Allgemein, Ausstellung

Der Mensch und sein Dreck.

Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016/17 lädt das Bundesbildungsministerium zur Ausstellung  über Meere und Ozeane auf der MS Wissenschaft ein.Vergangene Woche ( 9.August – 12. August 2016) ging das Schiff im Dortmunder Hafen vor Anker. Der Eintritt ist frei, die Preise für den Imbiß moderat gehalten.

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Die „MS Wissenschaft“ mit der Ausstellung zu Meeren und Ozeanen.

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Der Titel der Ausstellung. Daneben prangt lebensgroß ein Bild der Ministerin.

 

 

Der Eingangsbereich. Rechts am Empfang kann man sich Audioguides ausleihen, links ist die Imbißtheke.

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Recht dunkel ist es, wie man es IN einem Schiff erwartet.

 

Das Meer rief und ruft nicht nur die Wissenschaft auf den Plan. Auch die Kunst besingt und beschreibt das Meer.

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Das Meer, besungen und gedichtet in Tönen und Worten von Charles Trenet.

 

Schwärmerisch, geheimnisvoll und voll von unbekannten Dingen ist das Meer: „La mer“ , eine sinfonische Dichtung des Komponisten Claude Debussy:

 

Arbeitsgeräte der Seefahrt aus früheren Jahrhunderten

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Mit den poetischen und schwärmerischen  Vorstellung des Meeres, wie sie in Gedichten und Liedern beschrieben wird, hat diese Ausstellung wenig zu tun; auch wenn die beteiligten Wissenschaftler-/innen mit ihren Aussagen ihre Begeisterung für das Meer deutlich machen. Und doch, es wird nicht langweilig in diesem Schiff…. das zeigt die Art und Weise, wie die Ausstellung gestaltet ist. Der Biologie- und Physikunterricht in der Schule ist meist langweiliger und für den gibt es leider auch Noten. Die Ausstellung hingegen kann man sich locker und ohne Druck ansehen.

 

Am Anfang werden verschiedene Forschungsbereiche aufgezeigt. Mir war vorher nicht klar, womit und wie genau im Einzelnen sich Forscherinnen und Forscher befassen.

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Ein Forschungsgebiet: die Küste.

Diese beleuchteten Tafeln haben immer eine touch-screen-Funktion mit weiteren Informationen: so kann man z.B. genauere Informationen zu einem Teilaspekt des Textes aufrufen oder sich ein Interview oder kurzen Vortrag eines/einer Wissenschaftlerin anhören.

 

Sogar der unscheinbare Sand ist für Forscher-/innen interessant, nein sogar verschiedene Sand-Arten. Körnung und Beschaffenheit können so verschieden sein……

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Klappe auf: Sand unter dem Mikroskop.

 

 

Das Meer hat verschiedenste Bewohner, die dem Menschen immer noch nicht bekannt sind. Auf den folgenden Bildern sind sie  ein ständiger und unerwünschter Begleiter von Schiffen.An Wrackteilen am Meeresgrund stören sie nicht, sehr wohl aber an Schiffen im Betrieb.

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Unten im Bild: Seepocken.

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Das Meer im ständigen Wechselspiel mit dem Mensch. Schon seit Jahrhunderten betreibt der Mensch Schiffahrt, nutzt und belastet das Meer und die Ozeane. Eine Infotafel zeigt, wie sich Handelsschiffe entwickelt haben.

Ganz schön klein so eine Kogge… im Vergleich zum Containerschiff heute.

Eine große Stärke der Ausstellung ist, dass viele Infotafeln auch Mitmach-Stationen haben: das gefällt vor allem, Kindern – aber nicht nur denen. An einem großen Tisch in der Mitte wird aufgezeigt, wie und warum es zur Überfischung der Meere kommt und wie man das verhindern könnte: indem man die Fische länger wachsen und sich vermehren läßt. Das steht im Widerspruch zu den Fischereien, die aufgrund des Konkurrenzdrucks und Gewinnstreben möglichst viel Fisch in kürzerer zeit verkaufen wollen – oder schlicht und einfach wirtschaftlich überleben wollen (bei kleineren Betrieben). Das Meer ist eines der vielen Konfliktfelder zwischen Natur und Mensch.

Das SPIEL zum Thema Überfischung:

Einen Fisch angeln und an das Lineal halten: wäre der Fisch groß genug, damit er gefangen werden könnte? Oder sollte man ihn noch im Meer lassen?

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Ergebnis: der Fisch wurde zu bald gefangen.

 

Das ganze war auch noch eine Art Videospiel: durch Tastendruck schippert man über das Meer und fängt Fische. Die dunkelblau gefärbten Bereiche sind am fischreichsten, die hellen am fischärmsten. Je nachdem, wo man fischt gibt es entsprechend Punkte, der Kraftstoffverbrauch des Schiffes wird ebenfalls berechnet.

 

Blick in die Ausstellung:

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Was ich auch nicht wußte: in der Ostsee gibt es Wale, die kleinste Art dieser Gattung.

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Fliegende Schweinswale 😉

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Kommunikation unter Wasser.

 

Bisher unbekannt war mir der Zusammenhang von Nord- und Ostsee: nicht nur in Sachen Wind gibt es einen Austausch. Das Wasser der Nordsee ist salzhaltiger und schwerer als das der Ostsee. Ein Austausch der beiden Meere ist für das ganze System wichtig.

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Die Nordsee.

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1 Sechseck antippen -und weitere Infos erhalten.

 

Ein großes Problem: der Plastikmüll in den Meeren. Erst langsam rückt das Bewußtsein für dieses Problem in den Fokus vieler Menschen, nachdem viele Medien darüber berichteten:

( http://www.deutschlandradiokultur.de/meeresbiologin-antje-boetius-wie-wirkt-sich-der-klimawandel.970.de.html?dram:article_id=338628 )

( http://www.deutschlandradiokultur.de/projekt-seekuh-muellsammler-auf-hoher-see.2165.de.html?dram:article_id=342440 )

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Mit dem  Lesegerät auf dem scancode erfährt man die Lebens-/Verweildauer des Abfalls.

Es ist erschreckend, wo überall Plastik drin ist, wo man es nicht vermutet. Dass auch erst im Jahr 2016 Plastiktüten im Supermarkt oder Klamottenladen was kosten, ist auch sehr schwach: schon längst hätte man einen Preis in € dafür verlangen sollen! Die ganze Aufregung, warum jetzt Plastiktüten nicht mehr so frei verfügbar sind, konnte ich nicht nachvollziehen. Schon seit über 10 Jahren werden von mir und meinen Freunden Stofftaschen benutzt. Für den Kleidungskauf muß man sich eben eine frisch gewaschene Stofftasche einpacken.

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450 Jahre (!) braucht es, bis eine Plastikverpackung verwest ist. Eine Zeitung hingegen braucht 6 Wochen (wobei ich mich gefragt habe, was mit der Druckerschwärze ist).

 

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..wie gut , dass diese Quallen der Besucherin nichts anhaben können 😉

 

 

Neben, auf und nun: IM WASSER.

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Bis zu 3000 Meter Tiefe… und vielleicht noch mehr…

 

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Faszinierend aber auch leicht unheimlich, was da in der Tiefsee lebt. Wohl auch davon haben manche Science-Fiction-Autoren ihre Phantasie für Filme , Bücher u.a. beflügeln lassen…

Die Forscherinnen betonen immer wieder, wie sie die See fasziniert, aber wie wenig die Wissenschaft bisher über das Meer weiß.

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An das kann ich mich noch vom Erdkunde-Unterricht erinnern: die Meeresströmungen und ihre Bedeutungen für das Klima in allen Teilen der Welt. FunFact: ein Frachter verlor an die 60 Quietschenten auf See. Nein, nicht schon wieder Plastikmüll! Kuriosum dabei : die Entchen wurden an verschiedenen Küsten angespült und lieferten der Wissenschaft  damit Erkenntnisse über die Strömungen der Meere.

 

Die Infotafel ist auf einem Tisch angebracht und man kann Teile (Felder mit Dreiecken) davon anklicken, so dass sich ein neues Fenster öffnet (z.B. Informationen zum Golfstrom) bis zur animierten Landkarte, auf der die Strömungen „laufen.“ Manchmal ist es aber etwas viel Information auf einmal, die Tafel wird bald unübersichtlich.

 

ICE ICE BABY.

 

Ein besonderer Lebensraum: das EISMEER.

 

An einer „Eiswand“ kann man Röhren mit Eisstücken gefüllt herausziehen: so verschieden kann Eis sein!

 

Fazit: „Meere und Ozeane“ ist eine sehenswerte Ausstellung auf der MS Wissenschaft. Man kann nicht nur Tafeln lesen oder Töne hören, man kann als Besucherin auch etwas tun, manchmal spielerisch und mit Spaß. Was der Ausstellung allerdings fehlt ist der kritische Aspekt: es ist zwar schön zu lesen und zu hören, wie sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Arbeit gern machen. Es wäre jedoch auch wichtig gewesen zu erfahren, ob und wann sie auch gezweifelt haben, wann sie einen kritischen Moment während ihrer Arbeit hatten, weil ein Projekt nicht geklappt hat oder wenn sie trotz ihrer Mahnungen für einen besseren Schutz der Meere an Behörden, oder anderen Institutionen scheiterten.So ist die Ausstellung „Meere und Ozeane“ auch eine große Werbeveranstaltung für das Bundesbildungsministerium. Positiv ist, dass der Eintritt frei war, was manchem auch den Besuch ermöglichte und vielleicht auch erleichterte. In Anbetracht des Ausmaßes der Verschmutzung der Meere kann man schon frustriert sein und erschrocken – so erging es mir zumindest am Ende der Ausstellung. Und dabei ist das Meer so wichtig für – nicht nur das menschliche – (Über-)leben.

Es bleibt zu hoffen dass es u.a.  durch solche Ausstellungen gelingt, sowohl die Regierenden wie auch die Menschen aufzurütteln, damit es mit der Gesundheit der Meeresbewohner wieder aufwärts geht.

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Die MS Wissenschaft auf Tour:

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