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Die armen Autofahrer_innen – auf der Rudolstädter STraße in Jena-Winzerla

Unglaublich, wie jemand die „Vertreibung von Autofahrern“ beklagen kann. Sicher ist es kein Spaß, noch einmal mehr in der Rudolstädter Straße anhalten zu müssen. Fahrgäste der Jenaer Nahverkehr wollen eben rechtzeitig zu Ihrer Haltestelle kommen. Nur: nach diesen Fahrgästen und auch nach den Bedürfnissen von Radfahrer_innen fragt niemand; so oft, wie Radfahrer_innen ausgebremst werden!  Da muß man sich echt fragen, ob nicht der Kommentator auf beiden Augen blind ist.

Der ARtikel, um den es geht in meiner Kritik:

http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Die-Art-der-Politik-veraergert-Lutz-Prager-ueber-die-versuchte-Vertreibung-des-1585741812

mein LESERINNENBRIEF – 26.Februar 2015:

Zunächst mein großes Mitleid mit allen Autofahrern. *hust*. Also Entschuldigung Herr Prager, das kann wohl nicht Ihr Ernst sein, was Sie hier schreiben.Warum wird immer nur an die Autofahrer_innen gedacht? Sie tun gerade so, als ob Autofahrer_innen permanent bei der Verkehrsplanung benachteiligt würden – doch das Gegenteil ist der Fall!

So wie Sie sich über die Fußgängerampel aufregen, könnte sich der ADFC JEDEN TAG ÜBER UNSINNIGE VERKEHRSPLANUNG AUFREGEN! eines von zahllosen Beispielen: die Neugasse. Ohne es zu wollen, auch im langsamen Fahrtempo ist es aufgrund zugelassener Parkplätze fast ein unfreiwilliger Zwang, als Radfahrer_in mit AutofahrerInnen zusammenzustoßen. Diese Parkplätze werden hauptsächlich nicht, wie argumentiert, von Kunden des Einzelhandels genutzt; es wäre auch eine grooße Zumutung, das tonnenschwere Wollknäuel ein paar Hundert Meter zum Parkplatz außerhalb zu tragen. Die Neugasse ist sinnlos eng durch diese Parkplätze, die fast nur von Anwohnern genutzt werden!

Zwar ist im Gegensatz zu meiner alten Heimat das Rad kostenlos in allen Zügen Thüringens mitzunehmen, aber der Städtebau und die Verkehrsplanung richtet sich traditionell am Autoverkehr aus: mit katastrophalen Folgen: stinkende, verstopfte Innenstädte, mehr Verkehrsunfälle, die von Autofahrer_innen verursacht wurden. Ich weiß nicht, aber Sie müssen echt auf beiden Augen blind sein, im 20. und 21. Jahrhundert das Auto als das Verkehrsmittel überhaupt hinzustellen. Schon mal was von der Kampagne „Schritt für Schritt zu umweltfreundlicher Mobilität“ gehört? Die Stadt Jena tut aufgrund immer größerer Umweltschäden (Ozonloch, die kranken Bäume in der Erfurter STraße, auch durch Luftverschmutzung) gut daran, Mobilität außerhalb des Autoverkehrs zu fördern. Und falls Sie es immer noch nicht kapiert haben, wie leider viele Menschen in meiner alten Heimat auch: das Rad ist auch ein Alltags-Verkehrsmittel, nicht nur was für Kinder oder ein Sonntagnachmittag-Ausflugs-Fahrzeug!

Ein Tip: unterhalten Sie sich mal öfter mit dem ADFC. Das öffnet einem die Augen und erweitert den Horizont! Es gibt sicher Gelegenheiten, bei denen es besser ist, das Auto zu nehmen. ABer bestimmt nicht, wenn man in die Innenstadt will!

Und überhaupt:

Sie fragen in Ihrem Kommentar gar nicht nach den Bedürfnissen von Fahrgästen der JeNah. Die geplante Ampel mag ärgerlich für die Autofahrerschaft sein , aber: hallo, es gibt auch noch andere Verkehrsteilnehmer_innen, die dort unterwegs sind!

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