Allgemein, FAHRRAD, Gesellschaftskritik, Radverkehr, Stadtrundfahrt

Offener Brief an die Polizei Dortmund und die Stadt Dortmund: Zugeparkte Radwege

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident Lange , 

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Sierau,

Sehr geehrte Damen und Herren . 

Heute auf dem Weg zum Stadion (Fußballspiel am 3.12.2016 BVB – Borussia Mönchengladbach)  musste ich erneut feststellen ,  daß ein Polizeifahrzeug den Radweg in der Wittekindstrasse auf Höhe des Südwestfriedhofs blockierte (ca. 14 Uhr).

Kennzeichen : NRW -4-1063 .

Unter der Brücke in der selben Fahrrichtung blockiert zusätzlich ein Polizei -Motorrad den ohnehin zu schmalen Radweg.

Ein anderes Mal wurde ich von einem Polizisten aus dem Auto heraus angewiesen, in der Borsigstraße auf der Höhe Bornstraße den Radweg zu benutzen. Auf diesem Abschnitt ist er benutzungspflichtig (Beschilderung), aber höchstens 100 m lang. Danach muß man auf die Fahrbahn wechseln – kein ungefährliches Unterfangen bei der stark befahrenen Borsigstraße. Heute nun findet durch den zugeparkten Radweg eine genau widersinnige Anweisung durch einen Vertreter ein und des selben Berufsstandes statt. Wer das verstehen mag, der oder die soll mir das erklären.

Ich bitte Sie  auch als Mitglied des ADFC bei aller gebotenen Bedeutung Ihrer Arbeit in Zukunft nicht die Radwege zu blockieren. Die Polizei ist für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer -/innen verantwortlich . Deshalb kann es nicht sein, dass man auf die Fahrbahn ausweichen soll weil der Radweg besetzt ist! Daher mutet der Kommentar des Polizisten den ich im Auto ansprach auch sinnlos und unverschämt an,  ich solle doch, nachdem ich aus Not vom Radweg auf die Straße gewechselt war,  gleich die Fahrbahn wieder verlassen.

Man stelle sich vor, jemand würde einfach so einen Gegenstand, der etwa so breit ist wie ein Auto, einfach so auf die Straße stellen, damit eine Fahrspur blockiert ist. Sofort gibt es – zu Recht – Beschwerden, in allen lokalen und regionalen Medien wird gewarnt und berichtet, man solle an dieser Stelle, die eine „Gefahrenstelle“ sei, vorsichtig fahren, vielleicht hätten sich  schon Unfälle ereignet. Jede und jeder zeigt Verständnis dafür. Deshalb empfinde nicht nur ich als Radfahrerin die Reaktion des Polizisten heute als Affront. Wir Radfahrerinnen und Radfahrer könnten jeden Tag zu jeder Stunde ständig Beschwerden über Hindernisse, schlechte, weil unebene und gefährliche Oberflächen auf Wegen, zu enges Auffahren von Autofahrer-/innen u.a. einreichen!

Es ist nicht das erste Mal dass ich feststellen muß dass Radfahrer nicht ernst genommen werden , obwohl sie schon immer Teil des Alltagsverkehrs sind. Wohl muß erst ein Radfahrer, der oder die am besten noch mit einem Polizisten bekannt oder verwandt ist, wegen des sinnlosen und gefährlichen Ausweichens auf die Fahrbahn sterben,  bevor allen Autofahrern klar und bewusst wird dass Radwege keine Park -und Halteplätze sind! Jede-/r die oder der heute Auto fährt  kann morgen ein/-e Radfahrer -/in sein. Daher ist es unverständlich ,  daß Radfahrer -/innen nicht ernst genommen und ihnen schon bei der Straßenplanung und dann im Alltag  kein Platz noch Existenz im Straßenverkehr zugerechnet und zugestanden wird .

 

Noch ein Hinweis an das Ordnungsamt der Stadt Dortmund, das für den „ruhenden  Verkehr“ , also die parkenden Autos zuständig sind:

es ist zunächst verständlich, wenn es die gesetzliche  Regel gibt, daß man bis zu 4 Minuten parken dürfte, ohne daß es eine Gesetzeswidrigkeit darstellt. Jedoch hat kaum jemand Zeit und Lust, bei jedem Fahrzeug, das den Radweg zuparkt (weil den Autofahrer-/innen gar nicht bewußt ist, daß sie hier nicht parken dürfen!), diese 4 Minuten abzuwarten. Fakt ist, daß nichts, gar nichts das Zuparken von Radwegen durch Privatfahrzeuge rechtfertigt.

Die Behörden sind aufgerufen, gegen motorisierte Falschparker von Radwegen genauso streng vorzugehen als wie sie an anderen Plätzchen Knöllchen verteilen. Ganz gleich, ob es sich um Imbiß-Einkäufer am Borsigplatz handelt oder um gedankenloses Anhalten, weil man „mal schnell Zigaretten braucht.“ Die Häufigkeit, wenn Lieferant-/innen oder Rettungsfahrzeuge Radwege zuparken, ist im Vergleich zu Privatfahrzeugen sehr gering und zumindest bei den Rettungsfahrzeugen gerechtfertigt.Bei Rettungsdienst-Fahrten geht es um die Gesundheit von Menschen. Ein Polizeifahrzeug, wenn es nicht gerade akut im Einsatz ist (heute war nichts dergleichen zu erkennen, also aktive Täterverfolgung etc.) sollte dagegen den Platz wechseln, um den Radweg, der oft die Fahrbahn des Radlers/der Radlerin ist, nicht zu blockieren. Speziell auf der Wittekindstraße Richtung Stadion fährt man als Radlerin aus Sicherheitsgründen lieber auf dem Radweg, weil der motorisierte Verkehr dort sehr stark ist und durch die Zubringer zur B1 oftmals schnell und oft genug rücksichtslos unterwegs ist. Man stellt sich ja auch nicht einfach mal auf die Fahrbahn, wenn es sich nicht gerade um einen erfolgten Verkehsunfall handelt und das eigene Fahrzeug nicht fahrtüchtig ist.

Mit verärgerten Grüßen

 

Angelika Steger

ausblick_zugeparkter-radweg

 

 

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