Allgemein

Einmal nicht dran gedacht…

…den Tacho abzunehmen, nachdem man das Rad im Zug abgestellt hat… und dann muß das Rad auch noch umfallen.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

ARRRGH!!!

ein Sprung im Kunststoffglas und unten ist der Tacho eingedrückt. ABer er funktioniert noch und man kann den Schalter noch drücken. Es nervt, dass man bei Sigma immer das ganze Set kaufen muß, nur weil ein Stück von der ganzen Tacho-Anlage kaputt ist!!!! Ich bin schon froh, dass dieses Modell endlich hält, auch wenn man über Unebenheiten fährt. Das ist nicht selbstverständlich… ich habe in der Vergangenheit zuviel Geld ausgegeben gehabt für Tachometer.

In der Erfurter Bahn ist leider auch nicht viel Platz für Räder. Ein dick bepacktes Reiserad stand schon dort… ich hätte meins besser hinstellen und  mit einem Band sichern sollen, auch wenn ich die Bänder nicht mag.

Leider habe ich heute in der Eile meine Kamera vergessen , aber an dieser Stelle ein paar Worte.

Heute fuhr ich erneut den Schwarzatalradweg…. etwas anders als vergangenen Sonntag.

Ich fuhr heut einen Zug später, das bedeutete, in Saalfeld und in Rottenbach jeweils einmal umzusteigen. Im Zug ab Saalfeld (Richtung Arnstadt) traf ich einen Reiseradler aus Hannover, der von seiner ThüringenTour wieder auf dem Weg nach Hause war. Das ist einfach schön, dass man als RadlerInnen immer ein Gesprächsthema hat… 

Längere Fahrtzeit als mit dem durchgehenden Zug, klar. Das hatte auch sein Gutes: es gab genug Zeit zum Umsteigen und ich fuhr zum ersten Mal den Zug, den ich vergangenen Sonntag nur von außen gesehen hatte: die Schwarzatalbahn (auch „Wal“ genannt wegen der Form. Technischer Name des Modells: „BR 641, hergestellt mit der französischen Staatsbahn SNCF – weitere Infos: http://www.oberweissbacherbergbahn.de/obs/view/wir/wir.shtml )

Die Tür – es gibt nur eine einzelne Schiebetür – erinnert stark an die vom Flugzeug. Breit genug ist sie, um mit Rad und Gepäck durchzukommen. Innen drin könnte mehr Platz für Räder sein: ab 3 Rädern wird´s eng. Sitzen tut man wunderbar drin, das Ding fährt ruhig, gleitet dahin durch das Grün draußen links und rechts, vorbei an Felsen… sehr malerisch, die Gegend dort.

Ich war erstaunt und auch belustigt, in diesem kurzen Zug – nur ein Triebwagen eben – Getränke angeboten zu bekommen von einer Dame im „Zivil“, die , weil sie neben dem Lokführer saß zeitweise, wie dessen Ehefrau wirkte 😉  Leider auch traditionelle Arbeitsteilung… (ob es auch Lokführerinnen gibt? Also so wie der GDL-Vorsitzende auftritt, der kann sich das wohl gar nicht vorstellen..)  Ganze 40 Minuten Fahrtzeit hat diese Bahn zwischen Rottenbach und Katzhütte. Die Bahnerer dort haben, zusammen mit der Bergbahn, wohl den coolsten und ruhigsten Job, den man bei der Bahn haben kann… nervige Fahrgäste oder Polizeipräsenz gibt es hier nicht, ist nicht notwendig. Andererseits… inwieweit der Mutterkonzern DB AG diese Tochterfirmen unterstützt oder allein läßt, ist die andere Frage.

In Katzhütte angekommen, empfing mich strahlender Sonnenschein. Ah, das war schön in diesem dunklen Tal…. und mit Fleech-Weste (ärmellos) fröstelt man auch nicht… Die Luft ist anders hier draußen, im dichten Thüringer Wald, kühler, frischer – und durchaus angenehm.

Zuerst saß ich ein paar Minuten noch auf einer Bank, bevor ich den Bahnhof verließ. Ein Autofahrer hatte grad sein Fahrzeug abgestellt, ging in  Richtung des Gleises und wir begegneten uns. „Wo geht es denn hin?“ fragte er mich lächelnd. Ich war überrascht, von Bahnmitarbeitern so eine Frage zu bekommen 😉  aber gerne, wenn man so nett gefragt wird (Katzhütte wird wohl nicht für die NSA arbeiten 😀  )

„Ins Schwarzatal und dann nach Rudolstadt“, antwortete ich. Ein paar freundliche Worte wurden noch ausgetauscht; dann ging der Lokführer zur Arbeit (auch am Sonntag) und ich zu meinem Freizeitvergnügen. Auf meine Frage, warum es so einige kaputte Häuser hier gäbe, wurde ich in einer Annahme bestätigt: den Eigentümern fehlt das Geld für die Renovierung. 

Später auf bereits im letzten Beitrag genannten Rastplatz hört man immer die Zughupe. Und : plötzlich wurde aus dem Triebwagen gewunken! Ich mußte lachen und winkte zurück. Das ist mal eine nette Geste…. mal kein mauliger, schlecht gelaunter (prekär beschäftiger? oder arbeitsloser?) Thüringer, der mich anfaucht, ich solle hier nicht radfahren. Genau wie in meiner alten Heimat Fürth sind RadfahrerInnen hier nicht gern gesehen – oder eben nur als Reise- und AusflugsradlerInnen. Dass das Rad auch ein Alltags-Fahrzeug ist (in der Stadt), das geht nicht so recht ins Hirn rein…

Fazit: nach Frau Schubert von der DB REgio Schleswig-Holstein, die Anfang April den Zug Hamburg – Lübeck gut organisiert hatte (Zug mußte unterwegs an einem Bahnhof halten, weil in Lübeck im Bahnhof eine Lok gebrannt hatte), sind die Leute von der Schwarzatalbahn die 2. coolen Säue eines an sich nicht so coolen Vereins (=Muttergesellschaft DB AG).

Fast hätte ich es bereut, das Regencape zuhause gelassen zu haben: in Sitzendorf hatte ich mich gerade hingesetzt, um ein paar Worte zu schreiben, da ging ein Regenschauer los. Also schnell alles zusammengepackt und in den Ort gefahren, unter ein Vordach gestellt… dieses Vordach gehörte zu einem Ausstellungsraum mit Glaskunst für Weihnachts- und Fensterschmuck, zum großen Teil hart am Kitsch vorbei oder schon drin. Ein ehemaliger Industriezweig dieser Region, die Glasbläserei.

Arrgh, und wieder ein Fotomotiv, das mir durch die Lappen ging… das verlassene Hotel „Zur Linde“ in Sitzendorf… war bestimmt mal ein schönes Haus. Jetzt könnte es nur noch David Lynch für die Landversion eines seiner Horrorfilme verwenden (zusammen mit dem verlassenen „Hotel am Tiergarten“ in Nürnberg). Vielleicht gibt es eine Sage zum Schwarzatal, in dem ein Geist vorkommt, der könnte dann auch im Horrorfilm auftreten…. und die Region könnte touristisch davon profitieren!

Und dann… Regen und Sonne gleichzeitig. Hehe. Das Wetter spielt mal wieder… wie schön, nur ein Schauer war´s gewesen, dann ging es weiter.

in Schwarzburg fuhr ich auch durch den Ort: ich wollte herausfinden, wo das Schloß war, das über dem Radweg tronte (und das ich von dort aus fotografiert hatte). Das hieß erst mal: hoch hinaus und hinauf. Oben ist eine schöne Prommenade, man sieht nach unten auf den Radweg unter Bäumen und das Freibad (das heute zu hatte, doch auch bei frischen 15°C hätt ich mich fast selbst eingeladen.. Wasser war im Becken! 😀  merkt doch keiner so schnell….. )

Auf dieser Prommenade gelangt man zum Schloß. Ich habe den Eindruck, dass die Thüringer Schlösser- und Gärtenverwaltung je nach Finanzlage renoviert: das Zeughaus strahlt im neuen Glanz, die Fassade vom Schloß sieht recht heruntergekommen aus… innen drin ist´s wohl schöner. Rein gehen wollte ich heute nicht.

Doch wo war der Bahnhof jetzt?

Der reale Irrsinn von Schwarzburg: der Bahnhof liegt mind. 2 km vom inneren Ortskern entfernt: und das alles bergauf.Von der Prommenade zum Kreisverkehr, dann aus Schwarzburg raus, die Bergstraße rauf und dann – oh Wunder! an einem schmalen , grün umwucherten Wanderweg verrät ein kleines grünes Schild, dass es hier zum Bahnhof geht. Also das ist echt… bescheuert. Es konnte nicht allein daran liegen, dass die Strecke Katzhütte – Schwarzburg – Rottenbach, wo der „Wal“ fährt, eine andere Strecke hat als der Zug ab Rudolstadt.

Später erfuhr ich auch, warum der Bahnhof so eine Lage am A. von Schw. hat: der ungnädige Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt wollte es 1900, als die Bahn in sein Land kam nicht, dass die Bahn durch sein Wildgehege führte. Wär auch schlimm gewesen, die armen Viecher mit dieser lärmenden, Rauch ausspuckenden Maschine aufzuschrecken, schließlich will man sie vor der Flinte haben, um sie abknallen zu können… (mit dem Zug wären wohl mehr Hirsche und Rehe am Leben geblieben… ich glaub nicht, dass die Adligen früher sowas wie Schonfristen kannten, wie sie heute gelten. Waldgebiet ist so oder so schwer zu kontrollieren…)

Von der Prommenade aus hätt ich gern Fotos gemacht… aaah, jetzt muß ich noch mal dort rauf. Das an sich im guten Zustand wirkende Hotel „Schwarzaburg“ stand auch leer. Hier soll Friedrich Ebert die Weimarer Verfassung unterzeichnet haben.

Die Abfahrt auf diesem PFlasterweg mit niedrigen Stufen ist eher was für die Mountainbikerfraktion ;-))

Wieder in Rudolstadt angekommen, am Bahnhof Rudolstadt-Schwarza: Nachtrag zum letzten Beitrag. Die Schallschutzwände am Bahnhofseingang sind durchsichtig mit WEIẞEN dünnen Linien und weißen Pfosten. Ich hatte geschrieben gehabt, dass sie türkis seien (das sind sie an anderer Stelle).

So, jetzt wird´s Zeit zum Schlafen für den Antrieb …  😉

 

 

 

 

 
 

 

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