Allgemein, FAHRRAD, Fahrradwache ADFC Dortmund, Gesellschaftskritik, Radverkehr

Alltagsbeobachtungen VII: Unsere Arbeit am Westfalenstadion, die ADFC-Fahrradwache.

An die Leute, die immer wieder zu uns als Fahrradwächterinnen kommen, um Ihr Gepäck abzugeben:

Wir machen unsere Arbeit gerne und geben auch noch freundlich Auskunft für Sachen, die uns nichts angehen – die Gepäckabgabe-und Aufbewahrung. Das wurde mehrere Male vorher schon gesagt: im Zwitscherfunk =Twitter ebenso wie mündlich und auf Plakaten an der Wache.
Was aber gar nicht geht: nichts sagen und einfach seine Tasche über den Zaun auf unser Gelände schmeißen, während wir mit der Abfertigung der Räder beschäftigt sind. Im Gegensatz zur Hydra hat jede von uns nur 1 Kopf und nur 2 Augen und kann nur 1 Menschen auf einmal zuhören. Das sind meistens, Radfahrer-/innen, die zu uns kommen und ihr Rad parken wollen. Und genau dafür und nur dafür sind wir da, weil wir ehrenamtliche Arbeit für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, Kreisverband Dortmund e. V. machen. Infos dazu gibt es hier:

https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-dortmund/service/service-details/article/bvb-fahrradwachen.html

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Die Fahhradwache am Westfalenstadion. Das dunkelgraue Häuschen ist die Helmbude = eine Gepäckabgabestelle. Der Container mit dem BVB-Logo ist ein Fanartikel-Verkaufsstand.

 

Die zahlreichen Anfragen, sein Gepäck abgeben zu wollen zeigt auch, daß  die Ordner an den Stadiontoren offensichtlich falsch informiert sind und die Fans zu uns in die Fahrradwache statt in die unmittelbar daneben liegende Helmbude zu schicken. Außerdem scheint es immer noch zu wenige Abgabestellen für die ganzen Handtaschen, Rucksäcke bis zu dicken großen Reisekoffern zu geben. Wenn man von weiter her anreist und vor dem Spiel das Hotel, in dem man übernachtet hatte, verlassen hat, um erst das Fußballspiel zu sehen und danach wieder nach Hause zu fahren/zu fliegen kann es zugegebenermaßen schwierig sein, den Koffer irgendwo sicher zwischenzulagern. Die Fahrradwache am Westfalenstadion ist aber der falsche Ort dazu.

Der BVB ist aufgerufen, für mehr Gepäckabgabestellen zu sorgen und dies auch auf allen Kanälen öffentlich mitzuteilen, damit auch die letzten nicht erst 5 Minuten vor Spielbeginn merken, daß sie mit ihren Taschen nicht ins Stadion können. Außerdem soll er bitte den Ordnern an den Stadiontoren genau sagen, wo Gepäck abgegeben werden kann – eben nicht in der Fahrradwache, die zufällig unmittelbar neben der Helmbude=eine Gepäckabgabe von mehreren, liegt.

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Eingang der Fahrradwache.
Eigentlich sollte jede und jedem klar sein, was diese Gedankenlosigkeit und Dummheit für Folgen hat: weiträumige Polizeiabsperrung, verärgerte Fans, die Umwege bei dem Weg aus dem Stadion nehmen müssen und ihre Räder mit über 1 Stunde Verspätung erst holen konnten, weil der Bombenentschärfer erst anreisen musste. Damit haben Sie sich mega Freunde gemacht und Ärger eingehandelt, entehrte Taschenbesitzer! Ein Jungspund nahm es offensichtlich als lustig an, durch die Absperrung zu rennen, angefeuert von einem etwas älteren Mädel, die prompt eine Anzeige von der Polizei bekam (wie der Vorwurf genau lautete, war nicht auszumachen). Wohl hatten beide nicht den Ernst der Lage erkannt und mußten auf die leider harte Tour ihre Leichtfertigkeit büßen. Danke an die Fans, die trotz der langwierigen Warterei geduldig geblieben sind und nachher noch ihre Räder von uns kontrollieren haben lassen. Danke auch an die Polizei (Münster, nicht Dortmund), die ruhig und besonnen gearbeitet hat, die Fahrradwache rundherum gesichert und uns nicht gehetzt hat, als wir die Fahrradwache verlassen mußten.

Eigentlich sollte man nach den Ereignissen der vergangenen Wochen wissen, dass es nicht so toll ist, seine Tasche irgendwo einfach stehen zu lassen ohne was zu sagen. Es waren noch ca.  45 Minuten bis Spielbeginn, als die Tasche wohl über den Zaun geworfen worden war. – deshalb wäre noch gut  Zeit für die Abgabe an den consignes gewesen. Aber mancher braucht wohl Post von der Polizei, um das zu begreifen 😑😒
Ich wünsche mir in Zukunft normale Spieltage ohne solche Idioten!

Angelika Steger & Kolleg-/innen vom ADFC Dortmund e. V.

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Alltagsbeobachtungen VI. Neulich im Kopierraum.

 

InDie Gesundheit ihrer Mitarbeiter* und Studenten* liegt der Technischen Universität Dortmund sehr am Herzen. Das zeigen die Angebote, von denen auf Plakaten und in E-Mails zu lesen sind: „Pausenexpress“, damit der bei der Büroarbeit arg gebeutelte Körper aus seiner PC-Bildschirmstarre wieder herauskommt (ach, da waren noch andere Gelenke als in den Fingern, die man bewegen kann?). Wobei „Pausenexpress“ ein widersprüchliches Wort ist, denn in der Pause will man gerade keinen „Express“, also Tempo, sondern Ruhe haben. Die freundlichen Damen und Herren vom Hochschulsport, auch Pausenexpress-Trainer genannt, werden aber das Maß zwischen Ruhe und Bewegung kennen. Und ein Massageangebot für den Alltag gibt es auch. Deshalb ist dann zu einer bestimmten Zeit, ich glaube ein Wickelraum (ja der ist außerhalb der Massage-Zeit für die kleinen Scheißer-/innen) dann besetzt.

Wow. Von sowas kann man als Mitarbeiter* im Gartenbau nur träumen.

Dann gibt es noch den Personalrat, der auch ansprechbar ist, wenn der Schuh nicht im wortwörtlichen, sondern im übertragenen Sinne drückt. -Für die Studierenden gibt es die psychosoziale Beratung, wenn man nicht mehr weiter weiß.  Der Hochschulsport der TU Dortmund bietet für Mitarbeiter* und Studenten* ein breites Angebot für Bewegungsfreudige ebenso wie angehende (oder Möchte-Gern-)Leistungssportler-/innen in zum Teil renovierungsbedürftigen Räumen.

 

Allerdings…

Liebe TU Dortmund, da geht noch mehr!

Deiner Bitte, angeschlagen am Riesen-Abfallcontainer im Kopierraum,  die Kartonagen in den Raum 0.515 zu bringen und dort zu zerkleinern, kommen wir alle gern nach. Denn wir sind alle an einer guten, möglichst friedlichen Zusammenarbeit interessiert. Der Kopierraum wäre schon allein wegen des Volumens dieser Ungetümer von Kartons überfordert. An dieser Stelle könnte noch mehr für die psychische Gesundheit Deiner Mitarbeiter* und Studierenden getan werden!

Als kritische Zeitgenossin kann man an der Gesellschaft gern mal verzweifeln. Die Wut kocht hoch ob soviel Unverständnis, Starrköpfigkeit und Dummheit in der Welt. Dagegen ist selbst die Wissenschaft oft machtlos. Die Objekte und Lebewesen, die diese Wut auslösen anzugreifen ist keine Lösung und manchmal auch nicht möglich und strafbar. Und wo kann man auch nur mal laut schreien, ohne daß irgendein besorgter Bürger gleich die blauen Uniformierten holt?

Deshalb, verehrte Papier- und Karton-Verwaltung der Technischen Universität Dortmund, wenn Ihnen als Teil dieser Universität die Ordnung im Kopierraum und die friedliche Zusammenarbeit wichtig ist, machen Sie es so:

Schreiben Sie unter diesem Schild auf dem Papiercontainer im Kopierraum eine Liste, wieviele und wie große Kartons und Kartonagen sich im Raum 0.515 befinden. Dazu feste Zeiten, z. B. Dienstag 25.04.2017 , 14 Uhr. Daneben kann jede und jeder ihren oder seinen Namen schreiben, wann man kommen will, um die Kartons zu zerkleinern, nein auf die Kartons einzuschlagen, um sie zu zerkleinern. Vor dem Zertrümmern kann ein Bild  oder Name der Person, auf die man wütend ist,  auf einen der Kartons  für eine noch effektvollere Gesundheitspflege angebracht werden.

So kann man seine Wut kontrolliert herauslassen anstatt Frust innerlich anzufressen – und ohne dass man seinen Chef verprügeln oder das Interieur zerstören oder den Kollegen/die Kollegin würgen muß. Frustabbau, bevor er sich in der Seele ansammeln kann – das ist aktive Gesundheitspflege.

Nach der Zertrümmerung der Kartons kann man  wieder frisch und erholt seiner Arbeit nachgehen – und Wut rauslassen ohne jemanden sträflich weder psychisch noch physisch zu verletzen, das ist doch eine gute Idee. Psycholog-/innen raten außerdem dazu, auch mal laut loszuschreien, ganz gegen alle gesellschaftlichen Konventionen. Dafür muß es Orte geben, wo dies ohne Sanktionen und Belästigung anderer Zeitgenossen stattfinden kann. Der Raum 0.515 könnte so ein Ort sein.

Außerdem kommt man seiner auf dem Schild erwähnten Karton-Zerkleinerungspflicht  als Kopierraum-Nutzer-/in  auch nach.

Ein leerer Karton:  das ist der immer verfügbare Sandsack, der sonst nur im Boxraum hängt (von einem Boxraum beim Hochschulsport weiß ich trotz regelmäßiger Nutzung bestimmter Angebote nichts).

Auf der Tür zum Raum 0.515 muß dann ein Schild hängen: „Bitte nicht stören, Wutabbau durch Kartonagen“, um Passant-/innen nicht durch laute Schreie, die zu jeder Karton-Zertrümmerung gehören,  zu verschrecken. Wenn eine Metal-Band probt, reißt auch niemand erschrocken die Tür auf um zu fragen, was denn schlimmes passiert sei.  Sollten größere Verletzungen an den Händen oder anderswo beim Zertrümmern der Kartons entstehen, kann der Ersthelfer vom Personalrat oder ein selbiger unter den Studierenden endlich wieder sein vor Monaten oder Jahren erlerntes Können unter Beweis stellen; evtl. bietet sich eine Kooperation mit einer Berufsschule für Sanitäter-/innen an. Schließlich liegt Dir, liebe TU Dortmund, auch die psychische Gesundheit Deiner Mitarbeiter-/innen und Student-/innen am Herzen. Und das kann auch heißen: Wutabbau durch Kartonagen-Zertrümmerung.

 

In München hat man den Bedarf nach solchen Räumen schon erkannt. Und der Anbieter dieser „Wuträume“ kann gute Gewinne verzeichnen.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wutraum-eroeffnet-hau-drauf-1.2496139

 

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Eigenartige Ruhe im Chaos

Die erste Semesterwoche ist rum. Während der Woche taten mir einmal die Beine weh als ob ich zuviel radgefahren wäre. Deshalb blieb das Pferd heute zuhause. Eins hat sowieso einen Platten. U-Bahn-Fahren, das heißt aber auch: Einkäufe selber schleppen müssen anstatt bequem an den Gepäckträger hängen und radfahren. Viel Auswahl an fußläufig gut erreichbaren Supermärkten hat man in der Innenstadt nicht. Das hat schon seinen Grund, die Stadt Dortmund hat entsprechende Gebote erlassen gehabt. Also rein ins stressige Gewühle der Fußgängerzone. Puh. Dabei wollte ich nur den Rewe im Einkaufszentrum „Thier-Galerie“ erreichen. Ich hasse Einkaufszentren. Und irgendwie scheint jede und jeder zu meinen, am Samstag „einkaufen gehen“ zu müssen.

Ich fand den Rewe und entdeckte zu meiner Überraschung die Imbißtheke mit den günstigen Preisen. Erst mal eine Pause einlegen. Gern kaufe ich hier nicht ein, auch wenn in dieser Filiale mehr Platz ist als in der Kaiserstraße.

In all dem Gewühle aus Farben und Werbeplakaten in Schaufenstern und auf Wänden und Tafeln (im Einkaufszentrum und auf der Straße) fielen mir zwei Werbeplakate auf, die eine eigenartige Ruhe im Chaos ausstrahlten. Keine schreiende Schrift, keine nackte Haut, die geifernd um Aufmerksamkeit heischte. Ausnahmsweise mal ein Werbeplakat, das man gern ansieht. Auch wenn man das Produkt nicht kaufen wird.

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Befreiend auch, daß es keine super-dürre und möglicherweise magersüchtige junge Frau in extra-knappen Bikini sein muß, um für dieses Schwimmbad zu werben.Und auch kein Muskelprotz mit Sixpack, dessen Körperfülle beängstigend wirkt. Beide Körperformen sind nicht attraktiv, auch wenn uns das die Werbung immer wieder weis machen will. Einzig allein die Tatsache, daß die Werbenden unbedingt meinen, daß man mit dem Auto zu ihnen kommen solle, stört. An eine mögliche Zufahrt mit dem Rad oder Rad&Bahn wurde möglicherweise schon beim Bau des Bades nicht gedacht.

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Zugegeben, ich weiß nicht, was die abgebildete Person macht (im Fernsehen moderieren, schauspielern, etc…..) Darum geht es mir auch nicht.

Dieses Plakat wirkt wie aus der Zeit gefallen. Es strahlt Ruhe aus, wirkt angenehm auf die Betrachterin. Keine grellen Farben, keine auffällige Kleidung, nicht mal ein farbiger Hintergrund und auch nicht  das aktuelle Cover der Zeitschrift ist abgebildet. Man könnte meinen, es gäbe noch das analoge Zeitalter ohne jede Art von Computer zuhause oder in der Hosentasche. Die beworbene Zeitschrift liegt auf dem Wohnzimmertisch beim (Leder-)sofa, wer nach dem Programm schauen will, blättert darin herum.

Wohlgemerkt, ich wünsche mir die Schreibmaschine NICHT ZURÜCK. Und Zeitschriften waren nur als Teenager mein Ding. Die Zeit läuft schneller, seitdem es Computer, das Internet und somit weniger Papier-Zeitungen gibt, so mein Eindruck. Man weiß schon gar nicht mehr, wann man eine Zeitschrift lesen sollte. Auch wenn es für die Augen angenehmer ist, von Papier als vom Bildschirm abzulesen. Gerade deshalb sind solche Werbeplakate angenehm. Sie fallen auf – nicht durch grelle, schreiende Farben und Schriften – sondern wegen ihrer Schlichtheit.

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Alltagsbeobachtungen V – Wiedersehen

Relativ eng sitzt man sich gegenüber, wie man es sonst nicht tun würde. Denn sein Gegenüber kennt man nicht, so daß man eigentlich ihm oder ihr nicht so nah auf die Pelle rücken möchte. Und meist sitzt man auch nur wenige Minuten zusammen. Dann verläßt ein-/e oder mehrere den Raum und steigt aus. Eine meist stumme Gesellschaft, nicht immer angenehm für die wenigen gemeinsamen Minuten.

Manchmal telefonieren Leute und man wird unfreiwillig Zeuge des geführten Gesprächs, ob mich das nun interessiert oder nicht. Wenn man doch nicht schon am Ziel wäre und diese Laberbacken los wäre! Manchmal ist es lustig, manchmal nur nervig. Mein eigenes lautes Lachen hat auch schon mal ungeplant die ganze Straßenbahn-Gesellschaft unterhalten, als ich noch in einer anderen Stadt wohnte (aber das war nicht der Grund für meinen Umzug).

Wenn man nach 20 Uhr etwa U-Bahn oder Straßenbahn fährt, ist es im Fahrgastraum ruhiger. Nur wenige Menschen sind noch unterwegs, die Kinderwägen mit oftmals plärrendem Inhalt (der auch, wenn es schwer fällt, zu ertragen ist) sind inzwischen zuhause angekommen. Nur bei Großveranstaltungen wie einem Fußballspiel ist HighLife angesagt.

Am Dienstag abend den 21. März 2017 waren auf der Hinfahrt zum Hockey(Floorball)-Training auffällig viele Polizisten am Hauptbahnhof. Der Grund mag das Länderspiel England-Deutschland am morgigen Abend gewesen sein, ein paar englischsprechende Menschen waren unterwegs. Da die S-Bahn nach einigen Zwischenfällen (Brand einer S-Bahn in Essen) seit Monaten einen „Sonderfahrplan“ hat, wird es nachts immer zu spät für die Rückfahrt, weil ich zu lange auf die nächste warten müßte. Und so radel ich eben zur nächsten U-Bahn-/Straßenbahnhaltestelle, weil nach 2 Stunden Herumrennen in der Halle mein Elan zum Radfahren nicht mehr sehr groß ist.

Mit meinem Rad steige ich in die U-Bahn ein, ziemlich platt vom Sport. Oft war ich heute Torwärterin gewesen und das heißt auch: man bekommt die meisten Bälle ab, die blaue Flecken verursachen; das tut zwar weh, aber Floorball spielen macht Spaß. Dennoch sieht man nach 2 Stunden Fast-Dauerlauf nicht gerade fröhlich und erfrischt aus.

An der Haltestelle Kreuzstraße steigt ein kräftiger Mann ein, der eine schwarze längliche Tasche trägt. Er sieht mich an und lächelt. Ich sehe ihn an… aber weil ich so k.o. bin komme ich nicht gleich drauf, warum. Was mir auffällt, ist die hellviolett-bunt gemusterte kurze Mütze. Die Mütze… ich erkenne „ihn“ sofort wieder. Vergangene und wohl auch vorvergangene Woche habe ich ihn bemerkt. Ich lächle zurück. Eine kurze Gemeinschaft in der U-Bahn für wenige Minuten.

Während der Fahrt überlege ich noch, ob ich ein paar nette Worte sagen soll. Der Mann mit der bunten, aber nicht knalligen Mütze hat die Augen zu, er scheint ein Nickerchen zu machen. Mancher mag lästern, die Farbe der Mütze ist auch nicht mein Stil, aber ich finde es gut, daß es mal nicht das ewige schwarz-grau-braun-beige bei Männerkleidung sein muß. Eigentlich sollte jeder Mann auch mit einem pinken Shirt rumlaufen dürfen, ohne blöd angemacht zu werden. Frauen die Hosenanzug tragen gelten doch auch als „normal“, erst recht wenn dieser pink oder rosa oder lila ist.

Bevor ich aussteige sage ich: „Darf ich fragen: ist da eine Posaune drin?“ Er nickt und sagt:“ ja. Das mache ich schon seit 40 Jahren.“ Eine lange Zeit. Ich verrate ihm noch, daß ich da einen Hockeyschläger drin habe und vom Sport komme. „Zuhause habe ich eine Geige. Tschüs und eine schöne Woche!“ Dann bin ich auch schon draußen. Er fährt mit der „Stadtbahn“, wie die U-Bahn in Dortmund heißt, weiter.

Es ist schön, auch mal freundliche Begegnungen in der U-Bahn zu erleben. Vielleicht trifft man sich nächste Woche wieder.

 

 

 

 

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Zum Weltfrauentag am 8. März 2017

Zum Weltfrauentag 8. März. Vor allem, aber nicht nur an die Männer.
Es ist schön, was geschenkt zu bekommen. Für die eine ist es vielleicht ein teurer Nagellack, den sie sich wünschste aber nicht selbst leistete oder ein teures Stück Kleidung. Oder ein neues Bauteil für das Fahrrad oder gleich ein neues Rad. Materiell alles brauchbar aber:
„we don´t fight for flowers.“
Es geht am 8. März nicht darum, gegen materiellen Notstand zu kämpfen, weil es den Frauen an schönen Blumen, Nagellack oder teuren Fahrrädern fehlt. Oder an einem „Bad in Eselsmilch“ (Danke Chantal Eberle von Geiersberg für diesen lustigen Einfall. Ich weiß schon, woher der kommt). Was fehlt und wofür gekämpft werden muß sind die gleichen Rechte, wie sie Männer schon immer haben.


An die Männer, die das „Aufgemotze“ heute nicht verstehen können: wer seine Rechte schon hat und diese als selbstverständlich gegeben hinnimmt, der braucht nicht drum kämpfen. Deshalb gibt es den Internationalen Frauentag am 8. März.

Ihr seid jetzt hilflos, was Ihr nun machen sollt, liebe Männer?
Was materielles kaufen ist einfach.
Das bringt aber niemanden weiter.
Was heute und nicht nur heute z. B. zählt ist: ungefragt erkennen, was not tut. Und wenn es nur sowas profanes wie Hausarbeit ist, die getan werden muß. Oder glaubt Ihr ernsthaft, uns Frauen macht Geschirrspülen Spaß?? Nee!
Deshalb: mit anpacken. Und zwar nicht nur heute. Bei profanen Dingen wie Hausarbeit genauso wie beim Einsatz für gleiche Bezahlung. Unter Männern zählt doch auch: gleiche Leistung für gleiche Arbeit. Warum werden Frauen immer noch wegen ihres Geschlechts benachteiligt?
Und: bei blöden Sprüchen über Frauen nicht mitmachen. Auch wenn das nicht einfach ist – weil Mann es oft oder gar schon immer so gemacht hat.
Nicht gleich abwertend sowas sagen wie „typisch Frau! die kann das nicht!“ wenn einer Frau was nicht gleich gelingt.. Und ja, mich nerven auch Frauen, die sich im Straßenverkehr blöd verhalten oder bei PC-PROBLEMEN gleich nach dem Mann rufen, anstatt zuerst selbst Bach Lösungen zu suchen. Das hätte einem Mann auch so passieren können. Leider haben noch nicht alle Frauen das Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein um so sicher aufzutreten wie die meisten von Euch Männern.
Ah und an die Belegschaft von Herrn Zuckerberg und Kollegen: ich brauch jetzt keine Kosmetik- und Blumenwerbung oder ähnlichen Kram. Klamottenwerbung reicht schon. Mein Kleiderschrank ist inzwischen gut bestückt. Maler- und Lackiererarbeiten lasse ich von den Damen und Herren in den weißen Arbeitsanzügen mit Farbeimer ubd Pinsel machen. Und als ausgebildete Friedhofsgärtnerin erkenne ich Blumen sehr bald an der Qualität, die sie haben.

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Critical Mass Dortmund am 16. Dezember 2016

Am 3. Freitag im Monat findet immer die Critical Mass Dortmund statt. Bei der Vielzahl der CMs im Ruhrgebiet und ganz NRW fällt die Auswahl, wo man hinfährt und teilnimmt, manchmal schwer…. 😉

Heute hatten wir Gäste aus Wuppertal (der sogar die ganze ! Strecke hin- und möglicherweise auch zurückfuhr), Gelsenkirchen (man kann auf diversen Zeitungsseiten im Netz lesen, daß man sogar aus der verbotenen Stadt nach Do. käme, weil der eigene Weihnachtsmarkt so mies sei), Essen – habe ich jemanden vergessen?

START wie immer um/gegen 19 Uhr am Friedensplatz beim Rathaus, Nähe U-Bahn-Station Stadtgarten.

Fahrt um die Friedenssäule zu Beginn:

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Es ist Dezember.… das heißt… ja genau…

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Dezente Weihnachts-Beleuchtung in rot, passend zum Rahmen……    🙂

 

Es geht natürlich noch schmucker:

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Nicht im Bild: dunkelblaue Christbaumkugeln, die am Rahmen unterhalb der Ladefläche hängen (Foto ist leider nix geworden…). Mir wurde vom Fahrer auf Nachfrage versichert, daß es zuhause keinen Krach gibt, würde eine Kugel während der Fahrt kaputtgehen.

Passend zur Advents- und Vorweihnachtszeit hatte dieser Fahrer auch Weihnachtspop im Gepäck. Bei der CM darf die Musik und Ausstattung auch gern mal kitisch sein ;-)))

 

Eines der am stärksten geschmückten Fahrräder…. etwas eigenwillig in der Gestaltung…..

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Die Essener-/Gelsenkirchener Vertretung mit schmucken Rädern   und praktischen Accesoires (nicht auf Weihnachten bezogen):

 

Möglicherweise frieren die Hände mit diesen „Topfhandschuhen“ auch nicht so sehr 😉

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Bei der Critical Mass Dortmund am 16. Dezember 2016 waren aber nicht nur Lastenräder dabei.

 

…wie sich damit wohl fährt? Ballonreifen können schon angenehm sein, wenn man über Pflastersteine fährt. Aber je breiter das Rad, desto mehr muß man wohl rein treten, um das schwere Ding fortzubewegen.

Die Zieleinfahrt auf dem Friedensplatz gegen 21 Uhr. Bei der – ab 19 Uhr legitimen – Fahrt durch die Fußgängerzone Westenhellweg verteilte einer der Radfahrer freundlich Flyer an die staunenden Passanten und Passantinnen. Manche feuerten uns an, nur ein einziger fluchte hörbar.

 

Es hat wieder viel Spaß gemacht, bei der CM Dortmund mitzufahren.Schön, daß Ihr aus Wuppertal, Gelsenkirchen u.a.  bei uns wart. Danke auch an die 3 Jungs, mit denen ich nachher noch Kakao bzw. Glühwein am Weihnachtsmarkt Dortmund trinken konnte, ich habe mich gefreut.

Falls die Bochumer nächste Woche ihre Weihnachtsrunde (23.12.) machen, bin ich gern dabei. Ich werde alkoholfreien Punsch mitbringen. Wer unbedingt Rum drin haben will, bringe sich diesen mit.

 

RIDE ON !!! Für eine Stadt mit weniger Streß und mehr Radverkehr statt Autos!

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Offener Brief an die Polizei Dortmund und die Stadt Dortmund: Zugeparkte Radwege

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Lange , 

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Sierau,

Sehr geehrte Damen und Herren . 

Heute auf dem Weg zum Stadion (Fußballspiel am 3.12.2016 BVB – Borussia Mönchengladbach)  musste ich erneut feststellen ,  daß ein Polizeifahrzeug den Radweg in der Wittekindstrasse auf Höhe des Südwestfriedhofs blockierte (ca. 14 Uhr).

Kennzeichen : NRW -4-1063 .

Unter der Brücke in der selben Fahrrichtung blockiert zusätzlich ein Polizei -Motorrad den ohnehin zu schmalen Radweg.

Ein anderes Mal wurde ich von einem Polizisten aus dem Auto heraus angewiesen, in der Borsigstraße auf der Höhe Bornstraße den Radweg zu benutzen. Auf diesem Abschnitt ist er benutzungspflichtig (Beschilderung), aber höchstens 100 m lang. Danach muß man auf die Fahrbahn wechseln – kein ungefährliches Unterfangen bei der stark befahrenen Borsigstraße. Heute nun findet durch den zugeparkten Radweg eine genau widersinnige Anweisung durch einen Vertreter ein und des selben Berufsstandes statt. Wer das verstehen mag, der oder die soll mir das erklären.

Ich bitte Sie  auch als Mitglied des ADFC bei aller gebotenen Bedeutung Ihrer Arbeit in Zukunft nicht die Radwege zu blockieren. Die Polizei ist für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer -/innen verantwortlich . Deshalb kann es nicht sein, dass man auf die Fahrbahn ausweichen soll weil der Radweg besetzt ist! Daher mutet der Kommentar des Polizisten den ich im Auto ansprach auch sinnlos und unverschämt an,  ich solle doch, nachdem ich aus Not vom Radweg auf die Straße gewechselt war,  gleich die Fahrbahn wieder verlassen.

Man stelle sich vor, jemand würde einfach so einen Gegenstand, der etwa so breit ist wie ein Auto, einfach so auf die Straße stellen, damit eine Fahrspur blockiert ist. Sofort gibt es – zu Recht – Beschwerden, in allen lokalen und regionalen Medien wird gewarnt und berichtet, man solle an dieser Stelle, die eine „Gefahrenstelle“ sei, vorsichtig fahren, vielleicht hätten sich  schon Unfälle ereignet. Jede und jeder zeigt Verständnis dafür. Deshalb empfinde nicht nur ich als Radfahrerin die Reaktion des Polizisten heute als Affront. Wir Radfahrerinnen und Radfahrer könnten jeden Tag zu jeder Stunde ständig Beschwerden über Hindernisse, schlechte, weil unebene und gefährliche Oberflächen auf Wegen, zu enges Auffahren von Autofahrer-/innen u.a. einreichen!

Es ist nicht das erste Mal dass ich feststellen muß dass Radfahrer nicht ernst genommen werden , obwohl sie schon immer Teil des Alltagsverkehrs sind. Wohl muß erst ein Radfahrer, der oder die am besten noch mit einem Polizisten bekannt oder verwandt ist, wegen des sinnlosen und gefährlichen Ausweichens auf die Fahrbahn sterben,  bevor allen Autofahrern klar und bewusst wird dass Radwege keine Park -und Halteplätze sind! Jede-/r die oder der heute Auto fährt  kann morgen ein/-e Radfahrer -/in sein. Daher ist es unverständlich ,  daß Radfahrer -/innen nicht ernst genommen und ihnen schon bei der Straßenplanung und dann im Alltag  kein Platz noch Existenz im Straßenverkehr zugerechnet und zugestanden wird .

 

Noch ein Hinweis an das Ordnungsamt der Stadt Dortmund, das für den „ruhenden  Verkehr“ , also die parkenden Autos zuständig sind:

es ist zunächst verständlich, wenn es die gesetzliche  Regel gibt, daß man bis zu 4 Minuten parken dürfte, ohne daß es eine Gesetzeswidrigkeit darstellt. Jedoch hat kaum jemand Zeit und Lust, bei jedem Fahrzeug, das den Radweg zuparkt (weil den Autofahrer-/innen gar nicht bewußt ist, daß sie hier nicht parken dürfen!), diese 4 Minuten abzuwarten. Fakt ist, daß nichts, gar nichts das Zuparken von Radwegen durch Privatfahrzeuge rechtfertigt.

Die Behörden sind aufgerufen, gegen motorisierte Falschparker von Radwegen genauso streng vorzugehen als wie sie an anderen Plätzchen Knöllchen verteilen. Ganz gleich, ob es sich um Imbiß-Einkäufer am Borsigplatz handelt oder um gedankenloses Anhalten, weil man „mal schnell Zigaretten braucht.“ Die Häufigkeit, wenn Lieferant-/innen oder Rettungsfahrzeuge Radwege zuparken, ist im Vergleich zu Privatfahrzeugen sehr gering und zumindest bei den Rettungsfahrzeugen gerechtfertigt.Bei Rettungsdienst-Fahrten geht es um die Gesundheit von Menschen. Ein Polizeifahrzeug, wenn es nicht gerade akut im Einsatz ist (heute war nichts dergleichen zu erkennen, also aktive Täterverfolgung etc.) sollte dagegen den Platz wechseln, um den Radweg, der oft die Fahrbahn des Radlers/der Radlerin ist, nicht zu blockieren. Speziell auf der Wittekindstraße Richtung Stadion fährt man als Radlerin aus Sicherheitsgründen lieber auf dem Radweg, weil der motorisierte Verkehr dort sehr stark ist und durch die Zubringer zur B1 oftmals schnell und oft genug rücksichtslos unterwegs ist. Man stellt sich ja auch nicht einfach mal auf die Fahrbahn, wenn es sich nicht gerade um einen erfolgten Verkehsunfall handelt und das eigene Fahrzeug nicht fahrtüchtig ist.

Mit verärgerten Grüßen

 

Angelika Steger

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