Da FEHLT WAS! Zum Jubiläum des Grundgesetzes.

Das Recht zu sprechen nach Artikel 5 Grundgesetz - aber gibt es auch ein Recht auf Gehört-Werden?

Im Jahr 2019 wird das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 70 Jahre alt. Sicher ein Grund zum Feiern, dennoch ist immer Aufmerksamkeit geboten: zuviele Kräfte gibt es, die die Grundrechte einschränken oder gar abschaffen wollen. Das Grundrecht auf Asyl wurde in den 1990er Jahren abgeschafft. Die Gleichberechtigung von allen Geschlechtern ist immer noch nicht hergestellt, auch dank alter weißer Männer, die vorzugsweise in der cdu sitzen. Die verfassungsfeindlichen Kräfte behaupten auch gern, dass sie selbst in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt werden. Allerdings ist es keine Meinung, wenn man gegen Gruppen von Menschen hetzt, diese beschimpft und beleidigt, obwohl sie ihnen so gar nichts an Schaden zugefügt haben. Hass auf MigrantInnen, auf Juden, auf Homosexuelle und alle, die anders sind als die heterosexuelle weiße Masse (auf Deutschland bezogen) ist deshalb einfach nur absurd und sinnlos. Leider gibt es immer wieder Leute denen man erklären muss, dass kein einziger Ausländer/keine Ausländerin einem Deutschen den Arbeitsplatz wegnimmt oder „zuviel Geld verdient.“

Beim Artikel 5 des Grundgesetzes fehlt etwas. Zwar gibt es das Recht auf Meinungsäußerung in Bild, Ton und Schrift, aber nicht das Recht, auch gehört zu werden. Denn was nützt das Schreiben, das Zeichnen und Rufen oder Schreien, wenn niemand zuhört? Mitmenschen, die nicht gehört werden und zu kurz kommen, können auch schon mal kräftig nerven. Meine Gedanken zu diesem Artikel 5.x GG habe ich der Aktion vom Deutschlandfunk „Mein Grundgesetz“ auf den Anrufbeantworter gesprochen.

Da mein Statement zu Artikel 5.x GG nicht gesendet wurde, veröffentliche ich den Text hier auf meinem Blog. WAS FEHLT: das Recht GEHÖRT ZU WERDEN.

Wo geht´s in Zukunft hin, Grundgesetz?
Wo geht´s in Zukunft hin, Grundgesetz?

Im Artikel 5 Grundgesetz fehlt etwas: das Recht, gehört zu werden. Es gibt zu viele Menschen, denen niemand zuhört. Die müssen nicht obdachlos sein, es können Menschen ohne Verwandtschaft sein oder mit verschiedenen Problemen. Alle sind sie einsam. Das sind Menschen mit z.B. Alkoholsucht oder mit leichten Behinderungen wie der Verhaltensstörung Asperger. Oder U-Bahnfahrgäste, die ungefragt mir ihr Leid erzählen. Oftmals hören sie gar nicht mehr auf damit. Ich frage mich dann: was soll ich damit? Warum halten die eine fremde Frau für ihre Ehefrau, Freundin oder gar für ihre Mutter?

 Einerseits sind es arme Menschen, aber sie nerven auch gewaltig. Manche werden auch übergriffig oder weinen beim Friseur, weil es niemanden gibt, die oder der sie in den Arm nimmt. Hier müsste es dringend staatliche Institutionen abseits der Kirche geben, die solchen Menschen Gehör gibt – für das Recht, gehört zu werden. Es geht dabei nicht um Prostitution, um Geschlechtsverkehr, sondern um Zuhören, Berührungen wie Nähe und Umarmen z. B. Das muss eine Leistung der Krankenkasse werden. Bisher bieten nur private Firmen solche Dienstleistungen an, ein Besuch eines solchen Sozialarbeiters oder Sozialarbeiterin kostet mehrere hundert Euro. Das kann sich kaum ein einsamer Mensch leisten. Denn auch wenn es lächerlich wirkt, wenn jemand auf dem Marktplatz oder in der U-Bahn von ihrer oder seiner Krankheit oder Wut über Ungerechtigkeit erzählt, steht meistens ein Schicksal, ein Mensch dahinter.  Die britische Regierung hat bereits eine Institution gegen Einsamkeit geschaffen. Das ist richtig so. Soziale Kontakte sind auch wichtig für die gesamte Gesundheit, das wird leider in Deutschland vernachlässigt.

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