gezählt, schade, daß es nicht mehr waren. Auch waren mehr Erwachsene als Kinder dabei. Es hatte auch Zubringer-Routen gegeben, d.h. man trifft sich im Stadtteil an einem vorher bekanntgegebenen Punkt und ein-/e Tourenleiter-/in führt dann die Gruppe zum offiziellen Startpunkt. Schade, aus einigen Stadtteilen kam außer den Tourenleiter-/innen niemand mit. Der ADFC Dortmund hatte das ganze vorbereitet, die ADFC-Jugend war der Ausrichter dieser Sternfahrt. Für ihre Arbeit und Organisation an dieser Stelle ein Lob – allerdings wäre es sinnvoll, beim nächsten Mal über eine andere Vorgehensweise nachzudenken, wie man für die Sternfahrt wirbt. Allein die zeitweise dunklen Wolken waren heute nicht für die mangelnde Anzahl an Teilnehmer-/innen für die Sternfahrt verantwortlich. Es blieb während der gesamten Sternfahrt trocken.

Um 14 Uhr startete die Kinder- und Jugendsternfahrt der Radfahrjugend des ADFC Dortmund am Fritz-Henßler-Haus. Zu meiner Verwunderung fuhren 5 (später 6) Polizei-Motorräder mit, vorneweg ein Polizeiauto. Motorräder sind ja noch ok, weil es Zweiräder sind. Auch bei der Critical Mass in Nürnberg fährt die Polizei mit Motorrädern mit. Aber warum ein Polizeiauto vorne? Sehr glaubwürdig ist das nicht.  Warum fährt niemand von der Fahrradstaffel der Polizei Dortmund mit?

Auf Nachfrage wurde mir gesagt, daß die Fahrradstaffel nur 7 Beamt-/innen inne habe. Sie seien heute alle im Einsatz. Naja, das kann man als Zivilistin jetzt nicht nachprüfen. Polizisten und Polizistinnen auf Fahrrädern wären wesentlich glaubwürdiger und gleichberechtigte Teilnehmer-/innen gewesen. Bei der Critical Mass Essen vergangenen Herbst war die Fahrradstaffel auch mal dabei gewesen und hatte ein positives Fazit der Tour gezogen. Also, geht doch.

Während der Sternfahrt gab es am Hauptbahnhof, im Kreuzviertel am Theodor-Fliedner-Heim und am Jugendamt Aktionen und Kundgebungen. Die Jugendfeuerwehr zeigt die Rettung eines Verletzten, die Naturfreundejugend veranstaltete ein Quiz zum Wissen über Verkehrsregeln.Die Kinder- und Jugendsternfahrt soll auch Spaß machen und nicht nur Protest sein. Die Forderungen der Radfahrjugend stand auf Stoffbannern geschrieben und wurde von den Kindern und Jugendlichen an den einzelnen Stationen hochgehalten: „radfreundliche Ampelschaltungen,“ „Weg mit Pollern, denn sie zerstören Leben“ „gute Fahrradparkplätze statt Felgenbrecher“ u.a. war darauf zu lesen. Diese Forderungen der ADFC-Jugend können nur unterstützt werden. Aber werden sie von der Stadt Dortmund und der Polizei auch ernst genommen?

 

Und natürlich wurden alle diese Forderungen von den Verantwortlichen mit einem verständnisvollem Lächeln zur Kenntnis genommen; man sei ganz der Meinung der Kinder und Jugendlichen. Schöne Symbolpolitik. Toll.

Was danach von seiten der Polizei und später dem Jugendamtsleiter folgte, war jedoch sagenhaft: anstatt sich der Probleme des Radverkehrs WIRKLICH! anzunehmen, wurde wieder mit der unseligen Helmdiskussion begonnen. Ich habe eigentlich keine Bock mehr auf diese Diskussion. Ja genau! Wir Radfahrerinnen und Radfahrer haben diese verdammte Symbolpolitik, die nur an den Symptomen herumdiskutiert und nur punktuell Linderung bringt anstatt die Ursachen zu bekämpfen, gründlich satt!

Glauben Sie ernsthaft, Polizei und der Herr Jugendamtsleiter, daß ein Helm Kinder und Jugendliche – und auch die Erwachsenen – ernsthaft im Alltags-Radverkehr komplett schützt???

Sehen Sie nicht, wie schmal die Radwege sind, in welchem miesen Zustand (Oberfläche marode, Rillen, uneben wegen Baumwurzeln, verdreckt durch Glasscherben etc.)??? Merken Sie nicht, daß es diese schlechten Wege sind, die das Radfahren in Dortmund gefährlich machen?

Merken Sie nicht, daß dem Autoverkehr seit Jahrzehnten eine Vorrangstellung eingeräumt wird, sprich: dass die meisten Straßen nur für Autos gebaut sind und werden? Dass diese Vorrangstellung dazu führt, daß Autofahrer-/innen eine Narrenfreiheit verspüren und somit Radfahrer-/innen zu eng überholen, schneiden, unachtsam die Autotür aufreißen, so daß man dagegen fährt, die Fahrradwege so selbstverständlich zuparken, als ob es ein ausgeschriebener Parkplatz wäre???

DAS SIND DIE WAHREN URSACHEN FÜR DIE GEFAHREN, die radfahrende Kinder und Jugendliche in Dortmund bedrohen! Mit dem Tragen eines Helms kann man diesen Gefahren nicht begegnen.

Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) macht ebenfalls darauf aufmerksam: https://www.vcd.org/themen/radverkehr/helmpflicht/

Andere Länder – ich glaube, eins ist sogar der direkte Nachbar des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und hat noch eine Monarchie – lachen über uns Deutsche, die sich freiwillig eine häßliche Styropor-Kugel auf den Kopf stülpen. Dort trägt kaum jemand Helm, denn es ist schlicht und einfach nicht notwendig. Wer sich sicher auf der Straße und im Stadtverkehr fühlen kann weil sie oder er nicht befürchten muß, daß man vom Autofahrer (oder der Autofahrerin) wieder abgedrängt, aus dem offenen Fenster heraus beleidigt und angeschrien wird, der oder die braucht keinen Helm!

Wir Radfahrerinnen und Radfahrer wollen wie alle Bürger-/innen eine lebenswerte Stadt, bei der wir Zweiradfahrer ohne Motor gleichberechtigt sind. Ein Großteil von uns hat keinen Bock mehr, immer dem Autoverkehr das von den „Motorsportfreunden“ empfundende Vorrecht auf Platz und Existenz einzuräumen. Das Ende unserer Geduld ist ERREICHT. Nicht umsonst gibt es den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC, die Initiative VeloCityRuhr, Bündnis RadFairkehr und IbikeNürnberg (beide letztere in Nürnberg ansässig), die Critical-Mass-Bewegung (> http://www.itstartedwithafight.de & http://itstartedwithafight.de/critical-mass-deutschland/ )

 

Wohlgemerkt: ich bin nicht gegen den Fahrradhelm an sich, aber dieses ständige, gebetsmühlenartige Verkünden des Helms als Allheilmittel gegen alle Gefahren für Radfahrerinnen kotzt mich gewaltig an. Den Kindern wurde heute ein völlig falsches Bild vermittelt: mit dem Helm allein bist du sicher. Eben nicht. Es sind die schlechten Wege, die Arroganz, die Aggressivität und die Ungeduld vieler Autofahrer-/innen, die Kinder und Jugendliche – und alle radfahrenden Menschen – in Dortmund und anderswo gefährden.

Ein Teilnehmer und Bekannter von mir trägt aus Überzeugung Helm – aber es fällt ihm nicht ein, mir ständig erzählen zu müssen, ich solle auch einen tragen. Fahrradhelm zu tragen ist die eine eigene freie Entscheidung – und keine Pflicht.

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Station am Polizeipräsidium nur über der Helm als sinnvolles Mittel für Verkehrssicherheit angepriesen wurde. Die Krönung erfolgte dann noch dadurch, daß der Polizeibeamte Sch. die Angebote für Fahrradhelme bei Discounter-Supermärkten als preisgünstige Modelle empfahl. (Dass der Verkehrsunterricht für die Grundschüler-/innen zu erwähnen und zu würdigen ist, steht außer Frage).

Aha. Und die Polizeiuniformen werden bei C&A bestellt. Ich dachte bisher immer, daß der Polizeidienst körperlich so anstrengend sein kann, daß die Jacke und Hose mehr aushalten müßten als nur einen einfachen Schlag mit Händen oder Beinen. Die Polizei glaubt doch nicht ernsthaft, daß ein Helmmodell vom Discounter seinen Zweck – dem Schutz des Kopfes (und nur des Kopfes, nicht den Schutz von Armen, Beinen oder überhaupt des Körpers!)- erfüllen kann?!?

Es ist schon klar: die Polizei kann die Verkehrsinfrastruktur nicht zu einer radfreundlichen Umgebung machen. Das ist die Aufgabe der Stadtverwaltung. Was die Polizei aber tun kann: sich mehr – oder überhaupt! – sich mit den Belangen von Radfahrer-/innen befassen! Eine Teilnehmerin nahm das Angebot, Fragen an die Polizei zu stellen, an. Die Antwort auf ihre Frage war kurzsichtig und nur eine Ausrede. Sie war für einen begangenen Fehler von 2 Streifenpolizisten gemaßregelt worden. Dabei ging es nicht darum, daß sie ihren Fehler nicht einsehen wollte; es ging um die Art und Weise, wie die beiden Beamten mit ihr umgegangen waren: sie ließen die Radfahrerin, nachdem sie diese angehalten hatten nicht ausreden , hörten ihren Argumenten nicht zu, machten sie nur runter. Toll gemacht. So stärkt man das Ansehen der eigenen Behörde. Glückwunsch. Und dann noch Geldstrafe androhen. Man hatte grad den Eindruck, die beiden hätten Spaß an ihrer Maßregelung. Hätten die Beamten sich auch nur genauer die Stelle Kreuzung Bornstraße/Heroldstraße angeschaut hätten sie gemerkt, wie schlecht die Verkehrsführung für Radfahrer-/innen dort ist. Kein-/e! Autofahrer-/in würde es dulden, große Umwege fahren zu müssen! Auch wir Radfahrer-/innen haben das Recht, zügig und sicher zum Ziel zu kommen! Wehe es ist mal eine Umleitung… sofort beschwert sich ein Autofahrer. Und wir Radfahrer-/innen sollen das Maul halten. Nee, bestimmt nicht!

Sich die Verkehrsführung genau ansehen, das würde konkret heißen: breiterer, sicherer Übergang der Herolstraße über die Bornstraße für Fußgänger-/innen UND RADFAHRER-/INNEN. Genügend lange Ampelschaltungen damit man als Radfahrer-/in nicht unfreiwillig mit den manchmal sehr langsamen Fußgänger-/innen ins Gehege kommt. Wegen ein paar Schnarchnasen hat auch ein Radfahrer weder Lust noch Zeit, in der Mitte auf der Vekehrsinsel zusätzlich warten zu müssen. Und im übrigen sind wir nicht der emotionale Mülleimer für niemanden, auch nicht für Polizisten. Im o.g. Fall konnte man den Eindruck gewinnen. Es war wie ein Machtmißbrauch: anstatt sich mit der Sache wirklcih zu befassen, wird eine Radfahrerin beschuldigt. Dabei hat sie sich höflich verhalten – was von der Polizei ja gefordert wird. Leider war die Reaktion unverschämt, unhöflich und von Nichtwissen und Gedankenlosigkeit geprägt. Das erzeugt statt Achtung nur Wut für diese Polizeibeamten beim Bürger.

Es geht dabei nicht darum, die Polizei im gesamten zu diskreditieren. In anderen Situationen hat diese Radfahrerin und Bürgerin gute Erfahrungen mit der Polizei Dortmund gemacht.

Zwei Sternfahrt-Teilnehmerinnen und Erzieherinnen machten auf die miese Verkehrssituation an ihrem Arbeitsort, der Kindertagesstätte am Theodor–Fliedner-Heim, aufmerksam. Zu kurze Ampelschaltungen, Autofahrer-/innen, die sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, gefährden das Leben nicht nur der Kinder (meist unter 3 Jahren), sondern auch die der Senioren im Theodor–Fliedner-Heim.  Seit 6 Jahren ärgern sich die Erzieherinnen schon über diese Verkehrssituation. Passiert ist bisher – nichts. Dabei sind Kinder (und Jugendliche) der Gesellschaft doch angeblich soviel wert: wenn die Nachricht einer Kindesentführung oder gar Mord die Runde macht, ist die Welle der Empörung groß, die/der Täter-/in muß gar Morddrohungen fürchten. Die Gefahr, von einer Blechkiste getötet zu werden, wird offensichtlich stark unterschätzt….

An der Station beim Jugendamt war zu bemerken, daß der Leiter dieses Amtes zwischen Alltags- und Reiseverkehr mit dem Rad nicht zu unterscheiden weiß. Auch er lobte die Kinder ausschließlich dafür, daß sie Helme trugen. Er betonte, daß seine Behörde sich für die Belange von Kindern einsetze. Letzteres ist zweifelsohne zu würdigen. Nach der Logik des Helmtragens müßte meine Generation – noch vor 1990 geboren – nahezu ausgestorben sein. In den 1980er und 1990er Jahren dachte niemand an einen „Fahrradhelm.“

Aber bitte, warum kommt der Jugendamtsleiter mit dem Skifahren in seiner Freizeit daher, wenn es um die Frage geht, ob man im ALLTAGSverkehr Helm trägt oder nicht??? Es ist ein riesen Unterschied, ob im ich im Alltag mit dem Rad unterwegs bin oder ob ich (Rad-)Sport in meiner Freizeit betreibe! Wie ein anderer Teilnehmer heute richtig sagte: „ich will im Alltag sicher unterwegs sein können, ohne mich panzern zu müssen.“ Daraufhin fiel dem Jugendamtsleiter und Helmfreund nichts mehr ein. Beim ADFC Nürnberg besteht z. B. nur bei Mountainbiketouren Helmpflicht. Der Grund liegt klar auf der Hand: hier handelt es sich um Sport, um die Fahrt in unebenem Gelände, das mehr und echte, weil andere Gefahren birgt als der Straßenverkehr. Bei Rennradtouren empfiehlt sich auch das Tragen eines Helms. Aber wegen ein paar Kilometer zur Arbeitsstätte oder zum Einkauf? – Nee!

 

Daher noch einige Forderungen an den Jugendamtsleiter und manche Damen und Herren in Uniform, oder sagen wir mal, Tips, die heute ausgeblieben sind:

  • setzen Sie sich, wenn Sie als Polizeibeamter/in nicht der Fahrradstaffel angehören, öfter mal auf´s Rad und fahren Sie durch die Stadt. Was spüren Sie, was fällt Ihnen auf? Wie reagieren die Autofahrer-/inne auf Sie als Radfahrer-/in?
  • >>> Na, mal wieder unfreiwillig über Glasscherben gefahren?  >>> Plötzlich überrascht gewesen, weil der Radweg – noch dazu benutzungspflichtig – ohne Vorwarnung endet und man plötzlich ungeschützt auf der Fahrbahn steht? >>>Einem herannahendem Auto (das eher selten die vorgeschriebenen 50 km/h fährt) fast einen „Kuß“ an die Breitseite gegeben? >>> Plötzlich gewundert, daß eine Blechkiste den – meist benutzungspflichtigen Radweg ,den Sie gerade befahren, versperrt?

Eine Aktion gegen Falschparker als freundlicher Hinweis. Danke an den VCD. Diese einfache Karte löste bei der Ablage auf die Windschutzscheibe sogar schon Wutgeschrei aus, als ob man den heiligen Sportwagen zerkratzt hätte.

  • Achten Sie verstärkt darauf, wie Autofahrer-/innen sich gegenüber Radfahrer-/innen verhalten. Auch wenn es in der Radfahr-Zunft Chaoten gibt: die meisten Unfälle werden durch den motorisierten Verkehr verursacht. Wir Zivilisten, die wir Radfahrer-/innen nunmal sind, dürfen es nicht, aber die Polizei dürfte es: die Raser, Drängler, Radweg-Blockierer (die „nur mal schnell Zigaretten holen wollen – interessanterweise sind es meist Männer), die Brüller und Schreier, die Radfahrer-/innen bedrohen:  festhalten.
  • Und dann: In einen Raum setzen, zum Schweigen bringen – und sie zwingen, daß sie uns Radfahrer-/innen zuhören.
  • Radfahrer-/innen sollten dabei vorne stehen und den „motorsportfreunden“ mit ruhigen Worten und einer Präsentation erklären, warum sie wie gefahren sind und warum es – tatsächlich oder scheinbar – zum Konflikt mit den anwesenden Autofahrer-/innen gekommen ist.  Auch wenn noch nicht wirklich was passiert ist, selbst nicht ein kleiner Lackschaden, ist die Situation im alltäglichen Straßenverkehr so aufgeheizt, daß selbst ein ruhiger sachlicher Ton nicht mehr beim Gegenüber ankommt. Na dann…. braucht sich kein Autofahrer/keine Autofahrerin mehr wundern, wenn die Wut bei radfahrenden Menschen steigt und steigt.
  • In Berlin ist die Situation schon so weit eskaliert, daß Radfahrer-/innen sich nicht mehr an Regeln halten. Irgendwann hat man keine Geduld mehr. Es werden immer mehr Menschen, die erkennen, daß man mit dem Rad die meisten Alltagswege zurücklegen kann. Und nun fordern sie ihr Recht, ihre Gleichberechtigung auf den Straßen. Das heißt für Berlin UND DORTMUND: man muß dem Autoverkehr Platz wegnehmen! Denn bisher hat der radfahrende Mensch viel zu wenig Platz! Leider sind viele Lokalpolitiker-/innen dazu nicht mutig oder nicht willens genug. Auch die erfolglose Suche nach Bauingenieur-/innen bei der Stadt Dortmund spielt eine Rolle, wie zu erfahren war.

 

  • Hören Sie zu, bevor Sie verurteilen oder beurteilen. Die beiden o.g. Beamten im Mai an der Kreuzung Herold-/Bornstraße waren leider nicht fähig dazu. Meistens sind Radfahrer-/innen einsichtig, weshalb sie einen Fehler gemacht haben sollen. Keine-/r macht gern oder aus Mutwillen Fehler. Aber an vielen Stellen ist die Verkehrsführung so beschissen – man muß es so deutlich sagen – dass man Fehler machen muß. Ja, Sie haben richtig gelesen! Wenn der benutzungspflichtige Radweg mit Glasscherben voll ist fahre ich NICHT darauf, wenn es nur eine Fußgängerampel gibt, obwohl es eine im FAHRRADSTADTPLAN eingezeichnete Route ist, fahre ich verdammt noch mal dort entlang!
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  • An dieser Stelle sei bemerkt: Radfahren heißt nicht rasen, sondern fahren, also die Fußgänger-/innen leben lassen und ihnen ein Existenz- und Platzrecht gewähren.

 

  • Dringend: eine Änderung in der Fahrschullehrer-Ausbildung! Wie oft wird man selbst von Fahrlehrern angeschrien und wie ein lästiges Insekt behandelt daß sie am liebsten tot schlagen möchten. Und dazu eine verpflichtende Nachschulung von bereits ausgebildeten Fahrlehrern, damit sie die Belange des Radfahrers/der Radfahrerin nicht nur kennenlernen, sondern diese ihnen auch bewußt werden!

 

Nach all diesen Erfahrungen – ich fahre schon seit über 20 Jahren 99% meiner Alltags- und Reisewege mit dem Rad – kann ich mich über unser Land nur wundern. Deutschland = Fahrrad-Entwicklungsland. Als ob Piech, Zetsche & Co. sich über den Bau und Verkauf von Postkutschen  statt Autos Gedanken machen. Und die „Pferde“ heißen dann „Opel Kadett“, „VW Touran“, „Mercedes C-Klasse“, „Audi TT“ usw. Ah ja. Seltsam nur, daß dann keine Pferdekacke auf den Straßen rumliegt. Dafür gibt es jede Menge unsichtbaren Feinstaub, der die Menschen immer kränker macht. Ist eben nicht sofort und nicht so deutlich sichtbar, als wenn jemand droht, an Ebola zu krepieren oder mit einer Waffe zu schießen. Angeblich sind allen doch die Kinder und Jugendlichen bei der Sternfahrt in Dortmund heute so wichtig… warum gibt es dann keine radikalen Verändungen und Verbesserungen in der Fahrradinfrastruktur? Fahrräder machen weder Dreck noch nehmen sie soviel Platz weg wie die immer größer und wuchtiger werdenden Autos (SUV und ähnlicher Unsinn in der Stadt). In den meisten Blechkisten sitzt nur ein Mensch, der durch die Stadt fährt. Und das bei mind. 4 Sitzplätzen. Ganz schön effizient und sinnvoll.

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Der Helm soll´s richten mit der Sicherheit. Tut er aber nicht. Was wirklich schützt ist eine fahrradfreundliche Verkehrsinfrastruktur. Und die ist eben komplizierter und aufwendiger als die Bestellung von x Helmen. Darüber freut sich nur der Hersteller, aber es nützt kein-/eRadfahrerin wirklich.

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Für bessere Luft, erst recht in den Städten: die Forderung des ADFC Nordrhein-Westfalen. https://www.adfc-nrw.de/fahrradland-nrw.html

 

Zur Situation Autofahrer-/innen und Radfahrer-/innen:

Was nicht nur Kinder und Jugendliche beim Radfahren schützt und was nicht:

http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-06/radfahren-grossstadt-strassenverkehr-gefahren-bloggerin-interview

Und auf dem Blog: http://www.radelmaedchen.de

http://www.fr.de/panorama/verkehrssicherheit-fahrradhelm-hilft-aber-a-1347657

http://fahrradzukunft.de/25/motorisierte-gewalt/

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Nordrunde durch Dortmund

Auf der Suche nach einer möglichen Feierabendrunde habe ich mal wieder den Fahrradstadtplan studiert… es kann doch nicht sein, daß es nichts wenigstens annähernd adäquates wie die Erzbahntrasse zwischen Bochum und Essen-Zollverein auch für Dortmund gibt! Für´s Freibad war es schon zu spät, der Wind relativ heftig… und das Lastenrad des Typs BULLITT, ausgeliehen von VeloCityRuhr noch verfügbar. Also auf, um den hohen Norden Dortmunds zu erkunden.

Eine zentraler, gut erreichbarer Ort für den Start ist der Borsigplatz.Genau, das ist der Platz, wo die schwarz-gelben Fahnen hoch an den Laternenmasten hängen und wo Fußballfans feuchte Augen bekommen. Von dort aus geht es auf die Borsigstraße und dann die häßliche Bornstraße Richtung Dortmund- Eving. Der Radweg, der leider benutzungspflichtig ist, taugt nichts: viel zu schmal, wenn auch meistens sauber und späer im Nichts endend.

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Über die Eisenstraße und Burgholzstraße fährt man entlang des Nordfriedhofs; das Grün nimmt schon an dieser Stelle leicht zu. Links in die Osterfeldstraße abgebogen, ist man schon in EVING. Ein Stadtteil, der mehr wirkt wie ein größeres Dorf. Leider auch hier endet der Radweg einfach auf der Fahrbahn und noch dazu an einer Bushaltestelle… ist nur eine Frage der Zeit, bis es mal zwischen motorisierten Verkehr und Radfahrer-/innen kracht, ganz ohne Mutwillen seitens der Radfahrenden.

 

Nach ca. 3 km am Ende der Wildbergstraße: endlich fängt der Wald, das dichte Grün an!  „Süggel“ oder „Süggelrand“ heißt das Waldgebiet, das bald in ein Waldstück namens „Grävingholz“ übergeht. Die Wegweisung am Waldrand ist anfangs etwas verwirrend, letztendlich hatte ich aber die richtige Abbiegung gefunden: Den R 8, geradeaus in den Wald hinein.

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Der Rote Rudolf freute sich sichtlich, mal nicht nur schwere Lasten innerhalb von dicht an dicht stehenden Häusern zu transportieren, sondern eine Ausflugsfahrt zu machen.

 

 

Der Ausblick auf Holthausen (hinter dem Hügel)  , nachdem man den Wald verlassen hat.

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Bemerkenswert: man hört hier wirklich keine Autos, keine Autobahn. Nur landwirtschaftliche Geräte, momentan bei der Getreideernte und Heu- bzw. Strohballen-Herstellung. Auch das gibt es in Dortmund…

 

Weiter auf dem R 8 nach Holthausen.

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Den Bewohnern am Wegesrand guten Tag sagen… manchmal kommen auch Reiter entgegen auf diesem Weg, daher etwas aufpassen.

 

 

Weiter  bergab auf der Kamphecke…

 

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Fast wie im hohen Norden 😉 und nicht mal sooo steil die Anstiege!

 

 

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Eine grüne Bushaltestelle gleich neben dem Maisfeld… da geht dem Städter doch das Herz auf! 😀 Und der Linienbus fährt 1x in der Stunde, auch sonn- und feiertags… das ist schon viel für eine ländliche Gegend. Einmal überholte mich diese Buslinie, ein putzig wirkender Mercedes-Kleinbus. In Nürnberg kurvt auch sowas rum… irgendwie putzig diese kleinen Busse.

Und wieder einen Stadtteil kennengelernt… Schwieringhausen.

Sieht gar nicht aus, als ob es zur Stadt Dortmund gehöre…

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Laut Stadtplan sollte es links auf der Alt-Mengeder Straße zum Dortmund-Ems-Kanal gehen. Eine freundliche Autofahrerin, die gerade neben mir hielt, um zu parken, gab mir aber einen anderen Rat. Rechts in die Ortschaft rein, dann rechts in die Sackgasse… und gleich wieder rechts bei der Schranke, die in den Wald hineinführt. Lustigerweise gab es zwei Schranken, eine davon hatte einen Durchlaß für Fußgänger, das Bullitt passte gerade so durch.Ein Weg mit Kennzeichen „Verbot für Fahrzeuge aller Art“… pffft. Der Weg wird ausprobiert. Nach einem kurzen Weg durch ´s Gebüsch von Brennesseln und Brombeeren stand ich plötzlich am Dortmund-Ems-Kanal.

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Am Kanal überkommt mich oft die Sehnsucht nach dem richtigen Norden…

 

Unscheinbar: das ist die Verbindung Schwieringhausen zum Dortmund-Ems-Kanal.

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Entlang des Kanals zurück in die Nordstadt Dortmund…

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Unterwegs noch Abendessen. Schöner kann es kaum sein als hier…  🙂

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Der Weg auf dieser Seite – links in Richung Industriehafen und Nordstadt  – unterscheidet sich in seiner Beschaffenheit kaum von dem auf der anderen Seite. Aber wie ich es geahnt hatte, ist er nicht komplett durchgängig. Wegen eines Betriebsgebäudes der Kanalwirtschaft mußte ich auf eine Landstraße ausweichen und fuhr auf der Holthausener Straße Richtung Nordstadt… auf der Fürst-Hardenberg-Allee soll es mal wieder zum Dortmund-Ems-Kanal abgehen, aber mit dem Bullitt war es letztendlich doch angenehmer, die Straße zu fahren. Bis auf wenige landwirtschaftliche Fahrzeuge war nicht soviel los. Dadurch, daß ich nicht am Kanal fahren konnte, lernte ich den Stadtteil, der praktisch zum Industriehafen gehört, kennen: Dortmund-Lindenhorst. Allerdings, außer Firmengebäuden und Geschäften wie Auto- und Motorradhändlern scheint es kaum Wohnungen in Lindenhorst zu geben…

Die Fürst-Hardenberg-Allee und die Lindenhorster Straße brachten mich zurück in die Nordstadt von Dortmund zum Fredenbaum-Park und Borsigplatz. Am Ende verlief die Strecke etwas anders als geplant, dennoch war es eine schöne Tour für eine Feierabend-Runde.

 

Meinen herzlichen Dank an VeloCityRuhr für den möglichen Verleih des Lastenrads Roter Rudolf! 🙂  RIDE ON!

 

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Gibt´s das auch im Ruhrgebiet?

Seit November 2015 wohne ich nun schon im Ruhrpott und bewußt oder unbewußt vergleiche ich das, was die neue Umgebung von der alten unterscheidet. In Thüringen, genauer gesagt in Jena, mußte ich nur vor die Haustür treten und hatte Wald und eine Burgruine vor mir (die Lobdeburg, der fränkischen Herren von Lobde, im 17. Jahrhundert bereits aufgegeben). Der Kontrast zum Ruhrpott fällt auf den ersten Blick krass aus: dichte Besiedelung, erst mal muß man eine ganze Weile durch die Stadt fahren, bis man im Grünen ist…

Schon bei der Fahrt zum Haus Kemnade vor ein paar Wochen ist mir eine Burg aufgefallen gewesen. Fährt man durch´s Saaletal, hat man alle paar Kilometer eine Ruine oben am Waldhang stehen. Wer sich also berufen fühlt, sich dort ein schickes Wochenendhaus zu erbauen….

Seit November 2015 versuche ich anhand des Fahrradstadtplans Dortmund eine Feierabendrunde zu erstellen, die – auch – durch´s Grüne geht. und Seit November 2015 sehe ich ein Ziel auf der Karte, das ich endlich mal erreichen will – aber im Winter einmal nicht geschafft hatte. Der Weg war doch weiter als geschätzt gewesen und die Steigungen stärker als gedacht.

Es ist: die HOHENSYBURG.

Bisher nur vom Hörensagen bekannt und durch ein paar Bilder von VeloCityRuhr im Netz, wollte ich diese Burgruine am südlichsten Rand von Dortmund einmal erklimmen – trotz der heftigen Steigungen. In früheren Jahrzehnten soll Hohensyburg sogar ein beliebtes Ausflugsziel gewesen sein.

Karsten W. kam mit dem Rennrad mit und feuerte mich zuverlässig an, damit ich die Auf und Abs auf dem Weg zur Burgruine Hohensyburg schaffte. Ich fühlte mich glatt wie zuhause in der alten Heimat!

 

Der Vorteil, wenn es nicht so sonnig ist: es sind weniger Leute unterwegs. Am Parkplatz vom Casino herrschte zwar reger Betrieb, aber bei der Ruine Hohensyburg war kaum eine Besucherin. Der Ruin kommt wohl erst dann, wenn man das Casino verläßt…

 

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Von dieser Anhöhe aus kann man ins, ich glaube Lennetal sehen. Die Häuser müssen zu Ortsteilen von Hagen gehören, am Fuß des Berges muß der Hengsteysee sein – so sieht es auf der Landkarte aus. Sehen kann man den langgezogenen Hengsteysee von der Hohensyburg aus nicht.

 

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Der Durchgang zum Kriegerdenkmal.

Der Radweg Richtung Dortmund Zentrum ist ausgeschildert, aber nach den starken Anstiegen hatte ich wenig Lust, noch mal mit einem Faltrad und 8 Gängen mehrere Berge hochzufahren, bzw. zu schieben. Auch Schwerte hat einen Bahnhof… und so sausten wir fröhlich den Berg hinunter und die elektrischen Pferde brachten uns nach Hause.

Weitere Infos:

http://www.ruhr-guide.de/freizeit/burgen-und-schloesser/die-hohensyburg-in-dortmund/11,0,0.html

Aber dennoch: es ist schöner, mit dem RAD zur HOHENSYBURG zu FAHREN, nicht mit dem Auto, wie in dem Link genannt.

Kartenmaterial, erhältlich hier:

http://geoweb1.digistadtdo.de/OWSServiceProxy/client/radwege.jsp

https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/vermessungs_und_katasteramt/karten_und_geodaten/stadtplaene__uebersichten_und_orientierungskarten/index.html

Der Weg R33 führt zur Hohensyburg. Unabdingbar ist dennoch die Verwendung entweder des Fahrradstadtplans Dortmund oder eines elektronischen Navigationssystems wie komoot.

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Seltener Anblick im Stadtgebiet Essen

Wolkenverhangener Himmel, die Temperaturen um 20°C, die Regenwahrscheinlichkeit hoch: bei diesem Wetter geht nicht jeder gern raus. Dass es sich trotzdem lohnt, bei nicht so sommerlicher Witterung sich auf´s Rad zu schwingen, bewiesen die rund 800 Radlerinnen und Radler der Fahrradsternfahrt in Essen am 2. Juli 2017. Höchste Zeit, daß es – zumindest temporär – in Essen mehr Fahrräder als Autos gibt! Die Fahrradsternfahrt erfolgte in der Zusammenarbeit des ADFC Essen, der „Grünen Hauptstadt Essen 2017“ und anderen Verbänden.

Start an der Messe / Gruga um 13.15 Uhr.

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Die Ordner_/innen des ADFC Essen sichtbar durch Warnwesten. Sie  begleiten die gesamte Tour, fahren links und rechts entlang des Trosses.

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Vor Zeche Zollverein: Zwangspause durch Feuerwehreinsatz an der Zeche selbst. Kurz vorher waren die Einsatzfahrzeuge an uns Radler-/innen vorbeigesaust, die Rettungsgasse wurde eingehalten. Da heißt es erst mal warten… manche Teilnehmer-/innen nutzten die Pause von vielleicht 10 oder 15 Minuten für wichtige Geschäfte oder zur Stärkung des eigenen Motors.

 

Unterwegs gab es einmal Regen, der nicht aufhören wollte… war abzusehen. Dennoch, meist schwitzt man schon allein beim Tragen der Regenkleidung selbst. Wie schön, daß später die Sonne rauskam, auch beim Zielort, dem Berliner Platz, bzw. der Einfahrt auf den Limbecker Platz.

Kuriositäten, die ich als Ordnerin erlebt habe: ein Beifahrer in einem Auto fragt mich – nicht unbedingt schlecht gelaunt, ob wir Bier dabei hätten, man müsse jetzt warten. Einmal schien es auch ein wenig verständisvolles Gespräch mit einer älteren Autofahrerin gegeben zu haben, das ich nicht verfolgen konnte. Ein weiterer Autofahrer wollte wissen, wo wir in zollverein abbiegen; er war mit Familie unterwegs. Ich gab ihm einen Flyer: „schade, daß Sie nciht bei uns dabei sind.“ – „Ich wußte nichts davon.“ Hatten die Medien nicht deutlich genug auf die Fahrradsternfahrt Essen 2017 hingewiesen?

 

Einmal im Jahr ohne Behinderung und dumme Bemerkungen am Limbecker Platz einfahren… Außer Einsatzfahrzeugen heißt es am 2. Juli 2017: Autos raus aus der Stadt!

Außer Lieferfahrzeugen und Einsatzfahrzeugen haben Autos in der Stadt auch nichts verloren. Ständig wird über zu schlechte Luft geklagt, Enge, „fehlende Parkplätze“… ist es wirklich für soviele Menschen so schwer, auf das Auto zugunsten der Gesellschaft zu verzichten???

 

Die Spitze mit den Fahrrad-Polizisten und dem ADFC Essen.

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Huch, wo kommen denn all die vielen Radfahrer-/innen her? Und was ist das für ein komisches Ding, das niedrige? Kann man damit überhaupt fahren? Ist das nicht gefährlich? Einfach mal das Liegerad ausprobieren!

 

 

Die Kunstinstallation am Limbecker Platz. Von weiten könnte man an Hühner denken, die in der Luft Rad fahren.

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Die Grüne Hauptstadt Essen: Eine echte Luftnummer. Schön anzusehen, aber es steckt nicht viel dahinter.

Ein Video zur Einfahrt am Limbecker Platz:

https://www.dropbox.com/s/25rksjbehy7086n/20170702_151846.mp4?dl=0

 

Es hat Spaß gemacht, bei der Fahrrad-Sternfahrt 2017 in Essen mitzufahren. Den Organisatoren ist zu danken, ein guter Wille ist bei der Stadtverwaltung und der „Grünen Hauptstadt Essen“ erkennbar. Es reicht aber nicht, wenn man einen sogenannten „City Tree“ am Hauptbahnhof aufstellt oder ein großer Stahlkonzern plötzlich Blumen- und Kräuterbeete auf seinem Gelände anlegt. Wenn eine Stadt grün sein will, müssen tiefergreifende Maßnahmen ergriffen werden: Konsequente Förderung des Radverkehrs, z. B. den Weiterbau des RS1  – RadSCHNELLweg, nicht „Radautobahn“ – auf dem Bahndamm am Viehofer Platz. Fahrverbote für Fahrzeuge in der Innenstadt. Nur wer sich sicher fühlt, fährt Rad. Deshalb braucht es sichere Verbindungen und, wo es möglich ist, genügend breite Radwege. Wo genügend Platz ist für alle Verkehrsteilnehmer-/innen, gibt es weniger Ärger zwischen allen, man kommt entspannter am Ziel an. Und das wünscht sich doch jede und jeder – oder?

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ADFC NRW, Allgemein, Landtagswahl 2017 NRW, Politik, Radverkehr

Frischer Wind für den Radverkehr in NRW

Eine Überraschung gab es am 20. Mai 2017 bei der Landesversammlung des ADFC Nordrhein-Westfalen in Neuss. Die 43 Deligierten aus den Kreis- und Ortsverbänden des Bundeslandes hatten einen Dringlichkeitsantrag für die Unterstüzung des neuen Bündnisses „Aufbruch Fahrrad: Verkehrswende für NRW“ vorliegen. Vorbild für diese neue Initiative ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin ( https://volksentscheid-fahrrad.de/de/willkommen-beim-volksentscheid/ ). Der ADFC Berlin hätte sich durch sein ablehnendes Verhalten gegenüber den Initiatioren des Volksentscheids sehr blamiert.  Dieser Antrag des Landesvorstandes wurde kontrovers diskutiert: manches ADFC-Mitglied gab an, diese Initiative nicht zu kennen, auch Angst vor dem möglichen Hintergrund wurde laut, man wolle sich nicht von Parteien wie der MLPD unterwandern lassen. „Wir müssen uns als ADFC nicht hinter denen verstecken“ monierte ein Mitglied. Michael Kleine-Möllhoff hielt dagegen, daß das „Aktionsbündnis Fahrrad“ keiner politischen Partei zuzuordnen sei. „Es geht auch nicht darum, immer in allen Punkten mit dieser Gruppe übereinzustimmen. Wenn wir die unterstützen, können wir mitwirken, bei den Formulierungen mitbestimmen. Wenn wir nur von außen zusehen, dann verpassen wir eine große Chance.“

Diese große Chance liegt darin, daß viele Mitglieder von „Aufbruch Fahrrad – Verkehrswende für NRW“ jünger als 50 Jahre sind. Seit Jahren kämpft der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in nahezu allen Landesverbänden mit der Überalterung seiner aktiven Mitglieder. Die Zusammenarbeit beider Radlobby-Gruppen bringt neuen Wind in die Arbeit eines jahrzehntelang aktiven Vereins. Die Wirkung nach außen darf auch nicht unbeachtet bleiben: wer Unterstützer und aktive Mitglieder für die eigene Ehrenamts-Arbeit braucht muß seinen Mitgliedern das Gefühl geben, daß sie unterstützt und in ihren Interessen vertreten werden. Diese Unterstützung kann nur dann vorhanden sein, wenn sich Aktive von ihren Vorsitzenden und ADFC-Kollegen vertreten und anerkannt fühlen.

Monika Volkmer vom KV Aachen wies darüber hinaus auf eine vom ADFC fast unbeachtete Gruppe in der Bevölkerung hin: „Wir brauchen als ADFC nicht nur mehr Jugendliche, sondern wir brauchen auch Menschen mit Migrationshintergrund. Auch wenn wir aufgrund anderer Mentalitäten, z. B. bei dem was Frauen dürfen oder nicht dort anfangen müssen, wo wir vor 30 Jahren begonnen haben.“ Karsten Obrikat vom KV Märkischer Kreis verwies scherzhaft auf ein Mitglied, das, aus dem Bundesland Bayern, Region Franken stammend, nach Dortmund gezogen sei und und dort nun für den ADFC NRW aktiv ist.

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Nach einer lebendigen Debatte wurde diesem Dringlichkeitsantrag des Landesvorstandes  für die Unterstützung des Aktionsbündnisses mit großer Mehrheit zugestimmt.

Auch vorgestellt wurde das bereits im März gegründete Frauennetzwerk im ADFC. Derzeit gehören 3 Kreisverbände aus dem benachbarten Niedersachsen und einige aus NRW. Isabelle Klarenaar (stellv. Geschäftsführung des Landesverbandes) und Annette Quaedvlieg (Landesvorstand) erläuterten die Ziele dieses Frauennetzwerkes: Frauen seien auch im ADFC immer noch unterreprästentiert. Oft werde nicht bemerkt, wo Frauen im ADFC arbeiten würden. Neue Zielgruppen sollen angesprochen, einzeln arbeitende Mitglieder zusammengebracht werden – und das „für Leute, die das Gefühl haben, nicht die volle Stimme zu haben.“ (Zitat A. Quaedvlieg). Frauen sollen Kontakte zueinander aufbauen, Potentiale entwickeln und in Vorstandspositionen gestärkt werden.

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Nicht nur schicke, sondern auch starke Frauen fahren jede Art von Rad und arbeiten im ADFC aktiv für den Radverkehr – auch in Leitungspositionen. (Foto: K. Obrikat)

Alle Frauen, aber auch die Männer seien aufgerufen, dem Frauennetzwerk des ADFC NRW beizutreten.

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Einfluß des ADFC NRW auf die Landespolitik

Die Landtagswahl vom 14. Mai 2017 in Nordrhein-Westfalen stellte die Weichen für eine neue Landesregierung aus CDU und FDP. Die bisherigen Parteien SPD und Grüne wurden abgewählt, vor allem die SPD Essen war durch ihre Haltung zum Weiterbau des RS1 negativ aufgefallen ( Offener Brief des ADFC Essen an CDU und SPD: https://www.facebook.com/ADFC.Essen/photos/pcb.1317908344964083/1317907644964153/?type=3&theater ). Diese neue Landesregierung wird neue Minister-/innen stellen und der ADFC wird seine Arbeit gegenüber dem Verkehrsministerium neu gestalten müssen. In beiden Wahlprogrammen von CDU und FDP war nichts oder nur sehr rudimentäre Angaben zur Förderung des Radverkehrs in NRW gemacht worden. Der Chef der FDP, Christian Lindner wurde von einem Deligierten sogar mit den Worten aus der „Welt“ zitiert, daß es ein Verlust an Kultur sei, wenn es kein Automobil mehr gebe. Diese Aussage läßt wissen, welche Haltung eine der zukünftigen Regierungsparteien zum Thema Fahrrad und Mobilität hat.

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Hitzig diskutiert wurde der Antrag des Kreisverbandes Bielefeld, dass öffentliche Arbeitgeber in NRW ihren Beschäftigten geleaste Fahrräder oder Pedelecs gegen Gehaltsumwandlung zur dienstlichen und privaten Nutzung überlassen können. Ein Deligierter aus Wuppertal sieht darin nicht die erhoffte Verdrängung von Abgas erzeugenden vierrädrigen Dienstwägen, vielmehr würde aufgrund der steuerrechtlichen Bestimmungen viel Geld verloren gehen. Der Sachverhalt ist sehr kompliziert, weil öffentliche Arbeitgeber mit Steuermitteln arbeiten und die Tarifverträge im öffentlichen Dienst ein Leasing von Dienstfahrrädern nicht unbedingt zulassen (ver.di hatte sich bereits einmal dagegegen gesperrt. Dieser Antrag wurde vertagt.

 

RRX-Projekt soll Bahn und Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel verbessern

Ein Vertreter des VRR  stellte das Projekt „RRX“ vor. Bei Befragungen von Nutzer-/innen verschiedener Bahnhöfe sollte evaluiert werden, ob und wie sich die Nutzung von Rad und Bahn für Alltagswege wie z. B. den Weg zur Arbeit, gestalten würde. Ziel des Projektes ist es, die Nutzung beider Verkehrsmittel zu optimieren.  Am Bahnhof Düsseldorf-Flughafen gibt es wohl bereits eine sichere Parkmöglichkeit für Fahrräder (Fahrradboxen).

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Doch was tut die DB AG und die AGFF (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte)  für das RRX-Projekt? Die Züge in NRW sind voll, da wird die Fahrradmitnahme auch mal schwierig, wenn man es nicht sicher am Startbahnhof verwahren kann. Konkrete Auskünfte konnten dazu leider nicht gegeben werden. Der VRR und die DB AG machen derzeit nicht gerade durch positive Dinge von Mit z. T. Überraschung wurde die Ankündigung der Fachtagung „Radverkehr & ÖPNV“ am 31.5. aufgenommen, für die die Anmeldefrist am Tag der Landesversammlung (20. Mai 2017) abläuft; manchem war diese Tagung nicht bekannt. Positiv zu vermerken ist, daß der VRR-Mitarbeiter auch Mitglied im ADFC NRW ist. (http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de)

 

Seminarangebote des Landesvorstandes zu wenig beachtet

Der Landesvorstand verwies erneut auf seine Fortbildungsangebote für Mitglieder zu den Themen Pressearbeit, Tourenleitung und Mitgliederwerbung, die nur wenig genutzt würden. Die Gründe für die Nicht-Teilnahme wurden von mehreren KV-Vertretern genannt: im Sommer finden die Freiluftveranstaltungen des ADFC statt (vor allem: geführte Touren), so daß keine Zeit für Seminare sei. Außerdem fänden die Seminare oft an schlecht erreichbaren Orten statt. Der Landesvorstand versicherte, daß in Zukunft die Seminare im Herbst und Winter stattfinden würden.

 

Am Ende eines langen Tages mit Beratungen, Diskussionen und Abstimmungen hat sich gezeigt: Vereinsarbeit kostet Kraft, vor allem wenn man seinen eigenen Antrag mangels Zustimmung aufgeben muß. Der gegenseitige rege  Austausch von Ideen fördert den Kontakt der Mitglieder untereinander. Die Erfolge (Fahrradfahrschule für Geflüchtete, geführte Touren, Einsatz für den Weiterbau des RS 1 in Essen u.a.) die der ADFC NRW für das vergangene Jahr 2016/2017 aber verbuchen kann zeigen, daß  Vereinsarbeit für den Radverkehr sich für jeden lohnt: für mehr schadstofffreie Mobilität und bessere Gesundheit aller Menschen in NRW.

Ein großes Dankeschön geht an den ADFC Neuss für die gute Wegweisung vom Hauptbahnhof zum Tagungsort, dem Rathaus und der Stadt Neuss für die Bereitstellung des Tagungsraumes.Wenn es dann auch mal noch mit der Fahrerlaubnis für Fahrräder Richtung Rathaus und zurück klappt, freut sich jede-/r Radler-/in – vor allem, wenn sie oder er Neusser Bürger-/in ist.

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Allgemein, FAHRRAD, Fahrradwache ADFC Dortmund, Gesellschaftskritik, Radverkehr

Alltagsbeobachtungen VII: Unsere Arbeit am Westfalenstadion, die ADFC-Fahrradwache.

An die Leute, die immer wieder zu uns als Fahrradwächterinnen kommen, um Ihr Gepäck abzugeben:

Wir machen unsere Arbeit gerne und geben auch noch freundlich Auskunft für Sachen, die uns nichts angehen – die Gepäckabgabe-und Aufbewahrung. Das wurde mehrere Male vorher schon gesagt: im Zwitscherfunk =Twitter ebenso wie mündlich und auf Plakaten an der Wache.
Was aber gar nicht geht: nichts sagen und einfach seine Tasche über den Zaun auf unser Gelände schmeißen, während wir mit der Abfertigung der Räder beschäftigt sind. Im Gegensatz zur Hydra hat jede von uns nur 1 Kopf und nur 2 Augen und kann nur 1 Menschen auf einmal zuhören. Das sind meistens, Radfahrer-/innen, die zu uns kommen und ihr Rad parken wollen. Und genau dafür und nur dafür sind wir da, weil wir ehrenamtliche Arbeit für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, Kreisverband Dortmund e. V. machen. Infos dazu gibt es hier:

https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/service/service-details/article/bvb-fahrradwachen.html

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Die Fahhradwache am Westfalenstadion. Das dunkelgraue Häuschen ist die Helmbude = eine Gepäckabgabestelle. Der Container mit dem BVB-Logo ist ein Fanartikel-Verkaufsstand.

 

Die zahlreichen Anfragen, sein Gepäck abgeben zu wollen zeigt auch, daß  die Ordner an den Stadiontoren offensichtlich falsch informiert sind und die Fans zu uns in die Fahrradwache statt in die unmittelbar daneben liegende Helmbude zu schicken. Außerdem scheint es immer noch zu wenige Abgabestellen für die ganzen Handtaschen, Rucksäcke bis zu dicken großen Reisekoffern zu geben. Wenn man von weiter her anreist und vor dem Spiel das Hotel, in dem man übernachtet hatte, verlassen hat, um erst das Fußballspiel zu sehen und danach wieder nach Hause zu fahren/zu fliegen kann es zugegebenermaßen schwierig sein, den Koffer irgendwo sicher zwischenzulagern. Die Fahrradwache am Westfalenstadion ist aber der falsche Ort dazu.

Der BVB ist aufgerufen, für mehr Gepäckabgabestellen zu sorgen und dies auch auf allen Kanälen öffentlich mitzuteilen, damit auch die letzten nicht erst 5 Minuten vor Spielbeginn merken, daß sie mit ihren Taschen nicht ins Stadion können. Außerdem soll er bitte den Ordnern an den Stadiontoren genau sagen, wo Gepäck abgegeben werden kann – eben nicht in der Fahrradwache, die zufällig unmittelbar neben der Helmbude=eine Gepäckabgabe von mehreren, liegt.

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Eingang der Fahrradwache.
Eigentlich sollte jede und jedem klar sein, was diese Gedankenlosigkeit und Dummheit für Folgen hat: weiträumige Polizeiabsperrung, verärgerte Fans, die Umwege bei dem Weg aus dem Stadion nehmen müssen und ihre Räder mit über 1 Stunde Verspätung erst holen konnten, weil der Bombenentschärfer erst anreisen musste. Damit haben Sie sich mega Freunde gemacht und Ärger eingehandelt, entehrte Taschenbesitzer! Ein Jungspund nahm es offensichtlich als lustig an, durch die Absperrung zu rennen, angefeuert von einem etwas älteren Mädel, die prompt eine Anzeige von der Polizei bekam (wie der Vorwurf genau lautete, war nicht auszumachen). Wohl hatten beide nicht den Ernst der Lage erkannt und mußten auf die leider harte Tour ihre Leichtfertigkeit büßen. Danke an die Fans, die trotz der langwierigen Warterei geduldig geblieben sind und nachher noch ihre Räder von uns kontrollieren haben lassen. Danke auch an die Polizei (Münster, nicht Dortmund), die ruhig und besonnen gearbeitet hat, die Fahrradwache rundherum gesichert und uns nicht gehetzt hat, als wir die Fahrradwache verlassen mußten.

Eigentlich sollte man nach den Ereignissen der vergangenen Wochen wissen, dass es nicht so toll ist, seine Tasche irgendwo einfach stehen zu lassen ohne was zu sagen. Es waren noch ca.  45 Minuten bis Spielbeginn, als die Tasche wohl über den Zaun geworfen worden war. – deshalb wäre noch gut  Zeit für die Abgabe an den consignes gewesen. Aber mancher braucht wohl Post von der Polizei, um das zu begreifen 😑😒
Ich wünsche mir in Zukunft normale Spieltage ohne solche Idioten!

Angelika Steger & Kolleg-/innen vom ADFC Dortmund e. V.

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Allgemein, FAHRRAD, Fahrradmode, Radverkehr, Stadtrundfahrt

„I do my crying in the rain“

Ostersonntag. Auch wenn man kein christlich konotiertes Fest feiert hätte man doch zumindest gern trockenes, im besten Falle SONNIGES Wetter. Oster 2017 war kaum sonnig. Es war das, was das Frühjahr eigentlich ist und das totale Gegenteil von einigen Tagen im März: naß und kalt. Einstellige Werte statt sommerlicher Temperaturen. Die Kälte wäre ja noch zu ertragen… aber die Nässe, die ist wirklich mies. Durch die Nässe wirkte die Witterung kälter, als sie wirklich war.

Das trübe kalte Wetter paßte zur Stimmung, die seit Dienstag (11. April 2017) in Dortmund herrschte.

Zum Hintergrund:Ob man Fußball mag oder nicht: der Einfluß dieses Sports mit seinen Unternehmen (auch „Fußballvereine“ genannt) ist groß und weil es sich bei Fußballspielen um Großveranstaltungen handelt, ist der gesamte öffentliche Raum betroffen. Seit dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus am Dienstag war die Stimmung angespannt, auch bei uns in der Fahrradwache, die wir am Stadion machen (https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/service/service-details/article/bvb-fahrradwachen.html  ). Beim Wiederholungsspiel am Mittwoch (12. April) wurde neben der ADFC-Fahrradwache ein „verdächtiger Gegenstand“ wie es so schön im Polizeijargon heißt, gefunden. Am Freitag abend, als ich von der CM Essen am Bahnhof Dortmund zurückkam, war der Durchgangstunnel zu beiden Seiten gesperrt. Und weil das noch nicht genug beängstigend gewesen ist mußte am vergangenen Samstag ein Idiot ungefragt und achtlos seinen Rucksack IN der Fahrradwache stehen lassen. Der ganze Streß mit der Räumung des Geländes, die Aufregung darum… man weiß nicht, was drin ist. Der Polizei ist kein Vorwurf zu machen, die Beamt-/innen waren höflich (das ist nicht selbstverständlich). Aber an diesem Tag reichte es mir von den Idioten, die achtlos ihr Gelumpe irgendwo ablegen, ohne was zu sagen – oder meinen, man würde die dicke Kohle machen, indem man einen Sprengstoffanschlag auf einen Mannschaftsbus eines Fußballvereins, der börsennotiert ist, verübt. Geht mir alle zum Deifl!

Das Wetter war am Ostersonntag nicht zur Erholung angetan – aber zuhause bleiben macht die Lage auch nicht besser.

Los ging es am Dortmunder Hauptbahnhof Richtung Wuppertal. Wegen Bauarbeiten brauchte der Zug eine gefühlte Ewigkeit, um endlich in W-Oberbarmen anzukommen. Gegenüber des Bahnhofvorplatzes den Berg hinauf (die Kirche kann man als Orientierungspunkt nehmen) erreicht man die NORDBAHNTRASSE am Bahnhof Wichlinghausen. Nachteil: an dieser Stelle sind die coolen Sachen wie der Mirker Bahnhof schon nicht mehr erreichbar, wenn man Richtung Hattingen fährt. Sonst starte ich am Bahnhof W-Vohwinkel.

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Nach Durchfahrt eines Tunnels war Regen zu sehen. Also Regenkleidung an… Wäre ein Foto wert gewesen, aber vor lauter Kleidungswechsel leider vergessen. Der Witz: nach kurzer Zeit hörte der Regen wieder auf. Allerdings… die Schuhe hätten ohne Gamaschen dann doch anders ausgesehen 😛

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Stetiges Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken.

 

Nach der Nordbahntrasse kann man auf die Kohlebahntrasse abbiegen und Richtung Hattingen fahren. In Hattingen folgte ich dem Weg Richtung Bochum. Plötzlich ist man an der Ruhr….ein Angler verließ gerade mit Sohn den Platz am Fluß.

Jetzt kann man endgültig die Regenjacke einpacken.

 

Kaum ein Mensch unterwegs! Das ist der Vorteil bei diesem Wetter. Nur Rindviecher trifft man immer an der Ruhr.

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In Bochum landete ich in Bochum-Dahlhausen. Dort wurde die Wegweisung unklar: sollte es wirklich in der Straße „Im Stapel“ weiter Richtung Weitmar und Innenstadt gehen? Am Ende dieser Straße läuft der Weg steil bergan durch einen Wald. Mit fortschreitender Zeit war es richtig kalt geworden, so daß ich die Tour in Bochum-Dahlhausen abbrach. Ganz ohne Smartphone und mit dem Fahkartenautomaten am Bahnhof Dahlhausen holte ich mir eine Verbindung. Also wieder mit der Bogestra Richung Bochum Hauptbahnhof; nur dieses Mal nicht ab Hattingen. Locker 20 Minuten fuhr die Straßenbahnlinie 318, so weit im Süden der Stadt liegt also Bochum-Dahlhausen.

Zuhause machte ich mir dann noch das Festtagsessen. Mit neuer Spezialität: Frotzelknödel. Für alle kritischen Menschen und Schwarzseher, Nihilisten, die gern frotzeln und oftmals nicht so Unrecht haben.

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Weil irgendwie jede und jeder meinte, heute Knödel machen zu müssen, war der Kloßteig ausverkauft. So mußte ich den „Reibekuchenteig“ nehmen, der einiges an Kartoffelmehl als Zugabe brauchte, damit es Knödel statt Brei wurde.

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