Allgemein, Gesellschaftskritik, Technik im Alltag

Eigenartige Ruhe im Chaos

Die erste Semesterwoche ist rum. Während der Woche taten mir einmal die Beine weh als ob ich zuviel radgefahren wäre. Deshalb blieb das Pferd heute zuhause. Eins hat sowieso einen Platten. U-Bahn-Fahren, das heißt aber auch: Einkäufe selber schleppen müssen anstatt bequem an den Gepäckträger hängen und radfahren. Viel Auswahl an fußläufig gut erreichbaren Supermärkten hat man in der Innenstadt nicht. Das hat schon seinen Grund, die Stadt Dortmund hat entsprechende Gebote erlassen gehabt. Also rein ins stressige Gewühle der Fußgängerzone. Puh. Dabei wollte ich nur den Rewe im Einkaufszentrum „Thier-Galerie“ erreichen. Ich hasse Einkaufszentren. Und irgendwie scheint jede und jeder zu meinen, am Samstag „einkaufen gehen“ zu müssen.

Ich fand den Rewe und entdeckte zu meiner Überraschung die Imbißtheke mit den günstigen Preisen. Erst mal eine Pause einlegen. Gern kaufe ich hier nicht ein, auch wenn in dieser Filiale mehr Platz ist als in der Kaiserstraße.

In all dem Gewühle aus Farben und Werbeplakaten in Schaufenstern und auf Wänden und Tafeln (im Einkaufszentrum und auf der Straße) fielen mir zwei Werbeplakate auf, die eine eigenartige Ruhe im Chaos ausstrahlten. Keine schreiende Schrift, keine nackte Haut, die geifernd um Aufmerksamkeit heischte. Ausnahmsweise mal ein Werbeplakat, das man gern ansieht. Auch wenn man das Produkt nicht kaufen wird.

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Befreiend auch, daß es keine super-dürre und möglicherweise magersüchtige junge Frau in extra-knappen Bikini sein muß, um für dieses Schwimmbad zu werben.Und auch kein Muskelprotz mit Sixpack, dessen Körperfülle beängstigend wirkt. Beide Körperformen sind nicht attraktiv, auch wenn uns das die Werbung immer wieder weis machen will. Einzig allein die Tatsache, daß die Werbenden unbedingt meinen, daß man mit dem Auto zu ihnen kommen solle, stört. An eine mögliche Zufahrt mit dem Rad oder Rad&Bahn wurde möglicherweise schon beim Bau des Bades nicht gedacht.

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Zugegeben, ich weiß nicht, was die abgebildete Person macht (im Fernsehen moderieren, schauspielern, etc…..) Darum geht es mir auch nicht.

Dieses Plakat wirkt wie aus der Zeit gefallen. Es strahlt Ruhe aus, wirkt angenehm auf die Betrachterin. Keine grellen Farben, keine auffällige Kleidung, nicht mal ein farbiger Hintergrund und auch nicht  das aktuelle Cover der Zeitschrift ist abgebildet. Man könnte meinen, es gäbe noch das analoge Zeitalter ohne jede Art von Computer zuhause oder in der Hosentasche. Die beworbene Zeitschrift liegt auf dem Wohnzimmertisch beim (Leder-)sofa, wer nach dem Programm schauen will, blättert darin herum.

Wohlgemerkt, ich wünsche mir die Schreibmaschine NICHT ZURÜCK. Und Zeitschriften waren nur als Teenager mein Ding. Die Zeit läuft schneller, seitdem es Computer, das Internet und somit weniger Papier-Zeitungen gibt, so mein Eindruck. Man weiß schon gar nicht mehr, wann man eine Zeitschrift lesen sollte. Auch wenn es für die Augen angenehmer ist, von Papier als vom Bildschirm abzulesen. Gerade deshalb sind solche Werbeplakate angenehm. Sie fallen auf – nicht durch grelle, schreiende Farben und Schriften – sondern wegen ihrer Schlichtheit.

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