Allgemein, Musikkritik

Zum Bahnhof, zum Bahnhof!

 

Eher von der Uni weg, das war etwas Streß, um den RE4 Richtung Wuppertal und Aachen zu bekommen. Aber es hat sich sehr gelohnt, diese Mühe. Und so flott ist man vom Bahnhof in Hagen aus beim Theater, das erleichtert vieles. Die Fahrerei in Weimar oder nach Gera war wesentlich aufwendiger und mühsamer gewesen.

Der Hagener „Hauptbahnhof“ war doch größer, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich hatte ein paar wenige Gleise und einen kleinen Bahnhof wie in Witten erwartet. Doch hier spannte sie ein weiter großer Bogen aus Stahlträgern mit Glas über ca. 15 Gleise (wieso nach Gleis 15 das Gleis 18 folgt, diese Logik können nur Bahnmenschen begreifen). Der Stadtplan im Schaukasten auf dem großen Vorplatz ist aussagekräftig, aber leider wieder „verkehrtherum.“ Links oder rechts, um dann zum Theater abzubiegen? Ich war unsicher. Ah, da fährt doch was auf einem Rad mit Kasten am Rücken. Das ist bestimmt ein Musiker! Ich hielt ebenfalls an der Ampel und sprach ihn an und – bingo! Er war einer der Orchestermusiker des Abends – ein Fagott steckte im Kasten. Juhuu! So fand ich sogar noch mit einem freundlichen Plausch und dazu auf komfortable Weise den Weg zum Theater Hagen.

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Auf den ersten Blick eher an ein Kino erinnernd: eine Teilansicht des Theater Hagen.

 

An diesem Abend im März 2016 stand JONNY SPIELT AUF von Ernst Krenek auf dem Spielplan.Sie wird oft auch als „Jazzoper“ bezeichnet, wobei kaum Jazz zu hören ist. „Jonny spielt auf“ ist eine „Zeitoper“, weil sie Alltagsgeschichten aus eben der Entstehungszeit des Werkes behandelt (Uraufführung am 10.Januar 1927). Hier geht es nicht um Mythen aus grauer Vorzeit wie bei „Rinaldo“ (Kritik zur Aufführung am Theater Dortmund: https://fahrrad3gruen.wordpress.com/2016/02/07/was-man-mit-aktenkoffern-so-alles-machen-kann/ ) oder Richard Wagners „Nibelungen“, sehr wohl aber um das neue und alte, was die Menschen bewegt. Da ist Max, der Komponist, der in einer Schaffenskrise steckt. Im Hotelzimmer sitzt er oft am Flügel, einige Notenhefte und Papier um sich und kommt nicht weiter mit der Arbeit. Eine Oper hatte er schon geschrieben, die ist auch gut gelaufen, aber wie es jetzt weitergeht, das macht ihn unsicher. (Möglich, dass es Krenek ähnlich ging).  Er macht das, was er immer macht, wenn er schlechte Laune hat: er geht auf den Gletscher, hinaus in die Natur, die das Hotel umgibt. Hier erhofft er sich neue Inspiration. Der „Gletscher“, das ist nicht nur eine weiße unebene Felswand, das sind auch Türme und Haufen von Büchern und Notenstapeln, auf die Max (und Anita) klettern.  Hier draußen ist Ruhe, Beständigkeit, das Alte, das schon war und sein wird… und auch Leben, so wie das Wasser  im Gletscher rauscht. Max begegnet der Opernsängerin Anita, die sich verlaufen hat und im Gletscher nur den Tod sieht… sie gehen zurück ins Hotel und werden ein Paar. (Huch, das ging aber schnell).

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Der Gletscher aus Eis und Büchern: Zufluchtsort für Komponist Max, unheimlich für Sängerin Anita. Mit freundlicher Genehmigung des Theaters Hagen, Foto: Klaus Lefebvre

 

Na die Geschichte geht aber weiter jetzt…..und so ‚harmonisch‘ bleibt es nicht…) Bei der Begegnung von Max und Anita wird die Musik tänzerisch, fast witzig, nicht mehr so grell und schwer und voller großer Tonsprünge jeinseits von der Terz.

Die Unsicherheit der sich Begegnenden macht sich in der Musik bemerkbar: der Gesang klingt anfangs gestelzt, eine Art „möchte-gern-schön-klingen“, was aber aufgrund der Dissonanzen nicht „schön“ klingt. Anfangs braucht es Zeit, bis man sich in diese Musik reingehört hat: laut und schrill ist sie, es gibt keine Wiederholungen wie in der Barockoper, keine Ohrwürmer. Dafür größere Tonsprünge (z. B. Quarten oder Quinten), nur in den ruhigeren Momenten der schönen Zweisamkeit fühlt man sich an Liebesduette z. B.  in Richard STrauss` Oper „Der Rosenkavalier“ erinnert.

Nächste Szene: Hotelzimmer, jetzt mit Anita. Links im Bild steht ein Doppelbett, die Rückwand der Gletscherszene auf der Drehbühne dient als Zimmerwand, davor stehen 3 Steinstatuen, die etwas deplaziert wirken. Wieder vertieft sich Max in seine Arbeit, lehnt eine Umarmung von Anita ab. „Du bist ein Gletschermensch, du nimmst alles zu ernst“ singt sie. Max steht für das, was schon war, hat die Last der Tradition in sich. Anita ist da freier und ungebundener: sie freut sich auf das Engagement in Paris, während Max über ihr Weggehen klagt (Mensch Junge, jetzt stell dich doch nicht so an, sie kommt doch wieder! – das dachte ich mir….naja, frisch verliebt ist es vielleicht noch schwerer, auch mal adé zu sagen für eine gewisse Zeit…)

Um die einzelnen Orte und Zeitabschnitte der Handlung – Hotel am Gletscher – Hotel in Paris – Bahnhof – Hafen deutlich zu machen, geht zwischen den Szenen der Vorhang runter, auf dessen schwarze Fläche dann der jeweilige Ort oder die Zeit z. B. „am Abend vorher“ eingeblendet wird. Dies irritiert nicht einmal, sondern wird von Jan Bammes u. a. (Bühnenbild und Kostüme) geschickt in die Handlung integriert. So warten vor dem schwarzen Vorhang die Partygäste des Hotels, die aus den eigentlichen Logenplätzen links und rechts auf die Bühne strömen, um in den Tanzsaal gelassen zu werden. Und hey! -wir sind in Paris, und da geht´s richtig ab! 3 Nachtclub-Tänzerinnen unterhalten die Gäste, die dann selbst zu tanzen anfangen. Glitzer und Glamour gibt es hier: Jonny der berühmte Jazzmusiker kommt von oben mit dem Saxophon heruntergeschwebt, eine Discokugel dreht sich. Und da sind die illustren Gäste: Anita, die gerade müde von einem erfolgreichen Opernauftritt zurück kommt, der berühmte Violinvirtuose Daniello, der seine Groupies um sich versammelt. Jede(r) will ein Autogramm von ihm. Als die Party vorüber ist, versucht Jonny sich, an Anita ranzumachen. Aber seine massive Annäherung, die man durchaus sexuelle Belästung nennen kann, fruchtet nicht. Jonny, das ist eine freche, lustige und auch rücksichtslose Figur, die sich eben nimmt, was ihr gefällt. Nicht wirklich böse, aber eben ein Gauner. Daniello (der mich, obwohl älter, dennoch wegen seines Star-Kults an David Garrett erinnerte) mag dagegen bieder wirken, aber man bemerke: bei aller vermeintlichen Langeweile kommt seine langsamere, vornehmere freundliche Anmache bei Anita besser an. Jonny ist dagegen ein Hitzkopf, auf sowas steht eben doch nicht jede…

Doch Jonny ist eine Frohnatur, nimmt im Gegensatz zu Max oder Daniello nicht alles so ernst… dann wird eben wieder mit der eigentlichen? Freundin Yvonne, dem Zimmermädchen, rumgemacht. Vorbeiziehende Hotelgäste stören sich an seinen Intimitäten mit Yvonne – und das, obwohl sie vorher begeistert den Nachtclubtänzerinnen zugesehen, diese auch mal angefaßt und ihnen Geld zugesteckt haben. ein schöner Widerspruch in einer vergnügungssüchtigen Gesellschaft.

 

Anita gefällt Paris, die Stadt macht sie aber auch unsicher….ständig will jemand was von ihr, sie kann sich nie zurückziehen. dennoch läßt sich Daniello zu sich ins Zimmer. Ha, das ist Jonnys Chance! Wenn er nicht die Frau haben kann dann doch das, was Daniello so berühmt macht. Er entwendet die berühmte Armati-Geige aus dem Zimmer Daniellos.

Technisch wurde die Hotelzimmer-Szene gut gelöst: Auf einer Art Podest ist ein goldener Vorhang gespannt, der sowohl als Party-Tanzsaal-Hintergrund wie als Zugang zu den Hotelzimmern dient. Die Türen werden durch Einblendung der Zimmernummern angedeutet. Eine verschiebbare Treppe ergibt den Zugang zu den jeweiligen Zimmer, erinnert aber auch an eine Art Showtreppe, die zu glamourösen Stars gehört.

Am Morgen muß der Star-Geiger Daniello einsehen, dass die Beziehung zu Anita nicht von Dauer ist. Sein lautes Klagen beantwortet Anita damit, dass man eben den Augenblick leben solle.Es geht weiter, das Leben und das in immer größerer Geschwindigkeit! The roaring Twenties, die wilden Zwanziger, in der diese Oper spielt, spiegeln diese immer schnellere Leben mit flüchtigen Augenblicken: da wird davon gesprochen, mit dem Auto angekommen zu sein oder in 10 Minuten am Bahnhof sein zu müssen.Ein Telefon, ein damals außergewöhnliches Gerät macht es möglich, sofort mit einer entfernten Person zu sprechen. Es bleibt bis heute eine Herausforderung, eine Autofahrt oder einen fahrenden oder anhaltenden Zug auf der Bühne darzustellen. Wenn aber das Bühnenbild in den 1920er Jahren spielen und diese – in der Zeit als Novum befindlichen – Dinge wie „Automobil“ oder „Telefon“ herausstellen soll erscheint es eigenartig, dass vorbeiziehende Hotelgäste den Stargeiger Daniello mit der Handykamera fotografieren müssen. Denn an mobile Telefone dachte in den 1920er Jahren noch niemand, es war ein technisches Novum, überhaupt telefonieren zu können.

Als Daniello den Verlust der Geige bemerkt, hört man die Piccolo-Flöte wild pfeifen. Er beschuldigt Anita, die Geige „weggehext“ zu haben, um ihn zu ärgern. Er muß sich an dem Komponisten rächen! Stampfende Trompeten-/Posaunentöne begleiten seine Rachpläne. Unisono mit der Trompete fragt Daniello sich: „Aber wie?“ toll, wie die Musik immer wieder die Stimmungen auffängt.

Menschenauflauf auf der Bühne: genervte Hotelgäste reisen ab, der Hoteldirektor ist verzweifelt, die Polizei in Trencoat-Mänteln kommt, um den Diebstahl zu begutachten, Jonny sagt dem Hoteldirektor, dass er kündigen wolle. Anita engagiert die vom Direktor gekündigte Yvonne als Zofe, dsie soll schuld am Geigendiebstahl sein.

Dann ist erst mal Pause – und die braucht man auch bei der Wucht dieser Musik mit ihren vielen Quint- und Quartsprüngen und plötzlichen Stimmungsschwankungen. Es verwundert nicht, dass die Nazis damals das Stück nicht haben wollten. Kein vermeintlicher Wohlklang, keine „schönen Terzen“ und dazu der „böse“ Jazz aus dem verfeindeten Amerika. Das geht mal gar nicht auf deutschem Gebiet in den 1930er und 1940er Jahren.

 

Hotelzimmer von dem Komponisten Max. Bemerkenswert ist bei einer „Zeitoper“, dass die Figuren nie zuhause sind, nie an einem Ort, wo sie sich aufgehoben fühlen könnten. Unruhig und rastlos sind sie und immer an Orten, die eigentlich nur Durchgangsorte sind: Hotelzimmer, Hotellobbys, Bahnhöfe (und wie in „Rinaldo“ : Flughäfen. Aber mit der Fliegerei geht es in den 1930er Jahren erst richtig los).

Das Telegram von Anita trifft ein. Doch sie kommt nicht. Max ist rastlos, singt zu unruhigen Baßtönen und Trompeten, sein Herz solle sich doch beruhigen. Der Mann muß richtig dicke verliebt sein. Auch Besitzstandsdenken ist wohl mit dabei… Der Gesang von Max gleicht einer Achterbahnfahrt, sie möge doch Gnade haben, sein Leben läge in ihrer Hand. wäre die Musik nicht so schräg (Tonsprünge von der Höhe plötzlich ohne Zwischentöne in die Tiefe und umgekehrt), könnte die stimmung leicht ins Rührselige abgleiten. Doch Krenek versteht es, die Spannung zu halten und das Seelenleben seiner Figuren ans (Bühnen-)licht zu bringen.

Selbst die einzelnen Zeiträume, die es bis zur Ankunft Anitas noch dauert, werden besungen: „noch 1 Minute“, dazu das pizzicato der Streicher gleich dem Ticken einer Uhr.Ein plötzlicher einzelner Schlag des Xylophons beendet diesen gewarteten Zeitraum voller banger Stimmung. Dann wieder lautes Aufschrecken: „war da ein Automobil?“ er horcht nach draußen. Nein doch nicht…erst nach einer durchwachten Nacht taucht Anita auf.

So richtig Freude kommt bei ihrer Ankunft nicht auf… und dann ist da noch der Ring Anitas, den Daniello an Yvonne gegeben hat, den soll sie Max geben. Max wird klar, dass Anita ihm untreu war. Er meint, dass alles am Ende sei und geht wieder hinaus auf den Gletscher, diesmal mit einem Revolver und ruft, dass er in die Ewigkeit des Gletschers eingehen, „heimgehen“ wolle, hier sei doch alles zu Ende. („Wer ruft?“  tönt es aus der Tiefe. – „ein armer Mensch, der heim will.“)Doch der Chor, verborgen, fast mysthisch aus dem Eis , aus großer Tiefe klingend antwortet ihm: „wer stört unsere Ruh, glücklos und leidlos wie wir gehen vom Himmel in die Erde.“ Hier fühlt man sich in Inhalt und Sprache  an die mysthischen Geschichten in z. B. den Nibelungen erinnert, auch der Chorgesang läßt die Musik Richard Wagners zumindest erahnen. Der Chor aus der Tiefe lehnt ab: „du kannst nicht bei uns sein, Du bist ein Mensch und mußt leben. Gefrevelt deinem Menschsein wäre es.“

Jazzartige Musik kündigt die Ankunft von Jonny an. Er ist der Opernsängerin Anita gefolgt, denn er will die Geige haben, die A. unwissentlich mitgenommen hat. Schillernd im goldfarbenen Mantel mit goldenen Schuhen und seinen Ganovinnen (die Tänzerinnen) taucht er plötzlich im Hotelzimmer auf. Und er findet sie.

„Zum Bahnhof, zum Bahnhof!“ – in der Schlußszene wollen alle zum Bahnhof. Anita hat ein Engagement in den USA bekommen! Wie aufregend! Max ist leider verhaftet worden, er soll die Geige gestohlen haben. Jonny ist eben ein Gauner, der frech und geschickt ist und seine Verfolger abgeschüttelt hat. Anita, Yvonne und der Manager warten ungeduldig am Bahnsteig, ob Max nun doch kommt. einzelne Videoeinblendungen mit Zifferblättern, auf denen die Zeiger den Verlauf der Zeit anzeigen, werden eingeblendet. Die Zeit rast und mit ihr das Leben.

Der „Bahnhof“, das sind einzelne Quader, die hochkant auf der Bühne herumstehen und wie Wartehäuschen wirken: Fahrgäste sitzen oder stehen davor, rauchen, lesen Zeitung, warten mit einer Rose in Papier verpackt für eine Verabredung, schminken sich. Immer wieder sind dann auch mal wieder viele Leute auf der Bühne, die ankommenden oder abreisenden Fahrgäste mit Koffern und Taschen in der Hand. Das kommt schon rüber, allerdings hätte man sich doch, da doch ständig von der „immer noch zu langsamen Eisenbahn“ die Rede ist, zumindest ein Bild einer Dampflok mit Waggons im Hintergrund gewünscht. Die Autofahrt, als Max festgenommen wurde, wird auch deutlich mit dem schattenhaften Video einer Nachtfahrt im Hintegrund gezeigt, während die Personen im „Auto“, einem Kasten mit Scheinwerfern vorne dran sitzen und die Fahrbewegungen nachahmen. Den Pfiff einer Lokomotive oder einer Polizistenpfeife hatte man zumindest gehört.

Und dann sind sie doch angekommen: mit dem Zug in Amsterdam. Die einzelnen Quader sind nun in einer Reihe aufgestellt, die nun eine Reeling eines Schiffes nach Amerika ist. LIBERTY steht in großen Lettern auf der „Schiffswand.“ Alle feiern, Jonny spielt auf, geschickt hat er die Polizei abgehängt, es geht in das unbekannte Land der Freiheit, in das neue, das alte bleibt in Europa zurück (…und Europa erbt den Tanz“). Nur Max kann nicht so mittanzen und feiern, er bleibt unsicher, ob er dem neuen trauen kann, kann nicht so locker sein wie Anita. Er hat die Last der Tradition noch in sich, die Jonny nicht hat. Jonny fährt zurück in seine Heimat Alabama/USA, doch ob das neue Land auch Max beruflichen Erfolg bringt?

Bei dieser Musik bleibt kaum was im Ohr, weil sie lauter, schriller und vielschichtiger ist als alle Musik, die vor den 1920er Jahren geschrieben wurde. „Rinaldo“ als Barockoper bleibt dagegen im Kopf. Die Sängerinnen und Sänger sind meist sicher, trotz der halsbrecherischen Tonsprünge, nur manchmal kippt die Stimme in der Höhe und ist nicht ganz sauber. Dennoch ist die Oper sehenswert: so deutlich und unterhaltsam wird die Stimmung einer Zeit eingefangen, dass es eine Freude ist, zuzusehen. Diese Aufregung, des neuen, kommenden! Das Leben pulsiert, anstatt stillzustehen und in einem Ist-Zustand zu verharren. Die STADT ist es, in der das Leben stattfindet, pulsiert, schreit, nicht mehr in der im 19. Jahrhundert als romantisch verklärten Natur (Gletscher-Motiv). am Ende schwingt die Disco-Kugel wie ein Uhrenpendel hin und her, um schließlich den Schaukasten, der wie eine Schneekugel des Gletschermotivs wirkt, in dem sich zwei Figuren (Anita und Max?) befinden, von der Bühne fegt.  Die Darstellung dieses Lebensgefühls in den 1920er Jahren ist dem Komponisten Ernst Krenek und auch dem Bühnenbildner Jan Bammes und Kolleg-/innen bis auf wenige Ausnahmen gut gelungen. Auch etwas Ironie ist dabei, wirkt die Musik trotz allen Ernstes mit ihren Tonsprüngen auch übertrieben. Spontan hätte ich auch nachher laut mit großen Tonsprüngen singen können „Mein Zug geht in 10 Minuten. Zum Bahnhof, zum Bahnhof!“ Wie theatralisch 😉  In der Oper „Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek wird ein Lebensgefühl gezeigt, dass laut, schrill ist und in die Vollen geht. Ohne darüber nachzudenken, ob es ein Morgen gibt. Oder ob man scheitern könnte. Kein Nachdenken über mögliche Folgen, sondern: volles Leben.

Jonny spielt auf, Oper von Ernst Krenek am Theater Hagen

weitere Vorstellungen: 2. April 2016, 19.30 Uhr

29.05.2016, 18.00Uhr

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn.

http://www.theaterhagen.de/veranstaltung/jonny_spielt_auf_715/0/show/Play/

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